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Einigkeit der Gemeinde und Bibellehre.
Von Babylon zum Neuen Jerusalem.
Das Höhere Ziel.
Die Gemeinde.

 

Teil 2 Das Höhere Ziel

Von Alonzo T. Jones

 

Dies ist der zweite Teil der Trilogie von Alonzo T. Jones über:

Einigkeit der Gemeinde und in der Bibellehre.

 

Für die vollkommene Wirksamkeit der Lehre der Bibel

über dieses Thema sollten alle drei Bände studiert werden:

 

Deutsche Übersetzung und Copyright:

 

Dörte Hankel

Egerstraße 12

71111 Waldenbuch

 

 

Das Höhere Ziel

Von A.T. Jones

 

Mit dem Herausrufen aus Babylon in alter Zeit war eine tiefere Absicht verbunden als nur die, daß sie aus Babylon heraus waren. Genauso ist es heute.

Dies wurde verdeutlicht durch die Anweisung: „Lasset euch Jerusalem im Herzen sein!“

Aus Babylon heraus zu sein, war und ist bedeutungsvoll und großartig; jedoch an Gottes Absicht und Zielsetzung für Jerusalem teilzuhaben, war damals und ist jetzt noch viel bedeutungsvoller als das  –   obwohl jenes die unerläßliche vorbereitende Handlung hierfür ist.

Jerusalem und der Tempel Gottes sollten wieder aufgebaut werden, und der  wahre Gottesdienst, wie er angeordnet war, sollte wieder in der Welt eingesetzt werden, zum Segen und zur Erlösung der Völker, um auf diese Weise das wahre, das himmlische, das geistliche Jerusalem und den Tempel sowie die wahre Anbetung bekanntzumachen.

Und so ist es heute: außer, daß es jetzt das Wahre, das Himmlische, das Geistliche selbst ist, das wiederhergestellt und für ewig gegründet werden soll. Und die Lektionen (Lehren) der Geschichte jenes anderen Babylon sind uns jetzt zu unserer Ermahnung und Unterweisung gegeben. Deshalb ist diese Studienreihe, die wir angefangen haben, eine der bedeutendsten und tiefsten in  der ganzen Bibel.

Bei jener Erfahrung von damals sah die Mehrheit der Leute, selbst jene, die aus Babylon heraus- und nach Jerusalem hineinkamen, niemals den tieferen Sinn, in dem was sie taten, und dies kam daher, daß sie nicht die Schrift studierten und nicht einmal auf die Propheten hörten, die zu ihrer Zeit lebten.

Jedoch geschah dies alles in Erfüllung der Schrift, daß sie aus Babylon heraus waren und überhaupt in Jerusalem sein konnten. Soviel konnten sie erkennen und dafür dankbar sein; doch die große Absicht von alledem, die geistlichen Dinge und den tieferen Sinn der Heiligen Schrift wollten sie nicht wissen, und so waren sie geneigt, planlos hin und her zu wandern, und dabei das Ziel völlig zu verfehlen.

Genauso ist es heute! Aus diesem Grunde müssen wir die Schrift zu diesem Thema studieren.

 

Die Wiederkehr

 

Die siebzig Jahre Gefangenschaft in Babylon endeten 536 vor Christus, im ersten Jahr der

Regierung des Königs Kores (Cyrus) von Medien-Persien. Einhundertsechsundsiebzig Jahre davor hatte Jesaja die Worte des Herrn geschrieben, die an Kores gerichtet waren, daß „er soll meine Gefangenen loslassen, nicht um Geld noch um Geschenke“.  Jesaja 45, 1-13.

Und nun war Kores in das Königreich der Welt gekommen. Dort traf er Daniel, der ihm das Wort des Herrn überbrachte, welches einhundertvierzehn Jahre vor seiner Geburt an ihn persönlich, mit Namen, gerichtet war. Kores empfing dieses Wort als das Wort Gottes an ihn; er glaubte Gott und gab seinen Erlaß wie folgt heraus:

„So spricht Kores, der König in Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und er hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen  zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter euch von seinem Volk ist,  mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem in Juda und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels. Er ist der Gott, der zu Jerusalem ist. Und wo auch immer einer  übriggeblieben ist,, dem sollen die Leute des Orts, an dem er als Fremdling gelebt hat, helfen mit Silber und Gold, Gut und Vieh, außer dem, was sie aus freiem Willen für das Haus Gottes zu Jerusalem geben.“  Esra 1, 2-4.

Auf Grund dieses Dekrets gingen fast fünfzigtausend Menschen hinauf an den Platz, wo Jerusalem in Trümmern lag. Und sie nahmen mit sich fünftausendvierhundert Gefäße aus Gold und Silber, die Nebukadnezar nach Babylon mitgenommen hatte. Serubabel war Gouverneur, und Jesua, der Sohn Jozadaks war der Hohepriester.

Am ersten Tag des siebenten Monats wurde ein Altar errichtet, und so begann der geregelte, vorschriftsmäßige Gottesdienst. Etwa sechs Monate danach wurden die Grundmauern für den Tempel gelegt.  Esra 3.

 

Der Widerstand

 

Doch Satans Wirken richtete sich gegen all diese Dinge, und er war entschlossen, den Plan nicht gelingen zu lassen. Sofort begann er seine Widerstands-Kampagne. Im Land der zehn Stämme, welches einhundertsechsundachtzig Jahre  zuvor verwüstet worden war, lebten jetzt die Nachkommen der heidnischen Völker, die durch die Könige von Assyrien in dem verlassenen Land angesiedelt worden waren.

 

Diese Leute, als sie solch eine große Anzahl Menschen, denen noch mehr folgen sollten, kommen sahen, um Jerusalem wieder aufzubauen, ersannen den Plan, sich mit ihnen zu vereinigen und aus Jerusalem eine mächtige Festung zu machen; und dann, wenn die Zeit dafür reif wäre, einen Aufstand zu erheben und einen König aus ihrem eigenen Volk einzusetzen, indem sie Palästina und das gesamte, im Norden liegende Land, westlich des Euphrats, einschließen würden.

 

„Als aber die Widersacher Judas  und Benjamins hörten, daß die, die aus der Gefangenschaft zurückgekommen waren, dem Herrn, dem Gott Israels, den Tempel bauten, kamen sie zu Serubabel und den Sippenhäuptern und sprachen zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen; denn auch wir suchen euren Gott  und  haben ihm geopfert, seit der Zeit Asar-Haddons, des Königs von Assyrien, der uns hierher gebracht hat.

Aber Serubabel und Jesua und die anderen Häupter der Sippen in Israel antworteten ihnen: Es ziemt sich nicht, daß ihr und wir miteinander das Haus unseres Gottes bauen; sondern wir allein wollen bauen dem Herrn, dem Gott Israels, wie uns Kores, der König von Persien geboten hat.“  Esra 4, 1-3.

 

Dann, als diese Widersacher sahen, daß sie ihr politischer Plan nicht durchzuführen war, offenbarten sie ihren wahren Geist und Charakter und „da machte das Volk des Landes die  Juden mutlos und schreckte sie vom Bauen ab.  Und sie dingten Ratgeber gegen sie und hinderten ihr Vorhaben, solange Kores, der König von Persien lebte.“  Esra 4, 4.5.

 

Diese angeheuerten  Ratgeber und Stammesältesten hatten die Macht, die Tätigkeiten beim Aufbau Jerusalems in großem Maße zu hindern. Denn die Vorräte wurden von dem Schatzhaus des Reiches zur Verfügung gestellt, und die Anträge für Geld und Materialien mußten von den Ratgebern und Beamten in der Hauptstadt genehmigt werden. Und unter diesen Leuten waren gerade jene, die Bestechungsgelder von diesen Widersachern droben im Land  Samarien erhielten, welche ohne weiteres irgendwelche  Anträge oder andere Papiere oder Dokumente, die mit den Angelegenheiten Jerusalems zu tun hatten, zurückhalten und in mancherlei Weise auf unbestimmte Zeit hinauszögern konnten.

 

Wie machtvoll diese Gegnerschaft  am Hofe  und im Hauptquartier des Königreiches war, wird in dem zehnten Kapitel des Buches Daniel beschrieben.

 

 

 

Die Gegenwehr  

 

Daniel war der oberste Staatsmann in dem Königreich. Daniel 6,2. Indem er diese Stellung einnahm, und an dem Aufbau Jerusalems höchst interessiert war,  konnte er nichts ändern an jenem großen System der Intrige und besonders der Niederträchtigkeit, die gerade an dem Hofe, zu dem er ja gehörte und wo er sein Leben zubrachte, betrieben wurden.  Um jedoch dagegen  etwas zu tun, konnte er nicht Bestechung, Betrug und  Gegen-Intrige sowie anderes Teufelswerk anwenden.  Er konnte etwas Besseres tun, nämlich Gott anrufen. Und so sagt er: „Im dritten Jahr des Königs Kores von Persien..... war ich, Daniel, traurig drei Wochen lang.“  Daniel 10, 1.2.

 

Als die drei Wochen herum waren, kam der Engel des  Herrn zu ihm und sprach: „Fürchte dich nicht, Daniel; denn von dem ersten Tage an, als du von Herzen begehrtest zu verstehen  und anfingst, dich zu demütigen vor deinem Gott, wurden  deine Worte erhört,  und ich wollte kommen um deiner Worte willen. Aber der Engelfürst des Königreichs  Persien hat mir einundzwanzig Tage widerstanden.“ Daniel 10, 12.13.

 

Das macht deutlich, daß die Macht und das betrügerische Wirken der bestochenen Ratgeber so groß war, daß Gott im Interesse  Seiner Sache und Seines Werkes in der Welt, nicht wagte, Kores mit ihnen allein zu lassen. Und Kores zeigte sich völlig  entgegenkommend in all diesen  Belangen! Und als letztendlich der Engel ausgehen mußte, um Daniels inständiges Bitten und Flehen zu beantworten, mußte ein anderer Mächtiger „Michael, der vornehmsten Fürsten einer“ seine Stelle einnehmen, solange der Engel abwesend  war.  Daniel 10, 20.

 

Dies zeigt in etwa, wie sehr die Brüder zu Jerusalem in ihrem Aufbau belästigt wurden, und wie ihr Vorhaben von den Widersachern in Samarien, durch ihre angeheuerten Ratgeber und Beamten am Hofe des Kores durchkreuzt wurde. Und dies wurde fortgesetzt, solange Kores regierte – sechs Jahre lang, bis 529 v.Chr., und weitere sieben Jahre während der Regierungszeit seines Nachfolgers bis 522 v.Chr., und wiederum während der Regierungszeit seines Nachfolgers – acht Monate bis zum Jahr 521 v.Chr.; „sogar bis zur Regierung des Königs Darius von Persien.“

 

Während der Zeit des Königs Kores und seines Sohnes konnten die Widersacher das Werk des Wiederaufbaus zu Jerusalem nicht wirklich zum Stillstand bringen. Jedoch in der Zeit des Antipersers Smerdis gelang es ihnen. Sie schrieben ihm den Brief, der in Esra 4, 11-16 aufgeführt wird, und erhielten die Antwort, die in den Versen 17-22 geschrieben steht. Und mit dieser Vollmacht in ihren Händen eilten sie hinauf nach Jerusalem „zu den Juden und wehrten ihnen mit Arm und Gewalt.“  Esra 4, 23. Auf diese Weise hörte das Werk für etwas mehr als ein Jahr lang auf, bis zum zweiten Jahr des Königs Darius von Persien  –  520 v.Chr.

 

In jenem Jahr begannen die beiden Propheten  Haggai und Sacharja, die Leute wieder zum Aufbau des Tempels aufzurufen.

 

 

 

Das Unsichtbare

 

In Sacharjas zweiter Vision wurde sowohl das Geheimnis als auch  die geheimnisvolle Macht dieser gesamten, weit ausgedehnten gegnerischen Kampagne geoffenbart  – „Und mir ward gezeigt der Hohepriester  Josua,  stehend vor dem Engel des Herrn, und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn zu verklagen.“  Sacharja 3,1.

 

Hier ist die Erklärung: Satan war in Wirklichkeit der Widersacher, der Meister-Intrigant und der spitzfindige Betrüger während dieses Geschehens all die Jahre hindurch. Dies macht auch deutlich, daß es hier um eine höhere Stufe  und ein umfangreicheres Feld des Kampfes ging, als nur um die Pläne und Kämpfe von Menschen gegen Menschen. Das wirkliche Schlachtfeld war unsichtbar.  Die wirklichen Wettkämpfer waren die unsichtbaren Mächte und Gewalten. Die Hauptpersonen in diesem Kampf waren Gott und Satan – Satan gegen Gott; und die Entschlüsse, die dieser Kampf mit sich brachte, das Für und Wider, waren die Entscheidungen dieser beiden Mächte.

 

Sobald das Werk wieder von neuem anfing, kamen auch wieder die Feinde in die Stadt, um Widerstand zu leisten. Doch die Erbauer wollten nicht aufhören; denn „das Auge ihres Gottes war über den Ältesten der Juden, so daß ihnen nicht gewehrt wurde, bis daß man den Bericht an Darius gelangen ließe.“  Esra 5, 3-5.

 

Dann brachten die Widersacher selber  die Angelegenheit vor Darius, wie es in Esra 5, 7-17 geschrieben steht. Als dies das schöne Resultat  zur Folge hatte, wie es in Esra 6, 1-13 zu lesen ist  –  waren die Widersacher gezwungen, das Werk, welches sie so lange, so fleißig und mit so großen Kosten verhindert hatten, „schnellstens“ zu unterstützen.

 

„Und die Ältesten der Juden bauten..... und sie vollendeten das Haus bis zum dritten Tag des Monats Adar im sechsten Jahr der Herrschaft des Königs Darius.“  Esra 6, 14-15.  Und es wurde eingeweiht, und der uneingeschränkte Tempel-Gottesdienst wurde wieder eingesetzt zur Zeit des Passahfestes und des Festes der ungesäuerten Brote, in dem Monat, der unmittelbar darauf folgte.

 

Gegen all die Widersacher, die Satan  antreten ließ, und allen Widerstand, den er leistete, wurde der Tempel Gottes vollendet, und sein Gottesdienst wurde wieder uneingeschränkt  eingesetzt in der Welt, und dies geschah an Gottes auserwähltem Platz und auf  Seine bestimmte Weise in Jerusalem.

 

Doch Satan war noch nicht fertig. Es war ihm nicht gelungen, den Wiederaufbau  des Tem-pels Gottes zu verhindern; und er hatte nichts ausrichten können, die von Gott selbst festgelegten Gottesdienste wieder nach Seiner göttlichen Ordnung einzusetzen. Doch jetzt  wollte er all das vollkommen zunichte machen, indem er an einem Tag, und mit einem Schlag das ganze Volk Gottes in dem gesamten, ausgedehnten Weltreich der Perser auslöschen wollte. Und dies ist die Geschichte, die in dem Buch Esther geschrieben steht. Im Hinblick auf die Zeitperiode  wäre der Platz des Buches Esther eigentlich zwischen dem sechsten und siebenten Kapitel des Buches Esra.

 

Denkt daran, daß während dieser ganzen Zeitperiode das Persische Reich das Weltreich war. Es bestand aus einhundertsiebenundzwanzig Provinzen, von Indien bis zur Adria, und von der Donau bis nach Äthiopien; ferner gab es Kolonien wie Karthago und Cadiz, im Süden Spaniens.

 

Als besonderer Favorit des Königs war jetzt an die oberste Stelle der Macht im Reich ein Amalekiter aufgestiegen, Haman, der Agagiter. Die Amalekiter waren die ständigen, gewaltsamen Feinde Israels und Gottes. Und diese Jahrhunderte lange Feindschaft war nun in Haman gebündelt vorzufinden. (2.Mose 17,16).

 

Und jetzt, wo Haman im Besitz dieser weltweiten Macht war, plante Satan sein Meisterstück. Er wollte Hamans Machtstellung benutzen, um dessen Zorn zu befriedigen, und gleichzeitig wollte er seinen eigenen Wunsch erfüllen, an einem einzigen Tag alle Juden  jenes gesamten ausgedehnten Weltreiches zu vernichten. Und das würde die ganze Absicht und das gesamte Werk des Tempel-Wiederaufbaus  und der Wiedereinsetzung des von Gott selbst  festgelegten Gottesdienstes in der Welt zunichte machen; denn in diesem Fall würde niemand aus Seinem Volk mehr übrig bleiben, um Gott anzubeten.

 

Aber in all diesem großen Plan und beabsichtigtem letzten Schlag war Satans Versagen vollständiger, und seine Niederlage überwältigender als zuvor. Bitte lest das gesamte Buch Esther.

 

 

II

 

Sogar während der zerstörte Tempel in Jerusalem im Jahre 520 v.Chr. wieder aufgebaut wurde von Josua und Serubabel, wurde Gottes höheres Ziel (tiefere Absicht) mit dem Tempel und seinem Gebäude offenbart.

 

Denn darum sprach der Engel Gottes zu Josua, dem Hohenpriester, die Worte Gottes: „Denn siehe, ich will meinen Knecht, „den Sproß“, kommen lassen.“  Sacharja 3, 8.

 

Und weiter wurde dem Propheten geboten, diesem gleichen Josua von „dem  Sproß“

zu sagen: „So spricht der Herr Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt „Sproß“; denn unter ihm wird’s wachsen, und er wird bauen des Herrn Tempel.

Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron, wird auch Priester sein auf seinem Thron, und es wird Friede sein zwischen den beiden.“ Sacharja 6, 12.13.

 

Dieser „Mann, dessen Name Sproß“ ist,  „mein Knecht, der Sproß“, ist niemand anderes als Jesus Christus.

 

Jeremia sagt: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren  und Recht und Gerechtigkeit auf Erden üben wird..... Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: ‚Der Herr, unsere Gerechtigkeit.‘ “  Jeremia 23, 5.6.

 

Und bei der Beschneidung und Berufung Johannes des Täufers wurden in dem Lobespsalm Zacharias, Johannes‘ Vater, der mit dem Heiligen Geist erfüllt war und weissagte,  folgende Worte gesprochen:

 

„Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe  (nach dem englischen: der Sproß).“  Lukas 1, 76-78.

 

 

 

Der wahre Tempel

 

„Der Sproß“ der Prophetie, ist demzufolge unbestreitbar Jesus Christus, der Herr. Und es gibt einen Tempel, von dem Er persönlich  und  eindeutig der Erbauer ist. Denn das Wort heißt, mit Nachdruck  –

 

„Und ER wird bauen des Herrn Tempel..... Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen.“

Sacharja 6, 12.13.

 

Was ist demzufolge der Tempel des Herrn, von welchem Christus „der Sproß“, der Erbauer ist?

Indem wir das Wort des Herrn im Gedächtnis behalten: „daß ich dem David einen gerechten Sproß erwecken will“ (Jeremia 23, 5), betrachtet das Folgende:

 

In Apostelgeschichte 15, bei der Zusammenkunft, die abgehalten wurde, um über die Wahr-heit des wahren Evangeliums  im Gegensatz zum falschen Evangelium zu diskutieren  –

Apg. 15, 5.7-9.11.24;  Galater 1, 6-8;  2,1.5.14; 3, 1 –  sagte Petrus:

 

„Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisset, daß Gott mich lange vor dieser Zeit unter euch erwählt hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hörten und glaubten.

Und Gott, der die Herzen kennt, gab Zeugnis für sie, denn er gab ihnen den Heiligen Geist gleichwie auch uns,

und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben.

Was versucht ihr denn nun Gott dadurch, daß ihr ein Joch auf der Jünger Hälse legt, welches weder unsere Väter noch wir haben tragen können?

Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, gleicherweise wie auch sie.

Da schwieg die ganze Menge stille und hörte Paulus und Barnabas zu, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden.“  Apg. 15, 7-12.

 

Nachdem diese gesprochen hatten, antwortete Jakobus und sagte, daß diese Predigt des Evangeliums an alle, ohne Unterschied, in Erfüllung der Prophetie geschähe. Er sagte:   


„Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu!

Simon hat erzählt, wie Gott zum ersten Mal die Heiden heimgesucht hat und angenommen aus ihnen ein Volk für seinen Namen.

Und dazu stimmen der Propheten Reden, wie geschrieben steht (Amos 9, 11.12):

 

“Danach will ich mich wieder zu ihnen wenden und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und will sie aufrichten,

auf daß, was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der Herr.“  Apg. 15, 13-17.

 

Diese Geschichte macht deutlich, daß durch die Predigt der Wahrheit des wahren Evangeliums, mit dem vom Himmel gesandten Heligen Geist, „die Hütte Davids“, die zerfallen war, wieder aufgebaut worden ist.

 

Und weil es „für David“ war, daß Gott „den gerechten Sproß“ erwecken  wollte, der „den Tempel des Herrn bauen sollte“, ist es vollkommen klar, daß „der Tempel des Herrn“, der von „dem Sproß“ der Propheten  gebaut werden sollte, und „die Hütte Davids“, die von dem gewissen „Sproß“ durch die Predigt des Evangeliums erbaut worden war, ein und dieselbe Sache sind.

 

 

Die Hütte Davids

 

Dies wird auch deutlich durch die Tatsache, daß die Worte „Hütte“,  „Tempel“,  „Heiligtum“,  „Haus“,  „Haus der Versammlung“,  „Tempel des Herrn“,  „Hütte Gottes“, alle, durch die ganze Heilige Schrift hindurch, synonym angewandt werden, und, angefangen mit der Hütte oder dem Heiligtum in der Wüste,  fanden sie alle ihren Mittelpunkt in dem Tempel von Jerusalem, welcher durch Josua und Serubabel wieder errichtet  wurde, nachdem die Offenbarung gegeben worden war, daß der Sproß „den Tempel des Herrn bauen sollte“.

 

Und in Wirklichkeit war der Original-Tempel in Jerusalem mehr die Hütte Davids, als daß es der Tempel Salomos war.  David war der Erste, der sich Gedanken darüber machte, wenn bis jetzt  „die Lade Gottes unter Zeltdecken wohnte.“  2.Sam. 7, 2.

 

Und als David von Gott unterrichtet wurde, daß er den Tempel nicht bauen könnte, hörte er von dem Tage an bis zum Ende seines Lebens niemals auf, darüber nachzudenken, und Materialien bereitzustellen, und Geld für die Erbauung desselben zurückzulegen.   

 

Und Gott gab dem David  durch Seinen Geist das vollständige Muster – so wie wir sagen würden, den Entwurf  –  des gesamten Tempels und jedes besonderen Gefäßes und Geräts, das darin benutzt werden sollte, sogar bis hin zum eigentlichen Gewicht jedes einzelnen Gegenstandes.

„Siehe, ich habe in meiner Mühsal herbeigeschafft für das Haus des Herrn  100 000 Zentner Gold und 1000  mal 1000  Zentner Silber, dazu Kupfer und Eisen, das nicht zu wiegen ist, denn es ist zu viel. Auch Holz und Steine habe ich zugerichtet; davon kannst du noch mehr anschaffen.“  1.Chron. 22, 14.

 

„Und David gab seinem Sohn Salomo  einen Entwurf für die Vorhalle des Tempels und für seinen Bau, seine Gemächer und Obergemächer und inneren Kammern und für den Raum des Gnadenstuhls,

dazu Entwürfe für alles, was ihm durch den Geist in den Sinn gekommen war: für die Vorhöfe am Hause des Herrn und alle Gemächer ringsum, bestimmt für die Schätze im Hause Gottes  und für die Schätze der geheiligten Gaben,

und für die Ordnungen der Priester und Leviten, und für alle Geschäfte und Geräte des Dienstes im Hause des Herrn.

Und er setzte fest das Goldgewicht für alle Geräte je nach ihrem Zweck und alles Silbergewicht für alle Geräte je nach ihrem Zweck,

und das Gewicht für die goldenen Leuchter und goldenen Lampen, für jeden Leuchter und seine Lampen sein Gewicht, auch für die silbernen Leuchter, für jeden Leuchter und seine Lampen, nach dem Zweck eines jeden Leuchters.

Auch setzte er das Goldgewicht fest für die Tische der Schaubrote, für jeden Tisch sein Gewicht, ebenso auch das des Silbers für die silbernen Tische;

und für die Gabeln, Becken und Kannen von lauterem Gold und für die goldenen Becher, für jeden Becher sein Gewicht, und für die silbernen Becher, für jeden Becher sein Gewicht,

und für den Räucheraltar vom allerlautersten Gold sein Gewicht. Auch gab er einen Entwurf des Thronwagens mit den goldenen Cherubim, die  sich ausbreiteten und oben die Lade des Bundes des Herrn bedeckten.“

 

„Das alles steht in einer Schrift, gegeben von der Hand des Herrn, der  mich unterwies  über alle Werke des Entwurfes.“  1. Chron 28, 11-19.

 

Auf diese Weise war die Vorbereitung aller Einzelheiten von dem Tempel und für den Tempel bis ins kleinste Detail,  durch David so vollkommen, daß alles, was Salomo zu tun hatte, oder in dem Augenblick  rechtmäßig tun konnte, darin bestand, den genauen Angaben, die David schon schriftlich gegeben worden waren, zu folgen.

 

Und so war tatsächlich, insgesamt gesehen,  außer der eigentlichen vorgeschriebenen Formgebung der Materialien, das ganze Haus mit all seiner Ausstattung, alles in allem, vielmehr „die Hütte Davids“ als die des Salomo.

 

 

Die Wahre Hütte

 

Doch dies war nicht alles:  Dies war höchstens alles nur ein Muster von dem, was in diesem Fall und für alle Zeit die wahre „Hütte Davids“ ist. Dementsprechend, als David zum ersten Mal seine Absicht äußerte, dem Herrn ein Haus zu bauen, und der Herr ihn unterwies, daß er persönlich das Haus nicht bauen konnte und weshalb, sagte der Herr daraufhin zu ihm:

 

„Und ich verkündige dir, daß der Herr dir ein Haus bauen will.“ (1.Chron. 17, 10).

 

Und David antwortete: „Wer bin ich, Herr Herr, und was ist mein Haus, daß du mich bis hierher gebracht hast? Aber nun  hast du das noch für zu wenig gehalten, Herr Herr, und hast dem Hause deines Knechtes sogar für die ferne Zukunft Zusagen gegeben, und das nach Menschenweise, Herr Herr!  (2.Samuel 7, 18.19).

 

„Nun Herr, das Wort, das du geredet hast über deinen Knecht und über sein Haus, werde wahr in Ewigkeit, und tue, wie du geredet  hast.

Und dein Name werde wahr und groß ewiglich, daß man sage: Der Herr Zebaoth, der Gott Israels, ist Gott in Israel, und das Haus deines Knechtes David  sei beständig vor dir.

Denn du, mein Gott, hast das Ohr deines Knechtes geöffnet und gesagt, daß du ihm ein Haus bauen willst. Darum hat dein Knecht den Mut gefunden, daß er vor dir betet.“

(1.Chron. 17, 23-25).

 

Dort ist die wahre „Hütte Davids“ –  dieses Haus, das Gott zu Ehren Davids bauen wollte, und mit David, dem „Musterbeispiel von einem Menschen, den Gott erhöht hat“, sogar „der Mann, dessen Name der Sproß ist“, und der „den Tempel des Herrn bauen soll. Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird den Schmuck tragen und wird sitzen und herrschen auf seinem  (des Vaters) Thron, wird auch Priester sein auf seinem (des Vaters) Thron, und wird Friede sein zwischen den beiden.“  Sacharja 6, 12.13;  Psalm 110, 1.4.  

 

Jenes unsichtbare „Haus“,  „der Tempel“,  „die Hütte“,  „das Heiligtum“, ist die wahre „Hütte Davids“, die Christus, der Sproß, der dem David erweckt wurde, „wieder erbauen“ sollte, und die Er eigentlich durch die Predigt der Wahrheit des wahrhaftigen Evangeliums in den Tagen der Apostel „wieder erbaute“.  Sie war „zerfallen“ und lag in „Trümmern“, denn die Menschen, denen  das Evangelium gepredigt wurde, hatten  sie völlig vergessen, und hatten auch nicht einmal den Sinn verstanden.       

 

Und sie ist wieder „zerfallen“ und liegt wieder „in Trümmern“, denn sie ist wieder vergessen worden. Doch jener göttliche Sproß, der wahre Erbauer, lebt in alle Ewigkeit, und Er wird „die Hütte Davids, die zerfallen ist, wieder aufbauen“, und dieses Mal bis zu ihrer Vollendung. Dem Herrn sei Dank!

 

 

Was es ist   

 

Und was ist jetzt in Wirklichkeit und tatsächlich dieses unsichtbare Haus Gottes und die Hütte Davids –  dieser Tempel  –  den Christus, der Sproß bauen sollte, und den Er eigentlich durch Sein Wort  und Sein Werk des Evangeliums im Neuen Testament in den Tagen der Apostel errichtete? Was ist es eigentlich?

 

Hierin kann nichts anderes als das einfache und unverhüllte Wort Gottes Antwort geben. Darum lest bitte:

 

„Daher mußte er in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, auf daß er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.“  Hebräer 2, 17.

 

„Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid  durch die himmlische Berufung, schauet auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus,

der da treu ist dem, der ihn gemacht hat, wie auch Mose in Gottes ganzem Hause.

Er aber ist doch größerer Ehre wert als Mose, weil größere Ehre als das Haus der hat, der es erbaute.

Und Mose zwar war treu in Gottes ganzem Hause als Knecht, um zu bezeugen, was dereinst gesagt werden sollte.

Christus aber war treu als Sohn über sein Haus. Dessen Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten.“  Hebräer 3, 1-6.

 

„Zu ihm kommet als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott ist er auserwählt und köstlich.

Und bauet auch ihr euch als lebendige Steine zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind  durch Jesus Christus.“  

1.Petrus 2, 4.5.

 

„Solches schreibe ich dir ..... daß du wissest, wie man wandeln soll in dem Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes.“ 1.Timotheus 3, 14.15.

 

 

 

Als der Tempel

 

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen,  erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,

auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn;

auf welchem auch ihr miterbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist.“

Epheser 2, 19-22.

 

„Er aber redete von dem Tempel seines Leibes.“  Joh. 2, 21.

 

„Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleisch, was noch mangelt an den Trübsalen Christi, seinem Leibe zugut, welcher ist die Gemeinde.“   Kolosser 1, 24;  Epheser 1, 22.23;  5, 30.32;  1.Korinther 12, 17.27.

 

„Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld  und Gottes Bau.“  1.Kor. 3, 9.

 

Dieses „Gebäude wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.“

 

Und er sagt: „Auf diesen Felsen“,  „den Eckstein“,  „will ich meine Gemeinde bauen“.   

 

„Darum, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch die himmlische Berufung, schauet auf den Apostel und Hohenpriester, den wir bekennen, Jesus.

Er aber ist doch größerer Ehre wert als Mose, weil größere Ehre als das Haus der hat, der es erbaute.“  Hebräer 3, 1.3.

 

„Dessen Haus sind wir.“  Hebräer 3, 6.

 

Und „Das Haus Gottes ist die Gemeinde des lebendigen Gottes.“  1.Tim. 3,15.

 

Es ist schon erklärt worden, und diese zitierten Worte bestätigen es,  daß die Wörter „Haus“, „Tempel“,  „Heiligtum“,  „Hütte“, in der Heiligen Schrift alle synonym angewandt werden, und immer in dem Tempel in Jerusalem und seiner Bedeutung ihren Mittelpunkt finden. Soviel zu dem Sichtbaren, das immer nur die Andeutung von dem Unsichtbaren war.

 

Darum, in dem Wort und Werk des Evangeliums Christi, der der wahre und unsichtbare Erbauer ist, sind die Redewendungen „Das Haus Gottes“,  „Der Tempel des Herrn“,  „Das Heiligtum Gottes“,  „Die wahre Stiftshütte“,  „Die Hütte Davids“ alle synonym und finden ihren Mittelpunkt in dem Tempel des Herrn, dem Hause Gottes, von welchem Christus, der Sproß, der Erbauer ist, und von dem er sagt, es ist die Gemeinde, die Er gründet, und die in dem Jerusalem, welches droben ist, ihren Mittelpunkt findet, und die sich schließlich in Gott, dem Allmächtigen und dem Lamm, welche (Beide) der Tempel jenes himmlischen Jerusalems sind, zentriert.“  Offenbarung 21, 22.

 

Und so kann es niemals erfolgreich abgeleugnet werden, daß der Tempel des Herrn und die Hütte Davids, die Christus, der Sproß erbaut, die wahre, die unsichtbare, die himmlische „Große Versammlung“ oder universelle Versammlung –  „die Gemeinde des lebendigen Gottes“ ist.  Psalm 22, 22;  Hebräer 2, 10.

 

Dies soll nicht heißen, daß diese Gemeinde  – die Gemeinde, die Christus baut – alles ist, was zu dem  himmlischen Tempel oder dem „Heiligtum und der wahren Stiftshütte gehört, die

der Herr errichtet  hat, und kein Mensch.“

„Aber es muß wirklich gesagt werden, und das steht  jenseits aller rechtsgültigen Fragen, daß  –  während  dies  nicht all jenes sein mag;

jenes ist ganz gewiß all dies.

 

 

III

 

In unserem Studium über den Wiederaufbau des zerfallenen Tempels in Jerusalem haben wir gesehen, wie beharrlich  Satan immer zur  Stelle war, um dem ganzen Plan entgegenzuwirken, um jede Absicht zu durchkreuzen, und jede Bemühung zu verhindern. Esra 4-6;  Sacharja 3,1.

 

Und als, trotz aller Widrigkeiten, der Tempel vollendet wurde,  setzte derselbe Feind alle irdischen Mächte ein, um an einem Tag alle Kinder Gottes in der Welt auszurotten, so daß es keine Anbeter  mehr geben würde, und der Bau des Tempels  völlig umsonst gewesen  sei.

 

Wir haben auch gesehen, wie gerade während der Zeit der Errichtung des Tempels, die Menschen aufgerufen wurden: „Siehe, es ist ein Mann, der heißt ‚Sproß‘; denn unter ihm wird’s sprossen, und er wird bauen des Herrn Tempel.“

 

„Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird den Schmuck tragen und wird sitzen und herrschen auf seinem  (des Vaters) Thron, wird auch Priester sein auf seinem (des Vaters) Thron, und wird Friede sein zwischen den beiden.“  Sacharja 6, 12.13

 

So ist es deutlich, daß der ganze Bericht über den Wiederaufbau des Tempels, und Satans  Widerstand dagegen, eine Prophetie von der Errichtung des wahren Tempels durch den Sproß, den Christus, ist.  Lukas 1, 78.

 

Wir haben erkannt, daß dieser Tempel, diese „Hütte Davids“, die der Sproß  errichten sollte, und den Gott „dem David erwecken“ wollte (Jeremia 23, 5.6),  „das Haus Gottes, die Gemeinde des lebendigen Gottes“ ist.  Epheser 2, 19-21;  Hebräer 3, 16; Apg. 15, 7-17.

 

Zur vorhergesagten Zeit erschien Christus – der Sproß – der Erbauer des Tempels des Herrn, der Wiederhersteller  „der Hütte Davids.“  

 

Wie immer war Satan zur Stelle, um Ihm zu widerstehen.  Und jetzt war sein Widerstand verzweifelter als jemals zuvor, denn  der Kampf  war beharrlicher.

Kaum war Er gekommen, als Satan versuchte, Ihn zu vernichten, sobald Er geboren war. Und selbst bevor Er eigentlich geboren war, stand Satan schon bereit, Ihn umzubringen, sobald Er das Licht der Welt erblicken würde.

 Offbg. 12, 4.9;  Matth. 2, 13-16.

 

Als Christus öffentlich als der Eine, der da kommen sollte, hervorragte, da versammelte Satan alle seine Kräfte, um Seine Absichten zunichte zu machen; und er erlahmte niemals, bis er Jesu Tod  zustande gebracht hatte.   Joh. 1, 26-34;  Lukas 4,  1-13;  Matth. 27, 40-50.

 

Auch hier scheiterte Satan; denn Gott erweckte Christus von den Toten, und setzte Ihn zur rechten Seite Seines eigenen Thrones. Dort sollte er tatsächlich der Erbauer des Tempels bis zur vollkommenen Beendigung sein.  Hebräer 2, 14;  Offbg. 12, 5;  Markus 16, 19;  Sacharja 6, 12.13.

 

Als der Sproß zu Pfingsten begann,  „die Hütte Davids wieder aufzubauen“, erneuerte Satan all seine Energie, um Ihn am Wiederaufbau zu hindern: Er  versuchte, das Gebäude selbst niederzureißen, und alle Materialien zu zerstreuen.  Offbg. 12, 13;  Apg. 4, 5.6.21.25-26;

5, 21.40;  6,  9-13;  7, 57-60;  8, 1-3.

 

Doch all dies half nichts; denn je mehr die Materialien zerstreut wurden, um so mehr ging der Bau voran, und um so schneller wuchs der Tempel.  Apg. 8, 4.  Hierdurch wurde der Feind noch rasender, und er sammelte noch mehr Kräfte  und vermehrte seine Bemühungen, bis eine völlige Flut satanischen Einfallsreichtums in Gang gesetzt wurde, um jede Darstellung zu unterdrücken, und jeglichen  Überrest  des Tempel für alle Zeiten zu verschlingen und auszulöschen.   Offbg. 12, 15;  Matth. 24, 21.22.

 

Doch sogar mehr als zwölfhundert Jahre lang schlug all dies fehl. Und nun kommt er (Satan) zu der letzten ihm verbleibenden Zeit und muß sich auf sein letztes Werk konzentrieren.  Sein Zorn ist größer als jemals zuvor, und er sammelt „alle Kräfte“ seines gesamten Reiches  und setzt sie auf jede erdenkliche Weise und bis aufs äußerste, in vollem Umfang ein.  

Offbg.12, 17;  2. Thess. 2, 9.10;  Matth. 24, 24;  Mark. 13, 22.

 

Und beachtet, daß alles, was er die ganze Zeit lang tut,  ist in allererster Linie gegen den Tempel, gegen die Errichtung des Tempels und gegen den Erbauer des Tempels gerichtet, und nur  beiläufig  gegen die Christen als solche.

 

Doch auch in alledem kann er sein Ziel nicht erreichen. Trotz allem, was er die vielen Jahrhunderte hindurch tun konnte, ging der Tempelbau weiter; und jetzt, obwohl er noch mehr tun kann und will, wird der Tempelbau weitergehen bis zu seiner vollständigen Fertigstellung. Dem Herrn sei Dank! Denn mit dem kräftigen Schwur des verkündigenden Engels wird erklärt, daß „In den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, dann ist vollendet  das Geheimnis Gottes, wie er verkündigt  hat seinen Knechten, den Propheten.“   Offbg.10, 7;  Römer 9, 28.

 

Und wenn es vollendet sein wird, wendet Satan erneut all die Macht  seines Reiches an, das noch größer als zuvor ist, um sein größtes Meisterstück zu vollbringen, und wieder an einem festgesetzten Tag alle Anbeter Gottes in der Welt auszulöschen.  Offbg. 17,8-14;  13, 3.4.11-17;  11, 7-12.

 

Und selbst all das schlägt fehl, wie die gleichen Anstrengungen vorher fehlschlugen und wie all sein Widerstand die ganze Zeit hindurch mißlang.  Das gesegnete Werk des Sprosses, jenes göttlichen Erbauers des Tempels, geht weiter, nicht nur bis zu seiner gänzlichen Vollendung, sondern auch bis zu seiner herrlichen Darstellung – seine Darstellung gegenüber Gott und Sich Selbst bei der universalen Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen als der herrlich vervollkommnete Gedanke Gottes nach seinem  „ewigen Ratschluß, den er sich vorgesetzt hatte in Christus, damit er ausgeführt würde, wenn die Zeit erfüllt wäre: daß alle Dinge zusammengefaßt würden in Christus, beides, was im Himmel und auf Erden ist – nämlich in Ihm.“  Epheser 3, 9-11;  1,9.10.

 

Und so steht es geschrieben: „Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer gemengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen.“  Offbg. 15, 2.

„Und ich hörte, und es war wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat das Reich eingenommen!“ Offbg. 19,6.

 

„Lasset uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut  hat sich bereitet!“  Offbg. 19, 7.

 

„Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit schöner reiner Leinwand. Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“  Offbg. 19, 8.

 

„....gleichwie auch Christus  geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben,  auf

daß er sie heiligte, und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort,  auf daß er sie sich selbst darstellte als eine Gemeinde, die herrlich sei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen, sondern daß sie heilig sei und unsträflich.“  Epheser 5, 25-27.

 

An jenem großen Tag und bei diesem großen Ereignis der herrlichen Darstellung, wird „die Freude, die Ihm bereitet wurde“ in all ihrer  göttlichen und unendlichen Fülle vorgefunden. Und  in  dem Ausdruck jener vollkommenen Freude bricht die lang gehegte Erwartung aus – „Ich will deinen Namen kundtun meinen Brüdern, ich will dich mitten in der Gemeinde rühmen.“  Psalm 22, 23.  Hebräer 2, 12.

 

„Und alle Kreatur, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was darinnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!“   Offbg. 5, 13.

 

„Denn der Herr, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland; Er wird sich über dich freuen  und dir freundlich sein  und vergeben und wird über dir mit Schall fröhlich sein.“ Zeph. 3, 17.

 

Der Tempel des Herrn ist vollendet.

 

Die Hütte Davids ist eine Tatsache.

 

Die Gemeinde des lebendigen Gottes ist sie selber.

 

Das ganze Universum lobsingt.

 

Die Zeit hat aufgehört zu sein.

 

Nur die Ewigkeit bleibt, und zwar in der vollkommenen Freude des Herrn.

 

„Und es wird nichts mehr unter dem Bann sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird darinnen sein, und seine Knechte werden ihm dienen und sehen sein Angesicht, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein.“

 

„Und wird keine Nacht mehr sein, und sie werden nicht bedürfen einer Leuchte oder des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“  Offbg. 22, 3-5.

 

 

 

IV

 

 

In der Geschichte der Wiederherstellung Jerusalems wird in den Büchern Esra und Nehemia eine andere bemerkenswerte Prophezeiung gegeben.

 

Jene Wiederherstellung schloß nach Gottes Absicht  die Wieder-Errichtung der Stadtmauern ebenso ein wie den Tempel selber. Denn das Wort des Engels Gabriel  an Daniel hieß: „So werden die Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit.“  

Daniel 9, 25.

 

Wie zuvor beschrieben, wurde der Tempel wieder erbaut und vollendet, vom Anfang bis zum Ende, in kümmerlicher Zeit. Und es betraf die Wiederherstellung der Gassen ebenso wie die Mauern. Die ganze Zeit über wurde der Widerstand fortgesetzt von seiner ursprünglichen Quelle in Satan durch offene Feinde  und vorgebliche Freunde, durch Verschwörung treuloser und heimtückischer „Brüder“ mit den heidnischen Feinden, und durch welche Tricks und Mittel und Bösartigkeiten auch immer, die solch eine Gesellschaft benutzen konnte.

 

 

Der Abfall

 

Nach der Errichtung des Tempels war in den Menschen ein allgemeines Nachlassen des Eifers und der Hingabe zu bemerken, welches tatsächlich von einem bestimmten Abfall herrührte. Dies war so andauernd und beharrlich, daß es nicht übertrieben ist, zu behaupten, daß – wäre es nicht für die nacheinander

folgende Ankunft anderer Leute aus Babylon gewesen, dann hätte das ganze Unternehmen beinahe eine Niederlage erlitten.

 

Von der Zeit des ursprünglichen Auszugs aus Babylon unter Serubabel und Jesua, der Sohn Jozadaks, bis zur Vollendung des Tempels waren es zwanzig Jahre. Von der Zeit der Fertigstellung des Tempels bis zur Zeit des zweiten Auszugs unter Esra waren es neunundfünfzig Jahre. Und von dem Auszug unter Esra bis zum Kommen  Nehemias nach  Jerusalem waren es zwölf Jahre.

 

Als Esra kam, bemerkte er, daß unter dem Volk solch ein  Abfall war, daß  sich die Leute eigentlich mit den  Abgötterei treibenden Völkern ringsherum vermischt hatten, und selbst mit jenen, die von Anfang an die Feinde von alledem waren, um des willen sie sich doch selbst dorthin begeben hatten. „Denn sie haben deren Töchter genommen für sich und für ihre Söhne, und das heilige Volk hat sich vermischt mit den Völkern des Landes. Und die Oberen und Ratsherren  waren die ersten  bei diesem Treubruch.“  Esra 9, 2.

 

Selbst die Söhne Jesuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, hatten dies getan.  Esra arbeitete eine strenge Reform aus  und  führte eine Trennung von dieser Übertretung herbei. Doch in den zwölf Jahren von dort an, bis Nehemia kam,  hatten sich die Übelstände wiederholt.

 

 

 

 

 

Der Widerstand

 

Nicht eher war Nehemia in Jerusalem erschienen, als bis die Heidenfürsten, die das Land Samarien besetzten,  alle dabei  waren, den gleichen Widerstand wieder aufleben zu lassen.

„Da aber das hörten Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, verdroß es sie sehr, daß ein Mensch gekommen wäre, der Gutes suchte für die Kinder Israel.“       Nehemia 2, 10.

 

Am vierten Tag nach seiner Ankunft  rief Nehemia die Priester und Edelmänner und Obersten der Juden und begann mit dem Mauerbau. Und Satan war nicht weniger lebendig und eifrig, als er es vorher mit seinem Widerstand war. Und wie zuvor hatte er alle seine Werkzeuge vorbereitet, so daß er sie rasch benutzen konnte. Denn „Da aber das Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, und Gesem, der Araber, hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, das ihr tut? Wollt ihr von dem König abfallen?“

Da antwortete ich ihnen und sprach: Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen wieder auf; ihr aber habt keinen Anteil noch Recht noch Gedächtnis in Jerusalem.“  Nehemia 2, 19.20.

 

Die Arbeiter  wurden so zugeordnet, daß die gesamte Mauer rundherum eingeschlossen war, und der Bau derselben ging sofort überall voran. Auf diese Weise  ging das Werk sehr schnell vorwärts. „Da aber Sanballat hörte, daß wir die Mauer bauten, wurde er zornig und sehr entrüstet und spottete über die Juden und sprach vor seinen  Brüdern und den Mächtigen zu Samaria:  Was machen die ohnmächtigen Juden? Wird man sie gewähren lassen?  Werden sie es mit Opfern einweihen? Werden sie es in diesen Tagen schon vollenden? Werden sie aus den Schutthaufen die Steine lebendig machen, die doch verbrannt sind?

Aber Tobia, der Ammoniter, stand neben ihm und sprach: Laß sie nur bauen; wenn ein Fuchs auf  ihre steinerne Mauer hinaufspringt, reißt er sie ein.“  Nehemia 3, 33-35.

 

Schon bald war die Mauer bis zur Hälfte errichtet. Und „Da aber Sanballat und Tobia und die Araber und Ammoniter und Asdoditer hörten, daß die Mauern zu Jerusalem zugemacht wurden, und daß sie die Lücken angefangen hatten zu verschließen, wurden sie sehr zornig und verschworen sich alle miteinander hinzuziehen, um gegen Jerusalem zu streiten und bei uns Verwirrung anzurichten.

Wir aber beteten zu unserm Gott und stellten gegen sie Tag und Nacht Wachen auf zum Schutz vor ihnen.“  Nehemia 4, 1-3.

 

„Unsere Widersacher aber gedachten: Sie sollen’s nicht erfahren noch sehen, bis wir mitten unter sie kommen und sie töten und dem Werk ein Ende machen.

Als nun die Juden, die nahe bei ihnen wohnten, kamen  und  uns wohl zehnmal sagten:  Aus allen Orten, wo sie um uns wohnen, ziehen sie gegen uns heran,  –

da stellte man sich auf, unten  hinter der Mauer an den offenen Stellen, und ich ließ das Volk antreten  nach seinen Geschlechtern mit ihren Schwertern, Spießen und Bogen.“  

Nehemia 4, 11-13.

 

Von der Zeit an war die Gefahr so drohend, daß alle Leute sich bewaffneten  und  äußerst wachsam waren. „.....Die da bauten an der Mauer. Und die da Lasten trugen, arbeiteten so: mit der einen Hand taten sie die Arbeit, und mit der anderen hielten sie die Waffe.

Und ein jeder, der baute, hatte sein Schwert um die  Lenden gegürtet und baute so; und der die  Posaune zu blasen hatte, stand neben mir.“  Nehemia 4, 11.12.

 

Und mit Nehemias persönlicher Wachmannschaft war es so: „Daß die Hälfte meiner Leute am Bau arbeitete, die andere Hälfte aber hielt Spieße, Schilde, Bogen und Panzer bereit  und stand hinter dem ganzen Hause Juda.  Nehemia 4, 10.

 

„So arbeiteten wir am Bau, während die Hälfte die Spieße bereit hielt, vom Aufgang der Morgenröte, bis die Sterne hervorkamen..... Aber ich  und meine Brüder und meine Leute und die Wache, die mir folgte, wir zogen unsere Kleider nicht aus; ein jeglicher ließ das Baden anstehen.“  Nehemia 4, 15.17.

 

 

Noch mehr Widerstand

 

Und während der ganzen Zeit des Widerstandes und der Gefahr von Seiten der Heiden, gab es eine Menge Juden, die sich ständig mit diesen Heiden in ihrer Feindschaft und ihrem Widerstand gegen Nehemia und sein Werk, für das er sich einsetzte, verbündeten. Einige standen  sogar in heimlichem Briefwechsel  mit diesen Feinden; andere waren hinterhältige Ratgeber Nehemias; wieder andere waren vorgebliche Propheten, die von Sanballat und Tobia bestochen wurden, um Nehemia zu ihren eigenen Gunsten „zu prophezeien“.

 

„Auch sandten viele Vornehme aus Juda in jenen Tagen Briefe an Tobia, und von Tobia kamen Briefe zu ihnen.

Es gab nämlich viele in Juda, die sich ihm verschworen hatten; denn er war ein Schwiegersohn Schechanjas, des Sohnes Arachs, und sein Sohn Johanan hatte zur Frau  die Tochter Meschullams, des Sohnes Berechjas.

Und sie sagten vor mir Gutes von ihm und trugen ihm meine Worte zu.  Da sandte Tobia Briefe, um mich abzuschrecken.  Nnehemia 6, 17-19.

 

Und selbst Eljaschib, der Hohepriester, stand in so enger Verbindung mit Tobia, dem Ammoniter, daß er sich tatsächlich eine der Kammern des Tempels als eine Wohnung eingerichtet hatte, und er hatte dort Tobia als einen Bewohner gemütlich verborgen, und einer der Enkelsöhne dieses Eljaschibs war der Schwiegersohn von Sanballat, dem Horoniter.  

Nehemia 13, 4.5.28.

 

Gewiß hatten sich die Worte des Engels an Daniel reichlich erfüllt  –  daß die „Gassen und Mauern wieder gebaut werden, wiewohl in kümmerlicher Zeit.“  Daniel 9, 25.  

 

Doch trotz all dieser  verschiedenen Widerstände wurde das Werk erfolgreich  abgeschlossen.

„Und als alle unsere Feinde das hörten, fürchteten sich alle Völker, die um uns her wohnten, und der Mut entfiel ihnen; denn sie merkten, daß dies Werk von Gott war.“ Nehemia 6, 16.

 

 

Der falsche Tempel

 

Sobald die Errichtung der Mauer beendet war, übernahm Nehemia die Aufgabe, das Verhalten unter den Priestern und Edelmännern und Leuten zu verbessern. In vielerlei Hinsicht wurden die Gesetze  –  beide, das Sittengesetz sowie das Zeremonialgesetz –  in hohem Grade mißachtet. Die Juden entheiligten den Sabbat genauso wie die Heiden;  und da gab es auch diese andere, ebenso schändliche Sache der Verbindungen  und Mischehen  mit den offenkundigen heidnischen Feinden.

 

Wie Esra zuvor, hatte Nehemia sich jetzt der Beseitigung dieser unerlaubten Verbindungen  und Mischehen  mit den Heiden im allgemeinen und mit den heidnischen Feinden im besonderen, angenommen: Sanballat, der Horoniter und Tobia, der Ammoniter.

 

„Zu  dieser Zeit sah ich auch Juden, die sich Frauen genommen hatten aus Asdod, Ammon und Moab.

Und die Hälfte ihrer Kinder sprach asdodisch oder in der Sprache eines der anderen Völker; aber jüdisch konnten sie nicht sprechen.“  Nehemia 13, 23.24.

 

„Und als ich nach Jerusalem kam, merkte ich, daß es Unrecht war, was Eljaschib für Tobia getan hatte, als er ihm eine Kammer im Vorhof des Hauses Gottes gab.

Und es verdroß mich sehr, und ich warf allen Hausrat des Tobia hinaus vor die Kammer

und befahl, daß sie die Kammer reinigten. Und ich brachte wieder hinein, was zum Hause Gottes gehörte,  Speisopfer und Weihrauch.“  Nehemia 13, 7-9.

 

Doch jener Enkelsohn von Eljaschib, dem Hohenpriester, der ein Schwiegersohn des Honoriters Sanballat war,  wollte sich nicht von seiner heidnischen Frau  und von seinen heidnischen Verbindungen trennen. Und so sagt Nehemia: „Deshalb jagte ich ihn von mir. Gedenke ihrer, mein Gott, daß sie das Priestertum befleckt und den Bund des Priestertums  und der Leviten gebrochen haben! So reinigte ich sie von allem Ausländischen und ordnete die Ämter der Priester und Leviten, für einen jeden nach seinem Dienst.“  Nehemia 13, 28-30.

 

Sanballat, der Horoniter, nachdem er jetzt diesen vom Stamm abgefallenen Juden, und selbst gerade die Familie der Priesterschaft als sein eigen nennen konnte, ersann das Vorhaben, in Samarien einen Tempel zu errichten und einen Gottesdienst  zu gründen, der sozusagen als Rivale zu dem Tempel in Jerusalem dastehen sollte. Und er ging persönlich zum König von Persien und erhielt von ihm die königliche Erlaubnis, seinen Tempel zu bauen und einen falschen Gottesdienst zu gründen, mit der Behauptung, daß es der wahre Tempel sei, und als der wahre Tempel ausgegeben würde.

 

Auf diese Weise wurde der Tempel und der Gottesdienst  in  Samarien gegründet.

„Ihr wisset nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden."“ Joh. 4, 22.

 

Indem er auch zu gleicher Zeit jegliche Rivalität jener beiden Tempel hinwegfegt, spricht Johannes die unendlich größere Wahrheit aus: „Weib, glaube mir, es kommt  die Zeit, daß ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten.“  Joh. 4, 21.

 

„Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, daß die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit; denn der Vater will haben, die ihn also anbeten.

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

Joh. 4, 23.24.

 

Zu christlicher Zeit

 

Und als „der Sproß“ gekommen war, der Erbauer des wahren und endgültigen „Tempels des Herrn,“ wurde dieser gleiche satanische Widerstand, den es schon immer gegeben hat, eifrig fortgesetzt; und weil dieser Tempel so viel mehr bedeutet, war der Widerstand so viel schrecklicher. Wie in dem vorausgegangenen Kapitel, haben wir gesehen, daß Satan  diesen schrecklichen Widerstand fortsetzt, bis hin zum gänzlichen Ende der Welt. Und es ist wieder durch ein falsches Evangelium, einen falschen Tempel und einen falschen Gottesdienst, daß diese satanische Feindschaft und dieser teuflische Widerstand  zur höchsten Wirksamkeit kommt.

 

In Kapitel  II dieser Studienreihe ist es deutlich gemacht worden, ganz einfach an Hand der Heiligen Schrift,  „daß der Tempel des Herrn“,  „die Hütte Davids“,  „das Haus Gottes“, wovon Christus, der Sproß, der Erbauer ist, die Gemeinde des lebendigen Gottes darstellt, und daß „dieser Tempel des Herrn“ und „die Hütte Davids“ von IHM durch den Dienst des wahren Evangeliums errichtet  ist, „mit dem Heiligen Geist, der vom Himmel herab gesandt ist“.

 

Zu Pfingsten, und während des Ereignisses, als der Heilige Geist auf die Gläubigen herabkam, wurde der offene Bau dieses Tempels begonnen durch „den Sproß“, den wahren und von Gott gegebenen Erbauer. Und das Gebäude jenes Tempels, das so mächtig seinen Anfang nahm, ging eine Zeit lang mächtig voran.  Und dann begann „das Geheimnis der Bosheit“ durch ein falsches Evangelium und einen falschen rivalisierenden Tempel und einen falschen Gottesdienst, die Stelle des Geheimnisses Gottes einzunehmen, und das wahre Evangelium zu verdrängen, um auf diese Weise die Errichtung des Tempels und die Mauern des herrlichen Jerusalems, welches droben ist, welches die Freie und unsere Mutter ist, zum Scheitern zu bringen.  (Galater 4, 26).

 

Von Jerusalem aus wurden „alle“ Christen, die mit dem Heiligen Geist erfüllt waren, zerstreut, außer den Aposteln;  und diese „zogen umher und predigten das Wort“ des wahren Evangeliums. Apg. 8, 4.  An Stelle dieser Christen in Jerusalem, gab es von denen, die  neu hinzugekommenen waren, viel mehr Formalisten  und Traditionisten: Pharisäer, die das Christentum dem Pharisäertum unterordnen wollten. Diese waren bereitwillige  Werkzeuge, die Satan in seinem Widerstand gegen den Erbauer und Sein Gebäude, gegen den neuen und wahren Tempel, benutzte; denn  durch ein falsches  Evangelium  wurden die Menschen verdorben.

 

 

Die falschen Evangelisten

 

Von der Gemeinde in Jerusalem gingen etliche von denen herab nach Antiochien und predigten den Christen dort:  „Wenn ihr euch  nicht beschneiden lasset nach der Weise des Mose, so könnt ihr nicht selig werden.“  Apg. 15, 1. Und dies predigten sie denen, die schon errettet waren, und zwar durch den Glauben an Christus, den Erlöser.

 

Paulus und Barnabas waren in Antiochien und predigten das Evangelium. Sie erhoben augenblicklich Einwände gegen dieses falsche Evangelium, daß Menschen, die erlöst sind, noch „beschnitten werden müssen“, um dadurch „das Gesetz zu erfüllen“ –  daß sie etwas tun müssen  –  um errettet zu werden!

 

Und es „erhob sich ein Zwiespalt und ein nicht geringer Streit mit ihnen.“  Apg. 15, 2.

Und als sie ihr falsches Evangelium im Hinblick auf das von Paulus und Barnabas gepredigte wahre Evangelium nicht länger aufrecht erhalten konnten, griffen sie zurück zur Amtsgewalt, und behaupteten, daß das, was sie predigten, auch die Apostel und die Gemeinde in Jerusalem glauben würden, von wo sie mit der Bestätigung, wenn nicht gar mit dem Auftrag jener Jünger und jener Gemeinde gekommen seien.

 

Als sie auf diese Weise ihren Standpunkt in bezug auf den  tatsächlichen Sachverhalt und die Wirkung ihrer Predigt  hin zur Grundlage der Amtsgewalt der Gemeinde veränderten,  lenkte dies die Apostel und die Gemeinde in Jerusalem von sich selbst weg, hin zu der strittigen Frage.  Deshalb  „ordneten sie an, daß Paulus und Barnabas und etliche andere von ihnen hinaufzögen nach Jerusalem zu den Aposteln und Ältesten um dieser Frage willen.“  Apg. 15, 2.

 

 

Die Versammlungen in Jerusalem

 

„Als sie aber hinkamen nach Jerusalem, wurden sie von der Gemeinde und von den Aposteln und von den Ältesten empfangen. Und sie verkündigten, wieviel Gott, der mit ihnen war, getan hatte.

Da traten auf etliche von der Pharisäer Sekte, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muß sie beschneiden und ihnen gebieten, zu halten das Gesetz des Mose.“  Apg. 15, 4.5.

 

Danach gab es eine zweite Versammlung, in welcher „die Apostel und die Ältesten zusammen kamen, über diese Sache sich zu beraten.“  Apg. 15, 6.

„Da man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisset, daß Gott mich lange vor dieser Zeit unter euch erwählt hat, daß durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hörten und glaubten.

Und Gott, der die Herzen kennt, gab Zeugnis für sie; denn er gab ihnen den Heiligen Geist gleichwie auch uns.

Und machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen gereinigt hatte durch den Glauben.

Was versucht ihr denn nun Gott dadurch, daß ihr ein Joch auf der Jünger Hälse legt, welches weder unsere Väter noch wir haben tragen können?

Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, gleicherweise wie auch sie.“  Apg. 15, 7-11.

 

„Da schwieg die ganze Menge stille und hörte Paulus und Barnabas zu, die da erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden.“  Apg. 15, 12.

 

„Danach, als sie schwiegen, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu!

Simon hat erzählt, wie Gott zum ersten Mal die Heiden heimgesucht hat und angenommen aus ihnen ein Volk für seinen Namen.

Und dazu stimmen der Propheten Reden, wie geschrieben steht  (Amos 9, 11.12):

‚Danach will ich mich wieder zu ihnen wenden und will wieder bauen die Hütte Davids, die zerfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und will sie aufrichten,

auf daß was übrig ist von Menschen, nach dem Herrn frage, dazu alle Heiden, über welche mein Name genannt ist, spricht der Herr, der solches kundtut von alters her.‘

Darum urteile ich, daß man denen, die aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unruhe mache....“  Apg. 15, 13-19.

 

„Und es beschlossen die Apostel und Ältesten samt der ganzen Gemeinde, aus ihrer Mitte Männer zu erwählen und nach Antiochien zu senden mit Paulus und Barnabas.....

 

Und sie gaben ein Schreiben in ihre Hand, also lautend: Wir, die Apostel und Ältesten, eure Brüder, wünschen Heil den  Brüdern aus den Heiden, die zu Antiochien und Syrien und Cilicien sind.

Weil wir gehört haben, daß etliche von den Unseren, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit Lehren irre gemacht und eure Seelen verwirrt haben, indem sie sagten, ihr müßt  beschnitten werden und das Gesetz halten; aber wir haben ihnen nicht diesen Auftrag gegeben.“  (nach der engl. Bibel)  Apg. 15, 22-24.

 

 

 

 

Erneuter Widerstand

 

Dies beruhigte die falschen Evangelisten vorläufig, jedoch nicht sehr lange. Bald setzten sie  ihre falsche Überzeugung und ihre gefährliche Unerschrockenheit wieder ein, und begannen ihre Widerstandskampagne noch entschlossener. Mit allen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, verfolgten sie Paulus überallhin. Sie betonten nachdrücklich, daß Paulus überhaupt kein Apostel sei, daß er Christus nicht gesehen hätte, daß er nur ein Zeltmacher wäre, der sein Handwerk ausübte,  um sein Auskommen zu haben, daß er sein Evangelium nur von Menschen habe, und von Menschen gesandt wäre, und daß er nur predigte, um Menschen zu gefallen.

 

In dieser allgemeinen Kampagne, kamen sie nach Galatien, und dort übten sie geschickt ihren Widerstand aus, so daß sie die Christen in Galatien verführten und verwirrten  –  ja „verzauberten“ –  und sie sogar von Christus abwendeten, hin zu ihrem falschen Evangelium.

 

Dies war die Ursache, daß Paulus den Brief an die Galater schrieb, welcher, mehr als irgend ein anderes biblisches Schriftstück, das Geheimnis und das Prinzip dieser ganzen Angelegenheit aufzeigt.

 

„Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten..... den Gemeinden in Galatien..... Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem anderen Evangelium,

obwohl es doch kein anderes gibt; nur daß etliche da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren.“ Galater 1, 1. 2.6.7.

 

„Aber wenn auch wir  oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, als wir euch gepredigt haben, der sei verflucht.“  Galater 1, 8.

 

„Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Gefallen? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

Ich tue euch aber kund, liebe Brüder, daß das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlicher Art ist.

Denn ich habe es von keinem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

Denn ihr habt ja wohl gehört von meinem Wandel vormals im Judentum, wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte.

Und nahm zu im Judentum weit über viele meiner Gefährten in meinem Volk und eiferte über die Maßen für die väterlichen Satzungen.“  Galater 1, 10-14.

 

„Da es aber Gott wohlgefiel...... daß er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium  verkündigen sollte unter den Heiden, fuhr ich zu und besprach ich mich nicht mit Fleisch und Blut,

ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog hin nach Arabien und kam wiederum nach Damaskus.

Danach über drei Jahre kam ich nach Jerusalem, Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm.

Von den anderen Aposteln  aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder.“

Galater 1, 15-19.

 

„Danach über vierzehn Jahre zog ich abermals hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit mir. (Dies war die Zeit, die in Apostelgeschichte 15 beschrieben wird).

Ich zog aber hin auf Grund einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen über das Evangelium, das ich predige unter den Heiden.....

Aber es ward selbst Titus, der mit mir war, nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen, obwohl er ein Grieche war.

Denn da etliche falsche Brüder sich mit eingedrängt hatten und neben eingeschlichen waren, auszukundschaften unsere Freiheit, die wir haben in Christus Jesus, damit sie uns knechteten,

wichen wir denselben auch  nicht eine Stunde und waren ihnen nicht untertan, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.“  Galater 2, 1-5.

 

 

Das wahre Evangelium

 

So war das wirkliche Problem und der alleinige Streitpunkt  „die Wahrheit des Evangeliums“, und ob die Wahrheit des Evangeliums fortgesetzt werden sollte oder ob sie aufhören sollte?

Ob es das wahre Evangelium sein sollte oder ein falsches Evangelium, das gepredigt werden würde?

Ob es die vollkommene und ewig gegründete Erlösung der Menschen sein sollte, oder die Zerrüttung von Seelen?

Ob die Hoffnung der Menschen  ein Anker sein sollte, sicher und fest gegründet, oder ob es nur ein „Spinngewebe“ sein sollte?

Und dies ist genau der Gedanke in der Heiligen Schrift, hinsichtlich der „Mauern“ dieses wahren Jerusalems, welches ist unsere Mutter.“

Denn so steht es geschrieben:  „Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.“  Psalm 51, 20.

 

„...sondern deine Mauern sollen ‚Heil‘ und deine Tore ‚Lob‘ heißen.“  Jesaja 60, 18.

 

Das muß gesagt werden, daß Gott in Christus Seine Erlösung so vollkommen, so stark, so sicher und so anhaltend gemacht hat, daß sie die göttlich perfekte Schutzmauer und Rechtfertigung jeder Seele ist, die sie besitzt.  ER beabsichtigt, daß diese Erlösung –  das Evangelium dieser Erlösung – gepredigt werden soll, und zwar so gepredigt werden soll, daß es so aufgenommen und bekannt gemacht wird, daß jeder Mensch auf ewig in der Stille und Sicherheit und im vollkommenen Frieden Gottes ruhen möge, „welcher höher ist als alle Vernunft und eure Herzen und Sinne bewahrt in Christus Jesus.“ Philipper 4, 7.

 

„Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda:  Wir haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr.

Tut auf die Tore, daß hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt!

Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verläßt sich auf dich.“  Jes. 26, 1-4.

 

Dies ist das Evangelium, das Gott in Christus einer sündigen Welt gegeben hat.

Dies ist das Evangelium, das er wieder zu neuem Leben erweckte in der Welt durch die reichliche Fülle der Erquickung  vom Himmel zu Pfingsten.

Dies ist das Evangelium, das  Stephanus den hartherzigen und aufrührerischen Obersten des Sanhedrin (Hoher Rat) predigte, und wofür sie ihn steinigten.

Dies ist das Evangelium, das Paulus von Christus in seiner ganzen Herrlichkeit empfing, und welches er überall verkündigte.

Dies ist das Evangelium von Gott – das ewige Evangelium.

Dies ist das Evangelium „ewiger Erlösung“ – Erlösung, die für jede Seele, die sie annimmt,  in  alle Ewigkeit gilt.

Dies ist das Evangelium.

 

 

Die Krise

 

 

Satan will jedoch nicht, daß die Menschen zu ihrem Schutz und ihrer Verteidigung die mächtige Mauer und das starke Bollwerk dieser Erlösung in Anspruch nehmen. Und so fing er wieder an, mit noch mehr Entschlossenheit die Errichtung dieser Mauer so weit wie möglich zu verhindern, und das „in kummervoller Zeit.“ Daniel 9, 25.

 

Entgegen des deutlichen und unmißverständlich erklärten und niedergeschriebenen Beschlusses „der Apostel und  Ältesten und der ganzen Gemeinde“ während der Versammlung in Jerusalem (Apg. 15), gelang es den falschen Evangelisten, in ihren erneuten Bemühungen, sogar  den Apostel Jakobus, des Herrn Bruder, für ihre Sache zu gewinnen.

 

Äußerst ermutigt und gestärkt durch den Einfluß und die Anwendung dieses Namens, schritten sie vorwärts  zu weiterer und größerer Eroberung. Und dieses Werk – und die Krise des gesamten Streites –  geschah überaus passend in Antiochien, wo ihr Disput angefangen hatte.

 

Paulus und Barnabas befanden sich in Antiochien wie auch zuvor, und predigten das Evangelium. Petrus kam auch nach Antiochien, um dort das Evangelium zu verkündigen. Inmitten  ihres vereinten  Maueraufbaus der Erlösung,  kam erneut eine Gruppe dieser falschen Evangelisten. Diese „kamen von Jakobus“ (Galater 2, 12), und durch den Einfluß jenes Namens wandten sie so wirkungsvoll ihre List und Verschlagenheit an, daß Petrus tatsächlich in ihre Richtung umschwenkte. Durch diesen großen Zuwachs wurden die anderen Judenchristen, die dort waren, mitgezogen, „so daß auch Barnabas verführt ward, mit ihnen zu heucheln.“

Gal. 2, 13.

 

„Als ich aber sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas vor allen öffentlich: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du denn die Heiden, jüdisch zu leben?“  Gal. 2,14.

 

„Wir sind von Natur Juden  und nicht Sünder aus den Heiden. Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Christus Jesus, sind auch wir gläubig geworden an Christus Jesus, damit wir gerecht werden  durch den Glauben an Christus und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke  wird kein Fleisch gerecht.“  Gal. 2, 15.16.

 

„Sollten wir aber, die wir suchen, durch Christus gerecht  zu werden, selber als Sünder erfunden werden, so wäre Christus  ein Diener der Sünde. Das sei ferne!

Wenn ich aber das, was ich zerbrochen habe, wiederum baue, so mache ich mich selbst zu einem Übertreter.

Denn ich bin durchs Gesetz  dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt.

Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch., das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.“  Gal. 2, 17-20.

 

„Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus  vergeblich gestorben.“  Gal. 2, 21.

 

Das Geheimnis

 

Nur durch die Erkennung der hypnotischen Gegenwart Satans in jenem falschen Evangelium, und  bei  den  Urhebern,  kann sein Wirken dort erklärt werden.

 

Petrus und Jakobus waren für die Wahrheit des Evangeliums eingetreten und hatten sie auf der Versammlung in Jerusalem deutlich dargelegt, als die Frage direkt erörtert wurde. Und der veröffentlichte Brief enthielt die Erklärung ihres Standpunktes. Doch jener Einfluß war so stark, daß er Jakobus veranlaßte, umzuschwenken und eine Zeit lang seine eigenen, in jener Versammlung öffentlich ausgesprochenen Worte zu vergessen, und den Beschluß zu  ignorieren, der in jenem veröffentlichten Brief einmütig niedergeschrieben worden war.

 

Vor jener Versammlung in Jerusalem, hatte Petrus in bezug auf  die Angelegenheit mit Kornelius gerade diesen Punkt  aufgegriffen, und hatte es vollkommen aufrichtig entschieden. Und hinterher war er dem Vorwurf der falschen Evangelisten entgegengetreten und hatte die Wahrheit des Evangeliums im Gegensatz zu ihrer Beschuldigung so klar vorgeführt, daß sie stillschwiegen. Apg.10 und 11.

Auf jener Versammlung in Jerusalem, als es um die gleiche Frage ging, zitierte Petrus diese frühere Tatsache, und bestätigte sie durch seine dort gehaltene Ansprache. Und der Brief mit dem Beschluß, der bei jener Versammlung überreicht worden war, war ebenso von ihm wie all die anderen.

 

Und trotz all dieser persönlichen Erfahrung und Erkenntnis in der Wahrheit des Evangeliums, wurde Petrus durch jenen bösen Einfluß der falschen Evangelisten veranlaßt, „sich von den wahren Christen zurückzuziehen und sich abzusondern.“ Und Petrus, der mit der vollkommenen Gemütsruhe eines tapferen Christen dem mörderischen Sanhedrin  wiederholte Male gegenübergetreten war, „zog sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus dem Judentum fürchtete.“  Gal. 2, 12.

 

Barnabas, der achtzehn Jahre  lang beständig die Wahrheit des Evangeliums verkündigt, und sie auch jahrelang in Übereinstimmung mit Paulus gepredigt hatte, wurde verführt  durch ihre Heuchelei  –  die Falschheit, die Scheinheiligkeit  –  der Menge falscher Evangelisten!

 

Wie doch satanische Macht und die satanische Täuschung  der Überlieferung und des Formalismus den Weg der Erlösung beiseite schob, kann all jenes erklären. Und selbst in diesem Fall ist es ein Geheimnis, wie all dies getan werden konnte, eben  durch Satans Macht.

 

Ja, es ist ein Geheimnis, das stimmt. Ein unerforschliches Geheimnis! Denn das war genau der Anfang des Wirkens des „Geheimnisses der Bosheit“, welches schließlich „den Menschen der Sünde“ in der Welt offenbarte und zur Schau stellte, „der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich setzt in denTempel (den rivalisierenden und vorgetäuschten Tempel) Gottes und vorgibt, er sei Gott.“  2.Thess. 2, 4-7.

 

Durch jene Rede  des Paulus wurde die Wahrheit des Evangeliums an jenem Tag gerettet, bei den Aposteln,  und in dem Tempel des Herrn und der Hütte Davids – welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes – dessen Erbauer der Sproß ist.

 

 

Der Neue Falsche Tempel

 

Doch die falschen Evangelisten fuhren fort mit ihrem falschen Weg, indem sie „kummervolle Zeiten“ verursachten für alle, die nur die Wahrheit des Evangeliums ewiger Erlösung Gottes wissen und annehmen wollten, durch den Glauben Jesu allein.

 

Auch von Seiten der Christen aus den Heiden gab es ein Nachlassen „ihrer ersten Liebe“, weil sie dem Heiligen Geist nicht die Vorrangstellung in allen Dingen bezüglich der einzelnen Personen und der Gemeinde gaben. Da ihnen der Heilige Geist fehlte, und dieser nicht seinen wahren Platz einnehmen konnte, wurde die Leitung der Gemeinden und die Kontrolle über die Gemeinden von Menschen  an sich gerissen, und wurde deshalb vollkommen menschlich. Sie gaben sich, unter der Eingebung des ständig und stets aktiven Feindes des Erbauers des „Tempels Gottes“, völlig menschlichem Ehrgeiz hin.

 

Männer wie Diotrephes, die gerne „den Vorrang“ haben wollten, predigten „verkehrte Lehren, die Jünger an sich zu ziehen“, und beanspruchten Befehlsgewalt, um all jene „aus der Gemeinde zu stoßen“, die sich nicht  ihrer Diktatur unterwerfen wollten. Offbg 2, 4; Apg.20, 17.29.30;  3. Joh. 9.10. Hier wurde also auch eine Nachahmung, ein „Gegenbild“ oder  eine angebliche „Fortführung“ der mosaischen Ordnung gegründet und aufgerichtet.

 

Die Ausdrücke „Ältester“ und „Bischof“ bezeichnen die gleichen Personen in der Heiligen Schrift. Das Wort „Ältester“ kennzeichnet   hauptsächlich „eine ältere Person“, und „Bischof“  bedeutet ein „Aufseher“, ein „Aufpasser“. Und diese sind ausdrücklich unterwiesen, daß, während sie  Aufseher sind, sie nicht denken sollen, sie wären Oberherren oder Machthaber.  Apg. 20, 28; 1.Petr. 5, 1-3.  „Denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder.“ Matth. 23, 6-11.

 

Doch mit der Befriedigung menschlichen Strebens nach Macht und dem Nachgeben von Neigungen wurde eine Unterscheidung von Rang und Würden unter diesen und von all diesen Männern beansprucht und angenommen,  um über die Leute zu herrschen. Derjenige, der von den Ältesten die Stelle des Oberhauptes einnehmen konnte, dachte, daß er allein rechtmäßig Bischof war, während die anderen  korrekterweise die Ältesten oder Mitglieder des Gemeinderats waren. Und als ein Bischof war seine Würde  um so vieles höher als die der anderen, und dementsprechend mußte er als „der Bischof“ gehalten und angesprochen werden, während die anderen als Untergeordnete nur als „Älteste“ oder „Gemeinderats-Mitglieder“ gehalten und angesprochen wurden. Und die Ältesten oder Gemeinderats-Mitglieder mußten wiederum höher geachtet  werden als die Diakone.

 

Hierdurch entstanden drei „Gruppen“ von „Würdenträgern“ – Bischöfe,  Älteste und Gemeinderat, und Diakone. Und diese drei zusammen  maßten sich eine Vorrangstellung an, und erhoben Anspruch auf eine Machtbefugnis über die Leute, die ihnen niemals zustand. Durch die drei „Ordnungen“, die sie für sich selber durchsetzten, hob sich die „Geistlichkeit“ von den allgemeinen Mitgliedern  der Gemeinden, die nur „die Laien“ waren, ab.

 

Dann stellten die drei „Gruppen“ der „Geistlichkeit“ die Lehre und die Behauptung auf, daß sie in der „christlichen Gemeinde“  die rechtmäßigen  Nachfolger des Hohenpriesters, der Priester und der Leviten der mosaischen Ordnung seien. Damit genehmigten sie sich auch eine Pracht der Kleidung und eine prunkvolle Zurschaustellung und Tätigkeiten, vergleichbar mit denen  des Heiligtumsdienstes  nach den levitischen Vorschriften, während das Verhalten der „Machthaber“ und ihre Ausübung von Autorität, die sie sich gestatteten, immer jene des römischen  Richteramtes waren, anstatt  irgendeines christlichen Amtes.

 

Und weil „es notwendig ist, daß ein Priester etwas zu opfern hat“, wurde  der Betrug erweitert, indem das Abendmahl  in ein „Opfer“ umgedreht wurde, welches der „Priester“ opferte; und der Betrug  wurde vervollständigt in dem „täglichen Mess-Opfer“ durch jene „Priesterschaft“,  mit ihrem dazugehörigen „Altar“, ihrer „Stiftshütte“, und ihrem „Heiligtum“.

 

Mit alledem war der Schritt zum Hochmut leicht, der Anspruch erhob und forderte, daß „wir auf den Bischof  schauen   sollten, so als wäre er Gott selbst“; daß „die Gemeinde auf die Bischöfe gegründet ist, und jede Handlung der Gemeinde wird durch diese gleichen Machthaber kontrolliert“, und deshalb solltest du wissen, daß der Bischof die Gemeinde ist, und die Gemeinde der Bischof, und wenn irgend jemand nicht auf der Seite des Bischofs ist, dann gehört er nicht zur Gemeinde.“

 

Auf diese Weise wurde durch diese „Bischöfe“ und ihre „Geistlichkeit“ (Klerus) ein hierarchisches  System aufgerichtet, das sie „die Kirche“ nannten; das war jedoch vollkommen falsch hinsichtlich jeglicher Auffassung von der Gemeinde der Heiligen Schrift, der Gemeinde Christi und Gottes. In jener „Kirche“ erließen diese Machthaber („oberste Herren“) in ihrer rücksichtslosen Gewaltherrschaft Gesetze, und stellten Forderungen, die nicht nur unchristlich waren, sondern antichristlich. Folglich war jede abweichende Auffassung „Ketzerei“, und jeglicher Ungehorsam wurde als „Kirchenspaltung“ bezeichnet, und die Christen, die anderer Ansicht waren und nicht gehorchen wollten, wurden von jener „Kirche“ ausgeschlossen.

 

Wie auch immer, es muß erwähnt werden, daß die obersten Herren gezwungen waren, anzuerkennen, daß  solche Christen nicht ausgeschlossen wurden, weil sie Christus oder Seinem Wort gegenüber nicht genug Achtung und Gehorsam entgegen brachten; und es stand zu allen Zeiten fest,  daß: „Weder sind Ketzer aufgestanden, noch hat Kirchenspaltung ihre Ursache aus irgend einer anderen Quelle als dieser – daß Gottes Priestern kein Gehorsam entgegengebracht wird...... denen......wenn die gesamte  Bruderschaft gehorsam wäre...... niemand die Kirche wegreißen würde durch eine Teilung der Einheit Christi.“

 

Die „Einheit“ dieses menschlich erdachten und heidnischen Systems, genannt „die Kirche“, wurde demnach so zustande gebracht, daß ihr mehr Wichtigkeit zugemessen wurde als der Wahrheit oder der Gerechtigkeit, oder sogar als der christlichen Charaktervollkommenheit. Es war nicht erlaubt, eine Frage zu stellen hinsichtlich dessen, was jemand lehrte oder wie sein christlicher Charakter war, „so lange er innerhalb der Grenzen der Einigkeit  lehrt.“ Auf diese Weise wurde die reine Wahrheit Christi  als  „Ketzerei“ hingestellt, und die aufrichtigsten Christen hielt man für  „Ketzer“ und „Schismatiker“,  die verfolgt und von der Erde ausgerottet werden mußten.

 

Und zu diesem gänzlich falschen, völlig menschlichen und satanischen Bauwerk  wurde von der Kirche das erhabene Ziel und der Rechts-Titel beansprucht, der Leib Christi zu sein; folglich entstand Die Katholische Kirche. Und als sich die Entwicklung im Verlauf dieses Vereinigungs- und Verschwörungsplanes über die römische Welt ausgebreitet hatte und ihren Höhepunkt in der Wahl eines  Bischofs erreichte,  der der große Mittelpunkt und das „Oberhaupt“ dieses anerkannten und bestehenden „Leibes“ sein sollte, wurde jener Mann demzufolge als das Haupt der Katholischen Kirche, als das Haupt des Leibes Christi, und deshalb  als „der Stellvertreter Christi“ oder „Vizeregent des Sohnes Gottes“, betrachtet, der Ursprung des Glaubens und der Wahrheit, und folglich  war er unfehlbar.

 

Aber, an solch einer Stelle wie jener, und fest verankert in solche ungeheuren Behauptungen wie jene, was anderes könnte jener Mann sein, als wirklich „der Mensch der Sünde, der sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt er sei Gott?“

 

Durch den Dienst der Wahrheit des Evangeliums, verkündigt durch den Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt ist, errichtet der Mann, dessen Name „der Sproß“ ist, den Tempel des Herrn und „eine feste Stadt“, deren Mauern Erlösung, und deren Tore Lob und Preis sind,  –  die herrliche Gemeinde des lebendigen Gottes.

 

Zur selben Zeit, und in der unheilvollen Opposition der Rivalität und Feindschaft gegenüber jenem Tempel, durch ein vollkommen falsches Evangelium des Formendienstes, des Formalismus und der Überlieferung, hat Satan einen falschen Tempel errichtet  –  eine falsche Kirche –  in der allein „der Mensch der Sünde“ sitzt, um angebetet zu werden:  Alles so falsch, daß der Herr Jesus sie zweimal  als „Synagoge Satans“ bezeichnet, und zweimal darüber aussagt: ....„welche ich auch hasse.“  

Offb. 2, 9; 3.9   und   Offb. 2, 6.15.

 

 

V

 

Der Herr sagte zu dem Volk Israel in der Wüste: „Sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne.

 

Es war ja nicht durch das Heiligtum als solches, daß Er unter ihnen wohnen wollte, sondern durch den Dienst und die Unterstützung der Priesterschaft in den Opferungen und Darbringungen, in den  Brandopfern  und  Sündopfern  zugunsten  des Volkes.

 

Dieser Dienst war  der Evangeliumsdienst in der damaligen Zeit, das Evangelium, durch welches die Menschen auf Grund ihres Bekenntnisses und der Vergebung ihrer Sünden beim Sühnopfer zu Gott gebracht wurden: Der Gläubige und Gott wurden in Übereinstimmung gebracht, d.h. „eins“ gemacht, der Gläubige in Gott, und Gott in ihm.

Auf diese Weise wollte Gott unter ihnen wohnen, indem Er in ihnen wohnte. Sie aber  vertrauten nur den Formen der Dinge, denn sie glaubten, daß es durch das Heiligtum als solches geschah, daß Gott unter ihnen wohnen würde, und daß einfach durch das Heiligtum selbst, das mitten in ihrem Lager stand, und durch den Tempel mitten in ihrem Land, nämlich in Jerusalem, der Herr mitten  unter ihnen wohnte.

 

Die Folge war, daß das Heiligtum und der Tempel in Jerusalem zur Gewohnheit wurden.          Und durch diesen Formalismus wurde Gott weit entfernt von irgend einem wirklichen Platz in ihnen  gehalten; durch ihre Bosheit richteten sie sich nicht nur selbst zugrunde, sondern auch das ganze Volk und den Tempel, in dem der Herr, so gut Er es vermochte, unter ihnen wohnte.

 

Zuerst mußte der Herr das Heiligtum zerstören, und sie dann als nächstes aus ihrem eigenen Land vertreiben und sie weit zerstreuen. Er mußte den Tempel vollkommen niederreißen, um ihre Gemüter und ihre Herzen von dem Formalismus und dem Götzendienst frei zu machen.

Jeremia 7, 3-14.

 

Und selbst all dies hatte nur teilweise die gewünschte Wirkung; denn  selbst zur Zeit Jesu glaubten sie noch, daß Vollkommenheit durch das Levitische Priestertum und durch das Gesetz erreicht  würde. Und Beide, Jesus sowie Stephanus wurden getötet, denn Beide setzten nach Ansicht der Obersten und des Volkes den Tempel und ihre Gebräuche in ein schlechtes Licht.   Hebr. 7, 11;  10, 1;  Matth. 26, 61;  Markus 14, 58;  Apg. 7, 48-50;  Apg. 6, 13.14.

 

 

Der Wahre Gottesdienst

 

 

Doch all diese Dinge und allen anderen Formalismus und formellen Gottesdienst fegte der Herr Jesus mit der Wahrheit hinweg, daß die Zeit gekommen sei, daß weder auf dem Berge  noch in dem Tempel zu Samarien  oder zu Jerusalem der Platz für Menschen sein würde, um Gott anzubeten; sondern „die wahrhaftigen Anbeter“ werden den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten.

 

Nach dem Geist des Formalismus werden die Anbeter durch den Tempel und den Gottesdienst hervorgebracht.

 

Nach dem Geist Gottes und Seiner Wahrheit werden der Tempel und der Gottesdienst durch den Anbeter zustande gebracht.

 

„Wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer eigen?“  1.Kor. 6, 19.

 

„Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“

1.Kor. 3,16.

 

„Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“   2.Kor. 6, 16.

 

„Zu ihm kommet als dem lebendigen Stein, der von den Menschen  verworfen ist, aber bei Gott ist er auserwählt und köstlich.

Und bauet auch ihr euch als lebendige Steine zum geistlichen Hause....“   1.Petr. 2, 4.5.

 

„....auf welchen der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr miterbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist.“  

Epheser 2, 21.22.

 

Dieser „heilige Tempel“, diese „Wohnstätte Gottes“, die aus Christen besteht, die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind, „zusammengebaut“ von Christus selber,  –  dies ist  „die Gemeinde des lebendigen Gottes.“

 

Dieser Tempel – „die universale Versammlung und Gemeinde des Höchsten“  –  ist nicht zusammengesetzt aus einer bunt gemischten Gesellschaft, die von Menschen zusammengebracht wurde, sondern sie besteht aus besonders „Herausgerufenen“ und Vorbereiteten durch den Geist und das Wort Gottes. Jeder einzelne ist ein lebendiger Stein, der das Bild des Erbauers widerspiegelt, und das ganze Gebäude spiegelt das vollkommene Bild Gottes wider und strahlt die ganze Fülle der mannigfaltigen Herrlichkeit Gottes aus.

 

Wer könnte nun einzig und allein der Erbauer dieses Tempels, dieser Gemeinde, sein? Sicherlich kein anderer als DER, den die Schrift nennt, und das ganze Weltall auffordert, ihn zu betrachten.  „Siehe, es ist ein  Mann, der heißt Sproß; denn unter ihm wird’s sprossen, und er wird bauen des Herrn Tempel. Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron.....“

Sacharja 6, 12.13.

 

Und auf diese göttliche Ernennung und Verkündigung antwortet  ER  persönlich: „Ich will bauen meine Gemeinde,  –  und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“

Matth 16, 18.

 

 

Das Heiligtum

 

 

Beachte, wie vollständig und  ausschließlich dies in der Heiligen Schrift bestätigt wird:

 

  1. Als das Heiligtum und die Stiftshütte in der Wüste gebaut werden sollte, welches nur ein „Abbild“, und „nur für die damalige Zeit“ war – während der Befehl lautete: „Sie sollen mir ein Heiligtum bauen“, wurden sie nicht angewiesen, etwas als  Heiligtum zu bauen, von dem Mose oder sie selber denken würden, es sei das Heiligtum.

 

Nein: Beide, Mose und sie wurden  besonders ermahnt. „Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung  und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr’s machen.“  2.Mose 25, 9.

 

„Und sieh zu, daß du alles machest nach dem Bilde, das du auf dem Berge gesehen hast.“  Vers 40.

 

„So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast.“  2.Mose 26, 30.

 

„Als einen Kasten von Brettern sollst du ihn machen, .......wie er dir auf dem Berge gezeigt wurde.“  2.Mose 27, 8.

 

So wurde Mose alles gezeigt nach dem „Vorbild“, und genau nach den Anweisungen „alles zu tun, was ich dir geboten habe“, mußte es errichtet werden.

 

Noch war dies nicht alles. Weder war es Mose noch  ihnen erlaubt, vorwärts zu gehen, entsprechend dem Vorbild, wie er es in seinem Gedächtnis behalten haben könnte, von dem was er gesehen hatte, und wie er es ihnen  erzählen könnte. Von ihm wurde gefordert, durch den  Heiligen Geist, jeden besonderen Gegenstand des Heiligtums und all seine Einrichtung bis ins kleinste Detail niederzuschreiben.    Lest bitte 2.Mose 25, 9 bis 2.Mose 30, 38.

 

Und selbst das war noch nicht alles. All jene Männer und Frauen, die mit ihren Händen das Heiligtum oder irgend ein Teil davon oder dessen Einrichtung machen sollten, mußten für jene spezielle Sache ganz besonders berufen und mit Weisheit von Gott ausgerüstet sein: „Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit aller Geschicklichkeit.“  2.Mose 31, 2.3.

 

„Und siehe, ich habe ihm beigegeben Oholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, und habe allerlei Weisen die Weisheit ins Herz gegeben, daß sie alles machen sollen, was ich dir geboten habe.“   2.Mose 31, 6.  

 

„Und Mose sprach zu den Kindern Israel: Sehet, der Herr hat mit Namen berufen den Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda......Und er hat ihm auch die Gabe zu unterweisen ins Herz gegeben, ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan.“  

2.Mose 35, 30.34.

 

„So sollen denn arbeiten Bezalel und  Oholiab und alle weisen Männer, denen der Herr Weisheit und Verstand gegeben hat zu wissen, wie sie alle Arbeit ausführen sollen zum Dienst des Heiligtums, ganz nach dem Gebot des Herrn.“  2.Mose 36, 1.

 

Durch den Geist Gottes das Vorbild zu sehen, dann durch den Geist in allen Details eine Beschreibung über das Vorbild zu geben, und danach durch den Geist jeden Arbeiter mit „Weisheit und Verständnis auszustatten, um zu wissen, wie die Arbeit getan werden muß“, bei alledem, was genau getan werden mußte gemäß der Unterweisung in der Beschreibung des Vorbildes, das Mose gezeigt worden war – nur auf diese Weise wurde das Heiligtum gebaut, das „ein Abbild“ war, und nur „für die damalige Zeit“ galt.

 

 

Der Tempel

 

  1. Als der Tempel zu Jerusalem gebaut werden sollte, um den Platz des Heiligtums und der  Stiftshütte einzunehmen, war es auch wieder so.

 

Salomo wurde durch den Herrn persönlich berufen, den Tempel zu erbauen. Es war  Salomo nicht erlaubt, entsprechend seiner eigenen Ansicht oder Vorstellung von dem, was der Tempel sein sollte, zu bauen. Auch war es ihm nicht überlassen, aus der Beschreibung des Heiligtums einen Eindruck nach eigenem Ermessen zu gewinnen, wie der Tempel aussehen sollte, und dann nach seiner eigenen Schlußfolgerung den Bau zu errichten.

 

Nein; hierbei ging es um ein gewaltiges, umfangreiches Vorhaben, und es mußte verstanden und Erkenntnis darüber gewonnen werden. So gab Gott David „durch den Geist“ „den Entwurf oder das Musterbeispiel“ des Tempels und  jedes Gegenstandes, der damit verbunden war. Und David sagte: „Das alles steht in einer Schrift, gegeben von der Hand des Herrn, der mich unterwies über alle Werke des Entwurfes.“  1.Chronik 28, 19.

 

Und was das Heiligtum anbelangt, war dieses Dokument eine bis ins kleinste Detail gehende vollkommene Beschreibung über alle Gegenstände. Lest in 1.Chronik 28, 11-19 den Bericht darüber, und überlegt, wie die näheren Angaben ausgesehen haben müssen, die  David in schriftlicher Form gegeben worden waren. Und dieses Schriftstück, das ja der Plan eines Gebäudes war, mußte genau, bis in jedes Detail zum Vorbild genommen werden.

 

Und nachdem der Entwurf aufgezeigt worden war, und sämtliche Einzelheiten  in einem Dokument durch den Geist des Herrn übergeben worden waren, sollten Männer, die  Gott mit Weisheit für den Plan ausgerüstet hatte,  die Arbeiter bei der Errichtung all dessen sein.

„Und Gott gab Salomo sehr große Weisheit und Verstand  und reichen Geist wie Sand, der am Ufer des Meeres liegt  (1.Könige 5, 9), Männer, „welche mein Vater David bestellt  hat“  (2.Chronik 2, 6), und „so sende ich nun einen tüchtigen und verständigen Mann, Hiram, meinen Berater; er ist der Sohn einer Frau von den Töchtern Dans, und sein Vater ist ein Tyrer  gewesen. Er war der „Meister“ des Königs von Tyrus.   2.Chronik 2, 12.13.

 

Auf diese Weise wurde der Tempel gebaut, der nur „ein Abbild des wahren Tempels“ war und nur „für die damals gegenwärtige Zeit.“

 

 

Wie der wahre Tempel war

 

 

Nun, wenn es auf diese Weise doppelt geschah, daß das Abbild des wahren Tempels errichtet  wurde, wie mußte es dann beim Errichten des Wahren sein? Wer allein konnte möglicherweise  den wahren Tempel errichten – wer außer „dem Mann, der „Sproß“ heißt, der bestimmt ist, es zu tun?

 

Denkt daran, daß die Männer „mit ihrem Namen aufgerufen“ wurden, die das Heiligtum bauen sollten. Niemand anders konnte es tun.

 

Salomo wurde namentlich erwählt, der Erbauer des Tempels zu sein. Kein anderer konnte es tun.

 

Und wenn dies nur hinsichtlich der Abbilder des wahren Tempels so ist, wieviel mehr ist es so, wenn es um den wahren Tempel selbst geht. Wenn nur „der Mann, dessen Name der „Sproß“ ist, ernannt ist, der Erbauer des wahren Tempels zu sein, dann kann nur ER es tun.

Niemand anders könnte es möglicherweise tun.

 

„Und er wird bauen des Herrn Tempel. Ja, den Tempel des Herrn wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein.“  Sacharja 6, 12.13.

 

Niemand anderem als nur IHM ist der Bau des wahren Tempels jemals übergeben worden. Kein anderer wurde jemals namentlich erwähnt, was dies anbelangt.

 

Und wo wird das Abbild des wahren Tempels gezeigt, was den Bau durch IHN anbetrifft, so wie es von jedem der zwei Abbilder des Wahren aufgezeigt wurde?

 

Wo gibt es irgend eine zu Papier gebrachte Beschreibung des wahren Tempels in vollkommenem und genauem Detail, was die Errichtung durch IHN anbetrifft, so wie es von jedem der zwei Abbilder  des Wahren gegeben worden ist?

 

Nirgends! Nirgendwo in der gesamten Heiligen Schrift gibt es einen Hinweis über so etwas.

 

Die Frage wird gestellt: Wie konnte ER dann den wahren Tempel bauen ohne irgendeinen Entwurf oder schriftliche Angaben? Die perfekte Antwort ist: Er kann es in vollkommener Weise tun, ohne all dieses  –

 

Denn von Ewigkeit her ist Er eins mit Gott, und ER ist Gott.

 

Denn  Sein Geist und Seine Gesinnung ist die genaue und ausdrückliche Widerspiegelung des Geistes und Charakters Gottes.

 

Denn  in IHM wurde „dieser ewige Vorsatz“ Gottes ausgeführt, was durch den Tempel Gottes, dessen Erbauer Christus  ist,  demonstriert wird.

 

Und indem Er von Ewigkeit her all dies ist –

ist Er eins mit Gott, und Er ist von Gott gesandt,

ist Er der Eine, in welchem das Wahre von Ewigkeit her beschlossen war,

ist Sein Geist  der Geist Gottes.

 

Wenn Er den wahren Tempel baut, bringt  Er nur die Absicht Gottes zum Ausdruck, mit der Er von Ewigkeit her vertraut gewesen ist, und den „ewigen Vorsatz“ Gottes, der in Ihm  ausgeführt wurde. Hiermit und mit allem anderen ist Er „das Wort“ – der Ausdruck der Gedanken – Gottes. Ebensowenig, wie Er ein Muster-Beispiel für die Schöpfung brauchte, benötigte Er ein Vorbild für den wahren Tempel.

 

Und dies zeigt wiederum, wie vollkommen ein jeder ausgeschlossen ist, außer Christus selber, der Erbauer „des Tempels des Herrn“, der der wahre Tempel ist, zu sein.

 

Und wenn jener Tempel, jenes Haus Gottes, die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, zeigt dies auch, wie vollkommen ein jeder, außer Gott in Christus durch den Heiligen Geist, ausgeschlossen ist, der Erbauer (Gründer) der Gemeinde zu sein.

 

 

Der begonnene Bau

 

Christen sind die „Erbauten“, nicht die Erbauer: ausgenommen sie sind „Mitarbeiter Gottes“ durch den Dienst des Evangeliums, um Ihm die Steine zu bringen, mit denen Er das Haus errichtet. 1.Petr. 2, 4;  1.Kor. 12, 18.

 

Christen, die auf diese Weise „zusammengefügt“ sind, sind „Gottes Bau.“  

1.Kor.3,  9; Eph.  2, 22.

 

So kam es, daß zu Pfingsten und im Verlauf von Pfingsten „der Mann, dessen Name der Sproß ist“, anfing, „die zerfallene Hütte Davids wieder aufzurichten, und ihre Trümmer wieder zu bauen und aufzurichten.“ Apg. 15, 16.“

 

Beachtet: Die elf Apostel, die der Herr zurückließ, damit sie unter der neuen Ordnung das Predigen des Evangeliums begannen, waren Männer, die, jeder einzeln, vom Herrn persönlich auserwählt und berufen worden waren, Ihm nachzufolgen.

 

Sie hatten alle in enger Beziehung zu Ihm gestanden und waren mehr als drei Jahre lang von Ihm unterrichtet worden.

 

Sie waren von Ihm zum Dienst, und in und für diesen Dienst des Evangeliums  bestimmt worden als „Mitarbeiter Gottes“ bei Seiner Errichtung „des Tempels des Herrn.“

 

Und trotz alledem, wurde ihnen noch nicht erlaubt, ein Wort zu predigen oder etwas zu tun in jenem Dienst, zu dem sie auserwählt und berufen und unterrichtet und bestimmt und beauftragt worden waren; sondern sie mußten in Jerusalem „bleiben“, „bis sie mit Kraft aus der Höhe angetan  wurden“,  um auf die Verheißung des Vaters zu warten, mit dem Heiligen Geist getauft zu werden, durch welchen sie Kraft empfangen würden“ – die Kraft aus der Höhe, auf die sie „warten“ mußten.  Lukas 24, 49.

 

Dann, also „werdet ihr meine Zeugen sein.“ Bis dahin konnten sie keine wahren Zeugen für Ihn sein, auch nicht Seine wahren Diener und Mitarbeiter.

 

Und so ist es jetzt noch und für alle Zeiten. Vom Herrn persönlich auserwählt und berufen und unterrichtet  und bestimmt und beauftragt worden zu sein – all dies berechtigt  noch niemanden zum Dienst des Evangeliums als „ein Mitarbeiter Gottes.“  All dies ist gut!  Tatsächlich ist all dies notwendig!  Doch einiges davon oder alles davon berechtigt noch nicht dazu. Die Ausrüstung  „mit Kraft aus der Höhe“ nach „der Verheißung des Vaters“, „mit dem Heiligen Geist getauft zu werden“, dies, und nur dies allein befähigt jemanden.

 

So ist es, wie in der neuen Ordnung der Bau des Tempels des Herrn, die Gemeinde des lebendigen Gottes, begonnen wurde, durch „den Mann, dessen Name der Sproß“ ist, den wahren und göttlich verordneten Erbauer. Und dies ist der einzige Weg, wie es jemals und für alle Zeiten funktionieren kann.

 

 

Der Abfall

 

 

Und so allein ging es ganz am Anfang voran, und es ging herrlich voran. Aber dann  gab es ein „Abfallen.“ Der Heilige Geist wurde nicht empfangen und festgehalten und über alles geschätzt. Die „erste Liebe“ ging verloren. Menschen und menschliche Gedanken und Absichten und Verhaltensweisen wurden unterstützt. Menschen, ja selbst Menschen der Sünde, erhoben sich,  „die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an sich zu ziehen.“ Apg. 20, 30.

 

Diese  dienten sich selbst, und dienten nicht Christus. Ihre Jünger mußten ihnen dienen, nicht Christus. Diese alle waren Mitarbeiter der Menschen, nicht Mitarbeiter Gottes. Diese verdrängten Christus als den Erbauer, und machten sich selbst zu „Erbauern“ „der Gemeinde.“ Und auf diese Weise gehörte „der Bau“,  „die Gemeinde“, ihnen selber, und nicht Gott. Der Plan, der Entwurf und die Absicht waren allesamt ihr eigenes Werk, und überhaupt nicht das Werk Gottes!

 

Kein Mensch, der „die Gesinnung Christi“ besitzt, könnte jemals auch nur auf solch eine Weise oder in solch eine Richtung wie jene denken. Diese konnten den Unsichtbaren sehen und „hielten sich an  den, den sie nicht sahen, als sähen sie ihn.“ Hebr. 11, 27. Und mit  seiner Gesinnung  ausgerüstet, was bedeutet, dem Ich abzusagen, so daß Gott sichtbar wird, konnten sie immer ruhig und beständig Gottes Absicht im Gedächtnis behalten und wirklich Mitarbeiter Gottes sein.

 

Doch diese anderen, die nicht den Geist und somit nicht die geistliche Gesinnung hatten, sondern nur die fleischliche oder natürliche Gesinnung, das ist  „Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist, denn es vermag’s auch  nicht“ – die Gesinnung, die von  Satan ist – (Römer 8, 7) konnten nicht in geistlichen Dingen irgendwie anders denken   als es den Vorstellungen und Plänen Satans entsprach; und so waren sie bereitwillige Werkzeuge Satans in seinem fortwährenden Widerstand gegen den Bau und den Erbauer  des Tempels des Herrn.

 

 

Der Falsche Tempel

 

 

Und diese, während sie weder ein Vorbild noch eine Aufzeichnung des wahren Tempels, noch irgend eines anderen Gebäudes hatten, das sie errichten würden, waren notwendigerweise den Zaubereien  und nutzlosen Vorstellungen ihrer eigenen fleischlichen Gesinnung überlassen, die in „Feindschaft zu Gott“ standen. Und das beste, was sie tun konnten, war, sich von der mosaischen Ordnung zu stehlen, was sie für ihre verkehrte  Auffassung von „Tempel“,  „Priestertum“,  „Opfer“, „Altar“,  „Stiftshütte“ und „Heiligtum“ brauchten.

 

Und diese Zufluchtnahme zu Mose bedeutete in sich selbst, daß sie Christus verlassen hatten; denn auf dem Verklärungsberg, wo Mose persönlich  „in Herrlichkeit“ anwesend war, hatte „die Stimme aus der leuchtenden Wolke“,  „von außerordentlicher Herrlichkeit“ allen Menschen auf der Erde für alle Zeiten über Christus verkündigt: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“

 

Und, was dieses Thema anbetrifft, stand da wiederum das klare Wort Gottes, daß es gerade deshalb so ist, weil Er der Erbauer des Hauses ist, „Seines eigenen Hauses“, daß „dieser Mann (Jesus) doch größerer Ehre wert ist als Mose, weil größere Ehre als das Haus der hat, der es erbaute.“  Hebräer 3,3.

 

Auf diese Weise, selbst wenn sie wirklich Mose und die mosaische Ordnung gehabt haben könnten, wäre dies die sichere Ablehnung Christi, und des Gebotes Gottes, „auf ihn zu hören“  gewesen.  Es wäre die Ablehnung der außerordentlichen Herrlichkeit selbst gewesen, nur infolge seiner widergespiegelten Herrlichkeit.

 

Sie konnten jedoch nicht in Wahrheit, sondern nur vorgeblich, entweder Mose oder die mosaische Ordnung besitzen:  Jene  war „abgeschafft“ und  „hinweggetan.“   2.Korinther 3, 7-15. Und als sie Christus verließen, um Mose anzuhängen, und Mose nicht bekamen, dann lag es in der Natur der Sache, daß ihnen gar nichts blieb – nichts, außer den verkehrten Ansichten     ungeistlicher Menschen, die von einem Geist geleitet wurden, der gegen Gott gerichtet ist.    

 

Und weil die mosaische Organisation „der Gemeinde in der Wüste“ von einem Volk und  für ein Volk von bestimmten und besonderen  Stämmen war, die alle eng zusammen in einem sehr begrenzten Gebiet lebten, war es selbst für diese verkehrten Gemüter buchstäblich unmöglich, diese Organisation auf Einzelne oder „zwei oder drei“ oder andere kleine Versammlungen anzuwenden, die  weiter entfernt  und in verschiedenen Ländern und Sprachen und über die ganze Welt zerstreut sein mochten. Ihre „Kirchen-Organisation“ entsprach deshalb natürlich ihrer fleischlichen Gesinnung und befriedigte sie, und bereitwillig nahmen sie die politische Organisations-Form und Ordnungsprinzipien der irdischen und weltlichen  und  heidnischen Regierungen von Griechenland und Rom an:  Zuerst von Griechenland, dann kurz danach von Rom, als ihr natürliches und weltliches Machtstreben wuchs.

 

Und dies geschah auf einmal, und  aus sich selbst heraus, um das Satanische zu unterstützen.  Denn  Rom war da, „wo der Satan wohnt“ und „wo Satans Thron ist.“  Offbg. 2, 13. Die römische Regierung war Satans stärkste Waffe in seinem beständigen Kampf gegen Gott und gegen alles, was von Gott kommt. Und jener falsche Tempel, „ihre Kirche“, die auf diese Art erdacht und errichtet war, bezeichnet der Herr Jesus zweimal als allein das, was er unumgänglich ist, „Die Synagoge Satans.“  Und die Heilige Schrift bezeichnet ihn weiter als „der Tempel“, in welchem „der Mensch der Sünde“,  der „Sohn des Verderbens“ an der Stelle Gottes sitzt, der sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich setzt in den Tempel Gottes und vorgibt, er sei Gott.“  Offbg. 2, 9;   2.Thess.2, 3.4.

Lest bitte auch  Offenbarung 12 und 13.

 

Und als die teuflisch geplante römische „Weltkirche“, und jenes satanisch erleuchtete und beherrschte  römische Weltreich vereint waren in der  boshaften  Verbindung, die sich aus dem von der Hure inspirierten Tier, und dem Tier, auf welchem die Hure sitzt, zusammensetzt, stellt die Heilige Schrift erneut die genaue Tatsache fest,  und sagt die vollkommene Wahrheit, wenn sie erklärt, daß „der Drache, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan“, dem Tier„seine Kraft und seinen Thron und große Macht gab.“  Offbg.13, 2.

 

Und mehr als sechzehnhundert Jahre lang tat jene römische „Weltkirche“  der ganzen Welt ihr im Grunde genommen teuflisches Wesen  und ihre satanischen Grundsätze kund. Und darin wurde auch dem ganzen Weltall in Vollkommenheit demonstriert, was und was allein von menschlichen Erbauern des Tempels des Herrn, der Gemeinde des lebendigen Gottes, getan werden kann.

 

 

Die falschen Erbauer

 

Ganz am Anfang gab Petrus jener Sache einen Stoß und einen Schlag, der für alle Zeiten und für jeden, außer Satan, ausreichend sein sollte. Als die „Gemeinde“-Beamten der Juden sich Autorität anmaßten, um Befehle zu erteilen und beim Errichten des wahren Tempels Gottes die Führung zu übernehmen, teilte Petrus, voll des Heiligen Geistes, ihnen mit, daß die Dinge, die sie bekämpften, in dem Namen Jesu Christi geschahen, und er fügte hinzu:

 

„Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.“

Apg. 4, 8.11.

 

„Ihr Bauleute!“ „Ihr Bauleute!“ Ihr, die ihr vorgebt, Bauleute zu sein, wo ihr doch so wenig von dem wißt, was ihr im Begriff seid zu tun, daß das erste, was ihr tut, darin besteht, den einen Stein zurückzuweisen, der der unentbehrlichste  Stein des gesamten Gebäudes ist,  „der verworfen“ –  als nichts erachtet – wurde.  

 

Doch obwohl der Herr in der Heiligen Schrift davon und dagegen gesprochen hat,  und trotz aller Demonstration des satanischen Charakters und Wirkens jener Sache, haben Menschen,  ungeistliche und fleischlich gesinnte Menschen, von den Tagen der Apostel an bis heute, sich weiterhin angemaßt, „Erbauer“ des unermeßlichen Hauses Gottes, des Tempels des Herrn, der Gemeinde des lebendigen Gottes  zu sein.

 

Und jede derartige Bemühung ist nur eine sinnlose, dumme und stümperhafte Vorgehensweise gewesen; und das Ergebnis nur eine Sache, eine Erfindung, die sich im Laufe der Zeit bestätigt hat, in jedem Fall so frech, so anmaßend, so despotisch – so unchristlich, so satanisch –daß es jeden christlichen Geist, den es erreichen konnte, vollkommen strapazierte.

Selbst angebliche Protestanten, die den satanischen Charakter und  die Ungeheuerlichkeiten   jener ursprünglich falschen  „Kirche“ erkannten, und froh waren, es als die teuflische Sache, die es ja ist, öffentlich zu brandmarken  –  selbst diese  sind daran gegangen, die „Gemeinde“ zu bilden! Und in jedem Fall sind sie im Prinzip, in der Form und in der Praxis der Richtung jener ursprünglich falschen „Kirche“ gefolgt.

 

Und nachdem sich diese auf Grund ihres Amtes und ihrer Neigung bei den Menschen, die sich etwas Besseres wünschten, unerträglich machten, und alle Andersdenkenden hinauswarfen, passierte es, daß selbst diese Ausgestoßenen wiederum in ihrem Dienst dieselbe alte, traurige Geschichte  wiederholt haben und sich anmaßten, „die Gemeinde“ zu bauen.

 

Und dies ist ständig wiederholt worden, so daß die Welt leidet, und über das Christentum Schande gebracht worden ist durch so viele Menschen, so viele wie ein Jahr Tage hat, oder mehr, die alle behaupten, „die Gemeinde oder Kirche“ zu sein – „die einzig wahre Kirche.“

 

Diese alle, genötigt durch die Wahrheit und den tatsächlichen Sachverhalt, die Falschheit jener Behauptung zu erkennen, richten nun die andere ebenso falsche Behauptung auf, daß sie es gewissermaßen alle zusammen sind, die  „die eine Kirche“ bilden. Und so gehen sie jetzt umher, indem sie Kompromisse und Verbindungen und Bündnisse  und Wechselbeziehungen eingehen, sich gegenseitig anerkennen und Ratsversammlungen abhalten, um alle in eine Vereinigte Weltkirche hinein zu pressen. Und dann diese „eine Körperschaft“, eingeschlossen die alte ursprünglich falsche satanische, in Verbindung und Zusammenarbeit  mit einer Vereinten Welt-Nation zu gründen, und diese Welt-Verbindung satanischer Irrtümer als „das Reich Gottes“ zu erklären,  und alle Menschen zu zwingen, sie als „das Reich Gottes“ und die letzte und endgültige „wahre Kirche“ anzuerkennen,  und sie gemäß dem Willen und der Diktatur jener zweiten satanischen „Regierung dieser Art“ anzubeten – und damit die Welt zu regieren.  Offbg. 17, 7-8.

 

Doch keine einzige von ihnen ist „die Gemeinde“ oder „die Kirche“; auch können sie nicht alle zusammen „als eine“ die Kirche sein. Jede einzelne für sich ist eine falsche „Gemeinde oder Kirche“, und sie alle zusammen, „als eine Kirche“ zu bezeichnen, verstärkt  nur den trügerischen Irrtum.

 

Da gibt es nicht eine einzige unter ihnen, die nicht davon Gebrauch gemacht hat, und die nicht bereitsteht, benutzt zu werden, auf ihre Art und Weise den Platz und die Autorität Gottes an sich zu reißen, nach dem Beispiel der ursprünglich  falschen „Gemeinde,“ und in jener Stellung ganz und gar Gott entgegengesetzt zu handeln.

 

Da gibt es nicht eine unter ihnen, die nicht davon Gebrauch gemacht hat, und die nicht bereit- steht, benutzt zu werden, um die Wahrheit Gottes zu bekämpfen, und treue Christen zu verdammen, hinauszuwerfen und zu verfolgen.

 

Es gibt  nicht eine einzige in der Welt, aus der nicht irgendein Mensch oder jede Person herausgerettet werden muß, um wahrhaft ein Christ zu sein.

 

Und stammt nicht die vollkommene babylonische Verwirrung  aller angeblichen  Erbauer und aller Gebäude „der Gemeinde“,  von Anfang bis Ende  von der ersten, durch das Wort Gottes zweifellos als: „Babylon die Große, die Mutter der Huren und aller Greuel auf Erden“ bezeichnet  –  ist nicht all das genügend Demonstration dafür, daß kein anderer als der Eine, der genannt ist, „der Mann, dessen Name der Sproß ist“, es jemals bilden konnte? Wann  werden Menschen dies jemals lernen, und es IHN tun lassen?

 

 

Die Christen

 

Dies heißt nicht, daß es  heutzutage keine Christen mehr in ihrer Mitte gibt. In allen Kirchen gibt es einige Christen. Doch dies kommt nicht durch irgendeinen besonderen Verdienst oder irgendeinen Vorzug dieser “Kirchen“, sondern  trotz  ihrer  Falschheit  und  Unaufrichtigkeit.

 

Beachtet: Die Samariter  waren ein  Mischvolk, ein heidnisches Volk. Der Tempel in Samaria war das Ergebnis eines abgefallenen Juden, der sich mit jenem vermischten Heiden-                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      tum in seiner satanischen Opposition gegen den wahren Tempel in Jerusalem verband, und deshalb war dies alles gänzlich  und zu allen Zeiten vollkommen falsch. Doch indem der Herr Jesus den Juden und allen Menschen zu allen Zeiten das Musterbeispiel des „Nächsten“ nach dem Gesetz Gottes vorlegte, berief er sich auf  „einen gewissen Samariter.“

 

Nun war der Charakter dieses Samariters nicht durch irgendein Verdienst oder einen Vorzug jenes Tempels oder in jenem Tempel oder durch dessen Gottesdienst gebildet worden, sondern, das, was er war, war er trotz alledem. Und so ist es auch mit all diesen anderen falschen Tempeln. Die Christen in ihnen, wie auch bei dem Samariter, sind das, was sie als Christen sind, nicht durch irgend ein Verdienst oder einen Vorzug oder durch irgend etwas Gutes einer „Kirche“ oder in einer Kirche, sondern vielmehr trotz alledem.

 

Noch einmal:  Die schärfsten Tadel, die Jesus äußerte, die schwersten Drohungen, die er aussprach, waren an die Obersten gerichtet und über sie ausgesprochen, die Führer und Offiziellen „der Gemeinde“ –  die „Gemeinde-Organisation“ der jeweiligen Zeit. Selbst ihr „Missionswerk“ war ein Fluch für alle, die unter ihre Macht kamen. „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchziehet, damit ihr einen Judengenossen gewinnet; und wenn er’s geworden ist,  machet ihr aus ihm ein Kind der Hölle, zwiefältig mehr,  als ihr seid!“  Matth. 23, 15.

Lest bitte das ganze 23. Kapitel  des Matthäus, zusammen mit Jesaja 3, 12  und  9, 16.

 

Doch indem diese Leute die Heiligen Schriften überall mit sich trugen, waren jene, die die Schrift annahmen, und nicht jene „Gemeinde“, die der Schrift folgten anstatt jener „Gemeinde“ oder „Kirche“, aufrichtige Anbeter und frei, und sie entgingen der Vernichtung und Zerstörung, die über jene gesamte „Gemeinde“ und den Tempel und die Stadt kam.

 

Und so ist es jetzt mit diesen „Gemeinde-Organisationen“ und „Tempeln“ und der „großen Stadt Babylon.“ Je weiter entfernt jemand von  ihnen ist, um so besser geht es ihm, und um so größere Chance hat er, ein aufrichtiger Anbeter und ein wahrer Christ zu sein, und frei zu sein in der  herrlichen Freiheit, mit der Christus uns frei macht; und je sicherer entgeht er der Vernichtung und Zerstörung der ganzen Reihe und Verbindung ihrer gesamten „Kirche“ und „Tempel“ und „großen Stadt.“

Und die Wahrheit  hierüber wird in dem kurzen doch mächtigen Wort ausgesprochen, das als „Stimme vom Himmel“ zu hören ist, welche sagt: „Gehet aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen!“

Offbg. 18, 4.

 

 

Die Zeit des Endes

 

Die satanische Gegnerschaft gegen den wahren Erbauer und gegen den Tempelbau des Herrn hat lange genug Erfolg gehabt.

 

Durch die satanische Nachfolge und  das Aufgebot von falschen „Tempeln“ ist die Welt lange genug getäuscht und irregeführt und  verflucht worden.

 

Es ist Zeit – höchste Zeit – daß „der Mann, dessen Name der Sproß ist“, seinen  eigenen Platz als der wirkliche und eigentliche Erbauer des Tempels des Herrn einnimmt.

 

Es ist Zeit, daß dieser Tempel gesehen und studiert wird, und daß er erkannt wird als das, was er wirklich und in Wahrheit ist.

 

Denn jetzt ist die Zeit, wo der Bau dieses Tempels des Herrn, der Gemeinde des lebendigen Gottes, beendet werden soll; und es wird geschehen!

 

Es wird geschehen durch „den Mann, dessen Name der Sproß ist“, durch IHN selbst als den Erbauer und Vollender, durch den Heiligen Geist; und Ihm selbst wird eine herrliche Gemeinde überreicht werden, die nicht einen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen hat, sondern heilig und unsträflich ist.

 

Jetzt ist die Zeit des Endes aller Dinge. Und in dieser Zeit der großen Vollendung, der größten Vollendung aller Dinge, findet die Vollendung des Tempels des Herrn, die herrliche Gemeinde des lebendigen Gottes durch „den Mann, dessen Name der Sproß ist“, und die prachtvolle und herrliche Übergabe der Gemeinde an IHN statt, in Gegenwart des hocherfreuten  Universums Gottes.

 

Und mit dem Bau und mit der Vollendung und Übergabe dieses Tempels des Herrn, der herrlichen Gemeinde, durch den Erbauer und Vollender, den Mann, dessen Name der Sproß ist, wird in allem und durch alles und über alles

 

„ER die Herrlichkeit tragen.“   Sach. 6,13.

 

 

 

 

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Das Höhere Ziel.