Missionshaus Hahnenhof ©  2011  Impressum, Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen

Home.
Einigkeit der Gemeinde und Bibellehre.
Von Babylon zum Neuen Jerusalem.
Das Höhere Ziel.
Die Gemeinde.

Teil 1 Von Babylon

zum

Neuen Jerusalem

Von Alonzo T. Jones

 

Dies ist der erste Teil der Trilogie von Alonzo T. Jones über:

Einigkeit der Gemeinde und Bibellehre.

 

 

Deutsche Übersetzung und Copyright:

Dörte Hankel

 

 

Das Babylon, von dem in  der Bibel geschrieben steht, beginnt schon in den ersten Kapiteln derselben und reicht bis fast ans Ende der Bibel.

Was das Prinzip, den Geist und die Entwicklung Babylons anbetrifft, so ist es die ganze Heilige Schrift  hindurch immer das gleiche, und was oberflächlich betrachtet wie zwei Babylons aussieht, ist absolut und wahrhaftig das gleiche Babylon, das sich nur immer wiederholt: Zwei Demonstrationen von ein- und demselben Babylon.

 

Auf diese Weise ist das Babylon, das deutlich herausragt, ob es nun das altertümliche oder das letzte ist, nur ein Produkt der Mächte, die hinter allem stehen, und die das wirkliche Babylon bilden.

 

Und das, was das allgemein bekannte Babylon hervorbringt, ist die lebhafte Tätigkeit und das Wirken  der geistlichen und intellektuellen Mächte der natürlichen Welt. Dort liegt die Quelle von all dem, was stets öffentlich als Babylon erscheint, dort, in diesen Mächten und in ihrem Wirken liegt das wahre Babylon.

 

Es darf niemals vergessen werden, daß das allererste Wort in der bleibenden göttlichen Eintragung, womit das letzte Babylon beschrieben wird, „Geheimnis“ heißt.

 

Dieses Charaktermerkmal paßt genau zu ihm, vom ursprünglichen Babylon angefangen bis hin zum Babylon am Ende der Zeit: Entsprechend jenem aufschlußreichen Wort muß Babylon stets studiert werden.

 

Wir wollen mit dem ursprünglichen Babylon beginnen:

 

„Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache.

Als sie nun nach Osten zogen, fanden sie eine Ebene im Lande Sinear, und wohnten daselbst.

Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel  reiche, damit wir uns einen Namen machen, denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.“  1.Mose 11, 1-4.

 

Das erste Merkmal bei diesem Unternehmen, das Babylon hervorbrachte, ist Stolz – „daß wir uns einen Namen machen.“ Und dieses Merkmal begleitet Babylon vom Anfang bis zum Ende: das ist ihr Kennzeichen.

 

Und wenn die Wahrheit über Babylon klar aufgezeigt wird, dann stellen wir fest, daß sie „die Stolzeste“ ist. „Siehe, du Stolzer, ich will an dich,  spricht Gott, der Herr Zebaoth; denn dein Tag ist gekommen, die Zeit deiner Heimsuchung.“ Jeremia 50, 31.32.  „Wieviel sie sich herrlich gemacht und ihren Übermut getrieben hat.....“  Offenbarung 18,7.

 

Und sie ist höchst selbstsüchtig und außerordentlich stolz: „Ich bin’s, und sonst keine; ich werde keine Witwe werden, noch ohne Kinder sein.“  Jesaja  47, 8.10.

 

Und dieser Stolz drückt sich besonders gegen Gott aus: „....denn es hat stolz gehandelt wider den Herrn, den Heiligen Israels.“  Jeremia 50, 29.

 

Dieser Charakterzug war schon ganz am Anfang in Babylon. Eine Inschrift, die tief unter den Ruinen  des alten Babylon am Euphrat gefunden wurde, spricht von dem Turmbau und von der Verwirrung der Sprache. Es heißt dort:

„Babylon sündigte in seiner Bosheit, und Kleine und Große vermischten sich untereinander auf dem Hügel. Gewaltsam forderten sie Gott heraus.“

 

Das zweite Merkmal, das gleich zu Anfang offenbar wurde, ist Zentralisierung: „....denn wir werden sonst zerstreut in alle Länder.“  1.Mose 11, 4.

Und diese Zentralisation war auf  Vorherrschaft  ausgerichtet.

 

Obwohl diese besondere Bemühung um Zentralisierung und Vorherrschaft durch die Verwirrung ihrer Sprache  und die Zerstreuung in alle Länder zum Scheitern gebracht wurde, blieb doch der Stolz, der Geist und das Streben nach Zentralisation und Vorherrschaft bestehen.

 

Und so geschah es zu Babel, daß dort das erste Königtum und die erste Königsherrschaft, Staatsmacht und Oberherrschaft aufgerichtet wurde.

 

„Nimrod fing an, ein gewaltiger Herr zu sein auf Erden. Und der Anfang seines Reiches war Babel, Erech, Akkad  und Chalne im Lande Sinear.“  1.Mose 10, 8.10.

 

Und dies geschah immer noch mit der gleichen Geisteshaltung von „Stolz gegen den Herrn und gewaltsamer Herausforderung gegen IHN.“

 

Vor Nimrod trug oder beanspruchte kein Herrscher den Titel oder die Würde eines Königs, sondern nur den Titel und die Würde eines „Vizekönigs“ des Gottes, den man für den König hielt. Dies weist deutlich auf die Zeit hin, wo Gott als König und  wahrer Herrscher anerkannt wurde. Und diese Zeit war erst so kurz vergangen, daß selbst götzendienerische Menschen noch nicht so weit von Gott abgerückt waren, daß irgend jemand dreist genug sein konnte, die Würde zu beanspruchen und den Titel eines Königs zu tragen.

 

Aber Nimrod war gerade so ein dreister und selbstsicherer Mann, um dies zu tun, und er war der erste Mann auf dieser Erde, der es tat.

 

Der Name Nimrod bedeutet: „Rebellion, hochmütige Verachtung“ oder „der extrem gottlose Rebell.“

 

Neben allen anderen Dingen machte er seine Autorität über Religion geltend, und  zwang alle unter die Herrschaft der götzendienerischen Religion, die er befahl.

 

Die Aussage, daß er „ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn“ war (1.Mose 10,9), deutet an, daß er ein Menschenjäger war, ein Verfolger; d.h. er verfolgte die Menschen und zwang sie, sich seiner Autorität als Herrscher unterzuordnen und sich  seiner Religion  wie einem Gott zu unterwerfen.

 

Und so gibt Spurrell’s Übersetzung die Textstelle wieder: „Er war ein rücksichtsloser Tyrann in den Augen Jehovas.“

Er war der Erste bei der Gründung der zentralisierten Herrschaft  in bezug auf  organisierte Regierung,  Königreich oder Staat.

Nach der Flut, während die Erde bevölkert wurde, war alle Regierung, die es außerhalb der elterlichen Führungsrolle gab, individuell  –  Selbstregierung.

 

Es gab Gesellschaft und Vereinigung, aber keinen Staat. Und die Erde war für jedermann frei und allgemein zugänglich; denn es gab keine Gebietsabgrenzungen.

 

Doch fielen die Menschen von Gott ab und wendeten sich dem Götzendienst zu, was wiederum zum Verlust der Selbstbeherrschung, zu Gewaltsamkeit und Vorherrschaft führte.

 

„Mit der Errichtung von Nimrods Königreich trat die gesamte Welt in eine neue historische Entwicklungsphase ein.“

 

„Seine Herrschaft machte die Welt mit einem neuen System der Beziehungen zwischen dem Regierenden und denen, die regiert wurden, bekannt.“

 

„Die Autorität vorhergehender Herrscher beruhte auf dem Gefühl für die Familie, und  die Vormachtstellung des Oberhauptes  war eine Darstellung der elterlichen Aufsicht.“  

 

„Nimrod dagegen, war ein Herrscher des betreffenden Territoriums, und er beherrschte die Menschen, die das jeweilige Gebiet bewohnten, ohne Rücksicht auf persönliche oder familiäre Bindungen.“

 

„Bis dahin hatte es Stämme gegeben – erweiterte Familien – Vereinigungen; nun gab es eine Nation, eine politische Gemeinschaft  –  den Staat.“

 

„Die politische und soziale Entwicklung der Welt ist nunmehr getrennt, wenn nicht gar auseinandergehend.“

 

Das Gebiet Babels und die Städte Erech, Akkad und Calnech waren „der Anfang des Königreiches“, und er weitete es aus zu einem Kaiserreich, welches den größeren Teil der gesam-ten Fläche Mesopotamiens bedeckte. Denn „von dem Land ist er gekommen  nach Assur und baute Ninive und  Rehoboth-Ir und Kalah, dazu Resen  zwischen Ninive und Kalah. Dies ist die große Stadt.“ 1.Mose 10, 11.12.

 

So wurde Nimrod in Babel der Begründer von Staat,  Königtum,  Weltherrschaft  und Kaiserreich.

 

Als er starb und sein Königreich zerfiel, war dies nur eine Gelegenheit für andere Männer, die Geschichte von Königreich und Weltherrschaft zu wiederholen, in Ur, Akkad, Elam, Ägypten und Assyrien bis hin zum großen Babylon  Nebukadnezars, wo die Idee von Weltstolz, Weltherrschaft, Weltmacht und Weltruhm zur Vollkommenheit gelangte.  Daniel 4.

 

Im Geist und in Wirklichkeit  war es jedoch  immer noch dasselbe; denn es war „....der Ham-mer der ganzen Welt“, „welcher die Völker schlug im Grimm ohne Aufhören und mit Wüten“, so daß es „der Schrecken der Völker“ wurde.  Jeremia 50, 23;  Jesaja 14,6;  Hes. 30, 11. Und all dies geschah im religiösen Bereich und immer noch gegen Gott.  Daniel, Kap.3.

II

 

Das Babylon der Bibel –  „das Geheimnis, Babylon“ –  ist  das Wirken  der geistlichen und intellektuellen (geistigen) Mächte der natürlichen Welt.

 

Das allgemein bekannte, sichtbare Babylon ist die Folge davon, daß diese Mächte nach besten Kräften wirkten.

 

Das Babylon, das am Euphrat lag, war das Endergebnis dieser Mächte in  ihrer vollkommensten und uneingeschränktesten Wirksamkeit.

 

Und  das Babylon aus Offenbarung 17 ist das Endergebnis dieser Mächte, wenn sie  zum  zweiten Mal und endgültig mit ihrer äußersten Kraft und im weitesten Ausmaß wirken.

 

Das Babylon am Euphrat ist das Beispiel für das Äußerste, das diese Mächte vollbringen können, und es ist die Lehre und Anleitung  für alle zukünftigen Zeiten, und besonders für die Zeit des letzten Babylons.

 

Die Mächte, die das wirkliche Babylon bilden, können niemals das Babylon am Euphrat – das Babylon Nebukadnezars –  übertreffen. Dort wurde das Äußerste ihrer Macht, die Höchstgrenze irdischer Bestrebung, Fähigkeit  und Anstrengung offenbart.

 

Es war „das schönste unter den Königreichen.“  Jesaja 13,19.

Es war „die herrliche Pracht der Chaldäer.“  Jesaja 13,19.

Es war „die Herrin über Königreiche.“  Jesaja 47,5.

Es war das goldene Haupt, das goldene Königreich aller Zeitalter. Daniel 2, 38-43.

Es war das Weltwunder, und einige seiner Bauwerke gehörten zu den „sieben Weltwundern der Erde.“

 

Es war das berühmte Zentrum der Weltwissenschaft, der Kunst und Architektur und aller Dinge, die zur höchsten Zivilisation gehören, und es stellte die erhabenste Ausdrucksform weltlichen Glanzes dar.

 

Durch seine Macht hatte es die zu jener Zeit existierende Welt erobert, und sämtliche Königreiche und Völker waren seiner Herrschaft untertan.

 

In seiner Regierungsform behielt und praktizierte es die Hoheitsmacht und Herrschaft, während die jeweiligen Königreiche frei  in ihrem eigenen Bereich  regierten, solange sie die kaiserliche Macht als die höchste Macht anerkannten.  

„Denn welches Volk seinen Hals ergibt unter das Joch des Königs zu Babel und dient ihm, das will ich in seinem Lande lassen....“  Jeremia 27,11.

 

Jedes Königreich unter den Völkern, das sich nicht freiwillig der kaiserlichen Herrschaft Babylons unterstellte, wurde eingenommen und verwüstet, die Menschen wurden gefangen genommen, verschleppt und in verschiedenen  Teilen des Kaiserreiches in Kolonien angesiedelt. Kein Volk und kein Machthaber durfte einen Herrscherstand ausüben, es sei denn, er ordnete sich der Autorität Babylons unter.  2.Könige 24;  Hesekiel 1,1.3.

 

Von den Königen der einzelnen unterworfenen Königreiche wurde gefordert,  zu bestimmten festgesetzten Zeiten nach Babylon zu gehen, wo sie alle jeweils einen Thron hatten, auf dem sie bei staatlichen Anlässen  in unmittelbarer Nähe, entweder zur rechten oder zur linken, des erhabenen Thrones des Königs von Babylon saßen.  Jeremia 52,32.

 

Die eigentliche, tatsächliche Regierung Babylons war eine Autokratie (Selbstherrschaft), eine Regierung, die nur auf persönliche majestätische Anordnung gegründet war, und nicht auf irgendein Gesetz als solches. Und es  umfaßte Babylons gesamten Bereich, während jede andere Macht ausgeschlossen war.  Daniel 3, 13-15.

 

Von der Natur der Dinge her gesehen war es eine vollständige, weltweite Gewaltherrschaft. Es war „der Hammer der ganzen Welt“, der „die Völker schlug im Grimm ohne Aufhören“,

„der Dränger“ – „die Tyrannen der Heiden.“  Jeremia  50,23;  Jesaja 14,6: Jesaja 14,4; Hesekiel 30, 10.11.

 

Daß es die „goldene Stadt“ genannt wurde, bedeutete mehr als nur der Reichtum, die Erhabenheit und Pracht der Stadt. Es schloß auch die babylonische Habsucht nach Gold ein sowie die ständigen  erpresserischen Forderungen, wodurch die Gier nach dem Gold geschürt wurde, denn sie war die besondere „Gold-Eintreiberin“.  Randbemerkung zu Jesaja 14,4.

 

Niemals reichte die Beschaffung von Gold aus,  kein Anblick hinsichtlich des Goldes  und keine Aussicht auf Gold geriet jemals in Vergessenheit, bis man es in Besitz nehmen konnte.

 

Hiskia, der König von Juda war todkrank, und der Herr heilte ihn. Und als ein Pfand  dafür, daß es so  sein sollte, ließ der Herr den Schatten  der Sonnenuhr zehn Stufen zurückgehen.

 

Die Babylonier, die sich mit Astronomie sehr gut auskannten  und mit der Sternenkunde vertraut waren, bemerkten den Vorgang der Sonnenbewegung, und als sie nach der Ursache fragten, hörten sie von dem Geschehen in Jerusalem.

 

Daraufhin sandte der König von Babylon  eine Abordnung mit Briefen zu Hiskia, um ihm zu seiner Genesung zu gratulieren, und ihn hinsichtlich der  Sonnenbewegung zu fragen.

 

Hiskia, der sich durch solch eine Anteilnahme geschmeichelt fühlte, brachte mehr Zeit damit zu, ihnen die Reichtümer und Schätze seines Königreiches und seiner Stadt zu zeigen, als ihnen von dem Wunder zu erzählen, das Gott an ihm getan  hatte.

 

„Hiskia aber war fröhlich mit ihnen und zeigte ihnen  das ganze Schatzhaus, Silber, Gold, Spezerei und das beste Öl, und das Zeughaus und alles, was in seinen Schätzen vorhanden war. Es war nichts in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft, das ihnen Hiskia nicht zeigte.“  2. Könige 20, 13.

Dann kam Jesaja  und fragte Hiskia, wer die Männer waren und was sie gesehen hätten.  

 

Hiskia erzählte ihm, wer die Männer gewesen seien und woher sie kamen, und sagte: „Sie haben alles gesehen, was in meinem Hause ist, und ist nichts in  meinen Schätzen, was ich ihnen nicht gezeigt hätte.“

 

Jesaja, der das Wesen Babylons kannte, erwiderte, daß der Tag kommen würde, wenn alle diese Dinge nach Babylon weggeführt werden würden. „Siehe, es kommt die Zeit, daß alles wird gen Babel weggeführt werden aus deinem Hause und was deine Väter gesammelt haben bis auf diesen Tag; und wird nichts übriggelassen werden, spricht der Herr.“  2. Könige 20, 17;  Jesaja 39.

 

Und die Kenntnis über diese Reichtümer behielten die Babylonier mehr als hundert Jahre lang im Gedächtnis, bis sie diese tatsächlich alle nach Babylon gebracht hatten.

 

Dies alles und noch vieles mehr, was sich auf das alte Babylon bezieht, steht auch heute im Zusammenhang mit Babylon. Denn die Merkmale, die das  Babylon aus Offenbarung 17 aufzeigt, sind allesamt im Geist und im Prinzip und in manchen Dingen in genauer Form die selben wie jene vom Babylon Nebukadnezars.

 

Die Regierungsgewalten, die aus einer Kombination  von Raubtier  und Hure bestehen, was wiederum zum allbekannten Babylon aus Offenbarung 17 gehört,  sind eine universale  Welt-macht über die Nationen, die mit einer weltlich gesinnten Weltkirche eng verbunden sind, und von ihr beherrscht werden.

 

Und jede internationale Vereinigung, die geschlossen werden mag, kann die Verheißung und die Macht von alledem in sich tragen, was das alte Babylon ausmachte, und was das Babylon dieser letzten Zeit ausmachen wird.

 

In jedem Parlament der verschiedenen Nationen, das gebildet werden mag, ist die Tür geöffnet und Vorsorge getroffen für die Entwicklung einer Weltregierung, einzig und allein nach dem Willen, und nicht nach dem Gesetz, und für die Entwicklung einer Welt-Autokratie, so gewiß wie ein Mann das Oberhaupt solch einer internationalen Vereinigung werden könnte.

 

Und in der Kirche Roms mit ihrem Papst und den Kardinälen auf ihren erhabenen Thronen im päpstlichen Palast in Rom, wird genau das Prinzip, die Ordnung und die Art und Weise des Königs von Babylon und den ihm unterworfenen Königen auf ihren Thronen im alten Babylon, fortgesetzt.

 

Und die Kirche Roms ist immer wegen ihrer Offenbarung jenes bedeutenden Merkmals des früheren Babylons  besonders erwähnt worden – ihre unersättliche  Goldgier.

 

Im dreizehnten Jahrhundert sprach der Bischof Robert von Lincoln, in der Gegenwart des Papstes Innozenz IV,  folgende Wahrheit aus:

„Oh, Geld, Geld! Wieviel kannst  du bewirken, besonders am Hofe zu Rom!“

 

Im vierzehnten Jahrhundert brandmarkte der Abt von Usperg die Pläne des Papstes Johannes XXII, wegen seiner Geldeinsammlungen:

„Freue dich nun, oh Vatikan!  Alle Schätze sind für dich geöffnet.......  Du willst sogar Gott selbst für Gold verkaufen.“

 

Zu der Zeit des zweifachen Papsttums von Bonifazius IX  und Clemens VII, behaupteten die Doktoren der Universität von Paris über sie:

„Religion ist für sie eine Goldgrube, die sie bis zur letzten Neige ausschöpfen.“

 

Und im sechzehnten Jahrhundert erklärte der Fürst Georg von Sachsen auf dem Reichstag zu  Worms öffentlich, indem er  die Schuld und Habsucht Roms anprangerte:

 

„Jegliches Schamgefühl ist abgelegt worden, und nur eine Sache wird verfolgt – das ist Geld und nochmals Geld.“

 

Und so ist es immer noch und wird es allezeit sein! Und welche „organisierte“ Kirche gibt es heute in der Welt, die nicht der „Mutter“ gleicht,  mit dieser babylonischen Habsucht und Gier nach Gold und mit ihrer Erfindung  der verschiedenartigsten und unaufhörlichen Eintreibungen von Geld, Geld, Geld  und  immer noch mehr Geld, und die niemals genug bekommen kann?

 

Oh, alle Dinge eilen mit großer Geschwindigkeit  wieder dem letzten Babylon entgegen; alle Dinge sind bereit, und die Welt ist reif dafür:

 

Und dieses Mal wird es das letzte Babylon und das Ende von allem sein, was Babylon ausmacht  und woraus  Babylon  besteht, für immer und ewig. Dankt dem Herrn, der bald  wiederkommt!

III

 

Babylon war nicht nur das große Zentrum der Welt in bezug auf die Regierungform, sondern auch im geistlichen, wissenschaftlichen, erzieherischen und intellektuellen Bereich. Dort gab es die große Welt-Universität, mit König Nebukadnezar, ihrem berühmten Schirmherrn.

 

Nebukadnezar veranlaßte, daß von den unterworfenen Königreichen die klügsten und fähigsten jungen Männer  herausgesucht wurden, nachdem sie sich einer gründlichen körperlichen Untersuchung und geistigen Prüfung unterziehen mußten, um dann in der Unversität Babylons ausgebildet zu werden.  Daniel 1, 3-5.

 

Dies geschah  natürlich mit dem Ziel, die ganze Welt unter babylonischer Herrschaft zu vereinigen.

Doch diese Erziehung war nur die Erziehung Babylons – die Erziehung der Welt, und während es darin sehr viel gab, was wertvoll für die  Erkenntnis und den Fortschritt der praktischen Dinge der Welt war, gab es auch etwas darin, was alle gefügig machte, sich dem  Aberglauben, dem Götzendienst und den satanischen Kundgebungen zu ergeben.

 

Dort gab es Magie, Astrologie, Zauberei, Geisterbeschwörung, Sternseherei und monatliche Prognosen, Hexerei und  Wahrsagerei, und all diese Dinge geschahen unter dem Vorwand und der Behauptung, daß es der Wissenschaft und der Philosophie diene.

 

Dies wurde von den  besonderen „weisen Männern“ ausgeführt, denen sich alle unterwerfen mußten. Aber alle diese Dinge vermochten nichts Gutes zu bewirken, denn nichts davon konnte den Charakter stärken.

 

Was es hervorbringen konnte, und dies als höchstes Resultat, wird uns berichtet in der Geschichte in Daniel 5, 1-8:

 

„König Belsazer machte ein herrliches Mahl seinen tausend Gewaltigen und soff sich voll mit ihnen.

 

Und da er trunken war, hieß er die goldenen und silbernen Gefäße  herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte, daß der König mit seinen Gewaltigen, mit seinen Weibern und mit seinen Kebsweibern daraus tränken.

 

Also wurden hergebracht die goldenen Gefäße, die aus dem Tempel, aus dem Hause Gottes zu Jerusalem, genommen waren; und der König, seine Gewaltigen, seine Weiber und Kebsweiber tranken daraus.

 

Und da sie so soffen, lobten sie die goldenen, silbernen  ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.

 

Eben zur selben Stunde gingen hervor Finger, wie einer Menschenhand, die schrieben, gegenüber dem Leuchter, auf die getünchte Wand  in dem königlichen Saal; und der König  ward gewahr der Hand, die da schrieb.

 

Da entfärbte sich der König, und seine Gedanken erschreckten ihn, daß ihm die Lenden schüt-terten  und die Beine zitterten.

 

Und der König rief überlaut, daß man die Weisen, Chaldäer  und Wahrsager  hereinbringen sollte. Und er ließ den Weisen zu Babel sagen: Welcher  Mensch diese Schrift liest und sagen kann, was sie bedeute, der soll mit Purpur gekleidet  werden und eine goldene Kette am Halse tragen und der dritte Herr sein in meinem Königreiche.

 

Da wurden alle Weisen  des Königs hereingebracht; aber sie konnten weder die Schrift lesen noch die Deutung dem König anzeigen.“

 

Niemand von diesen Leuten konnte auch nur irgend etwas darüber sagen; sie waren alle genauso sprachlos wie der König selber.

 

Zu  guter Letzt  wurde Daniel  ausfindig  gemacht und  hereingeführt. Und  Daniel  sagte  dem König, ohne zu zögern:

„....Ich will  die Schrift dem König lesen und anzeigen, was sie bedeutet.“  Daniel 5, 17.

 

Bevor er jedoch über das an der Wand Geschriebene ein Wort sagte, rief er dem König einige Dinge ins Gedächtnis, die dem König bekannt waren.

 

Er sagte ihm: „Herr König, Gott der Höchste hat deinem Vater, Nebukadnezar, Königreich, Macht Ehre und Herrlichkeit gegeben.“   Daniel 5, 18.

 

„Da sich aber sein Herz erhob, und er stolz und hochmütig ward, ward er vom königlichen Stuhl gestoßen und verlor seine Ehre, und ward verstoßen von den Leuten hinweg, und sein Herz  ward gleich den Tieren.....“   Daniel 5, 20.21.

 

„....bis daß er lernte, daß Gott der Höchste Gewalt hat über der Menschen Königreiche und gibt sie, wem er will.“   Daniel 5, 21.

 

„Und du, Belsazer, sein Sohn, hast dein Herz nicht  gedemütigt, ob du wohl solches alles weißt, sondern hast dich wider den Herrn des Himmels erhoben, und die Gefäße seines Hauses hat man vor dich bringen müssen, und du, deine Gewaltigen, deine Weiber und deine Kebsweiber habt daraus getrunken.....“   Daniel 5, 22.23.

 

„...... den Gott aber, der deinen Odem und alle deine Wege in seiner Hand hat, hast du nicht geehrt. Darum ist von ihm gesandt diese Hand und diese Schrift, die da verzeichnet steht.“   Daniel 5, 23.24.

 

Während König Nebukadnezar, sein Sohn und sein Enkelsohn auf diese Weise die Erziehungsmethoden Babylons vorantrieben und verstärkten, und es so seinen Höhepunkt erreichte, gab es all die Zeit über für sie selber, für alle, die in Babylon waren, und für alles, was in Babylon war, eine bessere Erziehung – die wahre Erziehung.

 

Diese bessere und einzig wahre Erziehung war die Ausbildung in der Erkenntnis Gottes.

 

Als Daniel und seine drei Brüder nach  Babylon  gebracht  wurden  und dort in die Universität

gehen mußten, blieben sie ihrem Glauben treu und standen fest  zu dem, was sie über Gott wußten.  Daniel 1, 8-16.

 

Und als die drei Lehrjahre in der Universität zu Ende waren, stellte sich bei der Prüfung heraus, daß sie zehnmal besser waren als all die Magier und  Astrologen des gesamten Königreiches.

 

„Und der König fand sie in allen Sachen, die er sie fragte, zehnmal klüger und verständiger denn alle Sternseher und Weisen in seinem ganzen Reich.“   Daniel 1, 18-20.

 

Es waren jedoch gerade diese Magier, Zauberer und Sternseher usw. – die weisen Männer –   welche die vier jungen Männer unterrichteten. Aber nach strenger Prüfung wurden die jungen Männer als „zehnmal klüger“ befunden gegenüber all den anderen. Das heißt, sie hatten eine zehnmal bessere Kenntnis als ihre babylonischen Lehrer.

 

Dies zeigt, daß die von Gott kommende Erziehung, im Worte Gottes und in der Erkenntnis Gottes, zehnmal besser war als die beste Erziehung, die Babylon zu bieten hatte.

 

Und jene Wahrheit ist niedergeschrieben, damit alle Menschen es für immer und ewig sehen können, daß die Erziehung, die durch die Erkenntnis Gottes gewonnen wird, und  durch das Wort und den Geist Gottes besteht, zehnmal besser ist als alles, was die Welt mit ihren Erziehungsmethoden  vorweisen kann.

 

Deshalb sollte diese große Wahrheit unbedingt angenommen, festgehalten und dem heutigen Babylon bekanntgemacht  werden, genauso wie es auch damals in Babylon zur Zeit Daniels und Nebukadnezars geschah.

 

Heutzutage ist die Erziehung der Welt genauso babylonisch wie sie damals im wirklichen Babylon war, obwohl sie noch nicht ganz bis zur Vollkommenheit entwickelt ist. Auch glaubt man heute, die Erkenntnis Gottes hätte mit Erziehung nichts zu tun, und noch viel weniger denkt man, daß die Erkenntnis Gottes in der Erziehung höher steht als die weltliche Erziehung.

 

Da, wo die Erkenntnis Gottes in der Erziehung überhaupt zugelassen wird, muß es immer mit der weltlichen Erziehung zusammen, und erst zweitrangig zur weltlichen Erziehung hinzu geschehen.

 

Das Wort Gottes  – die Bibel –  ist nach menschlicher Ansicht kein erzieherisches Buch. Wo auch immer dies jedoch  in der Erziehung erlaubt wird, muß es zusammen mit den Unterrichtsbüchern der Welt, und erst zweitrangig zu den Unterrichtsbüchern der Welt  hinzu benutzt werden.

 

Selbstverständlich ist dies nur allzu natürlich, und wird auch erwartet bei der Erziehung, die von der Welt selbst durchgeführt wird. Doch es ist genauso wahr, wenn es um die Erziehung geht, die von den Kirchen durchgeführt wird, von den Kirchen, die sich fest zum „Wort Gottes, dem gesamten Wort Gottes, und nichts anderes als dem Wort Gottes“ bekennen!

 

Man hat herausgefunden, daß heidnische und götzendienerische Literatur gegenüber dem Worte Gottes in der gleichen Ausdrucksweise der Vorrang gegeben wird.

 

Es gibt keine Gemeinde in der Welt, die der Bibel irgendeinen Platz als wirklich erzieherisches Buch einräumt, und noch viel weniger, ihr den höchsten Platz gibt als das eine, einzig wahre Unterrichtsbuch vor allen anderen Büchern, wodurch alle angeleitet werden sollen.

 

Doch genau das ist die Bibel, und das ist ihr rechtmäßiger Platz in der Erziehung. Durch sie – das Wort Gottes –  wurde der Mensch Christus Jesus im Fleisch hervorgebracht. Hierdurch wurden die drei einzelnen Charaktere gebildet  – Hananja, Misael und Asarja –  die in der Krise ihrer Zeit die Welt an ihrem Platz  hielten, die den Befehl des Königs änderten und die Wahrheit für immer aufrichteten.  Daniel 2, 14-18. 28. Durch das Wort Gottes wurde der Charakter Daniels gebildet, der in den verschiedenen kritischen Situationen seiner Tage die Welt an ihrem Platz hielt und sie für alle Zeiten belehrte und erleuchtete.

 

Und wann auch immer dem Wort Gottes der gleiche Platz eingeräumt wird, wird es das gleiche Ergebnis hervorbringen, zu jeder Zeit.

 

Und nachdem der junge König Belsazer und seine Leute, die alle babylonisch erzogen waren, sich absichtlich über diese Erziehung hinweg setzten, fiel Babylon in der gleichen Nacht, und sie alle kamen mit der Stadt um. Der Mann Daniel,  der die einzig wahre Erziehung genossen hatte, stand jedoch überragend und vollkommen sicher mitten in dem Zusammenbruch jenes schrecklichen Untergangs der Stadt Babylon.

 

Und so wird es mit dem jetzigen Babylon gehen. Da wird es jene geben, die, während sie  dem Wort und dem Geist Gottes ihre erzieherische Stellung  und Kraft einräumen, die Erkenntnis Gottes, und den Charakter, der dadurch hervorgebracht wird, besitzen. Und inmitten des großen und prachtvollen babylonischen Festmahls und dem Trinkgelage aus den goldenen Krügen, werden diese das Wort Gottes verkündigen  –  „Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt!“

 

Und wenn diese letzte große Stadt Babylon  „im Sturm verworfen und nicht mehr gefunden werden wird,“ dann werden diese Menschen herausragen und vollkommen sicher mitten in dem Zusammenbruch jenes schrecklichen Untergangs stehen, und sie werden sich erheben und in alle Ewigkeit regieren.

 

IV

 

In diesen Studien ist ausgesagt worden, daß das wirkliche Babylon der Bibel immer ein Geheimnis ist: Es ist  stets das Wirken der unsichtbaren Mächte – die geistlichen und geistigen Kräfte –  der natürlichen Welt, und daß das sichtbare Babylon am Euphrat und in Offenbarung 17 und 18 – jedes Mal der Gipfel des Wirkens dieser Mächte, bis hin zum Äußersten ist.

 

In diesem Studium wird die Wahrheit jener Anschauung so deutlich herausragen, daß niemand scheitern kann, zu erkennen, daß es die Wahrheit ist.

 

In diesem Studium geht es um den König von Babylon.

 

In Jesaja 13 und 14 in „der Last über Babylon“ (Jesaja 13,1), wird über die Zerstörung Babylons gesprochen, und es geht hier um beide, das altertümliche Babylon und das moderne und letzte Babylon.

 

In dem Teil, wo es um die endgültige Zerstörung geht, nimmt  „der König von Babylon“ eine große Stellung ein. Daß der König Babylons einen Platz in der Entwicklung und Zerstörung des letzten Babylons ausfüllen wird, bringt zum Ausdruck, daß der König Babylons die ganze Zeit in dem Babylon der Bibel weiterbesteht, und er immer noch bei ihrem endgültigen Fall dort ist.

 

Wir lesen in einer lebhaft  gezeichneten Beschreibung über ihn, wie er dem letzten Ergebnis seiner Regierung entgegentritt:

 

Als „der Dränger“;

Als „der die Völker schlug im Grimm ohne Aufhören“;

Als „der über die Heiden herrschte“;

Als „der die Welt zittern und die Königreiche beben machte“;

Als „der den Erdboden zur Wüste machte und die Städte darin zerbrach“,

und „der seine Gefangenen nicht los gab“.

 

Inmitten  dieser  großen Belastung,  die „den  König  von  Babylon“ betrifft,  sprengt  die  Be-

schreibung alle Grenzen, und erklärt:
„Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefällt, der du die Heiden schwächtest!

Gedachtest du doch in deinem Herzen: ‚Ich will in den Himmel steigen und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen;

Ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden;

Ich will über die hohen Wolken fahren und gleich sein dem Allerhöchsten.

Ja, zur Hölle fährst du, zur tiefsten Grube.

Jesaja 14, 4-17.

 

Und da ist der König von dem Babylon  der Bibel. Dies wird bestätigt in anderen Zusammenhängen.

 

Während das Babylon am Euphrat die Summe war von allem, was die Welt auf die Beine bringt, Regierung, Königtum, Weltherrschaft – Macht, als „das schönste unter den Königreichen,“  und unter allem, was durch Erziehung, Kunst und Mode „die Herrin der Königreiche“  bilden konnte, gab es eine andere Stadt, die vor der Macht Babylons fiel, die in einer besonderen  Form den Triumph davontrug  und eine große Wahrheit veranschaulichte. Dies war die Stadt Tyrus, die seinerzeit die Königin des Welthandels, die Herrin von ausgedehntem Handels- und Verkehrswesen war, und die Geschäftsgeist besaß.

 

 

Tyrus war „die Allerschönste“,  (Hesekiel 27,3)

„Die Krone“,  (Jesaja 23, 8)

„Der Markt der Völker“,  (Jesaja 23, 3)

„Die mit vielen Inseln der Völker handelt“,   (Hesekiel 27, 3)

„Deren Kaufleute sind Fürsten“,   (Jesaja 23, 8)

„Deren Krämer sind die Herrlichsten im Lande“,   (Jesaja 23, 8).

„Alle Schiffe im Meer und ihre Schiffsleute fand man bei dir; die hatten ihren Handel in dir“,  (Hesekiel 27, 9)

„Und hast allenthalben in den Inseln gehandelt“,   (Hesekiel 27, 15)

 

Mit ihrem Handelswesen  belieferte sie ständig einen fortwährenden Weltmarkt.  (Siehe Hesekiel 27 und Jesaja 23).

 

Und „der König“ dieses Welthandels und Geschäftsstolzes wird beschrieben in einem: „So spricht der Herr Herr:

 

„Du bist ein reinliches Siegel, voller Weisheit und aus der Maßen schön.

 

Du bist im Lustgarten Gottes und mit allerlei Edelsteinen geschmückt – mit Sarder, Topas, Demant, Türkis, Onyx, Jaspis, Saphir, Amethyst, Smaragd und Gold.

 

Du bist wie ein Cherub, der sich weit ausbreitet und decket; und ich habe dich auf den heiligen Berg Gottes gesetzt, daß du unter den feurigen Steinen wandelst.

 

Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, da du geschaffen wurdest, bis sich deine Missetat gefunden hat.

 

Denn du bist inwendig voll Frevels geworden vor deiner großen Hantierung (Handel) und hast dich versündigt.....“  Hesekiel 28, 12-16.

 

Deshalb ist Satan der König von Welthandel, Weltstolz, Weltgröße, Weltpracht, Weltmacht, von denen Babylon die Summe und das Symbol ist. Er ist der König von dem Babylon der Bibel.

 

Diese Wahrheit wird des weiteren bestätigt in der Geschichte des letzten Babylons – das Babylon aus Offenbarung 17 und 18.

 

Dieses letzte Babylon setzt sich zusammen aus der gefährlichen Verbindung der wilden Tiere mit der zügellosen Frau – das Tier, auf dem die Frau sitzt.

 

Der Thron, die Macht und die große Befehlsgewalt  dieses Tieres  wird ihm gegeben von „dem Drachen.“

 

Und es ist der Thron und die Macht und die Befehlsgewalt des „Drachen selber“, die auf diese Weise gegeben wird.   Offenbarung 13, 2.

 

Und der große Drache „ist die alte Schlange, die da heißt Teufel und Satan.“

Offenbarung 12, 9;  20, 2.

 

Von jener Vereinigung  des Raubtieres mit der zügellosen Frau, ist es „die Frau“, welche das anfeuernde, kontrollierende, leitende und herrschende Element darstellt, denn sie ist es, die auf dem Tier reitet.

 

Und so ist es sehr einleuchtend, daß an ihrer Stirn die Inschrift steht, die die ganze Verbindung charakterisiert  –

„Babylon die Große – das Geheimnis.“

 

Und weil es Satan ist, der dieser Verbindung von dem Tier und der darauf reitenden Frau den Thron, die Macht und die Befehlsgewalt gibt, wodurch das letzte Babylon symbolisiert wird,

erklärt dies erneut und zur Genüge,  daß der König des Babylons der Bibel Satan ist.

 

Wenn dieses Babylon für alle Zeiten „das Geheimnis“ und „das Geheimnis der Bosheit“ ist, dann ist der König dieses Babylons ganz eindeutig der König dieses „Geheimnisses“, und kann niemand anderes als Satan sein.

 

Das Babylon der Bibel ist der Gipfel des Wirkens der geistlichen und geistigen Mächte der natürlichen Welt, was die Schrift immer wieder ausdrückt in den Worten „die Welt“, diese Welt“, oder „diese gegenwärtige böse Welt“,  wovon „der Fürst“ und „der Gott dieser Welt“  „der Geist ist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens.“

(Epheser 2, 2;  Jakobus 4, 4;  1. Joh. 2, 15-17;  Joh. 14, 30;  2. Kor. 4, 3-4;  Apg. 26, 17-18).

 

Und weil diese Mächte satanisch sind, folgt daraus als die absolute Wahrheit, daß Satan der König des Babylons der Bibel ist.

 

Das nächste Studium  zu diesem Thema wird sein: Heraus aus Babylon!

 

 

 

V

 

„Das Geheimnis, Babylon die Große“ stellt immer die unsichtbaren Mächte der natürlichen Welt dar.

 

Der „König Babylons“ ist der König dieser Mächte: „Der Herrscher der Finsternis in dieser Welt“, der Fürst , der in der Luft herrscht“, „der Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens“, „der Fürst dieser Welt“ –  Satan.

 

Babylon ist ganz offenkundig  und unverkennbar das endgültige  Ergebnis des Wirkens dieser Mächte bis hin zum Äußersten, in allem, was sie tun können nach ihrem eigenen Willen und auf ihre eigene Art und Weise.

 

Babylon ist immer gegen Gott gerichtet, wie die natürliche Gesinnung immer in Feindschaft gegen Gott  steht,  und  nicht dem Gesetz Gottes  untertan  ist  und es auch  niemals sein kann.

Und da wir die Prinzipien von Babylon kennen, und wissen, was aber das endgültige Resultat des Wirkens dieser Elemente und Mächte ist, reicht diese Warnung aus für alle, die achtgeben und verstehen, daß man davor fliehen soll, egal in welcher Phase ihrer  Entwicklung Babylon  sich offenkundig macht.

 

Natürlich sind diese Elemente und Kräfte bei jeder Gelegenheit am Wirken, und in diesem Sinne ist Babylon stets gegenwärtig auf der Erde und in den Angelegenheiten der Menschen und der Welt.

 

Doch das Babylon, das in der Bibel besonders geschildert und behandelt wird, ist das Babylon auf seinem Höhepunkt und in seinem Ruhm, die Welt zu regieren, mit der ganzen Welt zusammen, religiös oder zivil, organisiert und zentralisiert unter seiner Befehlsgewalt.

 

Dies wird für jeden vollkommen klar sein, der sorgfältig Daniel 2 – 5; Jesaja 13  und 14; Jeremia 50 und 51 und Offenbarung 17 und 18  liest.

 

Zweimal im Verlauf der Weltgeschichte erlangt Babylon diese Stellung und Macht, und beide Male ist dieser Höhepunkt der Macht und des Ruhmes das Zeichen ihres tiefen Falles und  vollkommenen Untergangs.

 

Und an diesem Punkt seiner Macht  und seines Ruhms, seines Stolzes und seiner überheblichen Prahlerei darüber, wird sein Fall verkündet, und die Menschen sind gewarnt und aufgefordert und genötigt, aus Babylon zu fliehen, damit sie nicht Teilhaber ihrer Sünden werden, und  daß sie nicht bei ihrer Vernichtung umkommen, denn es ist das Strafgericht Gottes über diese Stadt.                                                                                                                                                                                                  

 

Lest bitte Jeremia 50, 8;  41, 6  mit Offenbarung 14, 8;  15, 2.3.  Daniel 5, 2-5 mit Offenbarung 17, 3; 7-8.  Jesaja 47, 7-11 und  Jeremia 51, 63-64 mit Offenbarung 18, 21.

 

Was bedeutet es, in diesem Fall aus Babylon heraus zu sein?

 

Wenn Babylon die ganze Welt einschließt, mit all den Naturgewalten  und Kräften der ganzen Welt, dann ist es vollkommen klar, daß aus Babylon heraus zu sein, nichts weniger als das bedeutet, aus der Welt heraus zu sein.

 

Wenn Babylon aus den Mächten und dem Ergebnis des Wirkens der Mächte, der natürlichen Gesinnung und der natürlichen Welt – geistlich und geistig – besteht, dann ist es deutlich genug, daß aus Babylon heraus zu sein nichts anderes bedeutet, als heraus aus dem natürlichen zu sein: heraus aus dem Bereich der natürlichen Welt. Es bedeutet, vollkommen befreit  und getrennt zu sein von all den Elementen und Mächten der natürlichen Gesinnung und  dem falschen Geist, der nicht dem Gesetz Gottes untertan ist und es auch niemals sein kann.

 

Wenn das Gebiet und Königreich Babylons so etwas ist, und wenn „der König von Babylon“ der wahre und angemessene König  jenes gesamten Bereiches  ist, und ist einzig und allein Satan, dann ist die Schlußfolgerung, daß aus Babylon heraus zu sein, nur bedeutet,  aus dem Bereich, der Herrschaft und der Macht Satans heraus zu sein.  

 

Auf Grund dieser klaren Wahrheitspunkte ist es ebenso deutlich, daß in oder aus Babylon heraus zu sein überhaupt nicht abhängig ist von einem Platz oder Standort, sondern es hängt gänzlich von dem Zustand ab – dem Zustand des Geistes, des Verstandes und des Herzens.

 

Was den Platz  (Standort) anbetrifft, befanden sich Daniel und seine drei Brüder in Babylon. Hinsichtlich des Zustandes jedoch – im  Geist, mit dem Verstand und mit dem Herzen, von den Gedanken, Wünschen und Zielen her gesehen – waren sie so weit entfernt von Babylon, wie der Himmel von der Erde entfernt ist.

 

Und so war Daniel, was den Platz anbelangt, eigentlich leiblich und in Person in der Stadt Babylon zu dem Zeitpunkt ihres schrecklichen Untergangs. Was jedoch den Zustand anbetrifft, war er so vollkommen aus Babylon heraus, daß er sogar inmitten des Zusammenbruchs der Stadt so weit entfernt von allem war, und in gewissem Sinne über allem stand, so daß er sich in völliger Sicherheit befand. Und das – nur das – bedeutet es, für alle Zeiten aus Baby-lon heraus zu sein.

 

Doch so deutlich und wahrheitsgetreu  dies ist, behandeln diejenigen, die zur gegenwärtigen Zeit viel Aufhebens machen und predigen:  “Geht heraus aus Babylon“,  es vielmehr als eine Angelegenheit des Platzes, anstatt des Zustandes: so sehr und so wirklich, als machten sie eigentlich daraus eine physische Sache, anstatt eine geistliche.

 

Indem sie daran festhalten, daß die Kirche von Rom Babylon ist,  korrekt genug,  rufen sie mit großer Dringlichkeit die Leute aus jener Kirche heraus und in eine andere hinein, die ganz genau auf den gleichen Prinzipien aufgebaut ist, und nach dem gleichen Muster vorgeht wie die Kirche Roms; und dann erzählen sie ihnen, daß sie „aus Babylon heraus“ sind!

 

Es ist lächerlich, und es wäre komisch, wenn es sich hierbei nicht um Dinge handeln würde, die die Seele und die Ewigkeit betreffen; aber so ist es bemitleidenswert, und Menschen sind blind und werden irregeführt. Man muß mit ansehen, wie Menschen eine „Gemeinde“ aufbauen, die in ihren Prinzipien, im Geist und in ihrer Tätigkeit genau dem Vorbild der „römi-

schen Kirche“ nacheifert. Dazu schreien sie laut: „Geht heraus aus ihr, geht heraus aus ihr!“

Und im nächsten Atemzug murmeln sie zärtlich: „Kommt hier herein, kommt hier herein!“

 

Und es ist bloße  geistliche Schlauheit und Gerissenheit, zuerst eine „Gemeinde“-Struktur, wie all die anderen Kirchen sie haben, aufzubauen, und die Leute zu lehren, daß in der Heiligen Schrift eine „Kirche“ als „Frau“ dargestellt wird, und daß Babylon  die Mutter mit ihren  Töchtern ist  – Rom und die anderen „Kirchen“, –   und die Leute aus all den anderen „Kirchen“ herauszurufen und in diese eine herein, und ihnen dann zu versichern, daß sie auf diese Weise „heraus aus Babylon“ sind.

 

Menschen von all den anderen „Kirchen“ wegzurufen, weil sie durch diese befleckt werden  (Offenbarung  14, 4), und in diese eine hinein zu rufen, die doch genau wie all die anderen oder sogar noch schlimmer ist,  und sie dann mit dem falschen  Bericht  zu  täuschen, daß „diese“ Leute von ihrer „Gemeinde“ „nicht mit Frauen befleckt sind“ – so als ob ihre „Gemeinde“ keine „Frau“ sei – ist nichts weniger als der große Betrug und die vollständige Verwirrung, die Babylon eigen sind.  

 

Die Wahrheit ist, daß irgendeine und jede menschlich errichtete und „organisierte“ „Kirche“ von der Bibel her eine „Frau“ ist, und sie gehört zu  Babylon „der Mutter“ und ihren Töchtern, und ist befleckt. Und aus einer von diesen heraus zu sein, und in eine andere von ihnen hineinzukommen, bedeutet nicht, überhaupt aus Babylon draußen zu sein.

 

Nein, laßt es uns wiederholen, ja für alle Zeiten wiederholen, daß:

 

Um aus Babylon heraus oder in Babylon drinnen zu sein, ist keine Frage des Platzes oder des Standortes, sondern einzig und allein des Zustandes – Zustand des Geistes, des Verstandes und des Herzens. Es hängt mit dem Willen, dem Verlangen, der Denkweise und der Absicht zusammen.

 

a.   Babylon  schließt ein und ist „die Welt“, der Geist und die Grundsätze „der Welt“, die gemeint sind in der Heiligen Schrift,  wenn es heißt:

 

„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.“  1. Joh.2, 15.16.

 

„Wisset ihr nicht, daß der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.“  Jakobus 4, 4.

 

Und so bedeutet, aus Babylon heraus zu sein, aus der Welt heraus zu sein. Und das ist nur das einfache Christentum von Christus –

 

„Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe.....“

Joh. 15, 19.

 

„Denn sie sind nicht von der Welt, wie denn auch ich nicht von der Welt bin.“  Joh.17, 14.16.

 

„Denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.“  1.Joh.4, 17.

 

Babylon ist das Reich, wo die Mächte der „Welt“ mit ihrer natürlichen, angeborenen Gesinnung am Wirken sind.

Und aus Babylon heraus zu sein, bedeutet, aus all dem heraus zu sein, und das Reich  anzunehmen, wo die Mächte der geistlichen Gesinnung am Wirken sind. Solch eine Gesinnung, die auch in Christus Jesus war, und die ER als Gabe Gottes für das Werk einbrachte, mit dem Aufruf an alle:

 

„Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war; welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, nahm er’s nicht als einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden.“  Philipper 2, 5-7.

 

„Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn dafür gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“  1.Joh.5, 20.

 

c.   Babylon ist das Reich, in dem Satan herrscht, der „König von Babylon.“  Jesaja 14, 1-15.

 

Und aus Babylon heraus zu sein, bedeutet, das Reich Satans verlassen zu haben, und nicht mehr unter seiner Herrschaft und Macht zu stehen. Dies ist einzig und allein die Wahrheit des selben ursprünglichen und ewigen Evangeliums; und Paulus erhielt den Auftrag von Christus, es zu predigen.

 

„Und ich will dich erretten von dem Volk und von den Heiden, unter welche ich dich sende, aufzutun ihre Augen, daß sie sich bekehren von der Finsternis zu dem Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott, um zu empfangen Vergebung der Sünden und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich.“  Apg. 26, 17.18.

 

Das, all das, und nur das, ist es, was „heraus aus Babylon“ bedeutet. Schließlich: Der Gedanke muß festgehalten und niemals auch nur für einen Augenblick losgelassen werden, daß –

 

es nur die „Stimme vom Himmel“ ist, die irgend jemanden aus Babylon herausruft oder  je-manden, wie auch immer, herausrufen kann.  Offenbarung 18, 4.

 

Wahrhaftig, diese Stimme wird durch den Dienst der Menschen gehört werden. Doch sollte diese Stimme in dem Dienst der Menschen nicht vernommen werden, dann ist dort kein wirklicher Aufruf gegeben, aus Babylon herauszugehen.

 

Wenn jene Stimme von allen Menschen vernommen wird, und jeder einzelne darauf antwortet, und dadurch wirklich aus Babylon herauskommt, dann wird er auf höheren Grund ge-stellt, höher als irgend etwas, wozu eine Stimme von der Erde jemals aufrufen kann.  Er wird ausschließlich berufen, auf himmlischem Grund zu stehen, himmlische Gemeinschaft zu haben und zur himmlischen Gemeinde zu gehören.

 

Das heißt:  „Zu dem Berge Zion,

zu der Stadt des lebendigen Gottes,

dem himmlischen Jerusalem,

und den vielen tausend Engeln,

und zu der Versammlung und Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind,

und zu Gott, dem Richter über alle,

und zu den Geistern der vollendeten Gerechten,

und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus,

und zu dem Blut der Besprengung, das da besser redet als Abels Blut.“

Hebräer 12, 22-24.

 

Und das ist es, was „heraus aus Babylon“ bedeutet.

 

Höre auf die „Stimme vom Himmel“, gehorche ihr und folge ihr mit gläubigem Herzen, wenn sie spricht:

 

„Gehet aus von ihr, meinVolk!“

 

VI

 

 

Wir haben das Babylon der Bibel studiert. Wir haben herausgefunden, was es heißt, aus Babylon heraus zu sein. Wir haben herausgefunden, daß nur „die Stimme vom Himmel“ wirklich  irgend jemanden aus Babylon herausrufen kann.

 

Und wenn diese Stimme vom Himmel Menschen aus Babylon herausruft, dann werden sie ausschließlich zu himmlischen Plätzen, himmlischen Dingen und himmlischer Gemeinschaft berufen.  Und damit sind sie von der irdischen und weltlichen Stadt Babylon hinweg zu der himmlischen und göttlichen Stadt Jerusalem gerufen.

 

Nach der Bibel gibt es eigentlich zwei Mutter-Städte. Diese sind:

 

„Babylon, die Mutter der Huren und aller Greuel auf Erden.“  Offenbarung 17, 5.

 

„ Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; die ist unsere Mutter.“  Galater 4, 26.

 

Wenn Gott in alten Zeiten sein Volk aus Babylon herausrief,  dann sagte Er:

 

„Fliehet aus Babel, damit ein jeglicher seine Seele errette, daß ihr nicht untergehet in ihrer Missetat!“  Jeremia 51, 6.

 

„Ziehet heraus, mein Volk, und errette ein jeglicher seine Seele.... Gedenket des Herrn in fernem Lande und lasset euch Jerusalem im Herzen sein!“   Jeremia 51, 45-50.

 

Und wenn Er jetzt sein Volk aus dem gegenwärtigen und letzten Babylon  herausruft, geschieht es immer noch, um „Jerusalem ins Herz kommen zu lassen.“

 

Denn „ihr seid gekommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem.“  Hebräer 12, 22.

 

Jerusalem in Palästina war immer nur die Darstellung von dem „Jerusalem, das droben ist.“ Sein Berg Zion mit seinem König auf dem Thron seiner Herrlichkeit, sein Tempel mit der Priesterschaft, seine Dienste und Ämter waren alle nur „Abbildungen“ und Muster von dem himmlischen Jerusalem mit seinem Berg Zion und seinem König auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und seinem Tempel mit seiner Priesterschaft, seinen Diensten und seinen Ämtern.

 

Das altertümliche Babylon konnte niemals ruhen, bis es nicht vor allen sonstigen Dingen  Jerusalem, und wozu es in der Welt bestimmt war, überwältigt, in den Schatten gestellt und verwirrt hatte. Und die Blindheit und Bosheit der Bewohner des alten Jerusalem trugen dazu bei, diese Sache zu vollbringen.

 

So konnte auch das geistliche Babylon niemals  ruhen, bis es das geistliche und himmlische Jerusalem besiegt und vollkommen verfinstert hatte, und bis es alleine als „die ewige Stadt“ dastehen würde. Und wieder  trug das bekenntliche Volk des neuen Jerusalem und der rechtmäßigen „ewigen Stadt“ durch seine Blindheit dazu bei, diese böse Sache durchzuführen.

 

Doch in alter Zeit gab es ein paar Gläubige, welche inmitten all dieser Verwüstung, Gefangenschaft und Verfolgung, die durch  Babylon und die Vergeßlichkeit  des bekenntlichen Volkes Gottes herbeigeführt wurden, Jerusalem niemals vergaßen.

 

Während seiner Gefangenschaft in Babylon „fiel Daniel des Tages dreimal auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er denn bisher zu tun pflegte. Und er hatte in seinem Obergemach offene Fenster gegen Jerusalem hin.“  Daniel 6, 11.

 

„An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.“

 

„Unsere Harfen hingen wir an die Weiden, die daselbst sind.“

 

„Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: ‚Singet uns ein Lied von Zion!‘ “

 

„Wie lange sollten wir des Herrn Lied singen in fremden Landen?“

 

„Vergesse ich dein, Jerusalem, so müsse meine Rechte verdorren!“

 

„Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht  Jerusalem meine höchste Freude sein lasse.“

Psalm 137, 1-6.

 

Während der Zeit des späteren und letzten Babylons wird es genau so sein. Immer hat es einige Gläubige gegeben, die an Jerusalem gedachten als ihre höchste Freude, und die durch all die Wolken, Verwirrungen und Dunkelheit und den Gifthauch des untergehenden Babylons niemals Jerusalem, welches droben ist, unserer aller Mutter, aus den Augen verloren haben.

 

Und sowohl in alter Zeit, wie auch in der letzten Zeit, wenn all die bekenntlichen Kinder Got-tes und Jerusalems so treu und fromm  in ihrem eigenen Land gewesen wären bzw. sein würden wie diese wenigen im fremden Land, dann wären sie überhaupt niemals nach Babylon gekommen, und Jerusalem hätte stets an seinem eigenen Platz und in seiner eigenen Bedeutung als die Herrlichkeit Gottes und die Freude der Welt dagestanden.

 

Und jetzt in der Zeit der Vorbereitung für das endgültige Verlassen des letzten Babylons für immer und ewig, ist die Zeit durchaus gekommen, wo jeder, der aus Babylon fliehen will, Jerusalem in sein Herz kommen lassen muß, und dies so wirklich und so völlig, daß er auch in tiefster Aufrichtigkeit sagen kann:

 

„Vergesse ich dein, Jerusalem, so müsse meine Rechte verdorren! Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“  Psalm 137, 5.6.

 

Dieses Jerusalem, welches droben ist, welches frei ist, und welches die Mutter aller aufrichtigen Kinder Gottes ist – dieses Jerusalem ist und war immer das einzig wahre Jerusalem.

Dies ist die wahre ewige Stadt – „die Stadt des lebendigen Gottes.“  Hebräer 12, 22.

 

Dies ist die Stadt Abrahams, der „ein Freund Gottes“ war und „der Vater von all denen, die Glauben haben,“ die Stadt, nach der er ausschaute, „die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist.“  Hebräer 11, 10.

 

Hier ist der wahre Berg Zion, wo Gott seinen König auf den heiligen Berg gesetzt hat. „Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.“  Psalm 2, 6.

 

„Groß ist der Herr und hochberühmt in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berge. Schön ragt empor der Berg Zion, des sich das ganze Land tröstet; an der Seite gegen Norden liegt die Stadt des großen Königs. Gott ist in ihren Palästen bekannt, daß er der Schutz sei.“

Psalm 48, 1-4.

 

„Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes.“  Psalm 87, 3.

 

„Und ihre Mauer war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Golde, gleich dem reinen Glase.“ Offenbarung 21, 18.

 

„Und die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelgestein.“

Offenbarung 21, 19.

 

„Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, und ein jegliches Tor war von einer einzigen Perle.“ Offenbarung 21, 21.

 

„Und die Gassen der Stadt waren lauteres Gold wie durchscheinendes Glas.“  Offenbarung 21, 21.

 

„Und der Thron Gottes und des Lammes wird darinnen sein.“  Offenbarung 22, 3.

 

„Und er zeigte mir einen Strom des lebendigen Wassers, klar wie Kristall, der ausgeht von dem Thron Gottes und des Lammes.“  Offenbarung 22, 1.

 

„Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, daß sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“  Offenbarung 21, 23.

 

„Und man wird die Pracht und die Herrlichkeit der Völker in sie bringen. Und wird nicht hineingehen irgendein Unreines und nicht, der da Greuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes.“  Offenbarung 21, 26.27.

 

„Und sie werden sehen sein Angesicht, und sein Name wird an ihren Stirnen sein.“  Offenbarung 22, 4.

 

„Und wird keine Nacht mehr sein, und sie werden nicht bedürfen einer Leuchte oder des Lichts der Sonne; denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“  Offenbarung 22, 5.

 

Dort sind  Tausende von  Engeln. Dort gibt es einen Platz der allgemeinen Versammlung, wo alle intelligenten Wesen des Universums zusammenkommen, die Gemeinde derer, die von hohem Stand sind, und die im Himmel geschrieben stehen.

 

Dort ist Gott, der lieblichste und gnädigste Richter aller.

 

Dort werden die Geister der gerechten Menschen vollkommen gemacht. Dort ist Jesus, der Mittler des Neuen Bundes. Und dort ist das Blut der Besprengung, das da besser redet als Abels Blut.

 

Dort sind die himmlischen Mitarbeiter und  Vereinigungen, von dem himmlischen Jerusalem dargebracht und eingebracht, wozu alle aufgerufen werden, die  durch die Stimme vom Himmel aus Babylon, der Mutter der Greuel und der Verwüstung auf der Erde,  herausgerufen worden sind.

 

Dieses sind einige der herrlichen Dinge, von denen im Zusammenhang mit der Stadt Gottes, dem himmlischen Jerusalem, gesprochen wird.

 

Und dies ist das Jerusalem, das in das Herz eines jeden hereinkommt, der aus Babylon herausgeht und seine Seele errettet vor dem  grimmigen Zorn des Herrn, der bald für immer und ewig jene unübertroffen böse Stadt in den Abgrund stürzt.

 

„Fliehet aus Babylon......... Gedenket des Herrn in fernem Lande und lasset euch Jerusalem im Herzen sein!“   Jeremia 51, 45-50.

.

 

*****

***

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Babylon zum Neuen Jerusalem.