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  6 Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk,
7 und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!
Offenbarung 14,6-7
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Ein Appell an alle aufrichtigen Christen:

Strebt nach wahrem Christentum!

 

Vorwort

 

Dies vorliegende Büchlein von A.T. Jones ist zur gegenwärtigen  Zeit aktueller als jemals zuvor. Er ist wie viele andere vor  und  nach ihm, durch die Erfahrung gegangen, die er so deutlich beschreibt. Als er sah, wohin das Organisationswesen in der Gemeinde führt, erkannte er die große Gefahr, die davon ausgeht, wenn Menschen eine leitende Stellung in der Gemeinde innehaben. Immer wieder warnte er davor, und wies darauf hin, Gott als den einzigen König und Regierer in unser Leben eintreten zu lassen; aber leider stieß Jones damit ständig auf Widerstand; denn das menschliche Trachten ist seit Jahrhunderten und Jahrtausenden nahezu unverändert auf menschliche Führerschaft ausgerichtet, ob es dabei nun um Kirchen, religiöse Gemeinschaften, Politik oder was auch immer geht.  Es paßt einfach nicht in die gewohnte Denkweise der meisten Menschen hinein, den unsichtbaren Gott als den einen wahren Führer zu akzeptieren. So wurde die Einstellung von A.T. Jones als feindlich abgestempelt, und er wurde dementsprechend als „Feind der Gemeinde“ behandelt.

 

Deshalb appelliert er an alle aufrichtigen Christen, nach wahrem Christentum zu streben, wo Christus der Herr und Meister ist und bleibt, und wo es nicht mehr um menschliche Machtausübung geht, unter welchem Deckmantel sie auch immer ausgeübt wird. Jesus selbst sagte ja: „Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder.  Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte unter euch soll euer Diener sein.“ (Matth.23, 8.10.11).

 

Wäre Christus das alleinige Haupt jedes einzelnen Christen, dann wäre er auch das einzige Haupt in der Gemeinde, und die wahre, christliche Gemeindeordnung würde sich automatisch ergeben.  „Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde...“ (Kol.1,18). „Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Christi Glieder sind?“ (1.Kor.6,15). „Denn wir sind Glieder seines Leibes.“ (Eph.5,30).

 

Jedes Glied könnte seiner Fähigkeit entsprechend eine Aufgabe übernehmen, um der Gemeinde zu dienen. Es ist mit unserem menschlichen Körper zu vergleichen, wo alles vom  Gehirn gesteuert wird, und jedes einzelne Glied eine unterschiedliche, ganz bestimmte Funktion ausführt. „Ihr seid aber der Leib Christi und Glieder, ein jeglicher nach seinem Teil.“ (1.Kor.12,27).  „Denn gleicherweise wie wir an einem Leibe viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder einerlei Geschäft haben....“ (Römer 12,4).

 

Halten wir uns diese Worte der Heiligen Schrift mit allem Ernst vor Augen, erkennen wir, daß die Nichtbefolgung dieses göttlichen Wortes unweigerlich zum „Geheimnis der Bosheit“ führt, nämlich: Der Mensch an der Stelle Gottes. Ist es nicht an der Zeit, daß wir alles tun sollten, um diesem Geheimnis der Bosheit nicht länger Raum zu schenken? Sollten wir nicht  jetzt schon hier auf dieser Erde wirklich Christus unsern Herrn sein lassen, da er doch sowieso unser Herr und Meister ist!? Können wir nicht dadurch seine Wiederkunft  beschleunigen und herbeiführen?

 

Dörte Hankel

Übersetzerin

 

Verzeichnis


Stellungnahme zu dem Fall                                               ....................   3
Das Wesen jener Handlungsweise                                      ..................    4
Richter in ihrem eigenen Fall                                              ...................   8
Was bedeutet es, einen „Guten Stand“ zu haben?             ................... 10
Sonst noch Etwas                                                                .................... 12
Ist es eine feindselige Gesinnung?                                     .................... 14
Was ist das Organisierte Werk?                                           ................... 21
Die „Mosaische Ordnung“ im zweiten Jahrhundert             ....................22
„Drei Große Systeme“                                                           ................... 24
Die Evangeliums-Ordnung                                                    .................... 27
Die neutestamentliche Ordnung abgelehnt                         .....................28
„Gewissenszwang“ oder „Die Denkweise gefügig machen“ .................... 29
Es ist nicht in Wirklichkeit Protestantisch                           .................... 34
Kirchliche Vereinigung                                                          ................... 36
Schlussfolgerung                                                                   .................... 37

Nachwort                                                                              .................... 41
 

 

 

 

 

Ein Appell an alle aufrichtigen Christen:

Strebt nach wahrem Christentum!

 

Von A.T. Jones

 

 

„Ein Mensch, der die Wahrheit ausspricht, bricht sich sein Genick.“  Johannes Hus

 

 

Dieser Appell ist als Antwort auf Grund vieler Nachfragen aus allen Teilen des Landes gedruckt worden. Er besitzt weder den „Erlaubnisschein“ irgendeines offiziellen kirchlichen Oberhauptes, noch den „Stempel“ irgendeines Verlagshauses. (Siehe: Seite 29-32). Er muß auch keine Erlaubnis haben; denn es ist die Wahrheit; wie jeder sie erkennen kann, der ehrlich darauf bedacht ist, nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit wissen zu wollen. Außerdem, da ja die gesamte Delegation der S.T.A.-General Konferenz fast zwei Stunden lang zugehört hat, als dieser Appell verlesen wurde, sollte dies genügend Sicherheit bieten, daß alle anderen die gleiche Freiheit haben, es für sich selber zu lesen.*

 

Der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in Takoma Park, Washington D.C., vorgelegt am 27. Mai 1909.

 

An die General-Konferenz-Versammlung der Siebenten-Tags-Adventisten:

 

Grußwort: „ Friede sei mit euch und Friede zu dieser Zeit.“

Ich habe appelliert und wende mich hiermit gegen das Vorgehen und die Handlungsweise eurer Exekutiv-Komitee-Ratsversammlung in Gland, Schweiz, vom 10. bis 24. Mai 1907, und gegen jene Entscheidung und Handlung, wie sie in einer Mitteilung vom 17. Juni 1907 an mich zum Ausdruck gebracht und offiziell am 27. Juni 1907 im Review and Herald veröffentlicht wurde.

 

Ich tue dies, weil die Organisationsform der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinschaft, von der diese Konferenz-Versammlung der Höhepunkt ist, es um der Gerechtigkeit willen verlangt, daß ich es tun sollte. Was die Form der Organisation anbelangt, ist eure ein Regierungs-System; so wie ein Konferenz-Präsident es erklärte: „Ein politisches System.“ Ihr habt „eine Verfassung“ und „Gemeinde-Satzungen.“ Ihr habt eine „Leitung“ oder „Regierung“. Ihr habt „Verwaltungs-Hauptquartiere,“ usw. Gemäß eurer Organisationsform ist das Exekutiv-Komi-tee von euch eingesetzt, um eure geschäftlichen Angelegenheiten zwischen euren Sitzungsperioden durchzuführen. Deshalb ist dies Exekutiv-Komitee, ob es nun die Form oder das Prinzip betrifft, von euch ins Leben gerufen worden und in jeder Beziehung euch untergeordnet.

 

Darum kann prinzipiell keine Entscheidung oder Handlung dieses Komitees als absolut und endgültig betrachtet werden. Aus Prinzip, und unter eurer Organisationsform, ist jede Entscheidung und jede Handlung des Komitees Gegenstand zur Überprüfung, Bearbeitung oder Aufhebung durch diese Körperschaft. Deshalb ist grundsätzlich jede Entscheidung und jede Handlung des Komitees der Anfechtung durch jegliche Person, die irgendeine Entscheidung oder Handlung des Komitees in Frage stellen möchte, unterworfen.

 

 

*Es wurde keine Zeit bewilligt, um tatsächlich alles zu lesen, was in diesem Fall geschrieben wurde und hier gedruckt ist. Es ist alles hier angegeben, mit einigen zusätzlichen Themen über Sachen, die in der General-Konferenz geschehen sind. Diese zusätzlichen Abschnitte sind in Klammern beigefügt.

Und besonders, wenn es  wie in diesem Fall, gerade um die fundamentalen und sogar die elementaren Grundprinzipien  der Gerechtigkeit oder der Verfahrensweise sowie der christlichen Ordnung geht. Das ist der Grund, warum ich diesen Appell vorbringe.

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Stellungnahme zu dem Fall

 

Es ist angebracht, daß ich zuallererst die Sache erklären muß.

 

Im Jahre 1902 konnte ich der Handlungsweise und dem beabsichtigten Kurs einiger Glieder des zu jener Zeit bestehenden Exekutiv-Komitees der General-Konferenz nicht zustimmen. Ich war voll und ganz im Recht, dies zu tun.

 

Während einer Tagung der General-Konferenz im Frühjahr des Jahres 1903, erhob ich Einspruch gegen die beabsichtigte Veränderung in der General-Konferenz-Ordnung von 1901; und ich wandte mich gegen die vorgeschlagene neue Verfassung, durch welche die geänderte Ordnung von 1901 durchgesetzt werden sollte. Auch hierin war ich voll und ganz im Recht, dies zu tun.

 

Im Herbst des Jahres 1903 ging ich zum Battle Creek-Sanatorium, um Bibelunterricht zu geben, das Evangelium zu predigen, und um mich bei der allgemeinen Arbeit jener Institution einzusetzen. Dies zu tun, war ich auch voll und ganz berechtigt.

 

Während ich mich immer noch gegen die veränderte Ordnung von 1901 stellte, erhob ich ganz einfach Einspruch, ohne irgendeine Feindseligkeit, was auch immer die neue Ordnung der Dinge war. Es war nicht mein Wunsch, irgendeinen eigensinnigen Widerstand dagegen zu leisten. Außerdem, was mit meiner dortigen Stellung oder Arbeit verbunden war, gab es nichts, das irgendeine eigensinnige Richtung in diesem Zusammenhang erforderte.

 

Dies war jedoch nicht befriedigend für einige Leute, die in Verbindung mit der General-Konferenz standen und dort eine Stellung innehatten. Deshalb wurde ich durch diese zweimal aufgefordert, im Namen „der Leute“,  daß ich „die Leute“ wissen lassen sollte, wo ich stünde; denn meine „allgemeine  Einstellung“ hatte „viele unserer Leute in hohem Maße durcheinander gebracht“. Es ist erforderlich, daß ich euch die Tatsachen darlege, so daß ihr dies nachprüfen könnt, wenn ihr wollt.

 

Die erste dieser Einwendungen wurde nicht direkt gegen mich erhoben. Wenn es so gewesen wäre, dann hätten die Leute, im Hinblick auf die Quelle, woher die Einwände kamen, schon ein Jahr oder mehr als ein Jahr, bevor ich es ihnen erzählte, gewußt, wo ich stehe.  Jener Einwand kam von W.C. White, der auf eine Weise schrieb, die seine Mutter mit einbezog. Die Mitteilung, in der die Erklärung abgegeben und ich mit Namen erwähnt wurde, hatte folgenden Inhalt: „Wir beabsichtigen nicht, irgend etwas zu tun, das dir und dem Ältesten A.T. Jones Einfluß bei den Leuten verleiht, bevor die Leute wissen, wo ihr steht.“  Ich wiederhole: Wenn das direkt an mich geschrieben worden wäre, dann hätten die Leute genau gewußt, wo ich stehe, und zwar schon vor einem Jahr oder mehr als einem Jahr, bevor ich es erzählte. Doch war ich nicht in der Verfassung, mir besondere Mühe zu geben, um eine Herausforderung, selbst nur dem Namen nach, zu akzeptieren; und so sagte ich nichts.

 

Die zweite Aufforderung an mich, im Namen der Leute, damit sie wüßten, wo ich nun stehe, wegen der „Unsicherheit“ und „Verwirrung“ der Leute in bezug auf meine „allgemeine Einstellung“, kam vom Präsidenten der General-Konferenz. Und ich antwortete darauf im März 1906 in der Broschüre „Etwas Geschichte – Einige Erfahrungen – und Einige Tatsachen“.   Diese Erklärung an die Leute in bezug auf meinen Stand, befriedigte die Mitglieder des General-Konferenz-Komitees nicht, und jenes Komitee als solches griff es auf und gab „Eine Erklärung“ heraus (gegen Ende des Monats Mai 1906), worin sie mich aufforderten, „Beweise“ zu liefern über das, was ich geschrieben hatte, und sie verlangten zu wissen, „wieso“ ich wüßte, was ich gesagt hatte. In der Broschüre „Schlußwort und Bekenntnis“, vom Juli 1906, legte ich den Beweis vor, und erzählte genau, wieso ich es wußte.*

 

Der nächste Schritt, der unternommen wurde, kam von dem General-Konferenz-Komitee während ihrer Ratsversammlung vom 10. bis 24. Mai 1907 in Gland, in der Schweiz, wo –       ohne mir irgendeine Mitteilung oder Nachricht zukommen zu lassen, woraus ich entnommen hätte, daß irgendwelche Fragen gestellt oder irgendwelche Maßnahmen in bezug auf meine Person ergriffen würden, und in jeder Hinsicht in meiner völligen Abwesenheit, und ohne mir irgendeine Chance zu geben, um angehört zu werden –  euer Exekutiv-Komitee über meinen Fall entschieden hat. Ich wurde für schuldig befunden und von ihnen verdammt; sie vollstreckten ihr Urteil über mich und schickten mir ihre offizielle Mitteilung mit dem entsprechenden Inhalt. Dann, ohne auf irgendeine Antwort von mir zu warten, ob ich eventuell bereuen würde oder nicht, brachten sie noch dazu ihr Urteil zur Anwendung, indem sie es der Gemeinde und der Welt bekanntmachten.

So liegt der Fall; und dann, und daraufhin erhob ich diesen Einspruch.

Ein-Appell-anfang

Das Wesen jener Handlungsweise

 

Ein Bruder, dem ich davon berichtete, daß das Komitee mich unter Anklage gestellt, verdammt und verurteilt hat, ohne mir eine Mitteilung zu senden, und in meiner völligen Abwesenheit, und ohne davon Kenntnis zu besitzen, konnte es einfach  nicht glauben, und ich denke, er glaubt es nicht bis auf den heutigen Tag! Möglicherweise könnt ihr alle es auch nicht glauben und glaubt es nicht! Trotzdem ist es die vollständige Wahrheit vor Gott und vor der Welt, und jene Männer wissen das auch! Und ich wende mich an Gott und die Welt mit der Frage: „Stimmt IHR solch einem Verfahren, solch einer Handlungsweise zu?“

 

 

*In Verbindung hiermit gibt es ein anderes Bekenntnis, welches ich bis jetzt leider nicht verbreiten konnte, wie es erforderlich gewesen wäre. Es kommt daher: Die letzten drei Seiten meiner Broschüre „Letztes Wort“ setzen sich zusammen aus einem Neudruck eines Artikels aus dem „Southern Watchman“ vom 1. Mai 1906, mit dem Titel „Religiöse Freiheit“ von E.G.White. Ich weiß jetzt, daß dieser Artikel niemals von Ellen White geschrieben wurde, nicht ein einziges Wort davon! Jener Artikel wurde von dem Ältesten George Fifield im Jahre 1893 geschrieben und erschien zuerst unter seinem Namen. Als es dann wieder gedruckt wurde, standen nur noch seine Initialen darunter. Später wurde es dann weder mit seinem Namen noch seinen Initialen darunter, gedruckt. Irgendwann griff es jemand auf und setzte den Namen von E.G.White darunter. Und so wurde der Artikel „Religiöse Freiheit“ in der Zeitschrift des „Southern Watchman“ vom 1. Mai 1906 gedrucklt. Ich wußte nichts über diesen Sachverhalt, als der Artikel in dem „Watchman“ erschien; denn ich hatte ihn niemals zuvor gesehen, und so akzeptierte ich ihn, wie er gedruckt war – als „von E.G.White kommend.“ Doch jetzt, seit ich weiß, daß kein Wort davon aus ihrer Feder kam, ist es nötig, daß ich diese Korrektur mache, und es allen mitteile, die den Artikel in meiner Broschüre gelesen haben. Wer immer die gesamten Einzelheiten wissen möchte, soweit sie bekannt sind, kann an den Review and Herald  oder an A.G. Daniels, Präsident der S.T.A. General-Konferenz, in Takoma Park, Washington D.C. schreiben und darum bitten, daß sie die Stellungnahme zu dem Fall unter dem Titel „Ein anderes Bekenntnis, von Alonzo T. Jones“ (das ihnen im Herbst 1907, gleich nachdem ich es herausgefunden hatte, zugesandt wurde) im „Review and Herald“ veröffentlichen.

 

(Am 31. Mai 1909 bestätigte die General-Konferenz-Versammlung mit offizieller Wirkung voll und ganz die Handlungsweise und das Vorgehen ihres Komitees und ihrer Ratsversammlung in Gland, in der Schweiz, im Mai 1907. Sie stimmten auf der gleichen falschen Grundlage und aus dem gleichen falschen Prinzip zu, wie das Komitee selbst es tat. Das Protokoll über die Art und Weise der Zustimmung der General-Konferenz zeigt, daß dieser Prozess geführt wurde als die „notwendige  Schlußfolgerung“ von dem, was im Mai 1906  in Berrien Springs, Michigan, getan worden war, wo die Streitfrage – so wird gesagt – ausführlich „geprüft“ oder „betrachtet“ wurde).

 

Daß dies überhaupt keine korrekte Darlegung ist, wird aus den folgenden Tatsachen ersichtlich:
 

    1.  Es gab keinerlei Möglichkeit einer „ausführlichen Prüfung“ des Problems bei der Konferenz in Berrien Springs, weil die wesentlichen Schritte, die in dem Fall von Bedeutung sind, nicht unternommen wurden. Hier sind sie:

    a.  Meine Broschüre „Geschichte, Erfahrungen und Tatsachen“ wurde in der zweiten Hälfte des Monats März 1906 herausgegeben.

    b.  Die „Erklärung“ des General-Konferenz-Komitees, worin das, was ich in meiner Broschüre gesagt hatte, widerlegt wurde, und worin sie nach „Beweisen“ verlangten, wurde nicht vor Ende Mai 1906 herausgegeben.

    c.  Mein „Schlußwort“, worin der verlangte Beweis enthalten war, wurde im Juli 1906 herausgegeben. Ohne diese drei  – alle drei –  Veröffentlichungen war so etwas wie eine „ausführliche Betrachtung“ oder „Prüfung“ nicht möglich.

Nun, es ist eine Tatsache, daß die Konferenz in Berrien Springs vom 8. bis 18. Mai 1906 abgehalten wurde; und also, bevor die „Erklärung“ des General-Konferenz-Komitees herausgegeben wurde, und lange, bevor mein „Schlußwort“ erschien, gab ich ihnen die Beweise, nach denen sie in der „Erklärung“ verlangt hatten. Es ist wahr, daß Ältester Daniells Umbruch-Abzüge von der „Erklärung“ der Berrien Springs-Versammlung hatte, und er las Abschnitte daraus vor. Doch trotzdem gab es zu der Zeit keine Möglichkeit irgendeiner ausführlichen Betrachtung oder Prüfung des Falles, weil der notwendige Beweis dafür nicht gänzlich vorlag, und es waren nur höchstens zwei der drei Schritte, die unerläßlich für die Ausführung der Sa-che waren, bis dahin unternommen worden.

 

    2.  In dem Verfahren der Ratsversammlung in Gland (10. – 24. Mai 1907) kamen Dinge zur Sprache, die mich betrafen, die aber erst im März und April 1907 passierten,  –  Dinge, die, wie „jemand erzählte“, ein anderer Mann getan hätte, und für die ich, selbst wenn sie wahr gewesen wären, überhaupt niemals verantwortlich war. Und dies war der gesamten General-Konferenz-Delegation bekannt, als sie am 31. Mai 1909 ihre Maßnahmen ergriffen; denn der Präsident der General-Konferenz hatte es allen Anwesenden am Abend des 29. Mai öffentlich berichtet; und daraufhin hatte ich ihnen allen öffentlich gesagt: „Soll ich verurteilt und verdammt werden für etwas, was nach ‚irgend jemandes‘ Aussage, ein anderer Mann getan hat?“ Wie jene Delegierten ausfindig machen konnten, daß „das Verfahren in Gland“ im Mai 1907, die „notwendige  Schlußfolgerung“ von dem war, was in Berrien Springs im Mai 1906 passierte, wo sie doch alle wußten, daß in dem Verfahren in Gland Dinge zur Sprache kamen, die erst im März und April 1907 geschahen. Vielleicht können sie es erklären – aus dem gleichen Gerechtigkeits-Prinzip heraus, aus welchem sie ihre Handlungsweise in Gland rechtfertigen können, indem sie mich für etwas verurteilten und verdammten, was „irgend jemand“ dem Präsidenten „erzählt hat“, das eine andere Person getan hätte, und womit ich überhaupt nichts zu tun hatte, selbst wenn es wahr gewesen wäre.

 

    3.  Das Verhalten der General-Konferenz bei der Versammlung in Washington D.C. am 31. Mai 1909, indem sie ihre Handlungsweise in Gland, Schweiz, im Mai 1907, als „die notwendige Schlußfolgerung“ von dem, was im Jahre 1906  in Berrien Springs, Michigan, passierte (und was nicht passierte), rechtfertigten, geschieht, selbst auf Grund ihrer eigenen Erklärung, gänzlich aus der völligen Nichtbeachtung des einfachen Gerechtigkeits-Prinzips heraus, nämlich: daß eine Person, die (selbst bei einem Verhör) von einer Gruppe von Menschen an einem bestimmten Ort verurteilt wurde, niemals und unter keinen Umständen von einer anderen Gruppe von Menschen an einem anderen Ort in demselben Fall verurteilt werden kann,  ohne irgendein Verhör oder irgendeine Chance gehabt zu haben, um angehört zu werden. Hierfür gibt es überhaupt keine Rechtfertigung!

 

Deshalb übergab die Siebenten-Tags-Adventisten General-Konferenz-Versammlung durch ihre Handlungsweise in dieser Angelegenheit am 31. Mai 1909, sich selbst (sogar nach ihrer eigenen Aussage), tatsächlich dem gesetzlosen Prinzip, und eignete sich das gesetzlose Hoheitsrecht an, Menschen zu verurteilen, ohne sie verhört zu haben, und ohne ihnen irgendeine Benachrichtigung oder Mitteilung oder was auch immer, zukommen zu lassen.

 

Selbst den niederträchtigen Juden, als sie während ihrer Ratsversammlung beschlossen, den Herrn Jesus zu töten, konnte durch die Bemerkung eines ihrer Mitglieder Einhalt geboten werden: „.....Verurteilt auch unser Gesetz jemanden, bevor er verhört wurde.....?“  In meinem Fall scheint es, daß solch eine Frage nicht einmal zur Debatte stand. Wenn sie gestellt worden wäre, dann hätte es mit Sicherheit nicht bewirkt, das Verfahren zu verhindern.

Das Bekenntnis lautet, daß eure Gemeinde-„Organisation“ praktisch die Nachbildung der Organisation ist, die von Mose gegründet wurde. Jedoch nirgendwo in all den Schriften oder in der Ordnung Moses ist irgendeine Bestätigung oder ein Gesetz für solch eine Sache wie diese gegeben oder angedeutet, wie sie von eurem Komitee in diesem Fall begangen wurde. In der mosaischen Ordnung wird es genau erklärt: „Was recht ist, dem sollst du nachjagen, damit du leben und das Land einnehmen kannst, das dir der Herr, dein Gott geben wird.“ (5.Mose 16, 20).

 

Und damit Gerechtigkeit befolgt und gefunden werden möge, legte die mosaische Ordnung fest, daß: „Bei jedem Falle von Veruntreuung betreffs eines Ochsen, eines Esels, eines Stückes Kleinvieh, eines Kleides, betreffs alles Verlorenen, wovon man sagt: ‚das ist es‘, soll beider Sache vor die Richter kommen. Wen die Richter schuldig sprechen, der soll seinem Nächsten das Doppelte erstatten.“ (2.Mose 22, 9) Elberfelder Bibel.  In diesem Fall der Verfahrensweise eures Komitees war nur ein Beteiligter anwesend! Der andere Beteiligte, der beschuldigte, war nicht anwesend! Er wurde nicht gebeten, zu erscheinen; auch wurde er weder benachrichtigt noch erhielt er eine Mitteilung darüber, daß die Angelegenheit überhaupt erörtert werden würde. In seiner Abwesenheit in jeder möglichen Hinsicht, ohne daß er angehört wurde, und ohne eine Chance zu haben, angehört zu werden, wurde er verurteilt und verdammt, an einem Ort, der viele tausend Meilen entfernt liegt. Und ihre Urteils-Vollstreckung über ihn war die erste Benachrichtigung, die er in dieser Sache überhaupt erhielt.

 

Ich erhebe Einspruch gegen jene Handlung; ich wende mich gegen solch ein Vorgehen und solch eine Verfahrensweise! Ich berufe mich auf die Heilige Schrift, auf die mosaische Ordnung, gemäß dem, wozu sie sich bekennt, daß ihr „organisiert“ seid. Ja, darauf berufe ich mich! Im Namen des Christentums appelliere ich; denn nicht ein einziger Schritt, der von Jesus beschrieben wird oder im Neuen Testament steht, wurde in diesem Fall unternommen. Und wenn es auch nur im Namen menschlicher Gerechtigkeit ist, daß ich appelliere! Selbst um des einen verbleibenden anständigen Charakterzuges der übel gesinnten Juden gegen   Jesus – daß sogar sie  noch genügend Respekt für allgemeine Gerechtigkeit übrig hatten, so daß sie zurückgehalten werden konnten anhand des geschriebenen Wortes: „Richtet etwa unser Gesetz einen Menschen,  wenn es ihn nicht zuerst gehört hat und erkannt hat, was er tut?“

(Johannes 7, 51).

 

Werdet  ihr diesem Appell Beachtung schenken? Oder stimmt ihr der Handlungsweise und dem Vorgehen eures Komitees in dieser Sache zu?

 

Daß sich aber euer Komitee schlimmer als die üblen Juden verhalten hat, war nicht alles! Als die Juden Paulus töten wollten, verlangten sie: „....indem sie seine Verurteilung forderten....“, selbst während seiner Abwesenheit stellte ein heidnischer Römer (Festus) den Grundsatz der Gerechtigkeit auf, nämlich daß „....es sei bei den Römern nicht Brauch, irgendeinen  Menschen preiszugeben, bevor der Angeklagte die Kläger persönlich vor sich habe und Gelegenheit erhalte, sich der Anschuldigung wegen zu verteidigen.“ (Apostelgesch. 25, 16).

 

Zumindest auf Grund des klaren heidnisch-römischen Gerechtigkeit-Prinzips, wende ich mich in diesem Fall gegen die Handlungsweise und das Vorgehen des General-Konferenz-Komi-tees der Siebenten-Tags-Adventisten.

 

Dies ist noch nicht alles: Wiklif wurde dreimal von dem Papsttum vor Gericht gestellt; Johannes Hus und Hieronimus wurden durch das Papsttum abgeurteilt, verdammt und hingerichtet; Luther wurde durch das Papsttum unter Anklage gestellt und verdammt; doch niemals hatte auch nur ein einziger von ihnen keine offene und vollständige Verhandlung, oder wenigstens eine direkte und öffentliche Bekanntmachung und Aufforderung oder Gerichtsvorladung. Wiklif hatte vollständige Gelegenheit, sich jedesmal bei drei verschiedenen Verhandlungen zu rechtfertigen. Hus wurde dreimal, und Hieronimus zweimal stundenlang verhört, – Hieronimus zwölf Stunden lang. Luther wurde so lange verhört, wie er selber zu sprechen wünschte, zuerst in seiner Muttersprache deutsch, danach in lateinisch.

 

Die Schriften und Bücher von Menschen wurden durch das Papsttum verdammt, und sogar den Flammen übergeben, in der Abwesenheit der Betreffenden. Doch niemals wurden die Menschen selber durch das Papsttum während ihrer Abwesenheit so behandelt, daß sie nicht eine offene und direkte Mitteilung und Vorladung bekamen, um vor Gericht zu erscheinen. Und wenn der betreffende Mann erreichbar war, selbst wenn er nicht mehr lebte, wurde er zu dem Platz des Gerichts gebracht, so daß er anwesend sein würde. Und als einmal das Papsttum, nachdem es Luther regelmäßig vorgeladen hatte, Maßnahmen ergriff, bevor er tatsächlich Gelegenheit hatte, zu erscheinen, ist es in der Geschichte festgehalten und gegen das Papsttum auf folgende Weise verwendet worden:

 

„Selbst die Formen einer gerechten und unparteiischen gerichtlichen Untersuchung waren nicht eingehalten worden. Luther war als Ketzer erklärt worden, nicht nur ohne angehört worden zu sein, sondern sogar noch vor dem Ablauf des Zeitraums, den sie für sein Verhör festgesetzt hatten. Die Leidenschaften (und nirgendwo zeigen sie sich stärker als bei religiösen Debatten) überspringen all die Formen der Gerechtigkeit. Seltsame Vorgehensweisen werden in dieser Hinsicht angetroffen, nicht nur in der römischen Kirche, sondern auch in protestantischen Kirchen, die sich von dem Evangelium abgewendet haben. Mit anderen Worten: Überall, wo die Wahrheit nicht ist, wird alles, was gegen das Evangelium getan wird, als gesetzlich angesehen. Oft sehen wir Menschen, die in irgendeinem anderen Fall  Bedenken tragen würden, die kleinste Ungerechtigkeit zu begehen, die sich aber kein Gewissen  machen, auf allen Rechten  und Formen herumzutrampeln,  wenn es  bei der betreffenden

Angelegenheit um das Christentum geht, und das Zeugnis, das darüber abgegeben wird.“

D’Aubigne, History of the Reformation, Band IV, Kapitel 11.

 

Und Luther sagte darüber: „Ist es der Stil und die Art und Weise des römischen Hofes, vor Gericht zu laden, zu ermahnen, zu beschuldigen, zu verurteilen und ein Verdammungsurteil auszusprechen (alles an einem Tag), über einen Menschen, der sich in solch einer großen Entfernung von Rom befindet, daß er überhaupt nichts über das Verfahren weiß?  Welch eine Antwort würden sie hierauf geben? Zweifellos haben sie vergessen, sich selbst mit Nieswurz zu reinigen, bevor sie zu solchen Unwahrheiten übergehen.“

 

Deshalb berufe ich mich nicht nur auf die Grundsätze der mosaischen Gerechtigkeit, nicht nur auf das klare Prinzip nur heidnisch-römischer Gerechtigkeit, sondern auch auf die Grundsätze selbst päpstlicher Gerechtigkeit. Ich wende mich gegen die Handlungsweise und das Vorgehen des General-Konferenz-Komitees der Siebenten-Tags-Adventisten in dieser Sache. Daß so etwas getan werden konnte von – oder in Gegenwart von nicht weniger als einhundert Männern – die alle bekennen, nicht nur Christen zu sein, sondern spezielle Vertreter Christi und seiner Sache in der letzten Gnadenbotschaft an die Menschen und an die Welt, ist sehr schwer zu glauben; doch daß es vollkommen der Wahrheit entspricht, ist ganz sicher. Und sie wissen es auch!

 

Ich wende mich dagegen! Der Siebenten-Tags-Adventisten Name und das Glaubensbekenntnis, die heilige Sache, für die ihr steht, gerade der christliche Name und das  Bekenntnis – all diese Dinge sind es wert, besser dargestellt zu werden als auf solch eine Weise! Werdet ihr diesem Appell Beachtung schenken?

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Richter in ihrem eigenen Fall

 

Dies ist noch nicht alles! Ich habe die Forderung der mosaischen Ordnung angeführt, entsprechend dem dazugehörigen Bekenntnis, daß ihr „organisiert“ seid, daß „....Bei jedem Falle von Veruntreuung betreffs eines Ochsen, eines Esels,..... betreffs alles Verlorenen, wovon man sagt: ‚das ist es‘, soll beider Sache vor die Richter kommen.....“ (2.Mose 22, 9). Im Zusammenhang hiermit erscheint in dieser Sache ein anderes unglaubliches und haarsträubendes Merkmal; es besteht darin, daß die anklagende Partei, die alleine anwesend war, selber den Richter spielte, und auf diese Weise Richter in ihrem eigenen Fall war.

 

Betrachtet dies anhand der einfachen Tatsachen. Wer waren die „beiden Parteien“ in dieser Angelegenheit? Keine anderen als das General-Konferenz-Komitee und ich selber. Denn, als ich den Leuten nach meinem zweiten Aufruf erzählt hatte, wo ich stehe, begann das General-Konferenz-Komitee als solches, die Sache mit einer offiziellen „Erklärung“, um zu widerlegen, was ich gesagt hatte. Damit machte es sich als solches selbst zu einer Partei in dieser Angelegenheit. Auf die Forderung des Komitees wegen „Beweisen“ und „wieso“ ich wußte, usw. antwortete ich. Wenn sie wollten, daß der Streit weitergehen sollte, dann lag es an ihnen, meinen Beweis zu widerlegen, usw.  Statt dies zu tun, veröffentlichten sie eine andere widerlegende oder erklärende Aussage, und traf sich das Komitee viertausend Meilen weit weg, nahm meine „öffentlichen Äußerungen und veröffentlichten Erklärungen“ kritisch zur Kenntnis, und antwortete darauf mit dieser Handlungsweise und diesem Vorgehen, mich zu verurteilen und zu verdammen, ohne mich angehört zu haben oder mir eine Gelegenheit zu geben, angehört zu werden; sondern sie taten es in jeder Beziehung in meiner völligen Abwesenheit.

 

Deshalb steht es nachweislich fest, daß das General-Konferenz-Komitee, als eine der Parteien in diesem Sreitfall, nach seinem eigenen Begehren sich selbst nicht nur zu Richtern in ihrem eigenen Fall ernannten, sondern sich auch selber zu Anklägern, Strafverfolgern und Richtern machten – alle drei in einem.

 

Wie solch eine Handlungsweise und solch ein Vorgehen wie dieses, wobei ein Mann verurteilt wird, ohne eine Chance erhalten zu haben, angehört zu werden, und wobei Männer ihren eigenen Fall fabrizieren und darin urteilen, wohl von einem Zivil-Gericht und unter einer bürgerlichen (zivilen) Verfassung beurteilt werden würde,  ist  sehr gut  mit  den Worten und

der Entscheidung eines Gerichtshofes der Vereinigten Staaten vor nicht allzu langer Zeit aufgezeigt worden. Hier sind die Worte:

 

„Wir leben unter einer Bürgschaft, die zurückreicht bis zu den Anfängen unserer Gesetzgebung, und sie ist sicher eingepflanzt in jede Verfassung einer bürgerlichen Regierung – daß niemand bestraft werden kann, bevor er nicht angehört worden ist; und über diese fundamentale Bürgschaft  hinaus  kann  kein  höheres  Hoheitsrecht  gesetzt  werden.....“

 

„Kann ein amerikanischer Richter ohne Mißbrauch der richterlichen Verschwiegenheit jemanden verdammen, der nicht seine Anhörung im Gericht erhalten hat?“

 

„Für unser Verständnis ist das ein seltsamer Grundsatz in angelsächsischer Rechtswissenschaft. Kann so etwas hier rechtmäßig ausgeübt werden auf einer Basis, die nichts anderes ist, als der persönliche Glaube des Richters, daß die von ihm für Bestrafung vorgesehene Partei auch Bestrafung verdient? Wenn das so ist, dann geschieht es, weil der Mann, der zufällig Richter ist, über dem Gesetz steht.“

 

Das bedeutet, daß die Bürgschaft, daß „niemand bestraft werden soll, bevor er nicht angehört worden ist“, „sicher eingepflanzt ist in jede Verfassung einer bürgerlichen Regierung.“ Das ist die Wahrheit! Nun, ihr habt eine „Verfassung“, und damit angeblich eine General-Konfe-renz- und Gemeinde-Regierung. Ist jene Bürgschaft „sicher eingepflanzt“ in die Verfassung eurer General-Konferenz und Gemeinde-Regierung?

 

Entsprechend der Handlungsweise und dem Vorgehen eures Exekutiv-Komitees in diesem Fall, ist die Bürgschaft, daß ein Mann  nicht bestraft werden soll, bevor er nicht angehört worden ist, das heißt „sicher eingepflanzt in die Verfassung jeder bürgerlichen Regierung“, überhaupt nicht in die Verfassung eurer Gemeinde-Regierung eingepflanzt. Ich sage „Gemeinde-Regierung“, denn dieses Verfahren und diese Verhaltensweise des General-Konfe-renz-Komitees erstreckt sich zweifelsfrei bis hin zu den örtlichen Gemeinden. Und selbst die abgeneigte örtliche Gemeinde wird dort im Namen der General-Konferenz und von Männern der General-Konferenz dazu genötigt.

 

(In der letzten General-Konferenz wurde der Eindruck vermittelt, und es erschien in gedruckter Form als von einem Komitee „genehmigt“, daß das, was das General-Konferenz-Komitee getan hatte oder was es tun könnte, würde nicht meine Gemeinde-Mitgliedschaft beeinflussen, sondern nur meine Beziehungen zu der General-Konferenz: daß „die General-Konferenz es vollkommen den örtlichen Gemeinden überläßt, die Namen derjenigen anzunehmen oder zu streichen, die nicht als ‚in Gemeinschaftlichkeit‘ befunden werden.“

 

Nun, all jenes Gerede und der Eindruck, der dadurch vermittelt wurde, hat letzten Endes doch überhaupt keinen Wert, angesichts der gut bekannten Tatsache, daß der Präsident einer Vereinigung, H. W. Cottrell, der Präsident der örtlichen Konferenz, S. N. Haskell, und ein anderer Mann, W.C. White – alle drei leitende Glieder des General-Konferenz-Komitees – durch persönliche Anwesenheit und Ausüben von Druck es hart versuchten und ihr bestes taten, die „örtliche Gemeinde“, in der ich noch ein Mitglied mit gutem Ansehen bin, dahin zu bringen, mich unter „Gemeindezucht“ zu stellen. Dies war im August und September 1908. Und sie taten es im Namen „der General-Konferenz“: Sie versuchten es auf dieselbe altgewohnte Weise, auch wieder – ohne irgendein Verhör, oder irgendeine Chance, angehört zu werden.  Sie sagten der Gemeinde, daß, wenn sie es nicht tun würden, dann würden sie „die General-Konferenz ignorieren“. Ich bin im Besitz dieser betreffenden Berichte. Aber sie erfüllten nicht ihren Zweck!)

 

Weil es eine Garantie ist, die „sicher in jede Verfassung einer zivilisierten Regierung eingepflanzt ist“, daß „niemand bestraft werden soll, bevor er nicht vernommen worden ist“, und weil, in diesem Fall, „jemand bestraft wurde, ohne angehört worden zu sein, und ohne irgendeine Chance gehabt zu haben, angehört zu werden, darum liegt, bezüglich eurer Verhaltensweise in dieser Angelegenheit, ganz einfach die Entscheidung bei euch selbst, ob die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde-Regierung bei den Zivilisierten oder Unzivilisierten auf dieser Erde eingestuft werden soll.

 

Wie die Gemeinde von eurem General-Konferenz-Komitee (und jetzt von der General-Konferenz-Versammlung selbst) bloßgestellt worden ist, in diesem Fall seid ihr eindeutig aus den Reihen der Zivilisierten ausgeschlossen. Und wie stolz sie auch immer auf die Perfektion ihrer „Organisation“ sein mögen, ist es doch gewiß, daß es nicht leicht sein würde, irgendeinen unzivilisierten Stamm auf der Erde zu finden, der so gänzlich außerhalb aller Gesetze und aller Prinzipien der Gerechtigkeit steht, ob menschlich oder göttlich, wie es in dem Vorgehen und der Handlungsweise des Komitees in dieser Sache zutage tritt. Ist es das besondere Vorrecht religiöser „Organisationen“ oder Regierungen, unhöflich zu sein oder „über dem Gesetz zu stehen“?

 

Doch mein Einspruch richtet sich nicht nur gegen die Handlungsweise eures Komitees, sondern gegen ihr Verhalten, wie in der Mitteilung vom 17. Juni 1907, die mir von der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten zugesandt wurde, „jene Handlungsweise in Worte gefaßt“ und im  Review and Herald  vom 27. Juni 1907  veröffentlicht worden ist.

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Was bedeutet es, einen „Guten Stand“ zu haben?

 

Wie also ist dies Schreiben formuliert? Der erste Satz lautet folgendermaßen: „In der Angelegenheit der amtlichen Beglaubigungsschreiben, die A.T. Jones besitzt, worin erklärt wird, daß er ‘ein ordinierter (eingesegneter) Prediger in der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten ist und einen guten Stand hat,‘ usw.“

 

Während dieser Satz nicht ausdrücklich in Worten sagt, daß ich nicht „in gutem Stand“ war oder „einen guten Ruf“ hatte, ist es doch eigentlich in Wahrheit das, was gemeint ist. Was kennzeichnet demnach einen „Prediger mit gutem Stand in der General-Konferenz?“ Ist es sein sittlich einwandfreier Charakter?  Außerdem, obwohl ich es nicht so darlege, daß es überhaupt irgendwie als gut erscheint, sondern nur wie es tatsächlich ist: Es ist die Wahrheit, einfach als eine wichtige Realität: Daß, als jene Erklärung geschrieben und jene Schritte unternommen wurden, ich schon dreißig Jahre lang ein ordinierter Prediger mit solchem sittlichen Stand war, daß keine Anschuldigung oder Vermutung wegen irgendeines unsittlichen Verhaltens jemals gegen mich erhoben worden ist. Seit jene Schritte unternommen wurden, hat es viele Anschuldigungen und Vermutungen gegeben, die durch Gerüchte und Gerede verbreitet wurden, und man kann annehmen, daß es sogar noch viel mehr geben könnte. Doch als die Schritte unternommen wurden, gab es keine solche Beschuldigung, und es hatte auch niemals irgendeine gegeben, so daß absolut gar nichts derartiges in dieser Sache einen Einfluß hatte. Moralisch war ich deshalb zu jener Zeit „in gutem Stand.“

 

Ist es doktrinelle Aufrichtigkeit, die einen „Prediger mit gutem Stand in der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten“ auszeichnet? Was stellt doktrinelle Aufrichtigkeit dar? Die Siebenten-Tags-Adventisten waren immer stolz darauf, daß sie kein Glaubensbekenntnis haben; sondern daß „die Bibel und die Bibel allein“ als „die Religion der Protestanten“ die einzige und ausreichende Richtschnur der Wahrheit, des Glaubens und der Lehre ist. Als ich mit den Siebenten-Tags-Adventisten in Verbindung kam, wurde gepredigt, (und es war die einzige Predigt, die dargeboten wurde), daß Siebenten-Tags-Adventisten behaupteten, nur die Wahrheit der Bibel zu besitzen; doch daß sie nicht Anspruch erhoben, schon alle Wahrheiten zu haben, die in der Bibel enthalten sind. Während das, was sie hatten, die Wahrheit der Bibel war, gab es  trotzdem noch mehr Wahrheiten, die aus der Bibel ans Licht kommen würden, und daß sie sich offen halten und vollkommen frei wären, weiter in der Bibel zu forschen, auf dem „Pfad der Gerechten, der glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag,“ (Sprüche 4,18), bis zu dieser immer helleren Wahrheit, bis alle Wahrheit in der Bibel und ihre ganze Fülle an jenem vollen Tag gefunden werden würde. Und ich habe niemals irgend etwas anderes erwartet, als daß diese Leute es selber zulassen würden, in all die Wahrheiten der Bibel geführt zu werden, wenn es um die Angelegenheit der Organisation oder auch um andere Dinge geht.

 

Das –  ich wiederhole –  ist die einzige Predigt und die einzige Grundlage, auf welcher ich ein Glied der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinschaft wurde. Und genau dort habe ich immer gestanden. Dort stehe ich jetzt; und dort werde ich auch immer stehen! Gemäß dem einzigen Plan oder Grundsatz, auf welchem ich in die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde eintrat, würde das Festhalten und Predigen der Wahrheit, wie sie in der Bibel steht, – was immer diese Wahrheit auch sein mag –, die einzig annehmbare Richtschnur oder der einzig untadelige Prüfungsmaßstab doktrineller Aufrichtigkeit sein. Und niemand hat sich bemüht, den Nachweis zu erbringen, daß das, was ich predige oder lehre, – ob mündlich oder schriftlich –, nicht die Wahrheit der Heiligen Schrift ist, wie sie deutlich aus ihr hervorgeht.

 

Doch, während die Siebenten-Tags-Adventisten erklären, daß sie kein Glaubensbekenntnis haben, hat es viele Jahre lang eine anerkannte Aufstellung über „fundamentale Grundsätze“ in gedruckter Form gegeben, an welche „sie sich halten“ als an „bestimmte, genau klargelegte Glaubenspunkte.“ Wenn es so gehalten werden sollte, daß der Glaube an diese „fundamentalen Grundsätze“ als „bestimmte, genau klargelegte Glaubenspunkte“ die Richtschnur doktrineller Vollständigkeit ist, die entscheidet, ob ein Mann „ein Prediger mit gutem Stand“ ist, dann sage ich, daß ich vollkommen und aufrichtig, ohne irgendeine Interpretation oder Vorbedingung, jedes einzelne dieser „fundamentalen Grundsätze“ und „genau klargelegten Glaubenspunkte“ halte, genau so wie ich es immer getan habe, und genau so, wie sie in dem Jahrbuch der Siebenten-Tags-Adventisten von 1907 gedruckt stehen – genau das Jahr, in welchem  das General-Konferenz-Komitee diese Schritte unternahm, auf Grund des Hinweises, daß ich kein Prediger mit „einem guten Stand“ sei.

 

Noch einmal: In jenem Danksagungs-Woche-Kampagne-Heft (1908) des Review and Herald, das eine besondere Empfehlung der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde an die anderen Menschen auf der Welt war, als eine Grundlage für die Spendenzuwendungen dieser anderen Menschen an die Gemeinde – in jenem Heft, das fast eine Auflage von 800 000 hatte, und dazu gedacht war, verbreitet zu werden, wurde eine Reihe von Aussagen veröffentlicht über das, was „Wir glauben.“ Und jedes dieser Dinge und alles, was dort aufgeführt ist, glaube ich.

So bin ich bis auf diesen Tag nicht nur in vollkommener Harmonie mit dem Angebot, dem Predigen und den Grundsätzen doktrineller Aufrichtigkeit, woraufhin ich in die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinschaft eintrat; sondern ich bin auch in völliger Übereinstimmung mit jedem Artikel, der offiziell als eine Erklärung der „grundlegenden Prinzipien“ oder „der genau festgelegten Glaubenspunkte“ der Siebenten-Tags-Adventisten veröffentlicht wurde.

 

Deshalb gab es auf Grund irgendeiner veröffentlichten oder bekannten Gemeinde-Erklärung  über „grundlegende Prinzipien“ oder „genau festgelegte Glaubenspunkte“ keinen denkbaren  Anlaß für den Hinweis, in diesem Fall geschrieben und veröffentlicht von dem General-Kon-ferenz-Komitee, daß ich nicht ein „Prediger mit gutem Stand in der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten“ war.

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Sonst noch Etwas

 

Darum ist es deutlich, daß ihre Entscheidung und ihre Handlungsweise auf Grund des Hinweises, daß ich nicht ein „Prediger mit gutem Stand“ war,  auf sonst noch etwas gegründet war als auf irgendeine allgemein bekannte oder anerkannte, genau festgelegte Bezeichnung oder Verwirklichung grundlegender Prinzipien oder „genau erklärter Glaubenspunkte“ der Siebenten-Tags-Adventisten.

 

Woher haben sie dann dieses „sonst noch etwas“? Woher haben sie diese neue und unbekannte Sache, die sie zu einer Richtschnur des Glaubens und der Praxis und zu einem Prüfstein der Gemeinschaftlichkeit errichteten, und woraufhin sie bereit sind, gegen einen Mann vorzugehen, der mit jedem Grundsatz des sittlichen Verhaltens und jedem dargelegten, bekannten oder anerkannten “grundlegenden Prinzip“ oder „genau festgelegten Glaubenspunkt“ der Siebenten-Tags-Adventisten vollkommen übereinstimmt?

 

Woher haben sie dieses „sonst noch etwas“, diesen ehemals unbekannten Gegenstand, den sie zu solch einem Prüfstein errichteten?  Woher sie ihn auch immer bekamen, oder wie auch immer sie ihn bekamen, die Frage wird erforderlich: Welches Recht haben ein paar wenige Menschen, ein bloßes Komitee, neue und bis dahin unbekannte Prüfungsmaßstäbe in bezug auf den Stand eines Predigers aufzustellen, und ohne es irgendwie bekanntzumachen, es mitzuteilen oder irgendeine Person zu benachrichtigen – nicht einmal die Person, die es am meisten betrifft – diese Prüfungsmaßstäbe, so weit es in der Macht des Komitees liegt, zur völligen Zerstörung der amtlichen und geistlichen Stellung eines Menschen anzuwenden?

 

Ich erhebe Einspruch dagegen! Beabsichtigt diese General-Konferenz-Versammlung, ein Verfahren gutzuheißen, das die amtliche und geistliche Stellung jedes Siebenten-Tags-Adventi-sten-Predigers in solche Abhängigkeit versetzt, als wäre sie der Willkür, der offiziellen Laune oder der persönlichen Verstimmung einiger weniger Männer ausgesetzt, die nichts weiter als in einem Komitee, viertausend Meilen weit weg oder überhaupt irgendwo sitzen? Unterstützt diese General-Konferenz-Versammlung solch eine selbst geschaffene Quelle des Glaubens und solch einen selbstgegründeten Gerichtshof, der über den geistlichen Stand oder die Stellung eines Predigers in der Gemeinde entscheidet?

 

Doch was ist dieser neue Gegenstand, der, so weit das General-Konferenz-Komitee Erfolg haben kann, auf diese Weise als „der eine außerordentliche Prüfungsmaßstab“ in bezug auf den geistlichen Stand in der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde, gegründet worden ist – ein Prüfungsmaßstab der Gegenwart, bei dem dreißig oder fünfzig Jahre gleichbleibender charakterlicher Rechtschaffenheit und doktrineller Aufrichtigkeit als absolut nichtig angesehen werden? Hier folgt nun genau, wie es von ihnen selber offiziell erklärt, gebilligt und veröffentlicht wurde:

 

    1.  „Daß das Werk von Alonzo T. Jones und sein Einfluß nicht länger hilfreich für die Gemeinde sind, von der er seine Beglaubigungsschreiben erhielt, daß seine öffentlichen Äußerungen und seine in Umlauf gebrachten Erklärungen, welche weit verbreitet worden sind, seine Einstellung gegenüber dem organisierten Werk der Gemeinde, die ihm seine Papiere ausstellte, als feindlich offenbart.“

 

Da ist es!  Und nachdem es gefunden wurde, was ist es? Oh! Es ist „die Gemeinde“,  „die Gemeinde“, und das „organisierte Werk der Gemeinde“!

 

Nun lautet das Bekenntnis, daß „die Gemeinde“ eine christliche Kirche ist; ja, sogar die wahre christliche, ganz bestimmte Kirche selbst. Wenn das so ist, dann ist die Gemeinde in der Welt, um Menschen zu helfen, und nicht umgekehrt, daß sie von Menschen Hilfe erhält. Das ist die christliche Ordnung.  Doch durch diesen ehemals unbekannten und außerordentlichen Maßstab ist die christliche Ordnung ins Gegenteil verkehrt; und siehe! Die „Gemeinde“ ist hier, um von Menschen Hilfe zu erhalten, anstatt Menschen zu helfen.  Menschen existieren für die Gemeinde, und nicht die Gemeinde für die Menschen. Ist die Bergpredigt überhaupt noch für irgend etwas gut?  Wenn ja,  dann lest bitte Matthäus 5, 43-48; Lukas 6, 32-36.

 

Nun hat Christus in Wirklichkeit eigentlich weder mich noch irgend jemand anderen gesandt, um einer Gemeinde zu predigen, auch nicht, um eine Gemeinde aufzubauen; sondern um das Evangelium zu predigen und um die Christenheit zu vermehren. Und das ist alles, was ich stets tun werde. Die Religion Christi ist weder inter-national noch national, noch kirchlich. Sie ist individuell und universal. Und in jeder Gemeinde und in keiner Gemeinde, so gut wie „in jeder Nation, wird derjenige, der Gott fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, von IHM angenommen.“

 

  1. „Seine öffentlichen  Äußerungen  und  veröffentlichten  Erklärungen,  die weit verbreitet  worden sind, zeigen, daß seine Einstellung dem organisierten Werk der Gemeinde gegenüber, feindlich ist.“

 

Das zeigt eigentlich nicht auf, was mit meinen „öffentlichen Äußerungen und veröffentlichten  Erklärungen“ gemeint ist. Doch es ist nur recht und billig, anzunehmen, daß es um die speziellen Aussagen geht, die in diesem Fall nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Und die Wahrheit ist, daß diese Äußerungen und Erklärungen nicht veröffentlicht, auch nicht geschrie-ben, ja noch nicht einmal gesprochen wurden, bis zu dem Tag, an dem ich das zweite Mal aufgerufen wurde von denen, die eine Stellung in der General-Konferenz haben und in Verbindung mit ihr sind, um „die Leute“ wissen zu lassen, wo ich stehe. Es ist auch wahr, daß ich jene Äußerungen und Erklärungen bis zu dieser Stunde nicht gemacht hätte, weder öffentlich noch privat, wenn jene Männer mich nicht aufgerufen hätten, wie sie es taten, um „die Leute“ wissen zu lassen, wo ich stehe. Wenn sie es nicht wollten, warum haben sie dann danach verlangt? Und wenn sie es doch so sehr wollten, daß sie das zweite Mal danach fragten, warum waren sie dann nicht zufrieden damit, als sie sie erhielten? Aber nein; das Komitee als solches muß schnell eine „Widerlegung“, die mehr einem Bekenntnis gleichkommt, und eine Aufforderung drucken lassen, daß ich „Beweise“ geben und sagen solle, „wieso“ ich wüßte. Als Antwort darauf gab ich den Beweis und erzählte einfach, „wieso“ ich wußte. Und daß dies für sie genügend Beweis und ausreichende Information war, was das „wieso“ anbelangt, darauf ist genug hingewiesen worden durch die Tatsache, daß ihre einzige Antwort, die sie jemals gegeben haben, die der Machtausübung war, diese unhöfliche und  ungesittete Handlungsweise mir gegenüber, wie es in Gland in der Schweiz geschah. Ist es darum, daß sie wissen wollten, wo ich stehe? Wenn sie dies aus anderen Gründen wissen wollten, weshalb haben sie dann keinen anderen Gebrauch davon gemacht? Es ist ganz und gar der Geist der Inquisition, einen Menschen unter Druck auszufragen und ihn mit Gewalt zu dem Bekenntnis seines Glaubens zu nötigen, und ihn dann hinterher dafür zu bestrafen.

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Ist es eine feindselige Gesinnung?

 

Doch jetzt, was die Tatsache und die bekenntnismäßige Wahrheit anbetrifft, ist es wahr, daß meine Einstellung gegenüber der Gemeinde oder dem organisierten Werk der Gemeinde feindselig ist? Ist dies wahrheitsgetreu und berechtigt, laut euren eigenen beispielhaften Veröffentlichungen – nicht irgendwelchen Veröffentlichungen, die ich geschrieben habe, sondern denjenigen, von denen ihr behauptet, – und ich gebe es zu – daß sie durch den Geist der Weissagung geschrieben worden sind? Sollten nicht die kompetenten und maßgeblichen Schriftstücke der Gemeinde ein korrekter und ausreichender Maßstab sein, wodurch dies entschieden werden kann? Um dies zu prüfen, erlaubt mir, nur ein paar wenige kurze Abschnitte aus dem Buch „Das Leben Jesu zu zitieren. Zuerst: Seite 314:

 

„Christus macht eine Seele, die sich ihm ergibt, zu seinem Bollwerk, das er in einer aufrührerischen Welt verteidigt. Er erwartet, daß in diesem Bollwerk keine andere als nur seine Autorität gilt.“

 

Das sagt deutlich alles aus, was ich immer behauptet habe: Daß Christus erwartet, daß in der Seele, die sich ihm ergibt, keine andere Autorität als nur seine eigene gilt. Das ist die ewige Wahrheit! Ich weiß es, und ich will es allezeit, überall und jedem Menschen predigen. Und dies, soweit es an mir liegt, damit die göttliche Absicht des Herrn Jesus Christus bekanntgemacht wird.

 

Der nächste Abschnitt steht auf Seite 410:

 

„ ‚Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt.‘ Gott, der alle Dinge unter seine Füße getan hat, ‚hat ihn gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle des, der alles in allen erfüllt.‘ Die Gemeinde ist auf Christus gebaut; sie soll ihm als ihrem Haupt gehorchen; sie soll sich auch nicht auf Menschen verlassen oder von Menschen beherrscht werden.

 

Das ist die Wahrheit! Damit stimme ich überein, und es ist genau das, was ich predige: Daß die Gemeinde sich nicht auf Menschen verlassen oder von Menschen beherrscht werden soll. Ich lese weiter, den nächsten Satz:

 

„Viele meinen, daß eine Vertrauensstellung in der Gemeinde ihnen das Recht gibt, anderen vorzuschreiben, was sie glauben und was sie tun sollen. Gott aber anerkennt solchen Anspruch nicht.“

 

Das ist es, was ich glaube und was ich aus der Bibel predige: Daß eine Vertrauensstellung in der Gemeinde niemals irgend einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen das Recht gibt, anderen vorzuschreiben, was sie glauben oder was sie tun sollen. Und wenn Männer, die eine Position in einer Gemeinde haben, den Anspruch erheben, oder wenn sie so handeln, als ob sie das Anrecht hätten, anderen vorzuschreiben, was sie glauben und was sie tun sollen, dann bin ich bereit, allen Menschen genau das zu sagen, was in diesem Buche steht: „Gott aber anerkannt solchen Anspruch nicht.“ Es ist ein immerwährendes Recht; und ich will es halten und predigen!

Ich lese weiter, den folgenden Satz:

„Der Heiland sagt: ‚Ihr aber seid alle Brüder.‘ Alle sind der Versuchung ausgesetzt, alle dem Irrtum unterworfen; auf kein sterbliches Wesen können wir uns als Führer verlassen. Der Fels des Glaubens ist die lebendige Gegenwart Christi in der Gemeinde.“

 

Es ist die vollkommene Wahrheit Gottes, daß „wir uns auf kein sterbliches Wesen als Führer verlassen können.“ Und ich werde mich niemals auf irgendein sterbliches Wesen als Führer verlassen; sondern nur auf den unsterblichen Geist des unendlichen Wesens, daß ER mich leite.  Das ist es,  was ich glaube  und woran ich  mich halte, und genau das predige ich!

Und ich will alles tun, was ich nur irgendwie kann, durch die Predigt des Wortes, durch Gebet und durch Unterweisung in jeder Beziehung, so daß jede Seele jenen unendlichen Geist empfangen und sich darauf verlassen kann, und wie sie sich vollkommen und ausschließlich auf IHN als Führer verlassen kann.

 

Es ist die Wahrheit Gottes, daß: „der Fels des Glaubens ist die lebendige Gegenwart Christi in der Gemeinde.“ Und alles, was ich von jeder Person oder von jeder Gemeinde erbitte oder erwarte, ist, daß der rechtmäßige Platz für die lebendige Gegenwart Christi in der Gemeinde IHM in seiner eigenen lebenden Person gegeben werden soll. Noch einmal lese ich Seite 666:

 

„Wie sich Jesus einst als Mensch unter das Gesetz beugte, so können auch wir es tun, wenn wir uns an seine Stärke halten. Doch wir dürfen die Verantwortung für unsere Pflicht nicht auf andere abwälzen und von ihnen erwarten, daß sie uns sagen, was zu tun ist. Wir dürfen nicht von dem Rat der Menschen abhängig sein .....“

 

Es ist die Wahrheit Gottes,  daß „wir nicht von dem Rat der Menschen abhängig sein dürfen.“

Der Herr Jesus ist der göttliche, der von Gott gegebene „Ratgeber.“ Durch seinen göttlichen Geist kommt er und bleibt persönlich bei jedem Gläubigen als seinem Haupt, seinem „Alles in Allem.“ Das ist wahres Christentum; und ich will es überall predigen und lehren. Und weshalb sollte das feindselig gegenüber irgendeinem „organisierten Werk“ sein? Weiter lese ich den nächsten Satz:

 

„Gott wird uns unsere Pflicht ebenso bereitwillig lehren, wie er sie irgendeinen anderen auch lehren wird. Wenn wir im Glauben zu ihm kommen, wird er uns seinen Willen kundtun.“ („.....uns seine Geheimnisse persönlich kundtun“ nach dem Englischen).  

 

Das ist die Wahrheit! Das ist Christentum! Der Herr wird euch eure Pflicht ebenso bereitwillig lehren, wie er sie irgendeinen anderen auch lehren wird. Und Er wird euch eure Pflicht  viel bereitwilliger lehren, als er irgend einen anderen eure Pflicht lehren wird. Glaubt ihm, setzt euer Vertrauen in ihn! Lebt mit ihm! Sprecht mit ihm! Vertraut ihm! Glaubt, daß er es tun wird und erwartet, daß er es tun wird; und dann laßt ihn „seine Geheimnisse euch persönlich kundtun.“ Das ist es, was ich predige, und das ist, was ich lehre, überall und jeder Seele. Es ist die Wahrheit des Christentums, und ich werde diese Botschaft weitergeben.

 

Das ist erst einmal genug zu diesem Abschnitt; obwohl es noch viel mehr gibt. Ich nehme ein anderes Zitat, und lese auf Seite 442. Es ist über Jesus und die Gemeindeleiter zu seiner Zeit:

 

„Um unnötige Reibereien mit dem Hohen Rat in Jerusalem zu vermeiden, hatte er sich in seiner Tätigkeit ganz auf Galiläa beschränkt. Die scheinbare Vernachlässigung der gottesdienstlichen Zusammenkünfte in der Hauptstadt und die offene Feindschaft der Priester und Rabbiner gegen Christus waren Grund zur Beunruhigung bei den Menschen seiner Umgebung. Von dieser Unruhe blieben auch die Jünger und die nächsten Verwandten nicht verschont. Der Herr hatte oft über den Segen des Gehorsams gegenüber dem Gesetz gesprochen; um so erstaunlicher war es nun, daß er selbst den von Gott eingesetzten Festen gleichgültig gegenüberzustehen schien. Sein Umgang mit Zöllnern und anderen verdächtigen Leuten, die Mißachtung der rabbinischen Verordnungen und die Freiheit, mit der er die altüberlieferten Satzungen über den Sabbat behandelte, brachten ihn in Gegensatz zu der jüdischen Führungsschicht und ließen manche Frage aufkommen. Seine Brüder hielten es für einen Fehler, daß er sich von den einflußreichen und bedeutenden Männern des Volkes lossagte. Sie glaubten, daß jene Männer im Recht sein müßten, und sie hielten es für tadelnswert, daß Jesus sich im Gegensatz zu jenen befand.“

 

Beging er einen Fehler, sich von den einflußreichen und bedeutenden Männern seines Volkes  loszusagen? – Es war kein Fehler! War Jesus „im Irrtum,  weil er sich im Gegensatz zu jenen befand“? – Er war nicht im Irrtum! Doch dort gab es solche Menschen, die dachten, daß er falsch handelte. Und warum dachten sie so? –  Oh, einfach, weil „sie glaubten, daß jene Männer im Recht sein müßten.“ Und warum dachten sie, jene Männer müßten im Recht sein? –  Oh, einfach, weil diese Männer „die religiösen Führer“, „der Hohe Rat in Jerusalem“ waren. Einfach, weil jene Männer ein Amt bekleideten und eine Stellung einnahmen, „mußten sie im Recht sein,“ und natürlich, einfach aus dem Grund: Jesus mußte „im Irrtum“ sein, weil ER sich „im Gegensatz zu jenen befand.“

 

Doch bei alledem befand sich Jesus in keiner Weise im Irrtum, ganz gleich, was sie dachten. Er war stets im Recht, die ganze Zeit; und die wirkliche Feindschaft ging überhaupt nicht von ihm aus.

 

Deshalb, in mangelnder Übereinstimmung mit Gemeindeleitern zu sein oder eine andere Auffassung als die „religiösen Führer“ zu haben, ja selbst eine Einstellung der Feindseligkeit ihnen gegenüber zu besitzen, ist an und für sich niemals irgendein Beweis für einen Irrtum oder einen Fehler. Kein Mensch, keine Vereinigung, kein Zusammenschluß von Menschen besitzt jemals irgendeine Machtbefugnis auf Grund irgendeiner offiziellen Stellung oder eines Amtes in der Gemeinde Christi oder in irgendeiner Kirche, die bekennt, die Gemeinde Christi zu sein. Und wenn irgendein Mensch oder eine Gruppe von Menschen diese Amtsgewalt jemals in einer Gemeinde hat und ausübt, dann ist es aus dem Grund, weil jene Gemeinde nur auf Menschen und nicht auf Christus gegründet ist.  LJ 541:

 

„Ihr wisset, daß die weltlichen (heidnischen) Fürsten ihre Völker niederhalten, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt. Aber so soll es nicht sein unter euch.“ Unter Christen ist es nicht so. Und wo immer es in irgendeiner Gemeinde oder Kirche so ist, dann nur aus dem Grund, weil es eine heidnische Kirche ist; denn es ist nur unter „den Heiden“ so, daß solche Dinge getan werden, und es erlaubt wird, daß so etwas geschieht. Ich lese weiter auf der gleichen Seite:

 

„In den Reichen dieser Welt sind Rang und Würden gleichbedeutend mit Selbsterhöhung. Es wird vorausgesetzt, daß das einfache Volk nur zum Nutzen der herrschenden Klassen da ist. Einfluß, Wohlstand und Bildung bieten den Regierenden viele Möglichkeiten, die Massen zu ihrem eigenen Vorteil zu beherrschen. Sache der Oberschicht sei es, zu denken, zu entscheiden, zu genießen und zu regieren. Die anderen hätten zu gehorchen und zu dienen. Über die Religion hätten, wie über alle anderen Dinge, auch allein die staatlichen Behörden zu befinden. Das Volk habe nur zu glauben und das auszuführen, was die Vorgesetzten befehlen. Das natürliche Recht eines jeden Menschen, aus eigenem Antrieb zu denken und zu handeln, wurde dem Volk völlig aberkannt.“

 

„In dem Reich, das Christus errichtete, sollten andere Grundsätze gelten. Er rief die Menschen nicht zur Herrschaft, sondern zum Dienst. Der Starke sollte die Gebrechlichkeit des Schwachen tragen. Wer über Macht, Stellung, Begabung, Bildung verfügt, soll damit in besonderer Weise zum Dienst an seinen Mitmenschen verpflichtet sein. Selbst von den Niedrigsten der Nachfolger Christi heißt es: ‚Es geschieht alles um euretwillen‘.“

 

„In Gewissensangelegenheiten dürfen niemandem Fesseln angelegt werden. Niemand ist berechtigt, eines anderen Denken zu beherrschen, für ihn zu entscheiden oder ihm seine Pflichten vorzuschreiben. Gott verleiht jedem Menschen die Freiheit, selbst zu denken und seiner Überzeugung zu folgen. ‚So wird nun ein jeglicher für sich selbst Gott Rechenschaft geben.‘ Niemand darf seine eigene Persönlichkeit in der eines andern Menschen aufgehen lassen. In allen grundsätzlichen Fragen muß es heißen: ‚Ein jeglicher sei in seiner Meinung gewiß.‘ Im Reiche Jesu Christi gibt es weder gebieterische Unterdrückung noch Zwangsmittel. Auch die Engel des Himmels steigen nicht auf die Erde herab, um hier zu herrschen und Ehrerbietung zu erzwingen, sondern um als Botschafter der Gnade gemeinsam mit den Erdenbewohnern die menschliche Natur zu adeln.“

 

Genau das ist meine Einstellung, und das ist einzig und allein, was ich aus der Bibel predige: Das Reich Gottes, wie es in sich selbst aus „Gerechtigkeit, Frieden und Freude in dem Heiligen Geist“ besteht: „Das Reich Gottes, wie Christus es der Welt brachte: Das Reich Gottes, wie es in der einzelnen Seele ist: Das Reich Gottes, wie es in der Gemeinde Gottes ist: Das Reich Gottes, wie es gegenwärtig sein soll, daß es sich über die Erde ausbreitet wie die Wassermassen die Meere bedecken: Das Reich Gottes, bei dem von seiten des Regierenden der einzige Grundsatz herrscht: Regierung, mit der Einwilligung derjenigen, die sich leiten lassen, und bei der, seitens der Menschen, die sich nach der Regierung richten, der einzige Grundsatz ist: Selbst-Regierung in Gott und mit Gott, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes: Jenes Reich, in welchem es folglich auch für niemanden, der über einen anderen herrschen will, ei-nen Platz gibt; der einzige Bereich für Aktivitäten ist ein gegenseitiger liebender Dienst: Jenes Reich, in dem die Seele unbehindert  bleibt: Jenes Reich, in dem niemand den Verstand und die Denkweise eines andern zu beherrschen sucht, für ihn entscheidet oder ihm seine Pflichten vorschreibt: Jenes Reich, in dem jeder Mensch sich seiner gottgegebenen Freiheit erfreut, für sich selbst zu denken und seiner eigenen Überzeugung zu folgen: Jenes Reich, in welchem jeder für sich selbst nur Gott Rechenschaft gibt: Jenes Reich, wo es keine gebieterische Unterdrückung gibt, auch keine Nötigung, nicht einmal in bezug auf gutes Benehmen.

Das ist es, was ich predige. Das ist genau das, was ich immer gepredigt habe, und das ist genau das, was ich weiterhin predigen werde; denn es ist das Reich Gottes und das Evangelium jenes Reiches, was in aller Welt gepredigt werden soll als ein Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

Das nächste Zitat steht auf Seite 830:

„In seinem Missionsauftrag zeigte Jesus seinen Jüngern nicht nur das Ausmaß, sondern auch den Inhalt ihrer Aufgabe: ‚Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.‘ Die Jünger sollten das lehren, worin Jesus sie unterwiesen hatte. Das umfaßte alles, was er nicht nur persönlich, sondern auch durch die Propheten und Lehrer des alten Bundes verkündigt hatte. Der Menschen Lehren sind davon ausgenommen. In diesem Auftrag finden sich keine Überlieferungen, keine menschlichen Theorien und Beschlüsse oder etwa Gemeindebestimmungen. Auch von kirchlichen Würdenträgern beschlossene Gesetze haben keinen Platz darin. Christi Diener sollen nichts davon verkündigen. ‚Das Gesetz und die Propheten‘, dazu die Berichte über die Worte und Taten Jesu, sind der den Jüngern anvertraute Schatz, den sie der Welt weitergeben sollen. Christi Name ist ihre Losung und das Zeichen ihrer Bestimmung; er ist das Band ihrer Einigkeit, die Autorität hinter ihren Handlungen und die Quelle ihres Erfolges. Was nicht seinen Namen trägt, wird in seinem Reich nicht anerkannt werden.“

 

In der Lehre, wozu Christus mich beauftragt hat, sie weiterzugeben, gibt es keine Überlieferung, keine menschlichen Theorien und Beschlüsse oder etwa Gemeindebestimmungen, auch keinen Platz für irgendwelche „von kirchlichen Würdenträgern beschlossene Gesetze.“  „Christi Diener sollen nichts davon verkündigen.“ Was ist dann das Gute daran, und was ist der Zweck eurer „Gemeindebestimmung“, eurer Verfassungen, Gesetze, Entscheidungen, Resolutionen – irgendwelche oder alle eurer „von kirchlichen Würdenträgern beschlossenen Gesetze?“ „Christi Diener sollen nichts davon verkündigen.“ Mit welchem Recht fordert ihr dann von mir, daß ich solche Sachen lehren soll?

 

Nun, alles, was in dem  Buch “Das Leben Jesu“ steht, ohne irgendeine Erklärung oder irgendwelchen Vorbehalt, ist genau meine Einstellung in all meinen Veröffentlichungen und herausgegebenen Erklärungen, und in all meinen Predigten. Steht das in Feindschaft zu dem „organisierten Werk“? Wenn ja, weshalb? Und selbst wenn es so wäre, was kann ich daran ändern? Es ist die Wahrheit, so wie die Wahrheit in der Bibel und in Jesus ist.

 

Doch das ist immer noch nicht alles, bezüglich eurer eigenen maßgebenden Veröffentlichungen. Hier ist Besondere Zeugnisse, Serie B, Nummer 10: „Jehova ist unser König.“ Ich habe es dem Präsidenten eurer General-Konferenz und anderen erzählt, und nun sage ich es euch, daß ich in völliger Übereinstimmung mit dem bin, ganz einfach, so wie es hier ausgedrückt ist. Und wenn ihr diesen Standpunkt vertretet, dann kann es unmöglich irgendeinen Unterschied zwischen uns geben, jedenfalls viel weniger Feindseligkeit zwischen uns, als zur Organisation.

 

Diese Botschaft sagt folgendes:

 

„Gott sagt, „Ich will in meinem Volk verherrlicht sein.“ Aber das selbstsichere Handeln und Vorgehen der Menschen hat dazu geführt, daß Gott auf die Seite geschoben, und der Rat von Menschen angenommen wird.“ –  Seite 16-17.

 

Ich habe niemals irgend etwas so ausdrücklich erklärt wie dieses! Ich habe niemals etwas „feindlicheres in bezug auf das organisierte Werk“ gesagt, als das! Ist jenes Zeugnis in Feindschaft zu dem organisierten Werk? Oder ist es feindlich für das organisierte Werk, das aus der Bibel zu lehren, wovor das Zeugnis warnen soll, – nämlich „die Folgen davon“, „wenn Gott auf die Seite geschoben und der Rat von Menschen angenommen wird“? Wenn Gott von Menschen in der Gemeinde beiseite geschoben worden ist, und statt dessen der Rat von Menschen angenommen wird, dann weiß ich, was das bedeutet. Wißt ihr es nicht auch? Und ich möchte das nicht! Möchtet ihr es?

 

Das Königtum Jehovas, und daß jeder Einzelne Gott als seinen König ansehen möge im Reiche Gottes, statt irgendeines Königreiches von Menschen an der Stelle Gottes – dies ist einzig und allein das, was ich überall predige, und was ich auch weiterhin predigen werde.

 

Dieses Zeugnis sagt es genauso wörtlich:

 

„Diese Botschaft ist an unsere Gemeinden an allen Orten gerichtet“, und daß „diese Worte ...... an allen Orten, wo eine Gemeinde gegründet wird, nötig sind.“ Seite 19, 33-34.

 

Und dennoch ist es die reine Wahrheit, daß kaum irgendwelche Gemeinden an irgendwelchen Orten jemals eine Chance hatten, auch nur zu erfahren, daß dieses Zeugnis existiert. Weshalb? Und obwohl es schon seit eineinhalb Jahren gedruckt ist, haben die Traktat-Gesellschaften es nicht, und hatten es auch niemals zur Lieferung bereitgestellt. Und der einzige Weg, es zu bekommen, bestand darin, es sich direkt von  Pacific Press für 5 Cent pro Kopie kommen zu lassen. Warum? Aus dem Grund, weil dieses Zeugnis auch von den gleichen Leuten als „feindlich gegenüber dem organisierten Werk“ betrachtet wird. Weiter heißt es hier:

 

„Seit Jahren hat es bei  Männern in verantwortlichen Stellungen eine wachsende Tendenz gegeben, den Herrn über Gottes Erbe zu spielen.  Auf diese Weise nehmen sie den Gemeindegliedern ihr großes Bedürfnis nach göttlicher Unterweisung fort, sowie die Wertschätzung des Vorrechtes, sich mit Gott in bezug auf diese Pflicht zu beraten.

Dieser Zustand der Dinge muß geändert werden. Es muß eine Reform stattfinden.“

Seite 13.

 

Daß dieser Zustand der Dinge verändert werden und eine Reform eintreten muß, ist alles, worum ich seit jeher gebeten habe. Und weshalb steht das in Feindschaft zum organisierten Werk?  Weiter lese ich.


„In meinen früheren Erfahrungen in der Botschaft, wurde ich aufgerufen, diesem Übel zu begegnen. Während meines Wirkens in Europa und Australien, und erst vor kurzem bei dem Campmeeting in San Jose, 1905, mußte ich mein Zeugnis ablegen, indem ich davor warnte; denn Seelen waren dazu verführt worden, bei Menschen nach Weisheit zu suchen, anstatt Gott darum zu bitten, der doch unsere Weisheit, unsere Heiligung und unsere Gerechtigkeit ist. Und jetzt, im Jahre 1907, ist mir wieder die gleiche Botschaft gegeben worden, noch deutlicher und entschiedener; denn die Angriffshaltung gegen Gottes Geist hatte zugenommen.“ Ebenda.

 

Ich lese weiter:

 

„Deshalb schreibe ich so ausführlich; denn mir wurde gezeigt, daß Prediger und Lehrer mehr und mehr dazu verführt werden, ihr Vertrauen in Menschen zu setzen, und Fleisch zu ihrem Arm zu machen, um Weisheit zu erlangen. Für Konferenz-Präsidenten und Männer in verant-wortlichen Stellungen habe ich diese Botschaft: Zerreißt die Bande und Fesseln, die um Gottes Kinder gelegt sind. An euch ist das Wort gerichtet: ‚Zerbrecht jedes Joch.‘  Wenn ihr nicht damit aufhört, euch von Menschen abhängig zu machen, wenn ihr nicht demütig in euren Herzen werdet, und selber den Weg des Herrn lernt wie kleine Kinder, wird der Herr euch von seinem Werk trennen.“ – Seite 16.

 

Ist es wahr, daß „Bande und Fesseln“ „um Gottes Kinder gelegt worden sind“?  Ich habe es nicht gesagt, daß es geschehen ist. Doch dieses Zeugnis sagt, daß es passiert ist, und das erst im Oktober 1907. Und ihr gebt vor zu glauben, daß diese Unterweisung von Gott kommt. Steht das in Feindschaft zum organisierten Werk? Ohne es den Leuten zu erzählen, daß Bande und Fesseln um sie gelegt worden sind, habe ich gelehrt und werde weiterhin die Leute unterweisen, wie man frei wird von all solchen Sachen wie Bande und Fesseln und Jochs. Ist das feindschaftlich gegenüber dem organisierten Werk? Wenn ja, was kann ich daran ändern?

 

Nachdem den Konferenz-Präsidenten und Männern in verantwortlichen Stellungen auf diese Weise gesagt worden ist, was sie tun sollen, nachdem all die Gemeinden gewarnt worden sind, daß das selbstsichere Handeln und Vorgehen der Menschen dazu geführt hat, Gott beiseite zu schieben und den Rat der Menschen anzunehmen;  nachdem allen mitgeteilt worden ist, daß Christus „keine Macht über sie herrschen lassen will, die ihre Freiheit in seinem Dienst einschränkt,“ daß er „niemals einen Menschen als Herrscher über sein Erbe gesetzt hat,“ und daß „wahre Bibel Religion zu Selbstkontrolle führt, und nicht dazu, daß einer den anderen beherrscht.“ Dann wendet es sich ab und sagt dem einzelnen, was er tun soll.

 

Hier ist nur eine Aussage von vielen:
 

„Jedes Gemeindeglied sollte verstehen, daß Gott der Eine ist, auf den wir blicken und ihn fragen sollen, was die Pflicht jedes Einzelnen ist. Es ist richtig, daß Brüder zusammenkommen sollten, um miteinander zu beratschlagen; aber wenn Männer einfach festlegen, was ihre Brüder tun sollen, dann laßt sie ihnen zur Antwort geben, daß sie den Herrn als ihren Ratgeber erwählt haben. Diejenigen, die demütig den Herrn suchen, werden an seiner Gnade Genüge finden. Wenn jedoch ein Mann einem anderen erlaubt, sich zwischen ihn und die Pflicht, die Gott ihm gezeigt hat, zu stellen, indem er sein Vertrauen in einen Menschen setzt und ihn als Führer annimmt, dann tritt er von der wahren Plattform herunter auf eine falsche und gefährliche; d.h. er gibt die wahren Grundsätze auf und nimmt falsche und gefährliche Grundsätze an. Solch ein Mensch wird seine Geistigkeit (sein geistliches Leben) verlieren, anstatt im Glaubensleben zu wachsen und sich zu entwickeln. Kein Mensch ist mit der Kraft ausgestattet, den unvollkommenen fehlerhaften Charakter in Ordnung zu bringen. Als Einzelne müssen wir unsere Hoffnung und unser Vertrauen in Jemanden setzen, der mehr als menschlich ist.“

 

Nun berücksichtigt bitte, daß ich diese Sache nicht aus dem Buch Das Leben Jesu“ und „Jehova ist unser König“ gelesen habe, als Begründung oder Beweis dafür, daß das, was ich glaube und lehre, die Wahrheit ist. Ich weiß das aus der Bibel, und ich lehre es aus der Bibel. Weshalb ich diese Abschnitte aus diesen zwei maßgeblichen Veröffentlichungen der Gemeinde vorgelesen habe, geschieht einzig und allein, um zu zeigen, daß bei euren eigenen maßgebenden Veröffentlichungen Grund für ernsthafte Fragen besteht, wenn es darum geht, ob meine Einstellung gegenüber dem „organisierten Werk“ auf irgendeine andere Art und Weise „feindlich“ ist, als die Einstellung Jesu gegenüber den „religiösen Würdenträgern“ und den „Führern in Jerusalem“ –  („dem organisierten Werk“ in seinen Tagen), feindlich war. Dann ist also  –

 

Sittlicher Charakter nicht der Maßstab für einen guten Stand hier; es ist etwas anderes.

Aufrichtigkeit im Halten der Grundsätze  nicht die Richtschnur für einen guten Stand; es ist etwas anderes.

Übereinstimmung mit den maßgeblichen und vorschriftsmäßigen Veröffentlichungen der Gemeinde  nicht der Maßstab für einen guten Stand; es ist noch etwas anderes.

 

Aber wenn ihr euch über all diese Dinge hinaus immer noch auf irgend etwas anderes stützt als auf den Maßstab, dann kann dieses „noch etwas anderes“ nichts anderes sein als das eigenwillige Verlangen und die „Befehlsgewalt“ der Menschen, indem sie sich selber als die Gemeinde ausgeben. Und eines der allerersten protestantischen Prinzipien ist „Widerstand gegen die eigenmächtige Amtsgewalt der Kirche.“

 

Doch jetzt, und in Anbetracht dieser Lage, bin ich bereit, alle Einwände aufzugeben, und auf den tatsächlichen Sachverhalt, jene Beschuldigung, zu antworten, daß ich „in Feindschaft zum organisierten Werk“ stehe.

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Was ist das Organisierte Werk?

 

Was ist jenes „organisierte Werk der Gemeinde“, worauf erhebt es eigentlich Anspruch und wozu ist es ganz offiziell bestimmt? In Wirklichkeit wird es nicht nur zugegeben, sondern steht es offiziell geschrieben und ist offiziell veröffentlicht, daß die bekenntliche „Organisation“ der Siebenten-Tags-Adventisten nach dem Muster der mosaischen Ordnung besteht. In der offiziellen Erklärung und Veröffentlichung dieses Sachverhalts ist die mosaische Ordnung als solche in acht bezifferten Punkten ganz klar umrissen. Ferner, nach jenem Plan der ausschließlich  mosaischen Ordnung, sagt der offizielle Bericht:

 

„Der allgemeine Plan der Organisation, wie er von den Siebenten-Tags-Adventisten angenommen wurde, ist  jenem oben umrissenen sehr ähnlich.“

 

Folglich, um diese „sehr ähnliche“ Wesensart aufzuzeigen, wird in sechs bezifferten Punkten eine Parallele mit dem Plan der mosaischen Ordnung gezogen und festgesetzt. Und dann heißt es in diesem offiziellen Bericht:

 

„Dieser Vergleich könnte weiter fortgesetzt werden. Was jedoch aufgezeigt worden ist, wird als Beweis genügen, um  zu verdeutlichen, daß es hier eine sehr große Ähnlichkeit gibt zwischen jenem einfachen, kompletten und wirksamen Organisations-System, das für die von Mose gegründete Gemeinde vorgesehen war, und der Organisation, die für die Gemeinde der Übrigen ausgearbeitet wurde. Diese Gemeinde wurde durch die dreifache Engelsbotschaft in Offenbarung 14, 6-14 herausgerufen.“

Der Präsident der General-Konferenz, im Review and Herald vom 16. Mai 1907, Seite 4-5.

 

Also bleibt schwerlich irgendein Raum für Zweifel, daß die Organisationsform der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde zugegebenermaßen jene Form der mosaischen Ordnung ist. Und hierbei ist die christliche Ordnung ausgeschlossen; denn in dem ganzen Zitat wird Christus weder erwähnt noch wird auf ihn Bezug genommen; auch gibt es überhaupt keine Bezugnahme oder einen Hinweis auf irgendeine Stelle im Neuen Testament  –  bis auf die eine in     Offenbarung 14. Das Neue Testament wird nicht einmal erwähnt, außer in der versteckten Andeutung über die falsche Idee, daß „die mosaische Ordnung für die Führung  und  Regierung der Gemeinde in der Zeit des Alten und des Neuen Testaments galt.“

 

Die Wahrheit ist, daß das mosaische Organisations-System keine größere Gültigkeit für die Führung und Regierung der Gemeinde in neutestamentlicher Zeit hatte, als daß Mose selbst für die Leitung und Regierung der Gemeinde in neutestamentlicher Zeit Gültigkeit haben würde. Mose  war für die mosaische oder alttestamentliche Zeit auserwählt, und Christus ist für die christliche oder neutestamentliche Zeit bestimmt. Die mosaische Ordnung war nur für die Führung und Regierung der Gemeinde in der mosaischen oder alttestamentlichen Zeit vorgesehen und hat überhaupt keinen Platz in der Gemeinde der christlichen oder neutestamentlichen Zeit, und kann ihn auch unmöglich haben. Die christliche Ordnung, und sie alleine, ist für die Führung und Regierung der Gemeinde in der christlichen oder neutestamentlichen Zeit bestimmt.

 

Zu Moses und zur mosaischen Ordnung zurückzugehen zu solch einem Zweck wie jenem, der in der offiziellen Erklärung hinsichtlich der Organisation der Siebenten-Tags-Adventisten zum Ausdruck gebracht worden ist, bedeutet nichts anderes, als Christus und die christliche Ordnung vollständig aufzugeben. Über Christus und die christliche Gemeinde hinwegzugehen, wie es jener offizielle Bericht tut, bedeutet, Christus und die christliche Ordnung vollkommen aufzugeben, zugunsten Moses und der mosaischen Ordnung.

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Die „Mosaische Ordnung“ im zweiten Jahrhundert

 

Ich werde niemals damit übereinstimmen! Ich weiß, was es heißt; denn es ist einmal versucht worden, und mir ist klar, worauf es damals hinauslief. Das ist genau die Richtung, die im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus eingeschlagen wurde; die ersten Schritte hin zum Papsttum. Dies kann von jedem Menschen nachgeprüft und bestätigt werden; er braucht nur die Seiten der Bücher über Kirchengeschichte jener Zeit durchzulesen. Und damit ich nicht als zu kritisch und scharfzüngig hingestellt werde, möchte ich hier wiederholen, was ich an einer anderen Stelle geschrieben habe, bei jenem ersten Versuch, als es um die Annahme der mosaischen Ordnung in christlichen Zeiten ging. Hier folgt, was ich damals versuchte, zum Ausdruck zu bringen:

 

„Aber wieder gab es ein Abfallen von der Wahrheit. Wieder wurde Gott als König vollständig aufgegeben. Christus als ‚Führer und Herrscher für das Volk‘, und der Einzige, der einen Anspruch auf Vorrang hat, wurde zurückgewiesen. Menschen, die es lieben, eine Vorrangstellung zu besitzen, rissen SEINEN Platz an sich. Der Heilige Geist als Herrscher in der    Gemeinde und als Führer derselben, wurde durch die Pläne und die Maschinerie der Menschen verdrängt, und sie setzten sich an seine Stelle; genauso wie es ‚bei all den anderen Völkern‘ auch war.“

 

„Dies geschah jedoch nicht, indem sie offen und ehrlich zugaben, Gott nicht zu beachten. Sie taten es alles unter dem Deckmantel der Heiligen Schrift, und akzeptierten es, als sei es die Offenbarung der göttlichen Ordnung selbst. Diese Täuschung wurde unter dem Vorwand zustande gebracht, das mosaische Organisations-System einzuführen. Doch zu der mosaischen Ordnung zurückzukehren, bedeutete an und für sich, die christliche Ordnung wie auf Anhieb vollkommen aufzugeben.“

 

„Dies wäre wahr gewesen, selbst wenn die mosaische Ordnung aufrichtig und vollständig angenommen worden wäre. Aber die wahre Annahme der mosaischen Ordnung war einfach unmöglich. Unter der Ordnung Moses war das Volk eine zusammengedrängte Masse, von allen anderen Menschen getrennt, und sie waren durch Stämme innerhalb bestimmter und genauer Grenzen fest zusammengefügt. Das Gebiet der gesamten Nation war ein Sechstel kleiner, und das Volk war fünf bis sechs oder sogar acht Mal mehr als das von Connecticut in USA. Darum, wenn man bedenkt, jene Ordnung bei einem Volk anzuwenden, das über die damals bekannte Welt verstreut gewesen wäre, und welches wahllos unter all den Menschen in der Welt gelebt hätte, einer hier, der andere dort; zwei oder drei hier, und vier oder fünf andere dort; eine kleine Gruppe in einer Stadt, und keine andere weit und breit ­­– wenn man bedenkt, daß die mosaische Ordnung und Organisation in solch einer Situation wie beschrieben, wirklich angewendet würde, das kann unmöglich etwas anderes sein als äußerst verrückter, menschlicher Unsinn.“

 

„Und tatsächlich, sie wurde niemals weder angenommen noch wirklich angewendet. Das Schema war niemals irgend etwas anderes als ein Vorwand, eine Erfindung, um den Schein zu wahren. Doch es diente den eifrigen Geistlichen als ein Mittel, den Menschen Sand in die Augen zu streuen, und sie zu täuschen. Sie selber gaben sich dabei einen Anschein von göttlicher Bestätigung für ihre eigene angemaßte Amtsgewalt, gegen Christus, und an der Stelle Gottes zu herrschen. Denn, wie leicht und natürlich es unter jener ‚mosaischen Ordnung‘ war, den Menschen die Vermessenheit und das Schicksal Korahs, Dathans und Abirams und anderer Leute vor Augen zu führen, als sei es die ‚göttliche und schreckliche Warnung an alle Menschen, die es wagen könnten, irgend etwas gegen den Bischof zu tun‘; denn wir müssen den Bischof so betrachten, als ob er der Herr selber wäre.“

 

„Und diese menschliche Sache, die von Anfang an nur eine böse Erfindung und Lüge falsch gesinnter Menschen war, diese Sache, die gänzlich die Folge des Abfalls war, diese Sache, die nur durch das Aufgeben der christlichen Ordnung und der Annahme einer arglistigen Täuschung  hinsichtlich der mosaischen Ordnung  entstand, diese Sache, die nur das Ergebnis der Ablehnung Christi zugunsten Moses war, und sie sich selbst auf diese Weise als Stellvertreter an die Stelle Christi setzten, diese völlig antichristliche Sache.... wurde von denjenigen, die das vollbrachten, „das Reich Gottes“ genannt, die einzige und einzig wahre Kirche! Es war jedoch niemals etwas anderes als nur das Reich der Menschen an der Stelle Gottes.“

 

Deshalb ist es die reine Wahrheit, daß die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde mit dieser offen zugegebenen Annahme des mosaischen und alttestamentlichen Organisations-Systems, diesen gleichen, offenkundig gewordenen und entschiedenen Schritt zur absoluten Bildung des Papsttums unternommen hat. Dies kann einfach nicht abgeleugnet werden; denn die Parallele ist perfekt! Von den Beamten der General-Konferenz sind im Review and Herald  zu diesem Thema, im wesentlichen und fast mit den gleichen Worten, die Beweisgründe von Ignatius und Cyprian, und sogar von dem voll entwickelten Papsttum, niedergeschrieben worden. Selbst solch eine Aussage wie jene: „In Petrus, sowie in den jetzigen leitenden Brüdern, die Gott benutzt, waren diese Gruppen von Gläubigen in dem Heiligen Geist vereint.“ –

Review and Herald, 2. Mai 1907, Seite 10, erster Abschnitt.

 

 

„In Petrus“! „In Petrus...... waren die Gläubigen in dem Heiligen Geist vereint“! Denkt darüber nach! Das ist genau, im tiefsten Sinne, der Anspruch des Papsttums im Namen von Petrus, und im Namen des Bischofs von Rom, als dem „Nachfolger des heiligen Petrus.“ Und siehe! Genau „wie“ „in Petrus“, so auch „in den jetzigen leitenden Brüdern“ „sind die Gläubigen in dem Heiligen Geist vereint.“ Es ist nicht wahr! In Christus, dem Gekreuzigten – in Christus, und in Christus allein, sind Gläubige in aller Welt in dem Heiligen Geist vereint. Doch ich habe keine Zeit, jenem äußerst falschen Beispiel nachzugehen. Glaubt ihr das? Stimmt ihr dieser Einstellung zu?

 

Die angebliche Siebenten-Tags-Adventisten „Organisation“ ist in Wirklichkeit nicht die Organisation der mosaischen Ordnung; sie ist nur, wie jene zuvor, eine trügerische Vorspiegelung davon. Dies wird durch die Tatsache erklärt, daß sich dieses angebliche „organisierte Werk“ nach dem Vorbild der mosaischen Ordnung, in dem gegenwärtigen Fall völlig über die deutlichen Worte des allerersten Grundsatzes der Gerechtigkeit hinwegsetzte, wie bei der mosaischen Ordnung. Und wer hat jemals etwas darüber gehört, daß die Führer und die Ältesten in Israel eine Verfassung und Satzungen für sich selbst gemacht hätten? Anstatt daß dieses „organisierte Werk“ der Siebenten-Tags-Adventisten wirklich nach der mosaischen Ordnung ausgerichtet ist, ist es genau die Wiederholung jenes vorgetäuschten Organisations-Systems, welches sich daraus ergab, daß die neutestamentliche Ordnung im zweiten und dritten Jahrhundert aufgegeben wurde; und das war der erste Schritt in Richtung zu dem voll entwickelten und regierenden Papsttum.

Noch besser, als ich es beschreiben kann, wird dieses Thema von D’Aubigne beschrieben. Er macht die Angelegenheit so deutlich, daß niemand darin fehlgehen kann, es zu erkennen:

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„Drei Große Systeme“

 

„Drei große Systeme behielten tatsächlich die Macht in der Gemeinde, vor der Zeit der Reformation.

 

Erstens: Das System, was sich auf das Evangelium gründet (Christus als Haupt der Gemeinde), welches das ursprüngliche System ist; es erstreckt sich aber nur bis zum Beginn des zweiten Jahrhunderts. Folglich herrschte das Wort Gottes in höchstem Maße, und ein lebendiger Glaube an die durch jenes Wort verkündete Gnade, wurde als völlig ausreichend angesehen, um den Sünder zu erretten. Aber zu Beginn des zweiten Jahrhunderts entstand eine Lücke in der Gemeinde durch den Tod der Apostel, und der Einbruch durch menschliche Elemente in das Haus Gottes verursachte eine allgemeine Veränderung in der Geisteshaltung und in der Organisation der Gemeinde. Eine große Krise war die Folge.“

 

Zweitens: Dann begann das katholische oder bischöfliche System. Es war erst später, als das bischöfliche System zweifellos als die notwendige, göttlich angeordnete Form christlicher Vereinigung betrachtet wurde. Es war auch erst später, daß die Gemeinschaft mit einem Bischof, der mit den Aposteln durch eine ununterbrochene Nachfolge verbunden war, als Bedingung zur Erlösung gefordert wurde. Doch es war im zweiten Jahrhundert, als diese Ideen begannen, Formen anzunehmen, und die Bischofsversammlung des Ignatius bereitete den Weg für das hierarchische Bischofsamt des Cyprian. Jenes System, mit ein paar geringfügigen Unterschieden, gewann die Oberhand in der Gemeinde bis etwa hin zum achten Jahrhundert.“

 

Drittens: Es war etwa zu dieser Zeit, als das dritte System, das des Papsttums, anfing.“

 

„Es war eine lange Entwicklung, und die sehnsüchtigen Wunschträume der stolzen Päpste waren auf oberste Herrschaft und Regierungsgewalt ausgerichtet. Dann kam es, daß die Kirche des Abendlandes, die im Verlauf der vorausgegangenen Zeitperiode gegründet worden war, das Bedürfnis nach einem Oberhaupt hatte, der sie regieren sollte. So entstand jene gewaltige Hierarchie, weltlich und religiös zu gleicher Zeit, die sich den Ansprüchen Roms beugte. Katholizismus ging in Romanismus über, und die monarchische Regierungsform nahm die Stelle der aristokratischen ein, welche ihr vorausgegangen war.“

 

„Diese drei Systeme, die alle aufeinander folgten, bevor die Reformation begann, haben das Christentum seit der großen Revolution im sechzehnten Jahrhundert beständig gespalten; und alle, die sich Christen nennen, gehören jetzt entweder der einen oder der anderen dieser drei Formen an.“

 

„Um das dritte dieser Systeme für das zweite aufzugeben, läuft höchsten auf eine halbe Reformation hinaus. Und ich brauche es wohl nicht zu sagen, daß dem ersten dieser drei Systeme meine ganze Sympathie gehört.“

 

„Die innere und geistliche Einheit der unsichtbaren Gemeinde, die sich auf Glauben und Liebe gründete, wurde bald verwechselt mit der äußeren Einheitlichkeit der sichtbaren Gemeinde, was sich stets durch bestimmte äußere Formen offenbart. Dies wurde besonders durch das, was Cyprian über die Vereinigung der Gemeinde schrieb, vollbracht. Stets verlangte man nach einer äußeren Darstellung jener Einheitlichkeit, und danach wurde bereits getrachtet, als es um eine gewisse Vorrangstellung über die anderen Apostel ging, die im Namen des heiligen Petrus beansprucht wurde  –   eine Vorrangstellung, die ganz und gar im Gegensatz zum Worte Gottes steht, und die in bezug auf das Wesen der christlichen Ordnung oder Organisation mit diesen Worten ausgedrückt wird: ‚Ihr aber seid alle Brüder‘......“

 

„Derselbe Abstand, der zwischen dem Papsttum und dem bischöflichen Katholizismus besteht, trennt auch den bischöflichen Katholizismus selbst von dem aufrichtigen Christentum des Evangeliums.“

 

Ich will damit nicht sagen, daß in dem letzten System keine Pastoren, Bischöfe genannt, sein können, die gewisse spezielle Tätigkeiten ausüben. Was ich ablehne, ist rechthaberische, anmaßende Regierung einer Gemeinde durch Bischöfe, die keinen Widerspruch dulden; ich lehne keine Tätigkeit ab, die der Veranlagung entsprechend ausgeübt wird.

 

„Was ich bekämpfe, ist die Idee, daß, wenn es darum geht, ein Glied am Leibe Christi zu werden, es für einen Menschen nicht genügt, mit dem Erlöser durch einen wirklich lebendigen Glauben verbunden zu sein.“

 

„Worauf ich als eine Irrlehre hinweise, ist die merkwürdige Auffassung, daß jemand, um zu Christus zu gehören, mit einer äußerlichen Organisation verbunden sein muß, die zurückgeht..... oder vielmehr vorgibt, zurückzugehen zu den Aposteln.“

 

„Die Evangeliumslehre ist das Prinzip der Überlegenheit des göttlichen Geistes. Der Katholizismus lehrt die Überlegenheit des Prinzips über den Geist. Gemäß dem zuerst Erwähnten  liegt es an der Verbindung eines Menschen mit Christus, die seine Verbindung mit der Gemeinde zur Folge hat. Gemäß dem letzteren, liegt es an der Verbindung mit der Gemeinde, wodurch das Verhältnis zu Christus bestimmt wird.“

 

„Derselbe Unterschied zeigt sich, wenn wir es mit Gottes Predigern zu tun haben. Gemäß dem  System, das sich auf das Evangelium gründet, ist es Gnade,  geistliche Fähigkeit,  die zum Predigtamt berechtigt, und die es zustande bringt; während es bei dem katholischen System, entgegengesetzt, das Amt, die Priesterweihe zu dem heiligen Dienst ist, wodurch die Gnade – die geistliche Fähigkeit vermittelt wird.“

 

„Des weiteren ist es das gleiche, wenn wir es mit dem Beginn der Gemeinde zu tun haben: Ob es nun um das Papsttum oder den Katholizismus geht, zuerst kommt die äußerliche Kirche –  Christus gründete zuallererst eine bestimmte  kirchliche Organisation, welche dann, auf Grund gewisser Vorrechte, auf die innere oder geistliche einwirken sollte..... Dagegen kommt bei dem Christentum, das auf dem Evangelium gegründet ist, die innere Gemeinde zuerst – nämlich Christus erlöst und bekehrt Menschen zuallererst durch seinen Geist; und diese bekehrten Menschen vereinigen sich zu einer Gemeinschaft, indem sie die äußerliche, sichtbare Gemeinde bilden.“

 

„Geistliches Leben ist das wahre Band der Glieder einer christlichen Gemeinschaft, entsprechend der Lehre des Evangeliums..... Mitgliedschaft zu der hierarchischen  Einheitlichkeit, dargestellt durch das Bischofsamt, bildet dieses Band, gemäß den päpstlichen und katholischen Kirchenlehrern.“

 

Religiöse Gleichheit oder Gleichberechtigung besteht weiter in der Lehre des Evangeliums, ungeachtet der Würde ihrer Amtsträger; denn die Verantwortung und Verpflichtung, die ihr Amt einschließt, sind weniger ein würdevolles Auftreten als vielmehr ein Dienst, und ihre Autorität geht nicht hervor aus ihrer Person, sondern aus dem Worte Gottes und dem Wirken des Heiligen Geistes. Jedoch in dem katholischen, wie auch in dem päpstlichen System, verschwindet religiöse Gleichberechtigung; die Autorität des Amtes nimmt die Stelle der Autorität des Wortes Gottes ein; der Bischof wird der alleinige Kanal der göttlichen Gunst, und auf diese Weise steht er als Mittler zwischen Gott und den christlichen Leuten.“

 

„Um die Wahrheit zu sagen: Katholizismus in seinen Prinzipien ist weiter entfernt von dem Christentum des Evangeliums als von dem päpstlichen System selbst.“ – Einführende Betrachtung zu Ranke’s Geschichte der Päpste.

 

Im Hinblick auf jenen wirklichkeitsgetreu und deutlich gezogenen Unterschied zwischen Evangeliums-Christentum auf der einen Seite, und Katholizismus und Papsttum auf der anderen Seite, wird es höchste Zeit, daß die Siebenten-Tags-Adventisten sich selber mit tiefer Besorgnis fragen, ob sie tatsächlich Evangeliums-Christen sind, oder ob das System der angeblichen „Organisation“, mit dem ihr euch ja identifiziert und „eng verbunden“ seid, die Evangeliums-Ordnung ist, oder ob es das pseudo- (falsche) mosaische, katholische System ist, welches auf das päpstliche gerichtet ist.

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Die Evangeliums-Ordnung

 

Die Evangeliums-Ordnung, die christliche und neutestamentliche Ordnung ist Christus, der lebendige gegenwärtige Christus, „alles in allem“.

 

Die christliche und neutestamentliche Ordnung ist Gott in Christus, der Gründer seiner Gemeinde: –  weder Mose noch irgendwelche bestimmten Menschen an der Stelle und im Namen  Moses.

 

Die christliche und neutestamentliche Ordnung ist Christus selbst, in Person, durch den Heiligen Geist, das Haupt jedes Menschen höchstpersönlich und individuell: – nicht gemeinschaftlich durch ein zusammengefaßtes Kirchenregiment.

 

Im Neuen Testament steht als Erklärung der neutestamentlichen Ordnung geschrieben:

 

  1. Daß „durch den einen Geist“ ist es „ein Gott, der da wirkt alles in allen.“ (1.Kor. 12,6).

 

  1. Daß „in einem jeglichen offenbaren sich die Gaben des Geistes zu gemeinem Nutzen.“ (1.Kor. 12,7). Daß „all diese“ Gaben, Offenbarungen und Ermahnungen – „Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeglichen (für sich, individuell, persönlich) das Seine zu, wie ER will.“ (1.Kor. 12,11).  –  Wie ER will!  Nicht, wie irgendein Präsident oder Komitee es will.

 

  1. Daß, als dem Gründer seiner eigenen Gemeinde, welche der Leib Christi ist, „.....hat Gott die Glieder gesetzt, ein jegliches am Leibe besonders, wie ER gewollt hat.“  (1.Kor.12,18). –  Wie ER gewollt hat  – Nicht, wie ein Komitee oder eine „Organisation“ es gerne will.

 

Die christliche und neutestamentliche Ordnung ist die Ordnung des Reiches Gottes, wo Gott in Christus durch den Heiligen Geist der eine König, der eine Herr, und das eine Oberhaupt in jeder und über jede einzelne Person ist – „Das Reich Gottes ist mitten unter euch:“ –  und in und über die Gemeinde Christi, die von Gott erbaut ist: „auf welchem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geist.“ (Eph. 2,22).

 

„Das Himmelreich ist gleichwie ein Mensch, der über Land zog, seine Knechte rief und ihnen seine Habe anvertraute . . . . einem jeden (für sich, individuell, persönlich) nach seiner Tüchtigkeit.“ (Matth. 25,14.15).

 

Diese Gemeinde Christi ist von IHM und durch IHN organisiert, durch den Heiligen Geist allein. Epheser 4,16-17;  Kolosser  2,19;  1. Korinther 12,18.

 

Entsprechend dieser christlichen und neutestamentlichen Ordnung ist es so: Wer immer durch persönlichen Glauben zu Christus gehört, gehört genauso zur Gemeinde Christi, „welche da ist sein Leib“ (Epheser 1,23),  die „Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind.“  (Hebräer 12,23).

 

Die Einheit dieser Gemeinde und der Glieder ist deshalb die göttliche „Einigkeit im Geist“ (Eph.4,3), in der Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn (1. Johannes 1,3) –  nicht einer „Organisations“-Einigkeit, und auch nicht einer Einigkeit einer Gesellschaft oder Vereinigung.  Johannes 17, 21-23;  Epheser 1, 9.10; 1.Johannes 1, 3.6.

 

Was Christen und Gemeinden überall brauchen, ist nicht menschliche Maschinerie, sondern der Heilige Geist in seiner ganzen Bedeutung, und in all seinen Absichten und Plänen für den Einzelnen und für die Gemeinde. Und alles, worum ich bitte, oder was ich, wo auch immer predige, ist, daß die Stellung des Heiligen Geistes in dem Einzelnen und in der Gemeinde anerkannt wird, und daß dieser Platz IHM gänzlich und absolut gegeben werden soll.

 

Das ist die christliche und neutestamentliche Ordnung! Und daß es in Wirklichkeit in Feindschaft zu dem „organisierten Werk“ der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten steht, kann nicht geleugnet werden, solange wie das „organisierte Werk“ dem Bekenntnis nach, und laut offizieller Erklärung, die mosaische und alttestamentliche Ordnung sein soll. Jedoch so lange, wie ich an Christus glaube, anstatt an Mose, und an die christliche Ordnung, anstatt an die mosaische Ordnung, und so lange, wie die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde zu Mose  und  der  mosaischen  Ordnung  hält,  kann  diese  Feindschaft  nicht  verhindert  werden.

Christus und die christliche Ordnung muß bestehen bleiben und weiterbestehen! Christus und die christliche Ordnung muß gepredigt werden! Und Christus und die christliche Ordnung wird die Oberhand gewinnen!

 

Welches von beiden wollt ihr haben? Das ist jetzt die Frage an die General-Konferenz und an jeden Siebenten-Tags-Adventisten.

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Die neutestamentliche Ordnung abgelehnt

 

Im Jahre 1901 wurde die Gemeinschaft genau an die Schwelle der christlichen und neutestamentlichen Ordnung gebracht. Doch anstatt weiterzugehen durch die offene Tür, vollkommen hin zum Evangeliums-Christentum, wurde im Jahre 1902 die gesamte Ordnung ins Gegenteil verkehrt. Und daß sie umgedreht wurde, dafür gibt es folgenden sicheren Beweis:

 

In dem Bericht, der dieser General-Konferenz durch euren Präsidenten vorgelegt wurde, in dem Abschnitt über „Organisation“, wird der Eindruck erweckt, daß das, was ihr hinsichtlich der „Organisation“ jetzt habt und hier habt, die direkte und konsequente Weiterführung davon  ist, was 1901 in der General-Konferenz, und durch die General-Konferenz begonnen wurde. Doch anhand seiner (des Präsidenten) eigenen Worte, gesprochen im Mai 1902, als Erklärung dessen, was 1901 begonnen worden war, kann jeder sehen und erkennen, daß solch ein Eindruck nicht korrekt ist.

 

Es wird nicht nötig sein, hierauf ausführlich einzugehen. Alles, worum es geht, besteht darin, einfach acht Grundsätze zu zitieren. Denn in diesen acht Grundsätzen erklärte er ein Prinzip, das sich als der Angelpunkt dieser ganzen Angelegenheit erweist, und das an sich die gesamte Geschichte von damals und jetzt wiedergibt. So wie es gedruckt steht in dem Bulletin der Europäischen Verbands-Konferenz, die in London, England, im Mai 1902 abgehalten wurde, äußerte sich der Mann, der jetzt euer Präsident ist, über „Organisation“ mit folgenden Worten:

 

„Was die Stellvertretung anbetrifft, kann niemand irgend jemanden vertreten, außer sich selber. Alle sollten des Herrn Stellvertreter sein; jedoch kann niemand irgendeine andere Person oder eine Gemeinde darstellen. Eine Gemeinde wird ‚vollkommen repräsentiert‘ bei einer Konferenz, wenn all ihre Glieder zugegen sind; doch niemand kann seinen Verstand oder sein Gewissen einem anderen übertragen. Wenn eine Person bei irgendeiner Zusammenkunft anwesend ist, braucht sie niemand anderen, der für sie spricht.“  Seite 2 (Bulletin).

 

Das ist die Wahrheit. Es ist eine ausgezeichnete Erklärung eines grundlegenden christlichen Prinzips. Und im Mai 1902 wurde dies auf einer Ratsversammlung von ihm angeordnet als das Organisationsprinzip von 1901 und weiterhin. Und das ist die Wahrheit! Es ist das Prinzip von 1901. Und im Angesicht jenes Prinzips kann das augenblickliche System von 1903 nicht bestehen, nicht für einen Augenblick! Seid ihr dreihundertachtundzwanzig Delegierte jetzt versammelt, und haltet ihr hier eine Sitzung ab auf Grund des Prinzips, daß „niemand irgend eine andere Person oder eine Gemeinde repräsentieren kann“? Diese große Versammlung der Menschen, die bei jeder Konferenz-Zusammenkunft anwesend sind – richten  diese alle sich nach dem Prinzip, daß .... „wenn eine Person bei irgendeiner Zusammenkunft anwesend ist, sie niemand anderen braucht, der für sie spricht.“ Läßt sich diese Konferenz oder irgend eine andere Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in irgendeinem Sinne von diesem Prinzip leiten? Offensichtlich steht das gegenwärtige System im direkten Gegensatz zu jenem Prinzip von 1901.

 

Nun hat euer Präsident, wie alle anderen Menschen, voll und ganz das Recht, seine Denkweise zu ändern und seine Prinzipien umzudrehen, wann immer er will. Wenn er aber seine Denkweise geändert und seine Prinzipien ins Gegenteil verkehrt hat, dann besitzt er kein Recht, beharrlich zu behaupten, daß die Umkehrung des Prinzips die genaue und beständige Weiterführung des ursprünglichen Grundsatzes ist. Solch eine Verhaltensweise bedeutet die gänzliche Verwirrung sämtlicher Prinzipien. Und für jede Person, um es nachdrücklich zu betonen, ist deren Richtigkeit  nur der Beweis dafür, daß er die Fähigkeit für das leitende Amt  verloren hat.  

 

Auch wird in dem Bericht der Eindruck erweckt, daß der Hauptfehler, der die 1901 begonnene Wieder-Organisation notwendig machte, die bestimmte Größe „des Verwaltungskreises“  war – „der Kreis war zu klein.“ Dies ist auch nicht richtig. Die Größe des Kreises war überhaupt nicht das Hauptmerkmal, sondern was in dem Kreis war. Es hieß, daß in jenem Kreis „ein König auf den Thron gesetzt worden ist.“ Wo aber „ein König auf den Thron gesetzt wird“, ob der Kreis aus fünfhundert oder nur aus fünf  Leuten besteht, das Prinzip bleibt stets das gleiche.

 

Was dann gesagt wurde, ist: „Der Herr möchte, daß der Heilige Geist König ist.“ Das ist es, was ER jetzt und immer und bis in alle Ewigkeit möchte. Wollt ihr dem Herrn das geben, was   ER gerne möchte? Wollt ihr den Heiligen Geist König sein lassen? Wie es von dem Manne, der jetzt euer Präsident ist, erklärt wurde, könnte auf Grund des Prinzips von 1901, der Heilige Geist sehr leicht König sein. Doch das System von 1903 und jetzt, bei dem es um Stell-vertretung und Übertragung von Vollmachten und Rechten geht, trägt in sich selbst das vollkommene Prinzip päpstlicher Unfehlbarkeit. Und auf Grund eines solchen Prinzips gibt es niemals irgendeinen Platz oder irgend eine Chance „für den Heiligen Geist, König zu sein.“

 

Das ist alles, worum ich überhaupt bitte – einfach, daß es dem Heiligen Geist gestattet wird, König zu sein. Und das ist jetzt die eine große Angelegenheit der dreifachen Engelsbotschaft. Denn hier steht die große und mächtige Bewegung der Vereinigung der Kirchen und Religionen der ganzen Welt und für alle Welt, die sich selber als „das Reich Gottes“ ausgibt. Und der einzige Weg, den ich wirklich gehen kann, ist mit dem wahren Reich Gottes. Jene Bewegung der Kirchen-Vereinigung ist nur das Reich des Menschen an der Stelle Gottes. Und die Feier des Sonntags ist das Kennzeichen und Sinnbild davon; während der Sabbat des Herrn  das Merkmal und  Sinnbild des Reiches Gottes an seiner eigenen Stelle als Gott ist.

 

Das wahre Reich Gottes, oder das falsche Reich Gottes –  das ist nun die eine große Hauptangelegenheit der dreifachen Engelsbotschaft.

 

Das wahre Reich Gottes ist Gott an seiner eigenen Stelle als Gott, alles in allem. Das falsche Reich Gottes, der Vereinigung von Kirchen und Religionen ist der Mensch an der Stelle Gottes, indem er sich selber als Gott ausgibt und als Gott wirkt.

 

Der Sabbat des Herrn ist das Kennzeichen des Reiches Gottes, und er kennzeichnet Gott als den wahrhaftigen König in jenem wahren Reich Gottes. Die Sonntagsfeier ist das Zeichen des falschen Reiches Gottes, des Reiches des Menschen als der falsche König an der Stelle Gottes. Und jeder, der nicht Gott als seinen König in dem wahren Gottesreich erkennt und versteht, wird einen Kompromiß eingehen und wird den Sonntag halten, um dem Gesetz und der Amtsgewalt des Menschen nachzukommen. Mit anderen Worten: Jeder, der überhaupt den Menschen an der Stelle Gottes anerkennt, wird das Kennzeichen des Menschen an der Stelle Gottes erhalten und wird jenes Zeichen an seiner Stirn oder an seiner Hand tragen.

 

Das ist jetzt die große Haupt-Angelegenheit, und die sich schnell überstürzende letzte Streitfrage der dreifachen Engelsbotschaft und der ganzen Welt. Wer soll König sein – Gott oder der Mensch an der Stelle Gottes? Welches Reich wollt ihr erwählen und welches Zeichen werdet ihr schließlich besitzen? Ihr könnt nicht beides zu gleicher Zeit haben!

 

Ich weiß, daß mit einem Anflug von Entsetzen ausgerufen wird: „Deshalb ist, laut dem, wofür du eintrittst, die ganze Sache unmöglich, und gleicht einem Strick aus Sand.“ Ich antworte: „Nein!“ In allem, wofür ich eingetreten bin, ist der Heilige Geist der alleinige Herrscher, König und Führer, und alles in allem. Und wenn das so vorgesehen ist, dann ist durch die mächtige Energie jenes göttlichen Geistes der Sand geschmolzen zu einem gläsernen Meer, welches das Ebenbild und die Herrlichkeit Gottes widerspiegelt, und auf dem die Erlösten des Herrn stehen und triumphierend das Lied der Erlösung singen.

 

Ohne den Heiligen Geist müßte die menschliche Natur und alle Zusammenschlüsse menschlicher Natur in der Gemeinde nur einem Strick aus Sand gleichen. Gott bewahre, daß es jemals ein Strick aus Hanf oder amerikanischem Stahl sein sollte, um Gottes Volk in Bande und Fesseln zu binden und zu unterjochen.

 

Ich wiederhole: Im Jahre 1901 wurde die Gemeinde genau an die Schwelle der christlichen und neutestamentlichen Ordnung gebracht. Aber anstatt  weiterzugehen, durch die geöffnete Tür, ganz hin zum Christentum des Evangeliums, wurde jene gesamte Ordnung ins Gegenteil verdreht. 1903 wurde diese Veränderung in der General-Konferenz bestätigt. Und nun ist die Gemeinde,  nach offizieller schriftlicher Darlegung und Veröffentlichung, zugegebenermaßen, tatsächlich und ohne es geheimzuhalten, an die mosaische Ordnung gebunden; jedoch haben sie in Wirklichkeit die ersten Stufen der päpstlichen Ordnung betreten.

 

In dieser gleichen General-Konferenz-Versammlung des Jahres 1909 in Takoma Park, Washington D.C., am 26. Mai, auf der 22. Zusammenkunft der Konferenz, bestätigen die Verhandlungen, wie offiziell veröffentlicht wurde, alles, was ich hier hinsichtlich dieser papistischen Tendenz gesagt habe. Der Gegenstand,  der vor die Konferenz kam, waren die Beschlußfassungen 10 und 11, die vorsehen, daß „ein Buch-Herausgeber von dem General-Konferenz-Komitee ernannt wird“, und worin die Leute ermahnt werden, keine Literatur zu lesen, die nicht den Druckvermerk der S.T.A.-Gemeinde trägt. Die Protokolle lauten wie folgt:

 

„D.W. Farnsworth: Wie umfangreich wäre die Macht des Buch-Herausgebers? Würde er sich einfach auf die grammatikalen Irrtümer und auf den Stil konzentrieren, oder würde er nahezu ein neues Buch daraus machen?“

 

„W.C. White: Ich verstehe, daß ein Diener das tun muß, worin er unterwiesen wird, und wozu er angestellt worden ist; und wenn er es nicht zufriedenstellend erledigt, gibt sein Arbeitgeber ihm genaue Anweisung. Dieser Mann, der von der General-Konferenz angestellt sein würde, würde unter der Leitung des General-Konferenz-Komitees arbeiten, hauptsächlich mit Hilfe der Abteilung für Veröffentlichungen. Er würde natürlich jene Dinge tun, um die er gebeten wird; und seine Arbeit würde den Gliedern, die seine Arbeit leiten, zur Ansicht vorgelegt werden. Es wäre unmöglich für diese Versammlung, einen Buch-Herausgeber anzuweisen, wie weit er mit literarischer Kritik oder mit Kritik der Theologie gehen kann; aber die Glieder, die ihm nahestehen, müßten ihm Unterweisung geben, und seine Arbeit wäre die eines Beraters, wie ich es verstehe, und würde von dem General-Konfe-renz-Komitee geleitet werden.“

 

******

 

„W.C. White: „Ist es nicht an der Zeit, daß wir unseren Leuten sagen, daß das Impressum (Erscheinungsvermerk, Angabe über Druck und Verleger usw.) von einem unserer Häuser etwas bedeutet? Das Impressum von einer unserer Schul-Druckereien bedeutet etwas. Das Impressum von einer unserer Konferenzen bedeutet etwas. In unserem ‚Jahrbuch‘ sind zweiundzwanzig Verlage bestätigt. Sollten unsere Leute sich nicht Zeit nehmen, in das Jahrbuch zu schauen, um zu sehen, wie das Impressum ist? Wie sollten wir sonst in dies Verlagswerk die gleichen Grundsätze hineinbringen, für die wir einstehen in bezug auf die Lehre des Händeauflegens, wie es für Gemeinde-Beamte, Konferenz-Beamte und Lehrer an unseren Schulen gilt. Es ist jene Art von Werk, worauf diese Beschlußfassung abzielt, und ich bin sicher, daß ihr damit einverstanden seid ..... Es ist beabsichtigt, unser Volk darauf hinzuweisen, daß sie auf das Impressum der Literatur, die sie erhalten achten, und daß sie eine gewisse Prüfung vornehmen, ob es Siebenten-Tags-Adventistische Literatur ist oder nicht, bevor sie es in sich aufnehmen oder bevor sie es an andere Leute weitergeben, damit diese es in sich aufnehmen.“

 

Ich könnte das oben Gesagte charakterisieren und genau zeigen, wie es ist; doch das ist so gut vom Review and Herald getan worden, daß ich nur zitieren will, was das Blatt sagt, gerade eine Woche nach dem Tag, als die oben erwähnten Erklärungen in der General-Konferenz ge-macht wurden. In dem Review and Herald vom 3. Juni 1909 auf der ersten Leitartikel-Seite steht der folgende Leitartikel mit der Überschrift:

Ein-Appell-anfang

„Gewissenszwang“ oder „Die Denkweise gefügig machen“

 

„Die Bezwingung des menschlichen Verstandes ist immer eines der wichtigsten Dinge und  Ziele des Feindes der Menschen während des gesamten Ungerechtigkeits-Feldzuges gewesen. Es sind viele Methoden angewandt worden, um dies herbeizuführen; doch eine Absicht durchdringt alle Methoden. Den Verstand und das Gewissen gefügig zu machen, bedeutet, den Besitzer desselben, zu überwältigen. Dies beabsichtigte Luzifer bei der Einführung aller falschen Anbetungs-Systeme, wie auch bei anderen Bewegungen, die nicht als religiös eingestuft werden.

 

„Bei Hypnose oder Mesmerismus kann der Ausführende nichts tun, wenn die jeweilige Person nicht ihren Intellekt der Kontrolle eines anderen übergibt. Beim Spiritismus können die ‚Geister‘ nichts tun, bevor nicht das Medium in einer „empfangsbereiten“ Haltung ist. Bei der christlichen Wissenschaft .... bei der Emanuel-Bewegung wird dieselbe Kampagne gegen das bewußte Ich durchgeführt, während das unterbewußte Ich oder das ‚Ich‘ eines anderen Geschöpfes  über den Verstand und die Denkweise des Einzelnen gesetzt wird.“

 

„In derselben Kategorie steht die römisch-katholische Kirche, indem sie die persönliche Meinung und Gewissensfreiheit verbannt und versucht, Menschen zu nötigen, so zu denken und zu reden, wie es die Kirche vorschreibt.“ Dr. O. R. Brownson sagt in dem Vorwort zu seiner großen Verteidigung der katholischen Kirchen-Essays (Betrachtungen) und Rückblicke, Vorwort, Seite 6:

 

„Die Artikel (die in dem Buch enthalten sind), bevor sie in dem vierteljährlichen Review  gedruckt wurden, waren der Überarbeitung eines qualifizierten Theologen übergeben worden, und ich habe keinen Grund, anzunehmen, daß sie irgend etwas enthalten, das nicht in Übereinstimmung mit katholischem Glauben und sittlichem Verhalten ist. Doch sind sie selbstverständlich unter Vorlage bei den ordnungsgemäßen Sachverständigen neu veröffentlicht worden, und ich wäre überaus froh, irgendwelche Irrtümer, die sie enthalten könnten, zu korrigieren, in dem Moment, wenn sie mir offiziell zu meiner Information vorgelegt werden. Es gehört nicht zu meinem Aufgabenbereich, zu unterrichten; alles, was ich in Freiheit tun kann, ist, mit äußerster Gewissenhaftigkeit zu wiederholen und weiterzugeben, was ich selber gelernt habe.“

 

„Dies ist die Haltung, die von jedem pflichtgetreuen katholischen Schreiber einge-nommen werden muß. Sonst ist sein Buch der Zensur unterworfen, und er kommt unter den Kirchenbann, wenn er auf seiner Meinung bestehenbleibt. Jedes Buch, das die „Imprimatur“ eines Erzbischofs trägt, steht für eine Einzelperson, deren Verstand dem Einfluß irgendeiner, außerhalb von ihr selbst kommenden Autorität unterworfen ist. Und jedes Mal, wenn solch ein Einfluß zugelassen wird, beraubt man Gott der Treue, die ihm zusteht. Wenn die ganze Welt sich vor einem einzigen irdischen Herrscher niederbeugt, obwohl er mit dem Hoheitszeichen des stellvertretenden Regenten Christi geschmückt ist, wird sie dadurch ihre geistige und religiöse Kapitulation (Übergabe) an die Mächte der Finsternis erklärt haben, und die Zeit wird gekommen sein, daß die Sonne der Gerechtigkeit in der Herrlichkeit des Vaters hervorstrahlt.“

 

Ich weiß nichts davon, daß dieser Leitartikel im Review and Herald  vom 3. Juni auf jene papistische Verhaltensweise der General-Konferenz eine Woche zuvor, abgezielt war. Ich hoffe, daß er es war. Doch ob er es war oder nicht, es hätte mit Sicherheit nicht direkter jenes Verhalten in der General-Konferenz treffen können, wenn es ausdrücklich darauf angelegt gewesen wäre.

 

Denn was kann im Prinzip oder in der Praxis der Unterschied sein zwischen der „Druckerlaubnis“ eines katholischen Erzbischofs und dem „Druckvermerk“ eines Siebenten-Tags-Adventistischen Verlagshauses oder deren Konferenz, wenn dieser Druckvermerk nur von der General-Konferenz durch ihren Herausgeber kommen kann, der – als ein „Diener“ –  nur das tun darf, wozu er angewiesen wird und wozu er angestellt worden ist von dem General-Konferenz-Komitee oder „den Gliedern, die ihm nahestehen“. Sie müssen ihm sagen, was er zu tun hat.

 

Was kann im Prinzip, in der Praxis und in der Konsequenz der Unterschied sein zwischen den Leuten der katholischen Kirche –  die die Anweisung haben, die „Druckerlaubnis“ der Literatur, die sie erhalten, zu überwachen, und die diese Prüfung, ob es katholische Literatur ist oder nicht, vornehmen müssen, bevor sie diese lesen oder bevor sie sie an andere Leute weitergeben, damit diese sie lesen, – was kann also der Unterschied sein zwischen jener und dieser Anweisung an Siebenten-Tags-Adventisten, „den Abdruck der Literatur, die sie erhalten, zu überwachen, und diese Prüfung vorzunehmen, ob es sich um Siebenten-Tags-Adventistische Literatur handelt oder nicht, bevor sie diese zu sich nehmen oder sie an andere Leute weiterreichen, damit diese sie lesen“?

 

Was ist sonst der Unterschied zwischen der Haltung und auch der Stellung jenes katholischen Schreibers, dessen Aufgabe es ist, nur das wiederzugeben, was er von seinen Kirchen-Obersten gelernt hat – was ist der Unterschied zwischen jenem Mann und diesem vorgeblichen General-Konferenz-Herausgeber, von dem erwartet wird, daß er „ein Diener ist, der das tut, was ihm von dem General-Konferenz-Komitee vorgeschrieben wird“, und dessen „Werk den Gliedern, die seine Arbeit anordneten, zur Genehmigung unterbreitet werden sollte“?

 

Und beachtet: „Es wäre für diese Gemeinde-Versammlung unmöglich, einen Buch-Herausgeber zu unterweisen, wenn es darum geht, wie weit er in Literatur-Kritik oder in der Kritik der Theologie gehen sollte;  ABER die Glieder, die ihm nahestehen, müßten ihm Unterweisung geben!“ – Ja, natürlich! Es wäre unmöglich für EUCH, irgend etwas dieser Art zu tun! Aber wir, schaut!... wir, die wenigen, die „einen höheren Rang“ haben, „die ihm nahestehen“ – WIR können all dies in höchstem Grade tun!

 

Ich werde nicht fortfahren mit meiner Untersuchung. Ich will nur sagen, daß niemals während der gesamten Zeit des Mittelalters eine papistischere Sache vorgenommen worden ist als diese, die durch die Siebenten-Tags-Adventisten-General-Konferenz am 26. Mai 1909 durchgeführt wurde. Lest alle Verhandlungsberichte auf den Seiten 173 – 175 im General-Konferenz-Bulletin, und dann lest immer wieder den Leitartikel, der hier aus dem Review and Herald vom 3. Juni 1909 zitiert wurde.

Und wird das Volk der Siebenten-Tags-Adventisten sich dieser unterjochenden und beherrschenden Sache unterwerfen, so wie es die Katholiken tun? Werden sie? Werdet IHR?  Das Siebenten-Tags-Adventisten Beamtentum wird es natürlich, genauso wie es das katholische Beamtentum tut; denn sie (die S.T.A.-Beamten) waren es, die diese Sache durchführten. Und tatsächlich haben sie sich ihr schon unterworfen; denn von all den dreihundertachtundzwanzig Delegierten, in der gesamten Abhandlung, die viele Seiten umfaßt, gab es nicht eine einzige abweichende Stimme. Sie haben es zuwege gebracht!  Wird  jetzt das Volk sich ihr unterwerfen?

 

„Ein Diener oder Knecht sollte das tun, wozu er beauftragt wird, und wozu er angestellt worden ist.“ Ja, das sollte er! Doch wessen Diener ist er? Jeder Christ sollte der Diener Christi sein, und er sollte das tun, wozu Christus ihn anweist und wozu ER ihn benutzen will. Und Christus hat gesagt: „Werdet nicht der Menschen Knechte.“ (1.Kor 7, 23). Wessen Knecht seid IHR?

 

Durch diese Handlungsweise der General-Konferenz-Versammlung wird jeder Siebenten-Tags-Adventist zweifellos zu dem Punkt gebracht, persönlich für sich selber zu entscheiden: Wessen Diener ist er? Ist er der Diener Christi, so daß er tut, wozu Christus ihn anweist, und wozu ER ihn benutzen will? Oder ist er ein Diener der Menschen, daß er tut, wozu er von irgendeinem Komitee oder einigen bevollmächtigten höheren Beamten „die ihm nahestehen und ihn belehren“, angewiesen und benutzt wird?

 

Auch wird jeder Siebenten-Tags-Adventist durch die Handlung dieser General-Konferenz zu dem Punkt gebracht, persönlich für sich selber zu entscheiden: Was ist der Prüfungsmaßstab der Wahrheit? Ist es „der Geist der Wahrheit“, der gegeben wurde,  um „uns in alle Wahrheit zu leiten“? Oder ist es ein gewisser, von Menschen festgelegter „Stempel“ oder „Druckvermerk“?

 

Und im Hinblick auf diese zweifache Sache, laßt überall klar und deutlich das göttliche Wort ertönen: „Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte!“ (1.Kor. 7, 23).

 

In der General-Konferenz von 1903 sagte ich in diesem Zusammenhang, daß, obwohl Israel verschiedene Male nach Ägypten zurückreisen wollte, sie aber niemals dort ankamen. Doch nun muß es gesagt werden, daß, wenn dieses angebliche mosaische, aber in Wirklichkeit päpstliche System von dieser General-Konferenz bestätigt werden soll, dann werdet ihr dort angekommen sein; dann werdet ihr zurück sein in Ägypten! Und das Joch, die Bande und die  Fesseln, „die auf Gottes Volk gelegt worden sind“, werden gefestigt, anstatt zerbrochen. Und so gewiß dies sein wird, wird dann wieder das mächtige Wort von Gott ergehen: „Laß mein Volk ziehen, daß es MIR diene.“ (2.Mose  8,16).

 

Ist diese General-Konferenz nun dabei, das zu bestätigen? Nein; wird diese General-Konfe-renz und jeder Siebenten-Tags-Adventist in der Welt nicht ausschließlich und allezeit für Christus und die christliche Ordnung eintreten?

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Es ist nicht in Wirklichkeit Protestantisch

 

Dieses angebliche „organisierte Werk“ ist nicht nur in Wirklichkeit nicht mosaisch; sondern es ist auch in Wirklichkeit nicht protestantisch. Das erste aller protestantischen Prinzipien ist das Recht auf persönliche Meinung und persönliches Urteilsvermögen in Sachen der Religion, und deshalb auf vollkommene Freiheit in Religion. Aber dieser erste aller protestantischen Grundsätze ist weder anerkannt noch erlaubt in dem „organisierten Werk“ der Siebenten-Tags-Adventisten. Was die Beziehung  zum Staat anbetrifft, wird das Prinzip anerkannt; aber es ist überhaupt nicht erlaubt, wenn es um die Verbindung zur Kirche geht; auch in der S.T.A.-Gemeinde ist es nicht erlaubt.

 

„Das organisierte Werk“ benötigt viel Zeit, Mühe und Geld, und wird weite Entfernungen nach vielen Plätzen zurücklegen, um das vollkommene und uneingeschränkte Recht jedes Einzelnen aufrechtzuerhalten und zu schützen, für sich selber zu denken und zu glauben, ohne jegliche Diktatur oder Einmischung von Seiten des Staates. Und all dies ist vollkommen richtig. Aber es ist nicht protestantisch in Wirklichkeit.

 

Dieses protestantische Prinzip als solches bezieht sich zuallererst auf die Kirche. Es darf niemals vergessen werden, daß dieser Grundsatz, wie er ursprünglich unterstützt wurde, in erster Linie überhaupt keine Bezugnahme auf den Staat hat, sondern nur auf die Kirche und ihr „organisiertes Werk“. Zweitens bezog es sich auf den Staat; denn der Staat war nur das Werkzeug der Kirche. Und wenn durch die Verfassung der Vereinigten Staaten Kirche und Staat getrennt wurden, gilt das Prinzip natürlich für den Staat in gleicher Weise wie für die Kirche.

 

Aber hauptsächlich und durch die gesamte Geschichte des Protestantismus hindurch, bezieht sich der Grundsatz auf die Kirche. Und wenn jetzt  Siebenten-Tags-Adventisten oder irgend-welche anderen Leute darangehen, es ausschließlich oder sogar hauptsächlich auf den Staat zu beschränken, und  wenn sie leugnen, daß es auch für die Kirche gilt, dann handelt es sich um eine völlige Verdrehung, und es wiederholt sich nur die gleiche verkehrte Richtung wie bei jeder vorhergehenden Kirche.

 

Deshalb, wenn die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde und ihr „organisiertes Werk“ dieses alleroberste protestantische Prinzip auf den Staat anwendet, so wie sie es ja tut, und es dann ablehnt, daß es sich auf die Kirche bezieht, so wie sie es tut, zeigt dies nur, daß es in sich selbst absolut widerspruchsvoll und unprotestantisch ist, was das Prinzip anbetrifft. Es ist tatsächlich nicht protestantisch, gegen Rom zu protestieren, und dann auf der anderen Seite genau dieselbe Richtung wie Rom zu verfolgen. Es ist nicht wirklich protestantisch, gegen falschen Protestantismus, selbst nur in einigen Dingen, zu protestieren, während man andere Dinge wiederholt, die genauso falsch protestantisch, und eher römisch sind. Denn wer hat auch nur von irgendwelchen anderen angeblichen Protestanten die Lehre gehört, daß:  „In Petrus..... waren die Gläubigen in dem Heiligen Geist vereint“?

 

Weiter: Ihr behauptet, wenn der Staat sich strikt an diesen Grundsatz vollkommener Gewissensfreiheit  und Individualität in Religion hält,  daß das dem christlichen Prinzip entspricht.

Doch wollt ihr nicht gestatten, daß eure eigene Gemeinde diese Einstellung vertritt, auf die  ihr so großen Wert legt, und erwartet, daß der Staat sie euch entgegenbringen muß. Folglich verlangt ihr diesbezüglich, daß der Staat christlicher sein soll, als eure eigene Gemeinde!  Irgendeine Beschränkung oder Einmischung, was auch immer, in bezug auf dieses vollkommene und gänzliche Recht des Einzelnen durch den Staat, wird der Verband der Siebenten-Tags-Adventisten dort drüben am Capitol Hill energisch ablehnen. Doch für eure eigene Gemeinde hier am Takoma Park Hill bejaht ihr es ganz entschieden!

 

Ihr legt großen Wert darauf, daß eure Gemeinde genau diese Macht innehaben und ausüben soll, die ihr dem Staat verweigert. Demnach ist es sicher, daß, während das „organisierte Werk“ der Siebenten-Tags-Adventisten weiterbesteht, all die Leute sich besser stehen, nur Bürger der Vereinigten Staaten zu sein, anstatt Glieder der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde. Denn so lange sie nur Bürger der Vereinigten Staaten sind, wird euer „organisiertes Werk“ beständig  sehr viel Zeit, Geld und Energie verbrauchen, um ihr uneingeschränktes Recht in der Ausübung persönlicher Meinung, und ihr Recht auf persönliche Freiheit in Religion aufrechtzuerhalten. Doch in dem Augenblick, wenn sie Glieder der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde werden, wird ihnen jenes Recht gänzlich verweigert. Und wenn sie es wagen, das Recht für sich in Anspruch zu nehmen, dann wird das „organisierte Werk“ Zeit, Geld und Energie einsetzen, um ihnen mit Nachdruck das Recht streitig zu machen, und sie werden sie anzeigen, öffentlich brandmarken, und sie hinauswerfen, sogar ohne irgendeine Mitteilung oder Verhandlung.

 

Und was dieses protestantische Prinzip anbetrifft, wird all dies durch eure eigenen anerkannten Schriften bezeugt. In dem Buch „Der Große Kampf“, Seite 292-293, wird erwähnt:            

„Sehr wenige, selbst der hervorragendsten Denker und Sittenlehrer des 17. Jahrhunderts, hatten einen richtigen Begriff von jenem herrlichen, dem Neuen Testament entstammenden Grundsatz,  der Gott als den  EINZIGEN RICHTER  des menschlichen Glaubens anerkennt.“ Dann folgen an dieser Stelle bedeutende und hiermit im Zusammenhang stehende Worte:  

„Die Lehre, daß Gott der Gemeinde das Recht verliehen habe, die Gewissen zu beherrschen und eine bestimmte Haltung als Ketzerei zu bezeichnen und zu bestrafen, ist einer der tief eingewurzelten päpstlichen Irrtümer.“

 

Ist jener päpstliche Irrtum in der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde und dem „organisierten Werk“ so tief eingewurzelt, daß er nicht mit der Wurzel ausgerissen werden kann? Ist er dort so tief eingewurzelt, daß er bestehen bleiben muß und zu einem anderen großen päpstlichen Baum religiöser Diktatur in der Gemeinde heranwachsen muß? Selbst wenn dies so ist, dann darf nicht das göttliche Wort vergessen werden, daß: „Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen.“

 

Liebe Brüder, es wird weit besser sein, jenem päpstlichen Irrtum zu gestatten, jetzt, durch die gütige Gnade des Heiligen Geistes, ausgerissen zu werden, als dies jetzt zurückzuweisen, und es dann durch die schreckliche Hand des allmächtigen Gottes an jenem großen und herannahenden Tag ausreißen zu lassen. Oh, erwählt euch heute, es jetzt ausreißen zu lassen!

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Kirchliche Vereinigung

 

Das „organisierte Werk“ der Siebenten-Tags-Adventisten, wie es heute besteht, kann sich niemals, weder vom Prinzip, noch von der Schrift her, der jetzt großen und weitreichenden Bewegung der Kirchen-Vereinigung widersetzen; denn die Siebenten-Tags-Adventisten-„Organisation“ gleicht jetzt mehr einer Vereinigung und einem Bündnis, als jenes andere in fünf Jahren sein wird. Kein Siebenten-Tags-Adventist des „organisierten Werkes“ kann sich jemals vom Prinzip her der Kirchen-Vereinigung widersetzen, ohne jetzt in Wirklichkeit dieselbe Sache in eurer eigenen Vereinigung aufzudecken.

 

Dies wird bestätigt durch den Bericht über das Verfahren der „Abteilung für Religiöse Freiheit“, „Zehntes Treffen am 25. Mai, 8 Uhr morgens.“ Dieser Bericht sagt aus, daß „Professor W. W. Prescott die erste halbe Stunde des Treffens damit zubrachte, daß er seine Ansprache auf das Thema richtete: ‚Die gegenseitige Kirchen-Vereinigungs-Bewegung und unser Verhältnis zu ihr.‘“ Des weiteren heißt es in dem Bericht:

 

„Die katholische Kirche, sagte er, brauchte nicht solch eine Bewegung; denn sie waren bereits zusammengeschlossen.“

 

„Die katholische Kirche ist eine getrennt stehende Kirche mit nur einer einzigen Organisation aus sich selbst heraus, und nur ihrem eigenen Werk, getrennt von allen anderen Kirchen. Deshalb, so gewiß die katholische Kirche eine Vereinigung ist, genauso gewiß ist die Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde, die auch nur eine alleinstehende Kirche ist, und als eine alleinstehende Organisation ihr eigenes organisiertes Werk hat  –  getrennt von allen anderen Kirchen –  gleicherweise eine Vereinigung. Es ist einfach unmöglich, die katholische Kirche als eine Vereinigung anzusehen, ohne nicht auch logischerweise die Siebenten-Tags-Adven-tisten-Gemeinde ebenso als eine Vereinigung einzustufen.

 

Es ist die Wahrheit. Die katholische Kirche ist eine Vereinigung. Und ebenso ist jede andere Kirche oder Gemeinde, die „organisiert“ ist, in ihrem Ziel und vom Prinzip und Wesen her nach dem Muster der katholischen Kirche gebildet.

 

Wenn manche von euch nicht glauben, daß ein grundsätzliches Sich-Widersetzen gegen kirchliche Vereinigung nur eure eigene Vereinigung bloßstellt, dann versucht es einfach, und seht, wie schnell ihr herausfinden werdet, daß eure „Einstellung dem organisierten Werk gegenüber feindselig ist.“ Und hierin braucht ihr die Siebenten-Tags-Adventisten oder ihr „organisiertes Werk“ nicht zu erwähnen, oder sogar darauf  hinzuweisen. Doch sich aus Prinzip und anhand der Schrift gegen jene große Bewegung kirchlicher Vereinigung zu stellen und sie aufzudecken, ist tatsächlich die Dritte Engelsbotschaft, weil jene Botschaft jetzt nötig und angebracht ist, indem vor dem Tier und seinem Bild gewarnt wird. Was mich anbetrifft, ich will diese Botschaft predigen.

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Schlussfolgerung

 

Zum Abschluß: Ich habe nicht appelliert wegen Wiedergutmachung „meines Grolls“; denn ich habe keinen Groll gehegt. Ich habe nicht appelliert wegen Wiedereinsetzung; denn ich bin nicht abgesetzt worden. Ich habe nicht appelliert, um meine Beglaubigungsschreiben zurückzuerhalten; denn die wahren Beglaubigungsschreiben waren nicht weggenommen worden. Alles, was weggenommen wurde, war nur ein Stück Papier. Ich habe nicht appelliert wegen Änderung irgendeiner Handlung zu meinen Gunsten, auch nicht, damit mir zuliebe etwas unternommen würde. Ich habe nur appelliert um der Gerechtigkeit willen, um des christlichen Rechts und der christlichen Wahrheit willen.

 

Ich fühle mich überhaupt nicht verletzt. Es ist um euretwillen – um dieser General-Konferenz-Versammlung willen; es ist das „organisierte Werk“ der Gemeinde; es ist die Gemeinde selbst, die weit mehr betroffen ist, als ich oder irgend etwas, was mit mir im Zusammenhang steht. Ich weiß, daß diese General-Konferenz, daß dieses „organisierte Werk“ der Gemeinde, daß die Gemeinde selbst – all diese, Auge in Auge, Fragen gegenüberstehen, und in Angelegenheiten verwickelt sind, die nüchternes Denken, viel Überlegung unter Gebet, und offene und gründliche Prüfung verlangen. Ihr könnt es euch nicht leisten, diese Dinge gleichgültig und geringschätzig zu behandeln. Viel weniger könnt ihr es euch erlauben, damit unbeschwert oder verächtlich umzugehen.

 

Und nun zum Schluß weiß ich nicht, wie ich diese Ansprache besser beschließen kann als mit einigen der Worte, mit denen ich dem General-Konferenz-Komitee am 21. Juni 1907 antwortete, als ich den Bericht über ihre Maßnahmen, die sie in Gland, in der Schweiz ergriffen hat-ten, erhielt.

 

„Meine lieben Brüder, es bestand überhaupt keine Notwendigkeit, noch irgendeine Aufforderung für euch in Gland, in der Schweiz oder irgendwo anders, durch all jene umfangreichen ‚Erklärungen‘, ‚Empfehlungen‘, ‚Einsprüche‘ und ‚Ausschuß-amtlichen Formelsammlungen‘ des Komitees zu gehen, um die Rückgabe des betreffenden Beglaubigungsschreibens sicherzustellen. Alles, was jemals in der Welt dafür benötigt wurde, war eine einfache Erklärung oder Andeutung oder sogar ein Hinweis auf den Inhalt, und das Beglaubigungsschreiben wäre pünktlich zurückgekommen, und das wäre, soweit es mich anging, das Ende der Angelegenheit gewesen......“

 

„Übrigens, während ich den vorangegangenen Abschnitt schrieb, kam der Review and Herald vom 20. Juni in meine Hände, worin  ich den Bericht von Bruder Fant, dem ehemaligen Priester der katholischen Kirche, fand und las. Dort stand, daß er durch jene Kirche ‚auf Grund  liberaler Neigungen zurechtgewiesen, und danach hinausgeworfen wurde.‘ Nun, meine Freunde und Brüder der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde, hat die römisch-katholische Kirche in dieser Sache richtig gehandelt? Natürlich werdet ihr ‚Ja‘ sagen müssen; denn was ihr mit mir gemacht habt, ist genau das gleiche.“

 

„Doch sage ich, daß die katholische Kirche darin vollkommen falsch gehandelt hat, genauso wie ich sage, daß ihr in meiner Angelegenheit völlig falsch vorgegangen seid. Ich sage, daß die katholische Kirche sich höflichst hätte anhören sollen, was Bruder Fant zu sagen hatte, und sie hätten sorgfältig all das beachten sollen, was er darzulegen hatte. Sie hätten es alles gewissenhaft mit der Heiligen Schrift und mit den Tatbeständen vergleichen sollen, indem sie aufrichtig und ehrlich danach geforscht hätten, was die Wahrheit und das Richtige in dieser Angelegenheit ist, und sie hätten den Heiligen Geist bitten sollen, daß er sie alle in die reine Wahrheit des Wortes Gottes und die Wahrheit der Tatsachen leiten möchte; alle mit der Bereitschaft, den Weg der reinen Wahrheit einzuschlagen, sobald es von der Schrift und von den Tatsachen her ersichtlich geworden wäre.“

 

„Das ist es, was die römisch-katholische Kirche mit Bruder Fant hätte tun sollen; und das ist es, was ihr mit mir hättet tun sollen! Doch wenn die katholische Kirche das mit Bruder Fant getan hätte, dann wäre das die Zerstörung ihres gesamten Systems gewesen, und Rom weiß das auch! Nun, Brüder, warum habt ihr es mit mir nicht auf diese Art und Weise getan? Die Zerstörung des gesamten römisch-katholischen Systems, auf jene Art und Weise zustande gebracht, wäre die beste Sache gewesen, die Rom oder der Welt jemals hätte passieren können. Doch Rom würde denken, daß durch so etwas nur Gesetzlosigkeit und Verderben jeglicher Art im gesamten Universum heraufbeschwört werden würde. In alledem befindet sich Rom jedoch völlig im Irrtum, und ist im Unrecht. Meine Brüder, warum schlagt ihr eine Richtung ein, durch welche Rom in all ihrem blinden Vorgehen und ihrer falschen Handlungsweise gerechtfertigt wird? Warum behandelt ihr mich nicht so, wie Rom es mit Bruder Fant hätte tun müssen?“

 

„Nun denkt bitte nicht, daß ich in dieser Sache für mich selbst eintrete: Ich trete nur für die Wahrheit und für den wahren Grundsatz ein. Und darüber hinaus, glaubt bitte nicht, daß ich in irgendeinem Sinne um die Beibehaltung des General-Konferenz-Beglaubigungsschreibens bitte; ihr könnt sehr gerne haben, was ihr haben wollt; denn:

 

    „1.  Aus allgemeinem Prinzip heraus mache ich mir keine Sorgen wegen solch eines Beglaubigungsschreibens, und mir lag auch niemals in der Vergangenheit etwas daran.

    „2.  Ich habe die dreifache Engelsbotschaft eine ganze Zeit lang gepredigt, nicht nur bevor ich jemals irgend solch ein Beglaubigungsschreiben besaß, sondern als das General-Konferenz-Komitee mir eigentlich gerade die Anerkennung eines Erlaubnisscheins verweigerte. Und ich werde fortfahren, jene Botschaft zu predigen, jetzt wo das General-Konferenz-Komitee mir die Anerkennung eines Beglaubigungsschreibens abschlägt.

 

    „3.  Ich war ein ganzes Jahr lang ohne irgend solch einen Erlaubnisschein, bevor mir das, was ihr zurückgenommen habt, gegeben wurde. Und was ich mit ‚irgend solch einem Erlaubnisschein‘ meine, ist, daß ich ein ganzes Jahr lang, von 1905 an zurückgerechnet, keinen Beglaubigungschein  hatte, weder von der General-Konferenz, noch von irgendeiner staatlichen Vereinigung, noch von irgendeiner anderen irdischen Quelle.

 

   „4.  Während ich ein Jahr lang, in der Zeit von 1904 bis 1905, kein solches Beglaubigungsschreiben besaß, habe ich niemals um diesen Schein, den ihr zurückgezogen habt, gebeten. Und ich hätte auch niemals darum gebeten, auch nicht um irgendeinen anderen, der ähnlich gewesen wäre.“

 

„Euer ‚Protest‘ besteht ‚hinsichtlich der Tatsache‘, daß ich während jener Zeit die amtlichen Beglaubigungspapiere einbehalten habe‘, usw. Warum hätte ich es nicht tun sollen? Ich hatte keine Benachrichtigung erhalten, daß ich sie nicht behalten sollte. Und ich habe in keiner Weise den Wunsch gehabt, und wünsche auch jetzt nicht, mich von meinen Brüdern im Predigtamt oder von der Gemeinde zu trennen. Wie auch immer, es ist nur angebracht für mich, hier zu sagen, was ich an General-Konferenz-Versammlungen  und an anderen Plätzen  viele Male geäußert habe, daß ich niemals gefragt habe und niemals fragen werde, was ‚die Gemeinde‘ glaubt oder tut, oder geglaubt oder getan hat. Alles, wonach ich jemals gefragt habe oder fragen werde, ist: Was heißt das Wort Gottes mich (und auch ‚die Gemeinde‘), zu glauben; und was soll ich (und auch ‚die Gemeinde‘) anhand jenes Wortes tun?“

 

„Soweit es in eurer Macht liegt, habt ihr mich durch diese Handlungsweise von ‚der Gemeinde‘ getrennt. Durch diese Handlung habt ihr euch von allen ‚gemeinschaftlichen‘ Beziehungen zu mir als einem Prediger des Evangeliums losgesagt. Soweit es euch anbetrifft, habt ihr durch diese Handlung meine Stellung als einem Prediger des Evangeliums, und mein Verhältnis zu ‚der Gemeinde‘, der Stellung und dem Verhältnis irgendeines Baptisten- oder Methodisten-Predigers gleichgesetzt. Ich ärgere mich darüber nicht, auch werde ich gerade jetzt nicht eure Handlungsweise bekämpfen, obwohl ihr überhaupt kein Recht hattet, so etwas zu tun, was ihr getan habt. Doch ich frage, und ich habe das Recht, zu fragen: ‚Werdet  ihr mir jetzt erlauben, die Botschaft zu predigen, die ich predigen muß, ohne irgendeine Belästigung  oder Bedrohung von eurer Seite und seitens ‚der Gemeinde‘ gegen mich, so wie ihr auch Baptisten- und Methodisten-Predigern erlaubt, die Botschaft zu predigen, die sie predigen müssen, ohne daß ihr sie belästigt oder bedroht?  Wenn nicht, warum nicht??? Ihr werdet keine Ursache haben, etwas anderes zu tun; denn ich habe euch vor mehr als einem Jahr gesagt, daß ich nicht geneigt bin, in irgendeiner anderen Art und Weise ‚Widerstand zu leisten gegen das, was ihr tut, als durch das Predigen des Evangeliums‘. Das ist die Wahrheit! Und alles, was ich  jetzt predigen werde, wird einfach das Evangelium sein, wie es in der dritten Engelsbotschaft ist, heute und in der vor uns liegenden Zeit.“

 

„Durch euer Verhalten, jedoch, gerade in der Art und Weise, wie ihr vorgegangen seid, habt ihr mich, soweit es in eurer Macht liegt, als einen Prediger von aller Verbindung mit ‚der Gemeinde‘ abgeschnitten. Damit habt ihr mich als einen Prediger von aller Verantwortung ‚der Gemeinde‘ gegenüber oder für ‚die Gemeinde‘ enthoben und habt die ‚S.T.A-Gemeinde‘ zu genau derselben Einstellung gebracht, wie all die anderen Kirchen sie besitzen.“

 

„Ich habe eine Botschaft an all die anderen Kirchen – ja, eine Botschaft an alle Nationen und Stämme und Sprachen und Völker. Es ist die dreifache Engelsbotschaft. Ich habe bisher eine Botschaft an alle anderen Kirchen gehabt; ich habe diese Botschaft noch, und ich gebe sie ihnen. Und nun, wo ihr die Siebenten-Tags-Adventisten-‚Gemeinde‘ zu genau derselben Einstellung gegen mich gebracht habt, wie sie die anderen Kirchen stets uns gegenüber eingenommen haben, daraus folgt mit Sicherheit, daß jetzt meine Botschaft ebenso an die Siebenten-Tags-Adventisten gehen wird, wie an all die anderen Kirchen. Deshalb, werdet ihr mir unbehelligt und ohne heftige Kritik gestatten, diese Botschaft jenen Gliedern der Siebenten-Tags-Adventisten-‚Gemeinde‘ zu predigen, die sie gerne hören möchten,  so wie es mir unbehelligt und ohne heftige Kritik erlaubt wird, sie jenen Leuten in den anderen Kirchen zu verkündigen sowie allen übrigen Menschen?“

 

„Oder wollt ihr den Gliedern ‚der Gemeinde‘ erzählen, daß sie die Botschaft nicht einmal anhören dürfen, wenn ich sie predige, genauso wie die anderen Prediger der anderen Kirchen die Leute ihrer Kirche warnen, wenn ihr und die anderen Prediger der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde geht und predigt? Und wenn ihr es auf diese Weise mit mir macht, tun dann nicht die Prediger der anderen Kirchen  recht daran, wenn sie es auch auf die gleiche Weise mit euch und den anderen Predigern und Leuten der Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinde tun?“

 

„Wenn mir bei der Verkündigung der Botschaft kein Gehör geschenkt werden sollte, ist es dann nicht genau richtig, daß man euch auch nicht zuhört, wenn ihr die Botschaft predigt? Und wenn keiner die Botschaft glauben sollte, wenn ich sie predige, ist es dann nicht gerecht, daß sie auch keiner glaubt, wenn ihr sie predigt?“

 

„Oder erwartet ihr von mir, daß ich aufhöre, die dreifache Engelsbotschaft zu predigen, nur aus dem Grunde, weil ihr den Beglaubigungsschein zurückgenommen habt, den die General-Konferenz mir ausstellte? Wieso wollt ihr von mir erwarten, daß ich aufhöre, diese Botschaft zu verkündigen, wenn ihr das Beglaubigungsschreiben, das mir die General-Konferenz gab, zurücknehmt, wo ich doch die Botschaft schon eine ganze Zeitlang vorher gepredigt habe, bevor ich überhaupt einen General-Konferenz- oder anderen Konferenz-Beglaubigungsschein erhalten hatte, und das General-Konferenz-Komitee mir noch die Anerkennung einer Erlaubnis verweigerte?“

 

„Ich empfing diese Botschaft, den Beglaubigungsschein und den Auftrag zur Verkündigung, bevor ich jemals irgendeine Bestätigung von der ‚Gemeinde‘ hatte. Ich war im Besitz eines wahren Beglaubigungscheines, als ich diese Botschaft predigte. Dies war lange bevor ‚die Gemeinde‘ mir irgendein Beglaubigungsschreiben gab, und als das General-Konferenz-Komitee mir jegliche Erlaubnis oder Anerkennung verweigerte. Und jetzt, wo die General-Konferenz wieder an dem gleichen Punkt angekommen ist, macht dies für mich keinen größeren Unterschied als zuvor! In diesem Fall hege ich in keiner Weise irgendeinen Groll und auch keine Feindschaft gegen sie und trage es auch jetzt niemandem von euch nach. Ich gehe weiter voran und predige die Botschaft, genauso wie ich es am Anfang getan habe, und mit dem gleichen Geist des ‚Friedens auf Erden, und Wohlwollen den Menschen gegenüber‘, so wie ich es stets getan habe.“

 

Vor etwa zwei Jahren teilte ich denjenigen vom General-Konferenz-Haupquartier mit, daß ich nicht danach trachten würde, Siebenten-Tags-Adventisten als solchen etwas vorzupredigen, und ich würde es auch ablehnen, in Siebenten-Tags-Adventistischen Versammlungshäusern zu predigen. Die ganze Zeit habe ich mich beständig an mein Wort gehalten. Es kam nur fünf- mal vor, daß ich an verschiedenen Orten in ihren Versammlungshäusern gesprochen habe; aber das waren Ausnahmen. Und das geschah auch nur, weil weitere Ablehnung mehr gescha-det hätte, als es nicht zu tun. Doch jetzt sage ich euch allen, daß ich es nicht mehr länger ablehnen werde.

 

Ich werde nicht mehr fragen, ob ich darf, und ich werde auch nicht irgendwelche anderen Leute darum bitten oder ihnen die Anweisung geben, dies für mich zu tun. Doch wenn die Leute selber verlangen, daß ich dorthin kommen soll,  werde ich es genauso bereitwillig tun wie irgendwo anders. Das Evangelium, das ich predige, ist an alle gerichtet, und alle die es möchten, können es umsonst haben. Und  Siebenten-Tags-Adventisten, die es hören wollen, sollen das Vorrecht haben, ebenso wie alle anderen Menschen.

 

Warum sollten sie es auch nicht ebenso wie alle anderen hören? Nach dem, was der Mann, der jetzt euer Präsident ist, gesagt hat – nach seinen eigenen Worten, die er in London, England, am 22. Mai 1902 äußerte – ist es richtig.

 

Nach euren eigenen anerkannten und maßgeblichen Dokumenten zu urteilen, ist es richtig. Nach der Wahrheit der Geschichte zu urteilen, ist es richtig. Nach aufrichtigstem, protestantischen Recht und Prinzip ist es rechtmäßig. Nach der Wahrheit der Heiligen Schrift ist es richtig. Nach der christlichen Ordnung, wie sie im Neuen Testament zu finden ist, ist es richtig. Nach der tatsächlichen Existenz des Christentums  als einer besonderen Religion ist es richtig.

Es ist das Richtige, ewiglich das Richtige. Deshalb sollte es jeder Nation, allen Stämmen und Sprachen und Völkern gepredigt werden. Und es wird Erfolg haben.

 

Nun, Brüder, lebt wohl! Und: „Der Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat den großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Bundes, unsern Herrn Jesus, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns,  was vor ihm gefällig ist, durch Jesus Christus; welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Hebräer 13, 20.21).

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Nachwort

 

Blicken wir auf Jesus, wie sehr er sich erniedrigte, nicht nur am Kreuz, sondern von Anbeginn im Himmel, bei seiner Geburt als Menschensohn und während seines ganzen Erdenlebens (Phil. 2,5-11); stets ging er den unteren Weg der Demut und der Selbstaufopferung, wobei er den Menschen seiner Umgebung diente, ihnen half, und sie von körperlichen und seelischen Krankheiten heilte. Er war der Höchste im Himmel, und wurde der Niedrigste und Verachetste auf dieser Erde. Zu keiner Zeit während seines Erdendaseins ernannte er jemanden in der Gemeinde zum Vorsteher, zum Lehrer, zum Botschafter, zum Prediger, zum Präsidenten, zum Direktor oder was auch immer. Er sagte aber zu seinen Jüngern, die ihm nachfolgten: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.“ (Markus 16,15).

 

Müssen wir, um das Evangelium zu verkündigen, wirklich von irgendwelchen „bestimmten Menschen“ oder „Brüdern“ (in der Gemeinde) eingesegnet oder bestätigt werden? Ist es nicht sehr viel wichtiger, Gottes Bedingungen zu erfüllen, um den Segen des Himmels zu empfangen? Das heißt: Gott von ganzem Herzen zu lieben und unsern Nächsten wie uns selbst, ihm gehorsam zu sein, der Sünde abzusagen, und uns von seinem Heiligen Geist leiten zu lassen.  Dann wird Gott uns in allen Dingen seinen Willen kundtun. Lernen wir jetzt, wo doch die Wiederkunft Jesu näher vor der Türe steht als je zuvor, uns darin zu üben, Jesus unseren einzigen Herrn sein zu lassen, und lehnen wir endlich alles irdische Machtstreben in der „Gemeinde“ oder „Kirche“ oder anderswo ab. Jesus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Matth.22,39). „Tut nichts .....um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.“ (Phil. 2,3). Das ist göttliche Organisation; das ist die Organisation, die wir brauchen, und nach der wir unbedingt streben sollten!

 

Möchten doch alle „leitenden Brüder“, die zwischen Gott und den Menschen stehen, erkennen, daß ihre Stellung fehl am Platze ist, und möchten sie in aller Demut zurücktreten und Christus den Platz einräumen, der IHM schon seit ewigen Zeiten gebührt. Haben wir nichts aus der Geschichte der Vergangenheit gelernt? Erkennen wir nicht, daß das ganze menschliche System, alles menschliche Planen, Trachten und Handeln vollkommen brüchig ist? Alle, die sich als religiöse Gemeinschaft, Gruppe oder Kirche einen Namen geben, lassen dadurch erkennen, daß sie ihr eigenes Werk aufbauen, und in Wirklichkeit Gottes Werk beiseite setzen. So wird dem „Geheimnis der Bosheit“ immer wieder Vorschub geleistet, bewußt oder unbewußt, das Ergebnis ist stets das gleiche: Menschliche Königsherrschaft wird aufgerichtet und Jesu Wiederkunft wird verzögert. Bzgl. des Turmbaus zu Babel heißt es: „Wohlauf, laßt uns eine Stadt und einen Turm bauen,....daß wir uns einen Namen machen!“ (1.Mose11,4).

 

Wenn wir Gott nicht aus tiefster innerer Überzeugung  die Ehre geben und IHN stets an die erste Stelle in unserem Leben setzen, dann ist all unser Denken, Handeln, Planen und Wirken hier auf dieser Erde umsonst gewesen.

 

Jetzt ist es an der Zeit, die Königsherrschaft in allen adventistischen Gemeinschaften, Gemeinden, Gruppen oder Kirchen zu beenden, und jedes Glied sollte seiner Befähigung entsprechend wirken; denn jedem hat Gott eine bestimmte Gabe gegeben, sei sie klein oder groß.

 

E.G. White sagt in Testimonies to Ministers, S. 300 (Zeugnisse für Prediger, S 258): „Ich sage euch, daß der Herr in diesem letzten Werk auf eine Art und Weise wirken wird, die sich sehr von der gewöhnlichen Ordnung der Dinge und jeglichem menschlichem Planen unterscheidet. Es wird solche unter uns geben, die immer danach trachten, Gottes Werk zu beherrschen.....“

 

Göttliche Ordnung ist eine wahre Herzenssache, die jeder wiedergeborene Christ besitzen sollte. Gott kann sie uns schenken, wenn wir willig sind, sie in uns aufzunehmen. Lieben wir Gott und haben wir diese Ordnung wirklich in unserem Herzen, dann herrscht auch äußerliche Ordnung, wo immer wir uns befinden, ob in der Gemeinde, zu Hause oder anderswo.  

 

Menschliche Ordnung und Organisation – oder göttliche Ordnung und Organisation? Möchte doch jeder aufrichtige Christ die richtige Wahl treffen!

 

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