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  6 Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk,
7 und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!
Offenbarung 14,6-7
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Geschichte von E.J. Waggoner’s  Buch „Der ewige Bund“

 

Ron Duffield

 

Mehrere Jahre lang habe ich versucht, die Geschichte, die hinter Ellet J. Waggoners „Der ewige Bund“ steckt, zusammen zu stückeln. Nach verschiedenen Reisen zu einem halben Dutzend Adventistischen College Bibliotheken, glaubte ich, genügend Puzzelteile zusammenzuhaben, um die Geschichte, die sich hinter diesem Buch verbirgt, bis zu einem gewissen Grad zu verstehen. Das Folgende ist eine kurze Zusammenfassung der Geschichte.

 

Im Herbst 1882 hatte E.J. Waggoner im Alter von 27 Jahren eine Erfahrung, die er später als Wendepunkt in seinem Leben beschrieb. Während er an einem trüben regnerischen Nachmittag in Healdsburg/Kalifornien in einem Campmeeting-Zelt saß, und dem Evangelium, das Ellen White verkündete, zuhörte, sah er plötzlich ein Licht, das auf ihn fiel, und das Zelt erleuchtete, als ob die Sonne scheinen würde. Es war eine deutliche Offenbarung von „Christus, dem Gekreuzigten“ für ihn. Später schrieb er, dass zum ersten Mal in seinem Leben für ihn klar wurde, dass Gott ihn liebt, und dass Christus sich selbst für ihn persönlich hingegeben hat, und dass das alles für ihn geschehen war. Das Licht, das an jenem Tage vom Kreuz Christi auf ihn geschienen hatte, wurde zum Führer in all seinen Bibelstudien. Er beschloss, dass er den Rest seines Lebens der Entdeckung der Botschaft von Gottes Liebe für jeden einzelnen Sünder widmen wollte, wie es auf den Seiten der Heiligen Schrift zu finden ist. Und er wollte jene Botschaft anderen Menschen klar machen. (Waggoner an Ellen G. White, 22. Oktober 1900).

 

Im Frühjahr 1883 wurde Waggoner aufgerufen, seinem Vater beim Herausgeben der „Zeichen der Zeit“ zu helfen, und schon bald übernahm er den Unterricht am Healdsburg College und das Predigen in der Oakland-Gemeinde. Hier war es, als er im Jahre 1894 A.T. Jones kennenlernte, der auch ein Mitarbeiter bei den „Zeichen der Zeit“ wurde. Er lehrte am College und predigte in der San Francisco-Gemeinde. Im September 1884 hatte Waggoner sich mit dem  Galaterbrief beschäftigt, wie das Thema auch in einer Serie von Artikeln in den „Zeichen der Zeit“ zu finden war. Er behandelte nicht nur die Angelegenheit des Gesetzes im Galaterbrief, sondern schrieb auch über die zwei Bündnisse. Beide Themen spielten eine zentrale Rolle in seinem Verständnis von „Gerechtigkeit durch Glauben“.

Während Waggoner fortfuhr, diese Wahrheiten in seinen Klassen, seinen Predigten und in Artikeln in den „Zeichen der Zeit“ zu verbreiten, erhob sich eine starke Opposition. Im Jahre 1886 organisierten G.I. Butler, General-Konferenz-Präsident, und Uriah Smith, Review and Herald Herausgeber, so sehr sie nur konnten, einen vereinigten Protest gegen Waggoner’s Lehren. Butler suchte sogar die Unterstützung von Ellen White, um der Sache ein Ende zu machen, die er als schwerwiegende Ketzerei betrachtete.

 

Zu der Zeit, als die General-Konferenz 1888 in Minneapolis versammelt war, hatte diese Opposition sich nahezu über die gesamte Führerschaft der Gemeinde verbreitet. Es ist kein Wunder, als Ellen White Waggoner’s Darlegungen über „Gerechtigkeit durch Glauben“ während der Konferenz unterstützte, (wo er beides behandelte, das Gesetz in Galater und die Bündnisse), dass viele anfingen, an ihrem prophetischen Amt zu zweifeln.

Jahre später stellte sie mit Nachdruck fest, dass es „der Herr in seiner großen Gnade“ war, der „eine höchst kostbare Botschaft an Sein Volk sandte durch die Brüder Waggoner und Jones.“

Sie fuhr fort mitzuteilen, dass „dies die Botschaft ist, die Gott befohlen hat, sie der Welt weiterzugeben. Es ist die dreifache Engelsbotschaft, die mit einer lauten Stimme verkündigt werden soll, und mit dem Ausgießen des Heiligen Geistes in großem Maße begleitet wird.

(Zeugnisse für Prediger und Evangeliumsarbeiter, Seite 91).

 

Irgendwie, durch göttliche Vorsehung, und inmitten all dieses Kampfes, war es Waggoner möglich, seine Ansichten über die Bündnisse in der 1889 Ausgabe der „Bibellesungen für den Familienkreis“, und in den drei Ausgaben der vierteljährlich erscheinenden  „Senior Sabbatschul-Lektionen“ von 1889 - 1890 zu veröffentlichen. Kaum hatte das neue Jahr angefangen, wie auch immer, und Uriah Smith schrieb eine Widerlegung zu den Sabbatschul-Lektionen, und veröffentlichte sie in dem „Review“ vom 28. Januar 1890. Dan Jones, der General-Konferenz-Sekretär war so betroffen über Waggoner’s Lektionen, dass er als einer der Sabbatschul-Lehrer in der Battle Creek-Gemeinde von seinem Amt zurücktrat.

 

Der hauptsächliche Streit mit Waggoner betraf seine Lehre über die Bündnisse, welches laut Dan Jones “dem ähnlich war, was er in Minneapolis präsentiert hatte.“

(Dan Jones an S.N. Haskell, März 1890).

 

Es war während des Winters 1889-1890, dass Waggoner auch an dem ersten Prediger-Institut in Battle Creek teilnahm. Nachdem er aus dem Buch Jesaja unterrichtet hatte, wo es um die Natur Christi geht, begann Waggoner das Thema über die Bündnisse darzulegen. Diesem wurde sofort dermaßen stark widersprochen, dass Waggoner für eine Zeitlang gezwungen war, von seinem Amt zurückzutreten. Ellen G. White, die auch anwesend war, drang darauf, dass es Waggoner gestattet würde, seine Ansichten darzulegen. Letztendlich wurden zehn Treffen anberaumt, in welchen die Meinungen über die Bündnisse vorgelegt werden sollten. Waggoner sechs Mal, und Uriah Smith und andere mit gegensätzlicher Ansicht vier Mal. Eine Woche, nachdem diese Präsentationen endeten, wurde Ellen White vom Himmel gedrängt, nicht nur ihren Stand zu vertreten, sondern auch die Ansicht des Himmels zu Waggoner’s Stellung klar zu machen.

Sowohl in einem Brief an Uriah Smith als auch an dem Sabbatnachmittag Treffen machte Ellen White es klar, wer die Wahrheit über die Bündnisse hatte:

 

„Vorletzte Nacht wurde mir gezeigt, dass die Beweise in Bezug auf die Bündnisse deutlich und überzeugend waren. Ihr selber (Uriah Smith), Bruder Dan Jones, Bruder Porter und andere verschwendet eure Forschungskraft umsonst, um eine Haltung in Bezug auf die Bündnisse einzunehmen, die sich von dem Standpunkt, den Waggoner dargelegt hat, unterscheidet. Wenn ihr das wahre Licht, das da scheint, empfangen hättet, würdet ihr nicht auf dieselbe Weise nachgeahmt oder die Heilige Schrift falsch interpretiert und ausgelegt haben, wie es die Juden taten…. Sie verführten das Volk. Sie machten falsche Aussagen….“

 

„Die Bündnisfrage ist ein klarer Punkt, und würde von jedem ehrlichen vorurteilslosen Geist angenommen werden; aber ich wurde dahin gebracht, wo der Herr mir einen Einblick in diese Sache gegeben hat. Ihr habt euch von dem klaren Licht abgewandt, weil ihr euch gefürchtet habt, dass die Gesetzesfrage in Galater akzeptiert werden müsse.“ (Brief 59, 8. März 1890; The Ellen G. White Materials, Seite 599-605; an Uriah Smith).

 

Leider hielt dies nicht die Gegnerschaft zu Waggoner’s Standpunkt über die Bündnisse auf.

Die Opposition wurde sogar noch schlimmer. Innerhalb von zwei Jahren wurde Ellen White nach Australien ins Exil geschickt, und Waggoner wurde nach England verbannt. Ein positiver Aspekt kam aus der Erfahrung beim Prediger-Institut heraus.

Waggoner fiel es schwer, über die Bündnisse zu schreiben und ein umfassendes Buch über das Thema zu verfassen. Wahrscheinlich schrieb er während des Winters 1890 (möglicherweise 1892) ein Manuskript von vierzig Seiten über „Der ewige Bund“. Bald danach kam er nach England, und im Frühjahr 1892 begann er noch ernsthafter an dem Thema zu arbeiten, denn er fing an, die weitreichenden Wahrheiten über das Thema des Bundes Gottes klarer zu verstehen.

 

Ein Fluch, und kein Segen

 

Zu irgendeinem Zeitpunkt übergab Waggoner dem General-Konferenz Buch-Komitee den vollendeten Teil seines Manuskripts. Dieses Komitee war im Jahre 1887 gebildet worden, zu dem Zweck, die Qualität der Adventistischen Literatur zu verbessern, und die Veröffentlichung der Bücher aller Verlage in Nordamerika zu vereinigen. Dieser Ausschuss wurde leider ein Fluch, und kein Segen. Im Jahre 1895, nachdem Waggoner’s Manuskript eine Zeitlang  zurückgehalten worden war, gab einer der Ausschussmitglieder zu verstehen, es nicht zu drucken.

 

„Es tut mir leid, dass ich so lange das Manuskript von Ältestem Waggoner über den ewigen Bund zurückgehalten habe. Ich muss etwas Kritik äußern…. Ich kann sie nicht im Detail geben, denn was ich zu kritisieren habe, ist alles in den Artikeln zu lesen. (Der Schreiber bringt dann 5 Seiten zur Sprache, um seine Bedenken auszudrücken.) … Es gibt viele kleine kritische Punkte, die ich habe, doch sie sind alle klein im Vergleich zur hauptsächlichen Kritik, die ich gemacht habe, …und immer noch bin ich sicher, dass es dort ernsthafte Einwände gibt, dieses Manuskript in einem Buch in seiner jetzigen Form herauszugeben. Es ist Wahrheit, kostbare Wahrheit; da gibt es viele hervorragende Dinge, die niemals zu diesem Thema geschrieben worden sind, aber nach meiner Ansicht ist auch etwas Falsches dran.“  (M.C. Wilcox, stellvertretender Herausgeber der „Zeichen der Zeit“ und Mitglied des Buch-Komitees) an F.D. Starr (auch an das Buch-Komitee), 22. August 1895.

 

Es ist ziemlich offensichtlich,  dass das Buch-Komitee als ein Ganzes Waggoners Manuskript zurückgewiesen hat. Nur ein paar Wochen später, nachdem der obige Brief geschrieben wurde, antwortete A.O. Tait, der in Battle Creek lebte, auf einen Brief von W.C. White.

Tait unterstützte White’s Idee, dass Jones, Waggoner und Prescott mehr gedrucktes Material für die Gemeinde herstellen sollten. Wie auch immer, Tait war ganz ehrlich darüber, dass die Mehrheit des Buch-Komitees in vollkommener Opposition zu den drei erwähnten Autoren stand, und somit gegen ihre Schriften stimmten, ohne sie jemals auch nur vorher angesehen zu haben:

 

„Du schlägst vor, dass die Ältesten Jones, Prescott und Waggoner ermutigt werden sollten, drei oder vier Monate pro Jahr einzuplanen, um einige von diesen neuen Traktaten, Flugblättern und Broschüren auszuarbeiten. Ich habe den gleichen Gedanken gehabt, und habe es etliche Male vorgeschlagen, aber du weißt, Bruder White, dass es da einen ziemlich starken Faktor seitens des Buch-Komitees gibt, dass, sobald ein Manuskript von einer dieser erwähnten Personen präsentiert wird, sie bereit sind, dagegen zu stimmen, ohne es vorher geprüft zu haben….“

 

„Ich will dir sagen, Bruder White, ganz offen, dass es da noch eine ganze Anzahl Männer in Battle Creek gibt, die bis jetzt kein Licht in dieser gesegneten Wahrheit erkennen, was die Gerechtigkeit Christi anbelangt, welche zu uns wie eine Flut des Segens gekommen ist, seit der Zeit der Minneapolis General-Konferenz….

Die Erfahrung dieser Wahrheit ist es, woran es bei so vielen fehlt, und sie behandeln sich nicht gegenseitig wie Brüder und wie durch Christi Blut Erkaufte. Es kommt mir so vor, dass es da eine Barriere in unserem Buch-Komitee gibt, in einem sehr großen Ausmaß, wenn es seitens der Brüder um das Herausbringen dieser Traktate und Flugblätter geht, wovon du sprichst. Warum, es war erst vorgestern, Bruder White, dass der Vorsitzende des Buch-Komitees, indem er sich bei mir wegen der Ablehnung eines Manuskripts von Bruder A. T. Jones entschuldigte, wirklich in so vielen Worten darlegte, dass es so ein Vorurteil gegen ihn gab, seitens der Glieder des Buch-Komitees, die hier in Battle Creek zu tun haben, dass es geradezu unmöglich war, auch nur mit einem seiner Manuskripte durchzukommen.“

 

„Nun ist das Buch-Komitee, wie du weißt, eine Erfindung der General-Konferenz….

Ich sage dir, Bruder White, ich bin es vollkommen leid, wenn Männer die Traktate zurück halten, und verzögern den Fortschritt dieser Botschaft, und meine Stimme wird sich immer wieder und für alle Zeiten dagegen erheben….“

 

„Es fällt auf unsere Verlagshäuser zurück, unter unseren Autoren herumzujagen und dieses Manuskript zu bekommen, wovon wir denken, dass es veröffentlicht werde sollte. Und dann,  nachdem wir das Manuskript bekommen, übergeben wir es in die Hände des Buch-Komitees, und dort bleibt es monatelang liegen, bis wir dann letztendlich eine ablehnende Entscheidung erhalten wegen ein paar kleinen formalen Punkte, die Gerechtigkeit durch Glauben betreffen oder etwas in der Art….“ (A.O.Tait an W.C.White, 7. Oktober 1895).

 

 

„Folgen den Fußstapfen Roms“

 

Man könnte viel mehr Hintergrund-Information über dieses Buch-Komitee mitteilen, aber das Obige ist wahrscheinlich ausreichend, um die Korruption im Herzen des Werkes auszudrücken. Ellen White, die in Australien war, wusste genau, sogar bevor Taits Brief an W.C.White eintraf, was in Battle Creek vor sich ging. Schon früher hatte sie C.H. Jones bei der Pacific Press davor gewarnt, sich nicht unter die Kontrolle von Battle Creek zu begeben. Sie wollte nicht einmal ihre Arbeit dem Buch-Komitee und dem Verlagshaus in Battle Creek anvertrauen. In den darauf folgenden Monaten schrieb sie sehr unverblümt über das Buch-Komitee und die umwandelnde Macht Gottes, die es so dringend brauchte (interessanterweise hatte sich das Buch-Komitee 1897 aufgelöst):

„Lieber Bruder Jones, es ist notwendig für die Pacific Press, in Gott gegründet zu sein, Gegenstand keiner menschlichen Macht, die ihre Aktionen kontrolliert. Du sollst nicht danach trachten, Erlaubnis der Verantwortlichen in Battle Creek einzuholen, ob du oder ob du nicht eine Richtung bei deiner Arbeit einschlagen sollst, von der du denkst, sie sei richtig. Der Herr ist derjenige, dem du verantwortlich bist. All das Licht, das Gott mir bisher gegeben hat, ist, dass diese Institutionen, die von Battle Creek herkommen, nicht von Battle Creek aufgenommen werden sollen. Es wäre für beide Seiten eine Verletzung.“

(Ellen G. White an C.H. Jones, Brief Nr. 35, 8.Juli 1895).

 

„Ich könnte nicht das Licht, das mir Gott gegeben hat, dem Verlagshaus in Battle Creek anvertrauen. Ich würde es nicht wagen, dies zu tun. Was dein Buch-Komitee angeht, unter der gegenwärtigen Organisation, mit den Männern, die jetzt den Vorsitz haben, würde ich ihnen nicht das Licht, das mir Gott gegeben hat, zur Veröffentlichung in Buchform anvertrauen, so lange nicht, bis dieses Verlagshaus Männer hat, die göttliche Fähigkeit und Weisheit besitzen.

Was die Sache der Generalkonferenz anbetrifft, Gott kann nicht durch das unzuverlässige Gremium sprechen.“ (MS 57, 12. Okt. 1895).

 

„Bruder Olsen, ich habe die zärtlichsten Gefühle, was dich betrifft; aber ich muss dir ganz einfach die Gefahr bewusst machen, dein geistliches Sehvermögen zu verlieren. Ich spreche ganz entschlossen, denn ich muss dir die Wahrheit sagen. Ich wage nicht, darauf zu verzichten; denn es gibt keine Sicherheit in der Aufschiebung. Ich habe kein Vertrauen in dein Buch-Komitee. Ich habe dir schon zuvor geschrieben in Bezug auf ihre Art und Weise, mit den Buchautoren umzugehen. Sie sollten sie unvoreingenommen behandeln, offen und ehrlich, so wie ein Bruder seinen Bruder behandeln würde. Aber sie haben dies nicht getan! Die Prinzipien und Beweggründe, wie mit der Sache in dieser Abteilung umgegangen wird, sind nicht so, dass Gott seine Zustimmung geben könnte. Sie sind nicht in Übereinstimmung mit strenger Integrität.“ (Ellen G. White an O.A. Olsen, Brief 83, 22. Mai 1896).

 

„Das Buch-Komitee ist den Wegen Roms gefolgt. Wenn Professor Prescotts Fall zusammengefasst wurde, und die Veröffentlichung abgelehnt wurde, sagte ich bei mir selbst: Dieses Komitee benötigt die umwandelnde Macht  Gottes in ihren Herzen, so dass sie ihre Pflicht erkennen. Sie kennen sich selber nicht! Sie sollten ihre Gedanken nicht darauf richten, die Vorstellungen einer anderen Person zu kontrollieren. Von dem Licht, das der Herr den Direktoren des Buch-Komitees gegeben hat, wissen sie nicht, was sie verdammen oder gutheißen sollen. Sie wissen nicht, wie Gott wirkt. Es gibt keine solchen Menschen wie jene, die sich um das Erbe Gottes kümmern sollten.  Der Heilige Geist muss diese Aufgabe verrichten.   

Es ist aufgrund ihrer Trennung von Gott, dass Menschen missverstanden haben und gescheitert sind, die Tatsache zu  verstehen, dass sie nicht über ihre Mitmenschen regieren sollen. Es steht diesen Männern nicht zu, die Werke jener Menschen  zu verdammen oder zu kontrollieren, die Gott als seine Lichtträger  für die Welt benutzt.  Durch ihr Handeln haben sie ihre Sichtweite so reduziert, dass sie weit davon entfernt sind, gerechte und passende Richter zu sein. Sie müssen auf den Felsen Jesus Christus fallen und zerbrechen.“  (MS 148, 26. Okt. 1896).

 

„Der Herr möchte, dass ich es auf einmal beende.“

 

Es ist leicht, an der Situation, die oben beschrieben ist, zu erkennen, wie Waggoners Manuskript durch das Buch-Komitee in Battle Creek abgelehnt wurde. Wie auch immer, Waggoner ließ sich nicht entmutigen, und schrieb im Dezember 1895 an Ellen White, indem er seine Last, nämlich die Fertigstellung des Manuskripts „Der ewige Bund“, teilte. Er spürte, dass der Herr von ihm erwartete, es „auf einmal zu beenden“:

 

„Ich habe ein Buch tief in meinem Geist gehabt, seit ich den ersten Winter in Battle Creek (1889-1890) als Lehrer tätig war, und ich begann das Manuskript vor drei Jahren (1892) zu schreiben. Ich habe alles, was ich zuerst geschrieben habe, noch einmal geschrieben, und habe von Zeit zu Zeit mehr geschrieben, doch bei alledem wurde ich sehr stark gehindert. Dies bedaure ich nicht, weil durch die Verzögerung das Thema in meinem Verstand klarer wurde. Ich kann sagen, dass ich in jenem Winter 40 Schreibmaschinen-Seiten schrieb, habe es aber schon vor langem weggeworfen, weil das Thema sich immer deutlicher offenbarte. Es geht um „den ewigen Bund“, oder Gottes Verheißungen an Israel. In letzter Zeit ist es mir gelungen, mehr darüber zu schreiben, und das Licht darüber scheint jetzt so klar, dass ich fühle, dass der Herr von mir möchte, dass ich es sofort beende. Ich hoffe, dass ich bald von der Routine Arbeit befreit werde, so dass genug Zeit ist, um fähig zu sein, es auf einmal zu beenden. Wenn das vollendet ist, werde ich eine Kopie zur Überprüfung nach Australien senden.“

(31. Dez. 1895).

 

Es scheint so, dass Waggoner gemäß seinem Wort das Manuskript bis zum Mai 1896 vollendete. Anstatt das Buch zur Veröffentlichung in Amerika herauszugeben, brachte er das Manuskript als wöchentliche Artikel in „Die gegenwärtige Wahrheit“ heraus, wo er zu jener Zeit alleiniger Herausgeber war. (Es ist möglich, dass ein Buch dieser Größe in England nicht unter den schlechten Bedingungen, unter denen Waggoner arbeitete, gedruckt werden konnte). Diese Artikel erschienen ein Jahr lang, bis Mai 1897, und stimmen fast wortwörtlich mit dem Buch „Der ewige Bund“ überein, das im Jahre 1900 veröffentlicht wurde. Im Jahre 1898 schrieb Ellen White an Waggoner, wobei sie ihren Gefühlen über ihn und seine Arbeit Ausdruck verlieh. Es ist keine Frage, dass sie ihn immer noch als einen ansah, der eine höchst kostbare Botschaft vom Herrn hatte:

 

„Lieber Bruder und liebe Schwester Waggoner, Wie sehr würde ich mich freuen, euch zu sehen und zu besuchen. Ich habe so sehr danach verlangt, dass ihr uns in Australien besuchen würdet; doch es sind einige Jahre vergangen, seitdem ich die General-Konferenz als die Stimme Gottes betrachtete, und deshalb empfinde ich kein Verlangen zu schreiben, obwohl ich immer und immer wieder zu dem Punkt gekommen bin, euch zu bitten, einen Besuch in Australien zu machen. Könnt ihr das nicht machen? Bitte schreibt uns, ob ihr könnt…..“

 

„Ich schreibe jetzt an euch, weil ich möchte, dass ihr (und W.C. White, der die gleiche Einstellung hat) uns in Australien besucht. Wir denken, dass „Die gegenwärtige Wahrheit“ die beste Schrift ist, die von unseren Leuten herausgegeben wurde…..“

 

„Ich würde mich  freuen, wenn ihr hierher nach Australien kommt.“

(Brief 77, 26. August 1898).

 

„Lieber Bruder Waggoner: W.C. White, Bruder Daniells und ich hatten ein Gespräch in Bezug auf dich und deine Familie, dass ihr in dieses Land kommt. Wir waren uns darin alle einig, dass wir dich hier brauchen, um Bibelunterricht in unserer Schule zu halten…..“

 

„Wir bitten dich, in dieses Land zu kommen, so bald du fühlst, dass es Zeit ist zu kommen.“ (Brief 29 vom 12. Februar 1899, unveröffentlicht).

 

Die beste Zeitung in der ganzen Welt

 

Dass Waggoners nahe daran waren, nach Australien zu gehen, ist eine andere Geschichte; doch man sollte wissen, dass er Pläne gemacht hat, dorthin zu reisen, und selbst J.S. Washburn war sich sicher, dass er die Reise unternehmen würde. Leider, seine Reise wurde verhindert durch dieselbe Art von Korruption (Verdorbenheit) in Battle Creek, durch die schon einige Jahre zuvor das Drucken seines Manuskripts verhindert wurde. Das war einer der Gründe, warum Ellen White die General-Konferenz nicht länger als „die Stimme Gottes“ betrachtete. Es ist interessant, zur Kenntnis zu nehmen, wie auch immer, was Washburn zu jener Zeit über Waggoner und „Die gegenwärtige Wahrheit“ dachte:

 

„ Ich bin froh, dass du Bruder Waggoner für eine gewisse Zeit in Australien haben kannst. Ich bin mir sicher, dass er viel Gutes tun wird. Es scheint mir, dass er vom Herrn benutzt worden ist und noch benutzt wird, mehr als irgendeine andere Person unter uns, um Wahrheiten aufzudecken, die von höchster Wichtigkeit für unser Volk in dieser Zeit sind. Meine Meinung über Bruder Waggoner und seine Arbeit hat sich seit Minneapolis gründlich geändert….  Ich bin sicher, dass er ein großer Segen für das Werk in Australien sein wird, während er dort ist. Er arbeitet tatsächlich sehr hart, indem er einen großen Teil der Zeit doppelt soviel leistet, wenn er so viel oder so viel mehr verkündigt als irgendein anderer Prediger, und die gegenwärtige Wahrheit herausbringt. Ich denke wahrhaftig, dass „Die gegenwärtige Wahrheit“ die beste Zeitung in der ganzen Welt ist, und ich denke schon seit langer Zeit so.“

(Brief an Ellen White, 29. Mai 1899).

 

Die 1900 Darstellung – ein wichtiger Unterschied

 

Letztendlich, im Jahre 1900 druckte Waggoner sein Manuskript, fast wortwörtlich in Übereinstimmung mit seinen früheren „Gegenwärtige Wahrheit“ Artikeln durch die Internationale Traktat-Gesellschaft in England. Da gibt es aber einen wichtigen Unterschied. Obwohl es nicht eine Spur von Pantheismus in den „Gegenwärtige Wahrheit“ Artikeln gibt, haben doch einige pantheistische Aussagen ihren Weg in dieses Buch gefunden. Diese Aussagen sind vorwiegend in den beiden neuen Kapiteln zu finden, die in der 1900 Veröffentlichung hinzugefügt wurden, die nicht in Waggoners „Gegenwärtige Wahrheit“ Serien zu finden sind. Es ist klar, dass Waggoner diese pantheistischen Begriffe vorstellte, nachdem er von J.H. Kellogg beeinflusst worden war, der öffentlich Pantheismus lehrte. Selbst wenn es so ist, das Buch „Der ewige Bund“ wurde von einigen als eine wertvolle Quelle angesehen.

A.G. Daniells, General-Konferenz-Präsident, empfahl das Buch nicht nur aufs höchste, um über die Bündnisse zu lehren, sondern hoffte, dass es die Finsternis durchbrechen möge, die von jenen verursacht wurde, die immer noch dem Licht ablehnend gegenüber standen, das im Jahre 1888 nach Minneapolis gebracht wurde:

 

„Ein großer Segen würde über unser Volk kommen, wenn sie das Buch lesen würden. Ich weiß nicht, ob ihr dieses Buch jemals einer sorgfältigen Prüfung unterzogen habt oder nicht. Sein Name ist „Der ewige Bund“, was auf seinen Umfang hindeutet. Es führt uns genau zum Herzen des großen Evangeliums Christi. Es öffnet Gottes Plan, die Welt durch Gnade zu retten durch den Glauben an Christus. Es trifft den großen Leitgedanken der Reformation, nämlich, Gerechtigkeit durch Glauben. Es zeigt Schwäche und Torheit, die durch Werksgerechtigkeit kommen. Das Buch zeigt wirklich die großen Fragen auf, die unser Volk so aus der Fassung brachten in Minneapolis, und so weit ich weiß, ist es das einzige Meisterstück, das zu diesem Thema geschrieben worden ist seit dem Minneapolis Treffen.

 

Es ist so viel zu diesem Thema in unseren Schriften geschrieben worden durch Schwester White, Bruder Waggoner, Bruder Jones und Bruder Wilcox; aber „Der ewige Bund“ ist das einzige große Werk, was geschrieben worden ist, das von dem großen Thema handelt. Das Buch ist gerade vor etwa zwei Jahren gedruckt worden, aber es ist niemals unter den Leuten verteilt worden, die außerhalb von England leben. Ein paar Kopien sind nach Amerika gesandt worden, aber es waren nur wenige. Diejenigen, die das Buch gelesen haben, stimmen darin überein, dass es ein hervorragendes Werk ist.

 

Heute Morgen erzählte mir Bruder Olsen, dass dieses Buch gleich nach der Bibel, und den Werken deiner Mutter, ihm mehr geholfen hat, als irgendein anderes, das er jemals gelesen hat…. Ich sprach mit Bruder Prescott hierüber, bevor ich wegging, und er war erfreut über den Hinweis. Ich bin sehr besorgt hierüber, und möchte dich aufrichtig bitten, dass du dem Plan ernsthafte Beachtung schenkst. Bitte sprich mit deiner Mutter (Ellen White), und auch mit den Brüdern A.T. Jones und W.T. Knox darüber. Ich glaube, Bruder Jones hat das Buch durchgearbeitet…. Vergangenen Abend sprach ich mit Dr. Waggoner über die Angelegenheit, und er würde sich natürlich freuen, wenn dieser Plan ausgeführt werden könnte. Es liegt ihm sehr am Herzen, dass dieses Licht in die Welt hinausgetragen wird….

 

(P.S.) „ Ich habe es leider versäumt, auf die Tatsache hinzuweisen, dass da mehr oder weniger Einfluss in den mittleren und westlichen Staaten gegen das Licht ausgeübt worden ist, das in Minneapolis zu uns gebracht wurde. Ich glaube, dass wir unserem Volk eine wirkliche Verletzung zufügen, wenn wir das Licht von ihnen fernhalten. Sie lesen nicht über dieses Thema, und Prediger, von denen sie annehmen, sie könnten ihnen vertrauen, liefern ihnen Irrtümer und Finsternis, anstatt Wahrheit und Licht. Darüber gibt es keine Frage!

Einige von ihnen haben sich stark gemacht und sich auf die Seite derer gestellt, die das Licht von Minneapolis ablehnten. Es ist eine Tatsache, dass einige von unseren jüngeren Predigern sich nicht frei fühlen, Gerechtigkeit aus Glauben so vollkommen zu predigen, wie sie es am liebsten täten. Sie haben mir dies selber erzählt. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass etwas getan werden sollte, um eine Flut von Licht in die Heime unserer Leute zu bringen. Ich kenne kein besseres Buch, dies zu tun, ausgenommen die Bibel, als Bruder Waggoner’s Buch.“  

Brief an W.C. White, 12. Mai1902).

 

Waggoners Buch ist niemals in den Vereinigten Staaten gedruckt worden. Aus diesem Grund wurde es auch nie weitläufig verbreitet. Auch wurden seine „Gegenwärtige Wahrheit“-Artikel niemals neu aufgelegt. Stattdessen druckte die Gemeinde im Jahre 1907 die Sabbat-Schul-Lektionen, worin die Ansicht vertreten wurde, dass Smith und Butler an den Bündnissen festhielten, entgegen Ellen Whites Vision, die Waggoners Ansicht  unterstützte. Im Jahre 1908 präsentierte R.A. Underwood (der sich 1888 in Minneapolis Jones und Waggoner widersetzt hatte) die beliebte Smith und Butler Ansicht in seinem 72-seitigen Buch „Das Gesetz und die Bündnisse: Eine Erklärung“.

Hierin sprach er sich auch öffentlich gegen die Ansicht von Jones und Waggoner aus.  

„Es hat viel Durcheinander über die Verheißungen der alten und der neuen Bündnisse gegeben. Einige haben daran festgehalten, dass der alte Bund  hauptsächlich auf den Verheißungen der Menschen gegründet ist. Dies ist weit von der Wahrheit entfernt.“ (Seite 35).

 

Anfang des Jahres 1910 hatte Butler kein Problem damit, A.G. Daniells zu erzählen: „was er in Bezug auf die Botschaft von Jones und Waggoner empfand, die sie 1888 dieser Gemeinde gebracht hatten. Er sprach besonders über ihre Stellung zu den Gesetzen und Bündnissen…. und erzählte mir mit großem Nachdruck, das er niemals Licht in ihren besonderen Botschaften erkennen konnte, und dass er niemals seinen Standpunkt eingenommen hatte.“ (A.G.Daniells an W.C. White, 21. Januar 1910).

 

Leider hat diese Einstellung des Widerstandes gegen die Ansicht über die Bündnisse, wie sie von Jones und Waggoner gelehrt wurden, sich in den Veröffentlichungen der Gemeinde breit gemacht. Seit der Zeit hat die Gemeinde niemals ein Buch gedruckt,  worin die Bündnisse ganz klar zum Ausdruck kamen, so wie sie von Jones und besonders Waggoner dargelegt wurden.

 

Jetzt haben die Leser zum ersten Mal seit über einem Jahrhundert wieder das Vorrecht, alle ursprünglichen, einwandfreien, und unbearbeiteten  „Gegenwärtige Wahrheit“-Artikel von Waggoner in Händen zu halten; aber nun in Buchform.

Ich persönlich empfehle dieses Buch allen Siebenten-Tags-Adventisten, nicht nur für sich selber zu lesen, sondern mit ihren Nicht-Adventistischen Nachbarn und Freunden zu teilen.

 

(Ron Duffield ist Bibliothekar im Weimar College und Mitglied im 1888 Botschaft Untersuchungs-Komitee, Redaktions-Ausschuss).

 

Übersetzung vom Englischen ins Deutsche: Dörte Hankel

 

 

 

 

 

 

 

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