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  6 Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk,
7 und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!
Offenbarung 14,6-7
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Etwas Geschichte,

einige Erfahrungen

und Tatsachen

 

 

 

***

Von A.T. Jones

 

 

1906

 

 

 

 

 

Englischer Original-Titel:

Some History, Experience, and Facts

 

Aus dem Englischen übersetzt

und Copyright:

 

Dörte Hankel

 

 

„Gott hat Menschen berufen, den Bedürfnissen dieser Zeit zu begegnen; sie werden mit lauter Stimme rufen und nicht verschonen. Sie werden ihre Stimme erheben werden wie mit einer Posaune, und meinem Volk ihre Übertretungen, und dem Hause Jakobs ihre Sünden verkündigen. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, das Gesetz zu verkünden, sondern die Wahrheit für diese Zeit zu predigen, welches ist:  Der Herr – unsere Gerechtigkeit.“

. Ellen G. White, Review and Herald, 13. August 1889

 

 

„In seiner großen Barmherzigkeit sandte der Herr seinem Volk durch die Ältesten Waggoner und Jones eine sehr kostbare Botschaft. Diese Botschaft war dazu bestimmt, den erhöhten Heiland in hervorragender Weise vor der Welt kundzutun – das Opfer für die Sünden der ganzen Welt. Sie zeigte die Gerechtigkeit durch den Glauben an die Bürgschaft; sie lud die Menschen ein, die Gerechtigkeit Christi anzunehmen, die im Gehorsam zu allen Geboten Gottes offenbar wird......  Dies ist die Botschaft, die nach göttlichem Befehl der Welt gegeben werden soll. Es ist die dritte Engelsbotschaft, mit lauter Stimme verkündigt und von der Ausgießung seines Geistes im vollen Maße begleitet.“

Testimonies to Ministers, 91.92. (Zeugnisse für Prediger, Seite75.76)

 

 

„Mir wurde gezeigt, daß die Torheiten Israels in den Tagen Samuels sich bei dem jetzigen Volke Gottes wiederholen werden, wenn sie nicht größere Demut an den Tag legen, weniger Vertrauen in sich selbst, und mehr Vertrauen in den Gott Israels, den Herrscher seines Volkes, setzen.“
Besonderes Zeugnis: „Die Gefahr, weltliche Grundsätze in das Werk Gottes zu übernehmen.“  Seite 6

 

 

„Wir stehen an der Schwelle großer und feierlicher Ereignisse. Viele der Prophezeiungen werden sich in rascher Aufeinanderfolge erfüllen. Alle Kräfte stehen im Begriff, ihr Werk zu beginnen. Die Geschichte der Vergangenheit wird sich wiederholen; alte Streitfragen werden zu neuem Leben erweckt, und Gottes Volk wird von allen Seiten von Gefahr umgeben sein. Eine gewisse Erregung hat die Menschen ergriffen; alles auf Erden ist davon durchdrungen .....“

. Testimonies to Ministers, 116. (Zeugnisse für Prediger, Seite 96)

 

 

 

 

 

 

Etwas Geschichte, einige Erfahrungen und Tatsachen

 

 

Vorwort

 

 

Dieses Büchlein wurde im Jahre 1906 von A.T. Jones geschrieben und herausgegeben, als Antwort auf Vorwürfe seitens der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten gegen A.T. Jones, der sich ständig bemühte, die Glieder der Gemeinde sowie die leitenden Brüder von  der Wahrheit zu überzeugen, daß es in der Gemeinde Gottes keine menschliche Führerschaft, keine Regierung, keine „Königsherrschaft“ geben darf. Denn das göttliche Prinzip ist das Prinzip des Dienens, und nicht des Herrschens.

 

A.T. Jones wußte aus Erfahrung, wohin dieses menschliche Regierungssystem führt, nämlich daß Gott dadurch auf die Seite geschoben, und der Mensch in den Mittelpunkt gerückt wird, was letztendlich bedeutet, dem Geheimnis der Bosheit Tür und Tor zu öffnen. So ist es seit jeher gewesen! Es begann mit Luzifer im Himmel, der glaubte, Gott hätte Fehler in seiner Regierung, und er (Luzifer) meinte von sich selbst, daß er besser geeignet wäre, das Universum nach seiner Vorstellung zu leiten und zu lenken. Welch eine große Gefahr verbirgt sich doch dahinter, sich über Gott und Christus stellen zu wollen, sei es nun in kleinem oder in großem Ausmaß!

 

Stets hat A.T. Jones davor gewarnt und hat sich mit aller Aufrichtigkeit für die Wahrheit der Bibel und der Lehre eingesetzt. Es war sein Herzenswunsch und sein ganzes Streben, das einfache, schlichte Evangelium zu verkündigen, wie die Heilige Schrift es lehrt. Doch indem er dies tat,  hatte er gegen die Führerschaft, gegen die leitenden Brüder der S.T.A.-Gemeinde anzukämpfen, die ständig dazu neigten, eine Hierarchie aufzubauen. Dagegen protestierte er mit all seiner Kraft.

 

Heute sehen wir an allen Enden, wohin das Geheimnis der Bosheit die Menschheit geführt hat, und es dauert nicht mehr sehr lange, bis dieses den Höhepunkt erreicht hat und jedes menschliche System hier auf dieser Erde schließlich zusammenbrechen wird. Gott allein ist unsere wahre Zuflucht, in guten wie in schlechten Zeiten. Nur in sehr enger Verbindung mit Jesus Christus und Gott dem Vater, dem wahren und einzigen Gott des Universums, der alles lenkt, was im Himmel und auf Erden ist,  können wir letztendlich bestehen. „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstocket eure Herzen nicht!“  (Hebräer 4,7).

 

Sollten wir nicht jetzt schon diese enge Verbindung mit Christus eingehen und aufrecht erhalten, indem wir Gott in Christus zu unserem einzigen Oberhaupt in unserem persönlichen Leben und in der Gemeinde machen?  Dann bleibt kein Raum mehr für menschliche Oberherrschaft oder menschliches Mittleramt.

Christus kann erst wiederkommen, wenn er ein Volk auf dieser Erde hat, das diese göttlichen Grundsätze versteht, beherzigt und vollkommen auslebt.

 

 

 

Etwas Geschichte,

Einige Erfahrungen

und Tatsachen

 

von A.T. Jones

 

Eine Erklärung von dem Ältesten A.T. Jones. Die regelmäßige monatliche Zusammenkunft der Sanatorium-Familie in der Sanatorium-Kapelle, Battle Creek, Michigan, Sonntag den 4. März 1906, 20°° Uhr.

 

Ich kann mich mit Sicherheit an die gesamte Sanatorium-Familie wenden, damit sie bezeugt, daß ich seit meinem letzten Aufenthalt hier im vergangenen November vor zwei Jahren zu keiner Zeit, bei keiner Zusammenkunft  und in keiner Klasse debattiert  oder bei der Streitfrage verweilt habe, die von der General-Konferenz herrührt und fortgesetzt worden ist. Als ich meine Ansprache am Abend des 2. Januars in dem Evangelisationszelt hielt, war es das erste Mal,  daß ich über das Thema gesprochen habe. Alle, die jetzt hier sind, und die bei meinem letzten Besuch hier waren, werden sich daran erinnern, daß ich zu der ganzen Familie sagte, wir alle hier sollten mit jener Angelegenheit nichts zu tun haben; denn wir haben ein Werk zu tun, und wir können es uns nicht leisten, jenes Werk aufzugeben oder zu vernachlässigen, so daß es in irgend eine Art von Kontroverse verwickelt wird. Ich sagte, wir könnten unsere Zeit weit besser dazu benutzen, die Bibel zu studieren und uns eng an die Aufgabe zu halten, die Gott uns aufgetragen hat, als daß wir über Meinungsverschiedenheiten diskutieren oder uns selbst gegen Angriffe verteidigen oder sogar versuchen, falsche Gerüchte richtig zu stellen.

 

Alles das ist ja wahr; doch jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir nicht der Wahrheit weiterhin treu sein können und gleichzeitig vollkommenes Stillschweigen in diesen Dingen bewahren. Heute abend möchte ich den Sachverhalt darlegen, so weit es geht, und möchte erklären, warum es notwendig ist, daß ich sprechen muß. Der größere Teil von dem, was ich euch sagen werde, ist  bereits den Brüdern von der General-Konferenz, Bruder Daniells und einigen anderen mitgeteilt worden. Es liegt keine Absicht vor, und es wird auch keine Absicht geben, irgend jemanden anzugreifen, auch kein Versuch, jemanden in schlechten Ruf zu bringen oder ihm Unrecht zu tun. Ich habe einige geschichtliche Tatsachen zu erklären und einige Erfahrungen darzulegen. Ich erhebe keine Einwände gegen die Handlungsweise irgendeiner Person, oder was immer jemand getan hat an Dingen, womit ich nicht übereinstimme. Meine einzige Absicht ist, zu erklären, warum ich nicht so handeln kann. Auch möchte ich sagen, daß, soweit es mich angeht, und in bezug auf all das, was heute abend gesagt werden wird, es überhaupt keine Frage und keinen Grund gibt im Hinblick auf die Zeugnisse als solches.

 

Was ich weiterhin sagen möchte heute abend, wird durch eine kleine Aussage eingeleitet, die ich letzten Dienstag morgen all jenen General-Konferenz-Brüdern, die zu dem Zeitpunkt in der Stadt waren, vorlas. Als ich letzten Freitag hörte, daß Bruder Daniells den Sabbat über hier in der Stadt sein würde, schickte ich ihm eine Mitteilung, worin ich bat, ihn und die anderen Brüder von der General-Konferenz, die vielleicht hier sein würden, zu treffen. Als es so- weit war, am Dienstag morgen, waren nur drei Leute anwesend.  Wenn  nur ein einziger dort gewesen wäre, dann wäre es genau das gleiche gewesen; oder wenn das gesamte General-Konferenz-Komitee  dort gewesen wäre, wäre es auch  völlig das gleiche gewesen.  Alles, was ich eigentlich tun wollte, bestand darin, ein paar Fakten darzulegen und ihnen zu erzählen, was wir jetzt als unsere Pflicht ansehen.

 

Was ich sagen wollte, schrieb ich nieder und las es ihnen vor, um Mißverständnisse, und somit falsche Berichte über das, was ich sagte,  zu vermeiden. Ich lese es euch jetzt vor; denn was darin steht, ist etwas, was sehr entscheidend diese Familie betrifft, und besonders einige, die der Familie angehört haben. Möglicherweise gibt es hier noch ein paar Leute, für die es besonders zutrifft.  Ich bin froh, euch zu sagen, daß es den größeren Teil der Familie nicht speziell berührt. Nun lese ich:  –  

 

Die Leitung des Sanatoriums hat keinen Einspruch dagegen erhoben, daß einige weggegangen sind. Bevor diese jüngst vergangene Kampagne in Battle Creek im letzten Dezember anfing, teilten wir der ganzen Familie mit, daß jeder von ihnen völlige Freiheit hatte, zu gehen, wann immer er zu gehen wünschte, daß, wo immer der Herr sie haben wollte, dort sollten sie sein. Tatsächlich, weiß nicht ein jeder, daß das gesamte Ziel und Werk des Sanatoriums immer das gewesen ist, Menschen für den ausdrücklichen Zweck zu erziehen und zu trainieren, daß sie weggehen? Aus dem Grunde hat das Sanatorium überhaupt keine Schwierigkeit gehabt, was das Fortgehen einiger der Arbeiter anbelangt. Die einzige Schwierigkeit, die es gab, hat mit der heimlichen, hinterhältigen, treulosen und unehrenhaften Verhaltensweise und dem Benehmen derer zu tun, die, während sie nachdrücklich betonen, daß sie „nicht bleiben können“, daß „der Herr ihnen gezeigt hat, daß sie gehen sollten“, und daß sie „gehen müssen“, doch bleiben  und nicht gehen wollen; und wir können sie nicht dazu bewegen, zu gehen.

 

Sie betonen ausdrücklich, daß sie „gehen müssen“, und schicken ihr Entlassungsgesuch, das nach einem Monat oder sechs Wochen in Kraft tritt, oder zwei Monate oder mehr danach, oder wird es wirksam, wenn ihr Vertrag sowieso ausläuft. Wir akzeptieren ihren Austritt, wenn er früher wirksam wird, oder wenn möglich auch sofort; folglich bestehen sie darauf, daß sie ihren vollen Lohn erhalten bis zu dem Zeitpunkt, wo ihr Vertrag ausläuft, oder sie fragen, ob sie „zwei Wochen länger“ bleiben können, und wenn wir ihr Gesuch bewilligen, dann vergeuden sie ihre Zeit, so weit sie nur können, und nehmen bei Tag und bei Nacht jede Gelegenheit wahr, um bei anderen Mitgliedern der Familie und selbst bei den Patienten Unzufriedenheit zu stiften, um an geheimen Treffen außerhalb teilzunehmen, oder geheime Treffen an Ort und Stelle abzuhalten, um ihren Lehrern gegenüber Respektlosigkeit zu zeigen (denen, die Verantwortung tragen, und tatsächlich gegenüber jedem, der nicht ihrer eigenen Geisteshaltung zustimmt), um die Bibel geringzuachten, und das Gebet und die Zusammenkünfte zu meiden, ob es dabei um die Gottesdienste oder das Wohl und den Fortschritt des Sanatoriums und seiner Arbeit geht; um nachlässig, wenn nicht sogar rücksichtslos mit dem Grundbesitz des Sanatoriums zu sein, um Vertrauen zu mißbrauchen, kurz gesagt, um alles, was unchristlich  und überhaupt nicht christlich ist, zu tun, wenn sie nur zu alledem beitragen können. Und wenn schließlich ihre Zeit abläuft, oder wegen ihrer entarteten Verhaltensweise, sind wir genötigt, sie zu entlassen; dann behaupten und berichten sie, daß sie hinausgeworfen wurden, „weil sie an die Zeugnisse glauben“, und immer noch hängen sie herum auf dem Gelände und warten auf eine Gelegenheit, die Gemüter der anderen zu vergiften und großartig bekannt zu machen, wie „die Zeugnisse jedem den Rat geben, von Battle Creek wegzukommen“.

 

Um die Wahrheit  kurz und bündig auszusprechen, der Geist, der offenbart wird, und das Verhalten, das sich daraus ergibt, ist genau das gleiche wie das der Gewerkschaften in ihrer Überheblichkeit, ihrem Boykott, ihren Streiks und ihrem Aufstellen von Streikposten. Durch all das hat es kein Anzeichen von Jakobus 3, 17.18  von Seiten derer gegeben, die sich der Sache am meisten geweiht  haben. Im Gegenteil, der Geist, der  offenbart wurde, war die offene Kundgebung  von Jakobus 3, 14-16.

 

Und so leid, wie es uns allen tut, daß es die reine und unverblümte Wahrheit ist, daß ihr Brüder die Sache unterstützt habt, denn durch euch wurde alles gefördert, angefeuert und am Leben erhalten. Ihr habt das Beispiel gesetzt, die geheimen Zusammenkünfte abzuhalten.

 

Nun haben wir über dieses Thema die ganze Zeit Stillschweigen bewahrt. Wir haben euch und eurem Verhalten gegenüber keinen Widerstand geleistet. Wir haben euch und all diese anderen ohne Umschweife weitermachen lassen, nur mit der Ausnahme, daß wir die Austrittserklärungen nicht akzeptierten, und daß wir es ablehnten, weiterhin die Täuschung und Ausnutzung derjenigen zu ertragen, die einfach „nicht bleiben konnten“ und wirklich „gehen mußten“, jedoch einfach nicht gehen wollten!

 

Doch jetzt, während dieses unheilvolle Werk beharrlich  weiter fortgesetzt wird, gerade in den Räumen  unserer Gebäude, sogar noch spät um neun Uhr abends, und weil dieses Werk den Punkt erreicht hat, wo es eine ständige  und offene Verletzung des bürgerlichen Rechts darstellt, sehen wir uns  gezwungen, im Interesse alltäglicher Höflichkeit, geschweige denn allgemeiner Sittlichkeit,  und daß wir uns nicht der Begünstigung schuldig machen  und an ihrer offenen Gesetzlosigkeit  beteiligt sind  –  sehen wir uns nun gezwungen, einen offenen und klaren Standpunkt dagegen einzunehmen und uns deutlich darüber auszusprechen. Was die menschliche und die göttliche Vertrauenswürdigkeit anbelangt, wären wir in beiden Fällen unaufrichtig, würden wir noch länger dem Fortgang dieser Sache stillschweigend und untätig zusehen.

 

Doch bitte denkt nicht einen Augenblick lang, daß wir darangehen werden, dieser Sache  durch irgendeine Tätigkeit  zu begegnen wie jene, durch die es begünstigt worden ist  – nämlich geheime Treffen oder Heimlichkeiten jeder Art. Wir werden dieser Sache offen begegnen, nur mit den einfachen und deutlichen Aussagen der Wahrheit, wie sie in der Bibel gefunden werden, und  mit  der schlichten, einfachen und  zurückhaltenden  Bitte eines Christen. Weil ihr besonders an den Zeugnissen interessiert seid, zitiere ich ein hervorragendes Zitat aus einem Zeugnis über das Prinzip, nach dem wir in diesem Ausspruch handeln sollen: „Was auch immer nicht so offen ist wie der helle Tag, ist nach Satans System ausgerichtet.“

Nach diesem Prinzip haben wir unsere Tätigkeit und Handlungsweise begonnen, indem wir uns auf diese Weise zuallererst an euch persönlich wenden und euch ganz einfach darüber berichten. Wir haben irgendwelchen anderen Leuten gegenüber nichts darüber erwähnt. Jetzt haben wir es euch erzählt, und nun sind wir vollkommen frei, es irgendwelchen anderen oder allen anderen zu sagen, was als  ordnungsgemäß angesehen werden mag, und den einzigen Weg einzuschlagen, der uns geöffnet ist, und die Dinge zu tun, die wir tun müssen, um vor Menschen und vor Gott aufrichtig dazustehen.

 

Mit unserer Zusammenarbeit, wie zuvor erklärt, und eurer großzügigen Geldspende, habt ihr es erreicht, daß einige das Sanatorium verlassen haben – die sonst nicht gegangen wären. Ich meine, auf diese Weise könnt ihr es bewirken, daß noch ein paar mehr gehen werden. Doch, meine lieben Brüder, in dem Geist derer, die darauf bestehen, daß sie gehen müssen und doch nicht gehen wollen, wenn sie es vermeiden können, bedauern wir euch und viele andere, die das Pech haben  könnten, in ihre Hände zu fallen. Wir werden ernsthaft für sie beten, daß sie sich bekehren und den wahren Geist von Jakobus 3,17.18 finden und offenbaren möchten, so daß ihr nicht die gleiche Missetat  erleiden müßt, zu der ihr diesen verholfen habt, sie uns zuzufügen.

 

Und jetzt schlagen wir eine lebendige und ganz bestimmte Richtung ein, anstatt noch länger nachgiebig, untätig  und  erfolglos zu bleiben. Denkt bitte nicht, daß  irgendeine neue oder fremdartige Haltung eingenommen oder irgendeine neue und fremde Sache ausgedacht wird. Darin habe ich einen Vorteil, der mir niemals weggenommen werden kann. Ich meine, in meinen Büchern, Traktaten und Artikeln, die alle von der Gemeinde veröffentlicht worden sind und den Stempel und die Bestätigung der Gemeinde tragen, selbst bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt:  The Two Republics (Die Zwei Republiken),  The Empire Series (Die Serie über die Oberherrschaft), Great Nations of To-day (Die Großen Nationen der Gegenwart), Place of the Bible in Education (Die Stellung der Bibel in der Erziehung),  The Consecrated Way (Der Bereitete Weg), und The Federation of Churches (Der Zusammenschluß der Kirchen) sowie Artikel in den Signs of the Times (Zeichen der Zeit), bis hin zu letzter Woche. In diesen Büchern und Artikeln ist jede Haupteigenschaft der dreifachen Engelsbotschaft enthalten, genauso wie ich es lehre und auch noch weiterhin lehren werde. Ihr mögt mich ablehnen, ihr mögt meine Bücher und Artikel zurückweisen, doch eines ist gewiß, daß so sicher wie ihr und die Gemeinde die dreifache Engelsbotschaft predigt, werdet ihr die Dinge verkündigen, die in jenen Büchern und Artikeln enthalten sind, so wie sie heute darin stehen. Ich will damit nicht sagen, daß jedermann diese Bücher und Artikel benutzen muß oder sogar daraus zitieren, doch sie werden die Wahrheiten predigen müssen, die in diesen Büchern und Artikeln stehen. Dies ist mein Standpunkt, und dies wird auch weiterhin mein Standpunkt sein, was das anbetrifft. Deshalb ist es vollkommen klar, daß es in der Gemeinde, sofern es mich und die Wahrheit der dreifachen Engelsbotschaft betrifft, niemals irgendeine Trennungslinie, oder wie manche es nennen, eine Spaltung geben kann. Und wenn  wegen mir eine Trennung vollzogen wird, dann kann und wird es einzig und allein deshalb sein, weil ich ein Freund der Sünder bin.

 

Die Brüder erhoben Einwände gegen die Ausdrucksweise „geheime Treffen“, indem sie behaupteten, daß sie keinerlei geheime Treffen abgehalten hätten. Doch alles dreht sich um die fachliche Bedeutung des Wortes „geheim“; darum  möchte ich erklären, was ich mit  dem Satz meine: „Als die Brüder der General-Konferenz im Dezember das erste Mal in diese Stadt kamen, lud ich persönlich Bruder Daniells ein, in diese Kapelle zu kommen und die Zeit der Mittags-Zusammenkunft nach seinem Belieben  zu verbringen, und zwar jeden Tag, während er hier war, und so lange, wie er bleiben wollte. Er kam nur an einem Tag; das war alles. Er sagte, er müsse Zeugnisse lesen, und das könne er nicht in fünf Minuten tun. Doch ich antwortete: „Es sind fünfundzwanzig Minuten, die dir jeden Tag zur Verfügung stehen könnten, und du könntest sie benutzen und auf das Singen verzichten und den Dienst  des Eröffnungsliedes weglassen; und fünfundzwanzig Minuten täglich in all der Zeit deines Hierseins würde dir genug Zeit gegeben haben, um all die Zeugnisse zu lesen, die du hattest.“ Außerdem fragten wir die Brüder persönlich  –  ich  und andere Brüder  vom Ausschuß und von der Leitung  – baten die Brüder von der General-Konferenz, ins Sanatorium zu kommen und durch alle seine Abteilungen zu gehen; in die medizinischen Klassen zu gehen, um zu sehen, was die Ärzte lehren, in die Krankenschwestern-Klassen zu gehen, und dort selber Unterricht zu geben, und alles, was sie nur irgendwie an Fehlern herausfinden könnten, sollten sie uns zeigen,  und uns  helfen, es abzulegen. Aber sie taten es nicht, und wollten  auch etwas derartiges nicht tun. Statt dessen hielten sie mit den Medizin-Studenten und den Helfern außerhalb der Institutionen Zusammenkünfte ab,  ohne das Lehrerkollegium oder die Leitung zu informieren, und  bei wenigstens einer Gelegenheit waren sie der Auffassung, daß, wenn ich oder Dr. Stewart käme, das Treffen nicht abgehalten werden könnte.  Und bei anderen Gelegenheiten wurde die Gegenwart anderer Leute abgelehnt. Nun, das ist es, worauf ich mich beziehe als „geheime Treffen“, und eine ganze Reihe solcher Treffen wurden abgehalten.

 

Nun, nachdem sie es ablehnten, in die Kapelle zu kommen, um  jeden Tag so lange sie wollten, offen und aufrichtig das  zu tun, was sie tun mußten, und alles zu sagen, was sie zu sagen hatten,  nachdem sie es ablehnten, in die Klassen zu kommen und zu unterrichten oder zu hören, was gelehrt wurde,  nachdem sie es ablehnten, zur Leitung zu kommen und uns zu erzählen, was falsch ist, und versucht hätten, uns zu helfen es abzulegen; nachdem sie all das ablehnten, und dann auf Verabredung Mitglieder der medizinischen Schule und Mitglieder der Familie außerhalb des Hauses und nicht an den dafür zuständigen Plätzen trafen, wobei es sich um Dinge handelte, die für das Sanatorium und für die medizinische Schule von größter Wichtigkeit sind, nachdem auch  die Leitung nicht benachrichtigt wurde, weil die Leiter nicht willkommen und nicht erwünscht waren, dann, im wahrsten Sinne des Wortes, und soweit es die Leitung des Sanatoriums anbelangt, waren jene Treffen mit Sicherheit geheime Treffen. Und das ist es, was ich mit dem Ausdruck „geheime Treffen“ sagen will. Die Brüder der General-Konferenz haben mit solcherlei geheimen Treffen das Beispiel gesetzt. Und als einige der Helfer dem Beispiel folgten, selbst innerhalb des Hauses, hatten sie ein wohlbekanntes Beispiel, dem sie folgten.

 

Ich müßte eine weitere Bemerkung machen in bezug auf das, was getan worden ist, und was eine Verletzung des bürgerlichen Rechts darstellt. Beide, die Landes-Regierung und die Regierung der Vereinigten Staaten haben es als notwendig angesehen, Gesetze herauszugeben, die dem Schutz der Menschen und ihrer Institutionen dienen, wenn es um ihre Rechte in bezug auf Eigentum und Handlungsfreiheit geht. Diese Gesetze sind richtig und gut, und sind tatsächlich in jeder Beziehung bürgerliche Gesetze. Aber das, was in dem Zusammenhang, worüber ich spreche, getan worden ist, war eine  offene Verletzung und Übertretung dieser genau festgelegten  bürgerlichen Rechte. Es ist die Pflicht jedes Menschen, dem bürgerlichen Gesetz Respekt zu erweisen, und jeder Christ sollte es tun!  In der Tat kann kein Christ jemals bei der Ausübung irgendeiner Pflicht wirklich ein bürgerliches Gesetz übertreten. Denn jeder Christ ist durch Christus aufgefordert: „So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ Und Christus widerspricht sich selbst niemals, indem er auch nur eines seiner Kinder dazu auffordert, dem Kaiser das zu verweigern, was dem Kaiser gehört, wohingegen sie Gott das geben sollen, was Gott gehört. Und wann immer diejenigen, die vorgeben, Christen zu sein, in ihrem Eifer für die Dinge, von denen sie annehmen, sie seien Gottes, zu dem Punkt kommen, das bürgerliche Gesetz zu übertreten, und auf diese Weise dem Kaiser zu verweigern, was dem Kaiser gehört, dann begehen sie ganz einfach einen dummen Fehler und verweigern in Wirklichkeit Gott das, was Gott gehört. Sie stellen sich selbst außerhalb dessen, was Gottes ist, und indem sie das bürgerliche Recht verletzen, begeben sie sich auf das Niveau  anderer Krimineller und sind der bürgerlichen Gerichtsbarkeit gegenüber verantwortlich, ohne jeglichen Grund, sich auf Gott zu berufen. Und im Hinblick auf  die Angelegenheit offener und beständiger Übertretung des  sicheren und rechtmäßigen bürgerlichen Gesetzes, so ist diese Kampagne gleichermaßen gegen das Sanatorium und die medizinische Schule geführt  worden. Und hierin hat es sich bis zu dem Punkt ausgedehnt, wo wir nicht mehr länger stillschweigen können und dabei gleichzeitig treu zu unseren Pflichten als Christen stehen.

 

Für alle diejenigen, die mit den gegenwärtigen Erfahrungen nicht bekannt sind, mag das, was ich in meiner Beschreibung über die Verhaltensweise und das Benehmen der hier erwähnten Personen gesagt habe, ziemlich stark scheinen. Doch alle, die gezwungen  waren, eine eigene Erfahrung darin zu machen, wissen, daß ich nur die reine Wahrheit dargelegt habe. Ich bin froh zu sagen, daß weder  die ganze Familie, noch eine Mehrheit, noch nicht einmal  eine große Minderheit der Familie damit etwas zu tun haben. Doch was die wenigen, die daran Anteil haben, anbetrifft, ist das, was ich gesagt habe, nur die reine Wahrheit. Jede Einzelheit, die ich anschaulich erklärt habe, ist korrekt. Nicht bei jeder Person trifft jeder Punkt zu; doch jeder Punkt ist begründet, in bestimmten Fällen, wo es wirklich in der täglichen Erfahrung erlebt worden ist. Und diese führen es aus als Meister der General-Konferenz, und in angeblicher Treue den Zeugnissen gegenüber.

 

Die vorher gesagten Dinge sind einige der Gründe dafür, daß ich heute abend über dieses Thema spreche. Aber es gibt auch noch andere Gründe.  Dies wird ganz einfach aus dem, was ich euch noch vorlesen werde, hervor gehen.  Und das, was ich euch noch vorlesen werde, ist dem General-Konferenz-Präsidenten gesagt worden. In einem Brief an mich machte er die Äußerung, daß meine „allgemeine Haltung viele unserer Leute äußerst  verwirrt hat“; ebenso brachte es ihn selber aus der Fassung. Daraufhin schrieb ich ihm einen Brief, mit der bestimmten Absicht, alle Gründe dafür, daß er überhaupt in bezug auf meine Einstellung und Haltung irgendwie fassungslos und verwirrt war, aus dem Weg zu räumen.  Und  wie er zum Ausdruck brachte, daß viele unserer Leute in dieser Beziehung auch äußerst verwirrt seien, habe ich den Wunsch, alle Gründe für diese Verwirrung in bezug auf mich bei allen  betroffenen Personen zu beseitigen. Und weil der Brief eine einfache Darlegung des Sachverhalts und der Tatsachen ist, die größtenteils alle unsere Leute betreffen,  glaube ich, daß das, was in diesem Brief gesagt wurde, das beste Mittel war, das ich anwenden konnte, um alle Personen von jeglicher Verwirrung zu befreien, die sie in bezug auf mich oder meine Haltung gehabt haben mögen, oder im übrigen noch haben mögen. Deshalb will ich euch drei viertel dieses Briefes heute abend vorlesen. Das verbleibende Viertel betrifft eine Sache, die kein Streitpunkt ist, und die, soweit es mich betrifft, nicht unbedingt etwas mit dieser Angelegenheit, oder wie die Sache wirklich ist, zu tun hat. Es mag noch zu einer Streitfrage werden, oder zu einem Teil der gegenwärtigen Angelegenheit; denn die Kampagne, die gemacht worden ist, ist eine sehr weitreichende Sache. Wenn daraus ein Streitpunkt oder zwangsläufig ein Teil der gegenwärtigen Angelegenheit gemacht werden sollte, dann könnt ihr jenen Teil des Briefes genauso gerne hören wie jetzt diesen drei viertel Teil, den ich euch heute abend vorlesen werde. Der Brief wurde angefangen am 26. Januar, doch auf Grund regelmäßig anfallender Arbeit wurde er erst nach etwa zwei Wochen beendet.

Er lautet wie folgt:  –

 

Battle Creek, Michigan, 26. Januar 1906

An A.G. Daniells,

Takoma Park Station, Washington D.C.

 

Lieber Bruder,

 

Dein Brief vom 17. Januar, den du als Antwort auf meinen Brief vom 6. Januar geschrieben hast, ist so weit entfernt von alledem, was ich erwartet habe, oder, wie ich denke, worum ich in meinem Brief gebeten habe, daß ich mich veranlaßt sehe, dir dahingehend zu folgen, und alles zu tun, was ich kann, um alle Ursachen für deine Ratlosigkeit in bezug auf mich und mein Verhalten, aus dem Weg zu räumen. In der Tat, wenn du dich an Dinge erinnert hättest, die ich am Anfang zu dir sagte, dann hättest du in bezug auf mich durchaus nicht verwirrt zu sein brauchen, wenn du von mir erwartet hast, überhaupt gleichbleibend und fest zu sein.

 

Erstens, was die Angelegenheit der General-Konferenz und mein Verhältnis dem Komitee gegenüber anbelangt: Vor der General-Konferenz  von 1897 in College View, war die Lage so, daß  die Dinge während jener Konferenz an einem toten Punkt angelangt waren. Durch das Komitee und die Präsidenten, die zur Beratung versammelt waren, wurde ich während  meiner Abwesenheit dazu bestimmt, die Zeugnisse vorzulesen, um die Sache zu klären. Gott hat uns herrlich geführt. Eine Veränderung fand statt; Bruder Irwin wurde zum Präsidenten gewählt, und ich wurde zu einem Mitglied des Komitees ernannt.

 

Jedoch  dauerte es nicht sehr lange, bis  der gleiche Einfluß, der die Situation in College View herbeigeführt hatte, wieder am Wirken war.  Ich sah es deutlich genug, um überzeugt zu sein; und  zu dem Zeitpunkt, als 1899 die General-Konferenz  in South Lancaster stattfand, hatten sich die Dinge in mancherlei Hinsicht zu einem schlechten Zustand entwickelt, obwohl  nicht annähernd so schlimm  wie in College View.  Während der South Lancaster-Konferenz kam eines Tages völlig unerwartet und von Seiten eines jeden einzelnen in der Konferenz vollkom-men unbeabsichtigt, die Macht Gottes auf eine ganz besondere Weise über alle herein, und sie brachte die ganze Konferenz plötzlich auf die Knie und bewirkte noch einmal eine große Befreiung. Öffentlich erklärte Bruder Irwin in der Konferenz (1899), daß er ein Feigling gewesen sei. Die ganze Angelegenheit jenes Tages kann im Bulletin der Konferenz von 1899 nach-  gelesen werden. Wieder an  einem anderen Tag während jener Konferenz kam die Macht Got-tes auf ganz besondere Weise über alle und führte die Befreiung noch weiter voran.

 

Auf Veranlassung jener Konferenz-Versammlung wurde ich weiterhin im Komitee behalten. Es dauerte aber nicht lange, bis daß der selbe alte Einfluß wieder am Wirken war; und in etwa einem Jahr hatten sie wieder solch eine Machtposition erreicht, daß ich es vorzog, lieber von meinem Amt im Komitee zurückzutreten, als einen Kompromiß einzugehen.

 

Dann kam die Konferenz  1901 in Battle Creek. Den Anordnungen gemäß sollte ich von dem Fortschritt der Konferenz berichten; und den Anordnungen entsprechend wurde von den  Brüdern Prescott und Waggoner offensichtlich nicht einmal erwartet, auch nur so viel,  wie das zu tun. Doch bevor die  Konferenz eigentlich ihre Versammlung abhielt, fand das Treffen in der Bibliothek des College-Gebäudes statt, wo Schwester White über Angelegenheiten und Organisation der General-Konferenz sprach, indem sie erklärte, daß es „eine vollkommen neue Organisation geben muß, und  es müsse ein Komitee geben, das nicht einmal nur ein halbes Dutzend Leute umfaßt, die  eine regierende und beherrschende Macht darstellen, sondern es  soll  vertreten werden von solchen Personen, die ein verantwortliches Amt für unsere erzieherischen Belange in unseren Sanatorien usw. innehaben. Diese Konferenz weitergehen zu lassen  und zu beenden,  wie es die vergangenen Konferenz-Versammlungen getan haben, mit derselben manipulierenden Handhabung,  mit genau derselben  unerlaubten  Haltung und demselben  System –  das möge Gott verhüten!  Brüder, das möge Gott wirklich verhüten.....  Und bis das geschieht, können wir die Konferenz heute genau so gut beenden wie an jedem  anderen Tag.....  Diese Sache hat sich die letzten fünfzehn Jahre oder noch länger fortgesetzt,  (1901 minus 15 bringt uns zurück zum Jahr 1886), und Gott ruft uns zu einer Veränderung auf.“

 

„Gott wünscht eine Veränderung, und es ist höchste Zeit –  ja, es ist höchste Zeit, daß  Fähigkeit vorhanden ist, womit die Konferenz, die General-Konferenz genau hier in dieser Stadt ausgestattet würde. Nicht warten, bis es getan und vorbei ist, und dann die Kräfte sammeln und  sehen, was man machen kann. Wir möchten gerne wissen, was genau jetzt zu dieser Stunde getan werden kann.“

 

„Von dem Licht, das ich habe, wie es mir in Bildern vorgelegt wurde:  Da war eine enge Einfassung hier, und in dieser engen Einfassung befindet sich  eine erhabene,  königlich  herrschende Macht. Gott meint wirklich, was er sagt,  und er sagt: ‚Ich möchte hier eine Veränderung.‘ Wird es wieder das gleiche sein?  Immer und immer wieder dieselben Ideen zu wiederholen,  mit denselben  Komitees  weiter zu machen  –  und hier ist der nette Thron  –  der König sitzt darauf, und all diese anderen kommen an zweiter Stelle. Gott möchte, daß jene Komitees, die für solch eine lange Zeit Dinge in die Hand genommen haben,  ihres Herrschaftsamtes enthoben werden sollen, und daß sie  eine Chance für ihr Leben erhalten und sehen, ob sie nicht aus diesem alten Trott herauskommen, in welchem sie sich befinden. Ich habe zwar keine Hoffnung, daß sie aus diesem Trott herauskommen; denn der Geist Gottes hat  immer wieder unermüdlich gewirkt, und doch sitzt der König immer noch auf seinem Thron. Gott  möchte, daß jetzt SEIN Geist aufgenommen wird. Er will, daß der Heilige Geist König ist.“

 

„Von dem Licht, das ich seit einiger Zeit habe, und das immer und immer wieder zum Ausdruck gebracht wurde, nicht allen gegenüber, die hier anwesend sind, sondern es ist Einzelnen gegenüber ausgedrückt worden –  der Plan, wonach alle nach Gottes Wunsch arbeiten sollen, ist, daß niemals ein Mensch oder zwei oder drei Menschen, auch nicht vier Menschen oder ich sollte sagen, ein paar Menschen, so betrachtet werden sollten, als besäßen sie genügend Weisheit und Macht, Pläne in die Hände zu nehmen und Methoden zu bestimmen. Gott will nicht, daß wir uns von dem Verstand dieser  zwei oder drei oder mehr Menschen leiten lassen in bezug auf das breite Feld, das vor uns liegt.“

 

„Und das Werk ringsum verlangt eine völlig andere Handlungsweise als wir es in der Vergangenheit hatten; es muß ein Grund gelegt werden, der ganz anders ist als der, den wir bisher gehabt haben....  In all diesen Ländern, nah und fern, möchte Gott eine aufrüttelnde, sich ausbreitende und größer werdende Macht. Und eine Leitung, die in sich selbst uneins und durcheinander ist – nicht, daß irgend jemand falsch ist oder denkt, er sei falsch – sondern das Prinzip ist falsch, und die Prinzipien sind so durcheinander gebracht worden und sind so abgefallen von dem, was wirklich Gottes Prinzipien sind.“

 

„Diese Dinge sind immer wieder erklärt worden, und dieser Stillstand mußte endlich zu einem Ende kommen. Doch bis jetzt hat jede Konferenz nach dem gleichen Muster gewoben; es ist genau der gleiche Webstuhl, der dieses Muster trägt, und am Ende wird es alles  zu nichts führen.“

 

Sie erklärte, daß Gott uns auffordert, dieses Werk zu ergreifen,  jeder menschliche Vertreter; alle sollten ihrer Fähigkeit entsprechend handeln, auf solche Weise, daß das Vertrauen des ganzen Volkes in sie gegründet ist, und daß sie sich nicht fürchten müssen, sondern alles so hell sehen wie den lichten Tag, bis sie in Verbindung  mit dem Werk Gottes und dem ganzen Volk gekommen sind..... Die gesamte Vorsorge ist schon im Himmel getroffen worden; all die Einrichtungen und Hilfsmittel, all die Reichtümer der Gnade Gottes wurden jedem Arbeiter, der mit der Sache in Verbindung steht, verliehen, und jeder einzelne von ihnen ist völlig von Gott abhängig. Und wenn wir Gott ausschließen, und ererbten und entwickelten Charaktereigenschaften erlauben, sich unserer zu bemächtigen, dann laßt mich euch sagen, befinden wir uns auf sehr schlüpfrigem Grund.

 

Gott hat seine Diener – seine Gemeinde –  auf der Erde gegründet, die aus vielen Gliedern besteht; doch sie ist ein Leib; daß in jedem Teil seines Werkes ein Teil mit einem anderen Teil so arbeiten muß als in Verbindung mit ihm stehend, und jenes mit einem anderen Teil und wieder mit einem anderen Teil, und diese alle sind durch goldene Kettenglieder des Himmels miteinander verbunden, und dort soll es keine Könige unter ihnen geben. Dort soll es keinen Menschen geben, der sich das Recht herausnimmt, seine Hand zu erheben und zu sprechen: Nein, du kannst nicht dorthin gehen! Wir werden dich nicht unterstützen, wenn du dorthin gehst! Nun, was hast du zu tun mit der Unterstützung? Hast du die Mittel hervorgebracht? Die Mittel kommen vom Volk! Und diejenigen, die in notleidenden Gebieten wohnen  – die Stimme Gottes hat mir gesagt, –  soll ich unterweisen, zu den Leuten zu gehen und ihnen ihre Bedürfnisse zu erklären, und alle Menschen zu bewegen, daß sie genau dort arbeiten, wo sie einen Arbeitsplatz finden können, um das Werk an jedem erdenklichen Platz aufzubauen.

 

Auf jene Anordnung hin, und vielmehr im Hinblick auf den selben  Inhalt jenes Vortrags, hast du und Bruder Prescott und andere die Sache ergriffen, die im Zusammenhang mit der damals noch in der Schwebe hängenden General-Konferenz (1901) stand, habt ihr vollkommen die alte Ordnung der Dinge beiseite gesetzt, und habt eine  neue Ordnung angefangen. Bei der Eröffnung der General-Konferenz am 2. April, sprach Schwester White kurz über den selben Inhalt  wie am Tage zuvor im College-Gebäude. Bruder Irwin schloß sich daraufhin mit ein paar Worten an; und dann sagtest du ein paar Worte und fügtest eine Handbewegung hinzu, daß die gewöhnlichen Regeln und vorherigen Rechtsprechungen für die Anordnung  und Durchführung der Konferenz-Angelegenheiten  außer Kraft setzte, und das General-Konferenz-Komitee sei hiermit ernannt..... um ein allgemeines oder zentrales Komitee zu  bilden, das solch eine Arbeit erledigt, wie sie notwendigerweise getan werden muß, um Vorsorge für das Werk der Konferenz zu treffen, und die Angelegenheit  vorzubereiten, um sie den Delegierten vorzulegen. Auf diese Weise wurde die neue Ordnung der Dinge begonnen.

 

Genau an dem Abend jenes ersten Konferenz-Tages wurde ich aufgerufen, die Predigt zu halten. Weil ich ernannt worden war, Protokoll über den Fortgang der Konferenz zu führen, erwartete ich nicht, eine Predigt zu halten oder andere Aufgaben übernehmen zu müssen. Deshalb, als ich aufgerufen wurde, zu predigen, nahm ich an, daß es geplant war, mich nur das eine Mal während der Konferenz predigen zu lassen, und zwar zu Beginn, so daß ich hinterher  unbehelligt mit dem Protokollschreiben weitermachen könnte. Ich sprach über Gemeinde-Organisation.  Als die Versammlung zu Ende war, nahm ich an, daß ich mit Predigen  während dieser  Konferenz fertig sei. Deshalb war ich überrascht, als du, nur zwei Tage später – am 4. April, zu mir an den Protokollführer-Tisch kamst und sagtest: „Wir möchten, daß du heute abend die Predigt hältst!“  Darauf antwortete ich, daß mein Predigt-Halten schon getan wäre, weil ich das Protokoll führen müsse; denn ich kann dies nicht tun und nebenher noch viel predigen.“ Du sagtest zu mir: „Du hast Licht für die Leute, und wir möchte gerne, daß sie es erhalten.“ Daraufhin willigte ich ein, und predigte wieder über das Thema Gemeinde-Organisation, indem ich dieses Thema weiter ausbaute, das auf den gleichen Prinzipien aufgebaut war wie am Abend des 2. April.

 

Auf jener Konferenz von 1901 wurde die General-Konferenz begonnen, im Sinne der benötigten Wieder-Organisation. Alle erkannten, daß die Notwendigkeit bestand, von  einer zentralisierten  Ordnung der Dinge wegzukommen, wobei ein Mann oder zwei, drei oder vier oder ein paar Männer die Regierung in der Hand hätten und eine führende Machtposition in einer Organisation ausübten, in welcher doch eigentlich jede Person als Einzelwesen ihren Platz haben und Teil derselben sein sollte, mit Gott in Christus, und durch den Heiligen Geist, als die vereinigende und leitende Macht. In der Tat, an dem Tag, bevor ich das zweite Mal über Organisation predigte, hatte Schwester White gesagt –  es war am 3. April – wir möchten gerne hören, daß es keine Götter in unserer Konferenz gibt. Es soll hier keine Könige geben, und  auch keine Könige in irgendeiner Organisation, die gebildet wird; denn „ihr seid alle Brüder.“ (Matthäus 23,8).

 

„Der Herr möchte die Herzen aller an dieser Konferenz Anwesenden miteinander verbinden. Kein Mensch sollte sagen: ‚Ich bin ein Gott, und ihr müßt tun, was ich euch sage.‘ So etwas ist vom Anfang bis zum Ende völlig falsch! Es muß ein individuelles Werk getan werden. Gott sagt: ‚Es sei denn, man ergreife meinen Schutz, mache mit mir Frieden, mache Frieden mit mir.‘“ Jesaja 27,5.

 

„Denkt daran, daß Gott jenen Menschen Weisheit geben kann, die sein Werk verrichten. Es ist  gar nicht nötig, aus Tausenden von Kilometern Entfernung in Battle Creek nachzufragen, was zu tun ist, und dann wochenlang darauf zu warten, bis man eine Antwort erhält. Diejenigen, die ein Werk tun wollen, und die es direkt betrifft, müssen entscheiden, was getan werden soll. Ihr versteht, womit ihr zu kämpfen habt; aber diejenigen, die Tausende von Kilometern weit weg sind,  wissen nichts darüber.“ Bulletin 1901, Seite 69,70.

 

Und genau an dem Tag, als ich meine zweite Predigt hielt,  am 4. April,  sagte sie während einer Ansprache  morgens um 9°° Uhr: „Bei dieser Zusammenkunft wird es sich entscheiden, welchen  Charakter unser Werk in der Zukunft  aufweisen wird. Wie wichtig ist es, daß jeder Schritt, der unternommen wird, unter der Leitung und Anweisung Gottes geschieht. Dieses Werk muß auf eine ganz andere Weise ausgeführt werden, als wir es in den vergangenen Jahren getan haben.“  Bulletin 1901, Seite 83.

 

Dieser Auffassung entsprechend wurde eine völlig neue Konstitution angenommen; und daß die Übereinkunft so war, daß diese Organisationsform angenommen wurde, geht ganz einfach aus den Abhandlungen  hervor. Unter dieser Struktur wurde das General-Konferenz-Komitee von einer großen Anzahl von Männern zusammengesetzt, die Macht hatten, es selbst einzuteilen, indem sie einen Vorsitzenden wählten usw. Weder wurde ein General-Konferenz-Präsident gewählt, noch war irgendeiner vorgesehen. Die Präsidentschaft  der General-Konfe-renz  wurde abgeschafft, um eine zentralisierte Macht, eine Ein-Mann-Herrschaft, ein Königtum, eine Monarchie zu vermeiden. Die Organisationsstruktur wurde von Anfang an während der Zusammenkunft in jenem Raum im College-Gebäude zu dem Zweck gebildet und angenommen, um  in Übereinstimmung mit der ganzen Führerschafts-Idee in der Konferenz zu kommen.

 

Kurz, nachdem die Konferenz endete, gabst du während der Zusammenkunft in Indianapolis zu verstehen, daß meine Predigt über Organisation in einem Traktat gedruckt werden sollte, so daß unsere Leute überall die Gelegenheit hätten,  es in bezug auf das Werk der Wieder-Organisation zu studieren. Dein Vorschlag wurde angenommen, und ich erhielt den Auftrag, es für den Druck vorzubereiten. So tat ich es auch, und es wurde auf Anordnung der General-Konferenz in der Serie „Worte der Wahrheit“, Nummer 31, in der Extra-Ausgabe vom Mai 1901 gedruckt.

 

Nun, nach alledem dauerte es nicht sehr lange, bis der ganze Geist und das Prinzip der General-Konferenz-Organisation und Angelegenheit wieder begann, ins Gegenteil verkehrt zu werden. Diese geistliche Einstellung  wurde so allgemein vorherrschend und vorrangig, daß kurz vor der General-Konferenz 1903 in Oakland, Kalifornien, zwei oder drei oder vier Männer, oder ich sollte sagen, etliche Männer, die sich in Battle Creek oder irgendwo anders getroffen hatten, und die, ohne auch nur die geringste Autorität zu besitzen, jedoch direkt entgegen den deutlichen Worten der Konstitution, es vollkommen aus sich selbst heraus unternahmen, dich als Präsidenten und Bruder Prescott als Vizepräsidenten der General-Konferenz zu wählen. Und als ob es niemals in diesem Universum ein entschlosseneres Werk gewaltsamer Aneignung von Stellung, Macht und Autorität gab,  wart ihr Beide dann von Rechts wegen genauso sehr Präsident und Vizepräsident von Timbuktu, wie ihr es von der General-Konferenz der Siebenten-Tags-Adventisten wart.

 

Doch diese Geisteshaltung  hörte selbst dann nicht auf. Was hier getan wurde, stand im völligen Gegensatz zur Konstitution. Dies war zu deutlich, als daß es einem hätte entgehen können. Und es war genauso deutlich, daß unter jener Konstitution, würde sie in der kommenden General-Konferenz noch fortdauern, diese gewaltsame Besitzergreifung von Stellung, Macht und Autorität nicht ewig fortgesetzt werden konnte. Was müßte getan werden, um die widerrechtliche Besitznahme zu verhindern? –  Oh, das war genauso leicht wie mit der anderen. Eine neue Konstitution wurde gebildet, um die widerrechtliche Besitznahme von Macht und Autorität passend zu machen und aufrechtzuerhalten. Diese Konstitution wurde der General-Konferenz in Oakland, Kalifornien, 1903 vorgetragen, und zwar auf jede nur mögliche verfassungswidrige Art und Weise; denn in jeder wahrhaft  verfassungsmäßigen Regierung kommt die Konstitution in gewisser Weise von Seiten des Volkes und nicht von dem Monarchen. Auf diese Art und Weise gründen und erlassen Menschen eine Konstitution. Der Monarch bescheinigt die Konstitution. Wenn die Leute  eine Konstitution erlassen, dann regieren sie auch. Wenn ein Monarch eine Konstitution bewilligt, dann versucht er, sich mit einer Idee bei den Menschen angenehm zu machen und behält die Regierung selbst in der Hand. Dieser Unterschied ist die einzige Schwierigkeit heutzutage in Rußland; und der Unterschied liegt einfach in dem Konflikt zwischen Monarchie und  Volksregierung, und zwischen Unterdrückung und Freiheit.  Das Volk möchte eine Konstitution herausgeben. Der Zar möchte ihnen eine Konstitution bewilligen, und möchte, daß sie aufs neue seiner Autokratie (Selbstherrschaft) und Bürokratie zustimmen, indem sie die Konstitution annehmen, die er ausstellt.

 

Und das ist ganz einfach der Unterschied zwischen der General-Konferenz und ihrer Konstitution von 1901 und der General-Konferenz und ihrer Konstitution von 1903. Im Jahre 1901 wurde die Monarchie vollkommen hinweg gefegt, und die Konferenz als solche und als gesamte verfaßte eine neue Konstitution.  In der General-Konferenz von 1903  brachten die unrechtmäßigen Machthaber, die nach  Herrscherposition und Autorität trachteten, eine Konstitution heraus, die ihrer gesetzwidrigen Machtergreifung entsprach, und die sie zugleich aufrechterhielt, und es gelang ihnen, daß sie angenommen wurde. Aber wie? –  Keiner von den Leuten hatte um eine neue Konstitution gebeten. Die General-Konferenz-Delegation stellte die Forderung. Nicht einmal der Ernennungsausschuß hatte danach verlangt. Zugunsten der gesetzwidrigen Machtergreifung wurde es vor jenes Kommitee gebracht und dort befürwortet, denn um es ganz deutlich auszudrücken: „Die Gemeinde muß ein sichtbares Oberhaupt haben“.

 

Nicht einmal dann, und überhaupt niemals wurde es durch jenes Komitee begünstigt. Es wurde durch das Komitee vermittelt  und der Konferenz berichtet, nur weil das Komitee  ständig gespalten war, – eine Minderheit bekämpfte es die ganze Zeit, und – eine Sache, von der man in Konferenzen der Siebenten-Tags-Adventisten fast nichts vernahm, eine Minderheit war dafür. Und als es letztendlich bei der Schlußabstimmung angenommen wurde, geschah es durch  eine kleine Mehrheit von gerade fünf Leuten.  Und nur durch die Nachlässigkeit einiger Delegierter kam es, daß es auf eben diese Art und Weise durchging; denn es waren genau zu dem Zeitpunkt unten in der Oakland Gemeinde genug Delegierte, die sich der Sache widersetzten, und sie hätten es vereitelt, wären sie dabei gewesen. Das haben sie hinterher selbst bestätigt. Aber sie wußten nicht, daß die Abstimmung gemacht worden war, und weil sie sich nicht an ihrem Platz  befanden, wurde die unrechtmäßige Machtaneignung gutgeheißen; der reaktionäre (rückschrittliche) Geist, der so lange auf absolute Herrschaft ausgerichtet war, hatte die Oberhand gewonnen. Die Grundsätze und die Absicht der General-Konferenz von 1901 wurden ins Gegenteil verkehrt, und ein Zarentum wurde auf den Thron gesetzt, welches seitdem auf die gleiche Art und Weise beständig vorangeschritten ist, und hat als gänzlich logische Folge eine vollständig bürokratische Regierung aufgebaut, durch welche es in die Angelegenheiten aller eingreift  und sich  einmischt und manipuliert, nicht nur bei den Vereinigungs-Konferenzen und örtlichen Konferenzen, sondern auch bei  den örtlichen Gemeinden und einzelnen Personen. Deshalb haben einige der ältesten Männer, die heute in aktivem Dienst stehen, und die es durch ihre Lebenserfahrung am besten wissen müssen, offen zum Ausdruck gebracht, daß es während der gesamten Geschichte der Gemeinde niemals solch eine Ein-Mann-Herrschaft, solch eine zentralisierte Diktatur, soviel Papsttum gegeben hat, wie es seit der Oakland-Konferenz  von 1903 der Fall ist. Und als ein Teil dieser Bürokratie gibt es unter all den widersinnigen Dingen, von denen man jemals gehört hat, ein Büro für religiöse Freiheit  – ganz einfach gesagt, ein Widerspruch.

 

Als ich nun vor und während  der General-Konferenz von 1897, vor und während der General-Konferenz von 1899, vor und während der General-Konferenz von 1901, und vor und während der General-Konferenz von 1903 gegen diese Sache opponierte, welchen Grund gibt es dann dafür, verblüfft zu sein, weil ich nicht zugestimmt und geholfen habe, ab 1903 einen Erfolg daraus zu machen? Warum sollte ich im Jahre 1903 all die Prinzipien und Lehren aufgeben, durch die ich die Sache rechtmäßig bis 1903 und einschließlich 1903 bekämpfte, wenn ich doch all diese Jahre zu Recht dagegen gekämpft habe, und alles tat, was ich  konnte, damit es sich nicht durchsetzte, warum und auf Grund welcher Prinzipien hätte ich umschwenken sollen und es unterstützen, einfach, weil es am Ende möglicherweise auf eine äußerst willkürliche, verfassungswidrige und gewaltsame Weise von Erfolg gekrönt sein würde?

 

Während der General-Konferenz von 1901 sagtest du selbst noch einmal, daß ich durch die Organisations-Grundsätze, die ich predigte, „Licht für die Leute“ hätte. Es waren gerade jene  Prinzipien, die in jener Konferenz die Oberhand gewannen, und auf deinen eigenen Vorschlag hin wurden diese Prinzipien, wie ich sie bei meiner ersten Predigt darlegte, veröffentlicht, um der Gemeinde beim Werk der Wieder-Organisation zu helfen. Doch die Grundsätze und die Organisationsform von 1903  standen  in  genauem Gegensatz zu jenen, von denen du 1901 behauptetest, sie seien „Licht für die Leute“. Wäre meine zweite Predigt während der General-Konferenz von 1901 von Anfang an mit der ersten  zusammen gedruckt worden, dann hätten die Leute klar erkennen können, in welchem vollkommenen Gegensatz der Verlauf der Dinge im Jahre 1903  zu dem Verlauf der Dinge von 1901 stand. Und jeder kann es jetzt sehen, wenn er das General-Konferenz-Bulletin von 1901, Seiten 37-42 und 101-105 liest.

 

Nun, Bruder,  waren  jene Prinzipien im Jahre 1901 Licht? Wenn ja, was hast du dann getan, als du 1902 und 1903  das Gegenteil davon äußertest?  Oder waren jene Prinzipien  Licht im Jahre 1901, und Finsternis im Jahre 1903? Oder waren jene Prinzipien wirklich Finsternis im Jahre 1901, als du sagtest, sie seien Licht? Oder sind sie heute immer noch Licht, so wie sie es 1901 waren? Und wenn du bei der General-Konferenz von 1901 nicht fähig warst, zwischen Licht und Finsternis zu unterscheiden, welche Sicherheit kann  man haben, daß du dazu  mehr imstande warst in der Zeit von 1902 - 1903? Oder ist es möglich, daß du in der Zeit von 1902 bis 1903 nicht fähig warst, und auch jetzt nicht fähig bist, zu sehen, daß die Prinzipien und die Handlungsweise von 1902 - 1903 nicht dieselben sind wie jene von der General-Konferenz  1901? Mit anderen Worten, ist es möglich, daß du denken kannst, daß gewisse Prinzipien mit ihrer dazugehörigen Handlungsweise, und das Gegenteil von ihnen ein und dasselbe ist? Ich weiß, daß die Prinzipien, von denen du gesagt hattest, daß sie „Licht für die Leute“ seien, damals wirklich Licht waren, und daß sie auch jetzt Licht sind, und daß sie für alle Zeiten Licht sein werden. Es sind nur ganz einfache Prinzipien aus dem Worte Gottes. Ich halte diese Prinzipien heute genauso aufrecht wie ich es 1901 und schon lange vorher tat, und ich werde sie bis in alle Ewigkeit aufrecht halten. Aus diesem Grunde erhob ich Einspruch gegen die Machtergreifung und verfassungswidrige Handlungsweise in der Zeit von 1902 - 1903, wodurch das Gegenteil dieser Prinzipien zum Ausdruck kam. Und auch weiterhin werde ich stets Einspruch dagegen erheben und solch eine widerrechtliche Machtaneignung bekämpfen.

 

Im Hinblick auf all diese Fakten frage ich nochmals: Warum denkst du, daß ich alles aufgeben sollte, nur weil du und einige andere es aufgegeben haben? Ich glaube, es war genug für mich, diese ganzen drei Jahre stillzuschweigen. Es ist wahr, daß ich nichts anderes tun konnte, als darüber zu schweigen. Denn als die General-Konferenz 1903 auf jene Art und Weise ihre Wahl traf, bin ich ihnen gegenüber keine Verpflichtung eingegangen und habe deshalb mit ihrer Entscheidung nichts zu tun. Ich neige nicht dazu, dem auf irgendeine andere Weise entgegenzutreten, als durch das Predigen des Evangeliums. Tatsächlich ist der größtmögliche Widerstand, der dagegen geleistet werden kann, die einfache, unkomplizierte Predigt des einfachen, unverfälschten Evangeliums. Jedoch geht es darum, daß jetzt die einfache schlichte Predigt des Evangeliums so angesehen wird,  als sei es  eine unaufrichtige und verräterische Handlung der General-Konferenz gegenüber, unaufrichtig und treulos der Organisation gegenüber, usw. Trotzdem werde ich fortfahren, das schlichte Evangelium zu predigen, und jenes Evangelium ist im Worte Gottes. Denn wenn die General-Konferenz und das organisierte Werk sich selber in solch eine Lage bringen, daß das bloße Predigen des Evangeliums, so wie es im Worte Gottes steht, als  Untreue und Verrat gegen die General-Konferenz und das organisierte Werk bezeichnet wird, dann bleibt nur noch eines zu tun übrig, nämlich das Evangelium zu predigen, wie es im Worte Gottes steht.

 

Zweitens, was die Kampagne gegen Dr. Kellogg anbetrifft: Ich erzählte dir ganz am Anfang darüber, daß ich niemals etwas damit zu tun haben würde. Du kannst dich wohl erinnern, daß im November 1902 in Battle Creek, in dem gleichen Raum, wo du und Bruder Irwin mit dem Gemeinde-Ausschuß und anderen von uns zusammen kamt, als du letzten Monat hier warst – daß du und ich und verschiedene andere Glieder des General-Konferenz-Komitees um den Tisch herum saßen. Ich sagte zu euch allen, während ich zugab, daß alles, was zu der Zeit über Dr. Kellogg gesprochen wurde, der Wahrheit entsprach,  daß ich keinen Anteil daran  hätte, ihn zu verfolgen, auch nicht irgendeinen Kampf gegen ihn zu führen, nicht einmal mit den Zeugnissen. Ich erzählte dir von der Erfahrung eines vorangegangenen  General-Konfe-renz-Komitees, in dem ich ein Mitglied war – daß  Zeugnisse dazu benutzt wurden, Bruder A.R. Henry zurechtzuweisen; daß das Komitee die Zeugnisse in einer Weise benutzt und ihm gegenüber solch eine Richtung eingeschlagen hatte, daß er verärgert war; und daß dann wiederum Zeugnisse benutzt wurden, das Komitee zurechtzuweisen, weil sie ihn so behandelten, und die Mitglieder des  Komitees wurden aufgefordert,  zu Bruder Henry hinzugehen und  ihren Fehler zu bekennen. „Soll A.R. Henry verloren gehen?“ – Und auf Grund dessen sagte ich dir, daß ich niemals auch nur im geringsten irgend ein Verhalten gegen Dr. Kellogg oder jemand anderen an den Tag legen würde, woraus eine Möglichkeit entstehen könnte, irgendein Zeugnis anzuwenden, das mich auffordert, zu ihm hinzugehen und ihm meinen Fehler, sogar mit den Zeugnissen in der Hand, einzugestehen, und das, auf Grund irgendeiner Sache, die ich getan hätte, an mich appelliert, „soll jener Mann verloren gehen?“ Dann sagte ich dir, daß, was auch immer Dr. Kelloggs Fehler sein mag, ich ihn niemals –  auch nicht mit anderen zusammen –  in irgendeiner anderen Weise behandeln würde,  als in der Weise, wie ich selber gerne behandelt  werden würde, wenn ich in der gleichen Situation stünde. All das sagte ich dir damals, und ich sage es dir jetzt!  Das war meine Einstellung damals, das war stets meine Einstellung, und das wird auch für alle Zeiten meine Einstellung sein, in bezug auf  Dr. Kellogg oder irgend jemand anderen in der Welt! Ich war zu der Zeit bereit, mich für dich einzusetzen, und mit dir zusammen für ihn dahingehend zu wirken, daß er erkennen würde, wo Fehler gemacht worden waren, und diese zu korrigieren. Am 18. desselben Monats, nämlich November 1902, im Raum der General-Konferenz in Battle Creek, wo Dr. Kellogg und eine Reihe anderer Brüder zugegen waren,  las ich, seitens des General-Konferenz-Komitees und auf deine Bitte hin, einige Zeugnisse vor in bezug auf das Königtum in dem medizinischen Werk  und Arten der Ausübung von Gewissenszwang,  hinsichtlich der geschriebenen Verträge für die Missions-Arbeiter im medizinischen Werk. Und selbst, während ich es vorlas, machte Dr. Kellogg eine Aussage und meinte: „Ich sehe es, ich erkenne es jetzt, ich habe es niemals zuvor gesehen, ich konnte es nicht sehen, wie es war; aber jetzt erkenne ich es, und  ich will es sofort beenden. Wir werden alle diese Verträge abschaffen!"  Bei der gleichen Versammlung nahm er andere Veränderungen vor und machte Zugeständnisse, so daß ich nur noch eine einzige Sache erwartete, nämlich, daß du ihm deine Hand entgegengestreckt und zu ihm gesagt hättest: „In Ordnung, Bruder, hier ist meine Hand. Laßt uns zusammen weitermachen; wir wollen  herausfinden, was sonst noch alles falsch sein könnte, und wir wollen es aus dem Wege räumen.

 

Doch, siehe, anstatt das oder irgend etwas  dieser Art zu tun, war ich überrascht und gedemütigt, und es tat mir weh, als du aufstandest und dich auf deine Hacken stelltest, und mit einem entschlossenen Ton sagtest: „Ich bin nicht zufrieden! Dr. Kellogg hat einen anmaßenden Wil- len, der muß gebrochen werden –  mit Gottes Hilfe!“    

 

Von jenem Augenblick an habe ich keinerlei Mitgefühl mehr für dich gehabt und konnte dich auch in jener Kampagne nicht länger unterstützen.  Das, was dort ausgesprochen wurde, der Ton, und die Art und Weise, wie es gesagt wurde, all das offenbarte nur allzu sehr, daß dort solch eine Atmosphäre von persönlicher Machtausübung, von  persönlichem  Triumph vorhanden war, und daß ein Mann über Menschen herrscht, so daß ich damit nichts zu tun haben wollte. Ich weiß, daß du seit der Zeit erklärt hast, daß du nur gemeint hattest, was immer gemeint ist, wenn gesagt wird, daß der Wille eines Menschen Gott übergeben werden sollte, usw. Was immer du meintest, die Worte, die oben beschrieben sind, sind die Worte, die du sagtest. Und gesprochen in  einem Ton und einer Art und Weise, in welcher du es ausdrücktest, ja, es öffentlich vor einer Gruppe von Menschen ausdrücktest, in einem Moment, wo die Lage gespannt war; die einzig mögliche Wirkung der Worte war mit Gewißheit genau die, wie die Worte es zum Ausdruck brachten. Gewiß wäre die Wirkung  oder zumindest die Gefahr der Wirkung solch einer Aussage schlimm genug, wenn sie einzig und allein  zu einem Menschen in vollkommen privater Atmosphäre gesprochen würden. Wieviel schlimmer ist es aber, wenn solche Worte an eine Person, öffentlich, in Gegenwart einer Gruppe von anderen Personen, mit dem Mann persönlich anwesend, gerichtet werden.  Bis auf diesen Tag fühle ich den Eindruck, den die Worte auf mich machten. Und ich weiß, daß, wenn unter solchen Umständen so etwas über mich gesagt worden wäre,  ich nicht die Sanftmut besäße, es in irgendeiner Weise auch nur so ruhig  hinzunehmen, wie es Dr. Kellogg in dem Moment tat. Mit Sicherheit, Bruder Daniells, wenn du nur so weit gedacht hättest wie du für das kleine ABC brauchst, dann hättest du gewußt, daß Gott niemals den Willen eines Menschen bricht, und daß er auch niemanden beauftragt,  den Willen irgendeines Menschen zu brechen, und du würdest jene Worte nicht ausgesprochen  haben, wie du es getan hast.

 

Als du an jenem Tag direkt von dem  Treffen zu der sich in vollem Gange befindlichen General-Konferenz-Versammlung gingst, die in dem nördlichen Raum der Kapelle war, schrieb ich folgendes auf das fünfzigste Blatt meines speziellen Buches:  –  


Auf dieser fünfzigsten Seite dieses Buches, an diesem 18. November 1902, nach der Zusammenkunft des General-Konferenz-Komitees, von 8°° Uhr morgens bis 13
15 Uhr mittags, muß ich sagen, daß es für mich unmöglich ist, irgendeine Grundlage für harmonische Zusammenarbeit zwischen der General-Konferenz und der medizinisch-missionarischen Vereinigung zu sehen, soweit es die Brüder Daniells und Prescott anbetrifft. Und wenn bei  der nächsten General-Konferenz keine Verwicklungen mehr vorgefunden werden,  dann wird es mit Sicherheit aus dem Grunde sein, weil Brüder Daniells und Prescott ihre verstandesmäßige Ansicht und ihre Geisteshaltung in bezug auf Dr. Kelloggs Bewilligungen und Zulassungen ändern.

 

Und als die nächste General-Konferenz kam, sogar ehe die Konferenz eigentlich eröffnet wurde, war die erste große Frage: Sollte man nicht als erste Sache in der Konferenz über die Angelegenheit  von Dr. Kellogg beraten, um das Ganze aus der Welt zu schaffen und dann die normalen Geschäfte der Konferenz wieder aufzunehmen? Bruder Prescott weiß,  daß ich zu dem Haus gerufen wurde, wo Schwester White sich befand, um ihn und W.C. White und sie dort zu treffen, um gerade über diese Frage zu beraten, –  auf jeden Fall wurde ich dorthin bestellt, und er wahrscheinlich auch; und das war das einzige, worauf es ankam. Und Bruder Prescott weiß, daß ich empfahl, die  Konferenz lieber mit  Dr. Kelloggs Sache  zu  beginnen, anstatt die Angelegenheit ganz und gar auszulassen, –  und wenn es zur Sprache kommen sollte, dann laßt es das allerletzte sein, und dann auch nur, weil es nicht wirklich vermieden werden kann. Die Konferenz wurde nicht zusammengerufen wegen solch einer Angelegenheit, sondern nur im Hinblick auf das Werk der dreifachen Engelsbotschaft in der Welt, und die Zeit sollte damit verbracht werden, die Hauptmerkmale dieser großen Aufgabe zu studieren.

 

Vielleicht kann Bruder Prescott sich erinnern, daß ich unter allen Anwesenden die einzige Person war, die solch einen Rat gab. Und als die Konferenz ganz formell eröffnet wurde, hegten gewisse Leute die Erwartung, daß die Angelegenheit  mit oder über Dr. Kellogg als Allerwichtigstes aufgegriffen  würde. Denn ich war Vorsitzender des General-Konferenz-Komitees; und entweder kurz vor oder während unseres allerersten Treffens bat mich Bruder Prescott, die Ernennung der Komitees hinauszuzögern; denn wenn wir fortfahren würden, gerade dann könnte ein ganz bestimmter Mann  – Dr. Kellogg –  in irgendeinen Ausschuß ge-wählt werden, und er müßte es ablehnen, was, ohne eine Erklärung abzugeben, nur persönlich aufgefaßt werden könnte. Wenn es aber  eine Verzögerung von einem Tag oder zwei Tagen geben würde, dann könnte die ganze Angelegenheit der Konferenz vorgelegt werden, und es bestünde dann keine Gefahr, daß irgend jemand Dr. Kellogg in irgendein Komitee wählen würde. Ich sagte ihm, daß das Komitee selbst darüber entscheiden müßte, ob es eine Verzögerung geben sollte, doch daß ich seine Bitte vortragen würde. So tat ich es auch, auf eine allgemeine Weise, ohne irgendwelche Besonderheiten. Das Komitee stimmte damit überein und verschob die Wahl für den Vorsitz. Aber die zu erwartende Sache gelangte nicht in die öffentliche Konferenz hinein. Und nach reichlicher, – oder vielmehr zu langer Verzögerung, rief ich das Komitee zusammen, und wir fuhren mit dem Geschäftlichen fort. Du wirst dich wohl daran erinnern, daß ich eines Tages in der Konferenz auf diese Tatsache Bezug nahm, als Bruder Knox, der neben dir saß, aufstand und vor dem gesamten Komitee dagegen protestierte, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Wie auch immer,  ich hatte nicht wissentlich das gesamte Komitee einbezogen, sondern hatte nur eine Tatsache erklärt. Das war alles, was ich darüber wußte; und wenn das ganze Komitee  hinein verwickelt war, dann konnte es nur aus dem Grunde sein, weil das ganze Komitee mehr über die Angelegenheit wußte, als ich es tat.

 

Bevor ich Kalifornien verließ  – oder vielmehr am Bahnhof, gerade als ich abreisen wollte – um die Arbeit im Sanatorium wieder aufzunehmen, erzählte ich W.C. White, daß ich weder als ein Anhänger von Dr. Kellogg noch als ein Gegner von dir und Bruder Prescott  hierhergekommen war. Der Grund meines Kommens bestand einzig und allein darin, den Medizin-Studenten und anderen Leuten hier Bibelunterricht zu geben. Dasselbe erzählte ich dir und den anderen in der Ratsversammlung in Washington, bevor ich im November 1903 hierher kam. Und das ist doch die Wahrheit, soweit es mich anbetrifft. Aber in dieser Sache scheint es so zu sein, daß – wer auch immer Dr. Kellogg nicht öffentlich und direkt bekämpft –  als Anhänger von ihm und  Gegner von dir angesehen wird, und dazwischen gibt es keinen Raum! Doch ich weiß, wenn ich heute auf Grund vollkommener Meinungsverschiedenheit mit Dr. Kellogg das Sanatorium verließe, dann würde immer noch Raum für mich vorhanden sein, größer als die Welt, worin ich stehen kann, ohne mit dir in der Kampagne gegen ihn vorzugehen, und ohne die Richtung gutzuheißen, die du seit 1902 verfolgt hast. Und dieser Raum wäre vorhanden, einfach auf Grund der einfachen Prinzipien des kleinen ABC’s des Evangeliums, das ich niemals aufgeben kann und deshalb auch niemals aufgeben will.

 

 

Drittens, die Zeugnisse:  –

 

Ich weiß, daß du und andere Leute mit dir, viel aus „Treue gegenüber den Zeugnissen“ macht; und ihr seid nicht langsam, wenn es darum geht, den Eindruck zu vermitteln, daß jeder, der nicht öffentlich deiner Richtung bei der Anwendung einiger Zeugnisse zustimmt, nicht wirklich treu zu den Zeugnissen steht, ja,  nicht einmal an die Zeugnisse überhaupt glaubt, usw. usw. Doch das  alles ist überhaupt kein Beweis dafür, ob irgend jemand  den Zeugnissen gegenüber treu oder nicht treu ist. Außerdem, Tatsachen, von denen ich persönlich weiß, belegen, daß die Treue gegenüber den Zeugnissen, die gerade jetzt so deutlich sichtbar wurde, eine sehr unsichere Sache ist. Es ist bloß „Treue gegenüber manchen Zeugnissen“ – von denen man für ein bestimmtes Vorhaben besonderen Gebrauch machen kann.

 

Zum Beispiel: Während der Ratsversammlung der General-Konferenz in Washington im Oktober 1903, wurde ein Zeugnis bekanntgegeben, das die Schulden des Battle Creek College betrifft, und es ging um den Ländereien-Fond, um die Schulden zu bezahlen. Das Zeugnis hatte folgenden Inhalt: „Wie erfreulich wäre es für Gott, wenn alle unsere Leute – angeleitet und ermutigt durch das General-Konferenz-Komitee – ihren Beitrag leisten würden bei der Abzahlung der Verpflichtungen für das alte Battle Creek College!“

 

„Die Gläubiger des Battle Creek College müssen bezahlt werden. Die Beamten der General-Konferenz sollten bei dieser Aufgabe behilflich sein.“

 

Von meiner Stellung her wußte ich nur allzu gut, daß die General-Konferenz die Leute in jener Sache überhaupt nicht anleitete und auch nicht ermutigte.  In der Tat, ihre Anleitung und Ermutigung war eher gegen die Sache gerichtet als dafür. Ich weiß auch persönlich, daß die General-Konferenz-Beamten bei diesem Werk in keiner Weise behilflich waren. Tatsächlich waren sie überhaupt nicht bereit, das Zeugnis auch nur im Review abzudrucken. Auf besonderen Wunsch, wenn nicht gar durch Überredungskunst, versprachen sie im Review vom 29. Oktober, es in der darauffolgenden Woche zu veröffentlichen. Jedoch in Wirklichkeit veröffentlichten sie es erst fünf Wochen später, und zwar am 3. Dezember; und das auch nur mit Veränderungen, indem sie durchblicken ließen, daß es entweder nach Kalifornien geschickt worden war, wegen dieser Veränderungen, und wieder zurück, oder hatten sie sonst  eine andere Abschrift  aus Kalifornien erhalten, die anstatt derjenigen veröffentlicht werden sollte, die sie laut Versprechen vom 29. Oktober in der darauffolgenden Woche veröffentlichen wollten. Manches oder alles in dieser Angelegenheit zeigt, daß Treue gegenüber den Zeugnissen  von Seiten der General-Konferenz-Beamten überhaupt nicht zu bemerken war.

 

Noch einmal: In Berrien Springs im Mai 1904, wurde dir ein schriftliches Zeugnis überreicht, das an dich persönlich gerichtet war: „Liebe Brüder Daniells und Prescott“.......

Der Inhalt lautete wie folgt:  –

 

„Letzte Nacht sah ich eine Hand, die ausgestreckt war, um seine (Dr. Kellogg’s) Hand  zu ergreifen, und die Worte wurden gesprochen: ‚Er wird mich erhalten bei meiner Kraft und wird mir Frieden schaffen, Frieden wird er mir dennoch schaffen. (Jesaja 27,5). Satan strebt danach, den Sieg zu erringen. ICH  will Dr. Kellogg helfen, in eine günstigere Lage zu kommen, und jeder Mensch, der MICH liebt, muß mit mir zusammenarbeiten, so wie er MICH tun sieht, so muß er es auch tun‘.“  

 

Jenes Zeugnis erhieltest du am Freitag. Doch bis zum folgenden Montag wußte Dr. Kellogg noch nichts davon – wenigstens was dich anbetraf – und er war die meiste Zeit dort anwesend. Und als ich am Montag morgen während der morgendlichen Versammlung das Zeugnis öffentlich vorlas, sagtest du mir, daß du es am Freitag erhalten hattest, aber nicht wußtest, was du damit tun solltest. Man sollte meinen, daß Treue gegenüber den Zeugnissen dir deutlich zu verstehen gegeben hätte, was zu tun ist, ob du es nun wußtest, was du damit tun solltest oder nicht. Des Weiteren sollte man annehmen, daß Treue gegenüber den Zeugnissen dich veranlaßt hätte, geradewegs zu Dr. Kellogg zu gehen und ihm deine Hand zu reichen, so wie es dir durch die Zeugnisse geraten wurde. Doch in diesem Fall hast du es nicht getan! Und als ich dich letzten Monat in Battle Creek fragte, ob du es jemals getan hättest, konntest du nichts anderes sagen als „Nein“. Bedeutet das etwa Treue gegenüber den Zeugnissen, oder ist es nur Treue gegenüber einigen Zeugnissen?

 

Noch einmal: Schwester White sagt, daß ihr während der Zeit der General-Konferenz in Takoma Park, Washington, im Jahre 1905, nachts in einem Gesicht gezeigt wurde, welche Not im Süden besteht, und daß den Brüdern  Butler und Haskell  sofort 5.000 Dollar gegeben werden müßten, um die Not zu lindern. Dies war so deutlich und so dringend, daß sie am nächsten Morgen zu Bruder Haskell sagte: „Vertraue in Gott! Du wirst 5.000 Dollar von dieser Versammlung mit in den Süden nehmen.“ Dann geht das Zeugnis weiter. Aber Willi sagte, Bruder Daniells sei über die Zustände in Battle Creek sehr entsetzt gewesen, und das Geld könnte nicht gerade in diesem Augenblick  weggeschickt werden. Ich sagte nichts mehr darüber. Dieses Zeugnis hast du dort in Washington.

 

Nun, hat sie in jener Nacht gesehen, so wie sie behauptet, es gesehen zu haben, welche Not im Süden besteht, und daß so dringend 5.000 Dollar gerade von jener Versammlung  dafür bereitgestellt werden sollten? Wenn sie das gesehen hat, wieviel Treue gegenüber den Zeugnissen besaß dann Willi, wenn er doch alles so wirkungsvoll beiseite setzte, daß ganze zwei Monate lang in dieser Richtung überhaupt nichts getan wurde; und als dann nach vollen zwei Monaten etwas getan wurde, war es nur aus dem Grund, weil Zeugnisse in den Süden sowie nach Washington gesandt wurden, die keine Verzögerung mehr gestatteten. Und in einem davon heißt es:

 

„Diese Angelegenheit ist mir dreimal vorgeführt worden, und ich wurde angewiesen, daß dem Ältesten Haskell 5.000 Dollar  überreicht werden sollten, bevor er den Konferenz-Ort verläßt.“

 

Das ist die genaue Anweisung, die sie nach ihrer Aussage an dem Platz der Konferenz während der Versammlung hatte. Wenigstens gab sie die Anweisungen an Bruder Haskell und an Willi weiter; doch Willi schob es prompt und einfach auf die Seite. Kam nun diese Anweisung vom Herrn  oder nicht? Wenn sie vom Herrn kam, wie sehr hat sich Willi darum gekümmert? In Anerkennung der Tatsache, was er über die Zustände in Battle Creek gesagt hatte, ist es nicht möglich, daß der Herr darüber Bescheid wußte, und zwar genauso sehr darüber Bescheid wußte wie Willi? Oder stimmt es, daß Willi der höchste und oberste Urheber der Erkenntnis und Einsicht im Werk des Herrn ist, daß er sich selbst sogar über die göttliche  Anweisung stellt und sich völlig dagegen richtet? Oder glaubte Willi, daß ein kleines Teilchen der Anweisungen vom Herrn kam? Wenn die Anweisungen vom Herrn kamen, wieviel Treue gegenüber den Zeugnissen war bei Willi zu finden, als er sie beiseite schob? Wenn sie vom Herrn kamen, und er trotzdem  nicht glaubte, daß sie göttlichen Ursprung hatten, wieviel Treue gegenüber den Zeugnissen war dann in seiner Handlung? Oder soll gesagt werden, daß die Anweisungen nicht von Gott kamen, und daß es kein Zeugnis war, bevor es nicht in schriftlicher Form am 19.- 20. Juli  herauskam, ganze zwei Monate danach? Wenn es aber vom Herrn kam, als es zwei Monate später in schriftlicher Form herauskam, war es dann nicht genauso vom Herrn, als es zu jener Zeit zu Willi gesprochen wurde? Und auf jeden Fall, wo in Willi’s Handlungsweise in dieser Angelegenheit erscheint irgendein schwaches Anzeichen irgendeiner wirklichen Treue gegenüber den Zeugnissen? Übrigens, Bruder, warum hast du nicht jene zwei Zeugnisse vom 19. und 20. Juli 1905 in vollem Umfang und ungekürzt im Review and Herald oder in einigen Heften der Serie A, B oder Z drucken lassen? Vielleicht ein Sonderheft? Denn wenn all die Leute jene Zeugnisse hätten, genauso wie sie sind,  das würde das Werk im Süden sehr gut fördern; warum dann nicht drucken?

 

Nun bitte, Bruder Daniells, in der vorhergehenden Sache will ich dich nicht in Willi’s Verhaltensweise mit einbeziehen. Ich bin vollkommen bereit, zu glauben, daß er nicht zuließ, daß die Nachricht dich erreichte, was die 5.000 Dollar anbetrifft, die Bruder Haskell von jener General-Konferenz mitnehmen sollte. Was ich damit sagen will, ist folgendes: Das war die Richtung, die Willi einschlug. Die Zeugnisse sagen es so. Nun, seitdem er solche Dinge wie jene tun kann, und du zur gleichen Zeit mit ihm in einem herzlichen und  kameradschaftlichen Verhältnis stehst, so als stündest du treu zu den  Zeugnissen, wie kommt es, daß du nicht genauso herzliche Gemeinschaft haben kannst mit Menschen, die weit mehr Respekt für die Zeugnisse aufbringen als in jenem Fall, die aber möglicherweise nicht annähernd so lautstark bei anderen Leuten Treue gegenüber den Zeugnissen geltend machen?

 

Noch einmal: Bei deinem letzten Besuch in Battle Creek, nachdem du für etwa zwei Wochen oder mehr der Battle-Creek-Gemeinde eindringlich nahelegtest, treu zu den Zeugnissen zu stehen, fand die jährliche Sammlung in der Gemeinde statt, zwei Wochen früher als es sonst der Fall ist. Im weiteren Verlauf wurden Zeugnisse gelesen, die sich vollkommen auf die Sache vor der Versammlung bezogen und darauf anzuwenden waren, und sie waren deutlich gegen das, was durchgeführt wurde, gerichtet. Doch diese Zeugnisse wurden vorsätzlich (mit Absicht) hinweg erklärt, mit einer liberalen Einstellung oder etwas dergleichen, und du selber beteiligtest dich daran, eine einleuchtende Erklärung dafür zu finden. Nach alledem, was du zwei oder mehr als zwei Wochen lang in bezug auf  die Treue zu den Zeugnissen gesagt und getan hattest, war dies eher ein Wegfegen, doch hinsichtlich der vielen Tatsachen dieser Angelegenheit, war es in Wirklichkeit ein sehr plötzlicher Abfall.

 

Und im Hinblick auf all diese Tatsachen, und viele andere der gleichen Art, bist du eigentlich scheinbar verblüfft, daß ich mich an deiner Kampagne mit den Zeugnissen nicht beteiligt habe und  für dich Partei ergriff,  als es um die Art der Treue gegenüber den Zeugnissen ging. Nun, Bruder, ich habe niemals die Zeugnisse auf jene Weise benutzt; ich kann und  werde sie niemals auf solch eine Art und Weise benutzen; auch will ich diejenigen nicht unterstützen, die sie auf jene Weise anwenden.  Die lange, offene Reihe von Tatsachen in der Sache zeigt mir so deutlich, daß diese offensichtliche Treue gegenüber den Zeugnissen nur Kampagne-Zwecken dient, woran ich mich einfach  nicht beteiligen will. Ich kann es mir leisten, der Ketzerei und anderer Dinge, die man sich jetzt so leichtfertig erzählt, verdächtigt zu werden; doch ich werde mich nicht für eine falsche Sache hergeben, und ich werde auch nicht etwas Unaufrichtiges vortäuschen!

 

Du sprichst von einer Zeit, als ich einen festen Stand einnahm, was die Zeugnisse anbetrifft, und ich benutzte sie mit großer Kraft, um Menschen und Grundsätze mit der Zeit zu verändern. Ja, das ist so; doch dabei, das weiß jeder, war ich niemals voreingenommen oder hatte eine Schwäche dafür; alle wissen, daß ich niemals einige der Zeugnisse mit der Hammer-Methode benutzte, während ich andere genauso deutlich und entschlossen völlig ignoriert oder hinweg erklärt hätte. Die Brüder und die anderen Leute  wissen gut, daß, wann immer ich für eine Sache eintrat, und irgend jemand  ein Zeugnis im entgegengesetzten Sinne vorbrachte, ich nicht versuchte, es hinweg zu erklären, sondern  sofort aufhörte  und meine Richtung änderte, um damit in Übereinstimmung zu kommen. Und das tat ich auf Grund meiner Treue gegenüber den Zeugnissen.

 

In der Anfangs-Ansprache in der Kapelle wurden zusätzliche  Bemerkungen  und Erläuterungen eingestreut, als die oben erwähnte Sache vorgelesen wurde. Wenn es gedruckt wird, scheint es das beste zu sein, das Schreiben ungebrochen (ganz) zu drucken, und dann  an dieser Stelle die zusätzlichen Bemerkungen und Erläuterungen einzufügen.

 

Im Jahre 1901 wurde eine zentralisierte Machtposition  von der  General-Konferenz  ab-gewendet; eine Ein-Mann- oder eine Zwei-Männer-, Drei-Männer-, Vier-Männer- oder  Mehrere-Männer-Macht, eine Königsherrschaft, eine Monarchie sollte es nicht geben; wenn auch die Anweisung so lautete, ist doch das Prinzip falsch. Es reicht nicht aus, zu sagen, daß sich die Umstände in den Jahren 1902 – 1903 verändert hatten. Denn wie auch immer die Umstände sich verändern mögen, die Prinzipien ändern sich niemals.

 

Ich erklärte, daß das gegenwärtige System in der Angelegenheit der General-Konferenz eine vollkommen bürokratische Regierungsform darstellt. Nicht jede Abteilung wird als Geschäftsstelle bezeichnet; doch das ist es, was in Wirklichkeit jede Abteilung ist, wie auch immer sie genannt werden mag. Und die Titulierung „Büro für religiöse Freiheit“ ist bezeichnend für das Ganze.

 

Ich erklärte, daß der Ausdruck „Büro für religiöse Freiheit“ von der Form her im Widerspruch steht zu jedem Prinzip, das der Wahrheit entspricht. Es gibt viele Worte in unserer Sprache, die das Ergebnis und der Ausdruck gleichbleibender menschlicher Erfahrungen durch Jahrhunderte hindurch sind.

 

Die Folge menschlicher Erfahrungen durch Jahrhunderte hindurch ist in gewissen Dingen so unveränderlich gewesen, daß es aus einem Wort hervorgeht, und jenes  Wort, wenn es benutzt  wird, drückt  es so wahrhaftig aus,  daß damit eine ganz bestimmte Art von Dingen beschrieben wird. Und wenn jenes Wort angenommen wird, dann haben wir mit Sicherheit die Situation und die Verhältnisse, die das Wort zum Ausdruck bringt. Bürokratie – Regierungsform  durch Büros (Ämter) – ist eines dieser Wortformulierungen: und die genaue Bezeichnung, die ja nur die Ausdrucksform jahrhundertelanger Erfahrung ist, lautet wie folgt: –

 

Bürokratie: Regierungsform durch Büros (Ämter): besondere, übermäßige Vermehrung von Verwaltungsbüros... und  Machtkonzentration in  Verwaltungsbüros. Das Prinzip der Bürokratie ist auf amtliche Einmischung in viele der eigentlich  privaten Angelegenheiten des Lebens ausgerichtet, und führt durch genau festgelegte Unterteilungen der Ämter, durch starre Förmlichkeit und Standesdünkel zu unwirksamer, lästiger und aufgezwungener  Pflichterfüllung.“ –  Jahrhundert-Lexikon.

 

„Eine Bürokratie ist, mit sicherer Annahme, eher davon überzeugt, daß ihre Pflicht darin besteht, lieber ihre offizielle Macht zu steigern, ihre Dienstsachen oder Amtspersonen zu vermehren, als die Kräfte und Energien der Menschheit freizulassen.“ –  Standard-Lexikon.

 

„Republikanische Gesinnung (Prinzipien) und Bürokratie sind unvereinbare (nicht zusammenpassende) Lebensweisen.“ –  Jahrhundert-Lexikon.

 

All das bringt zum Ausdruck, was durch  jahrhundertelange gleichbleibende Erfahrung für das Wort „Bürokratie“ kennzeichnend ist. All das ist es, worin sie besteht, und was sie tut.  Und wenn Bürokratie und republikanische Gesinnung (Prinzipien) unvereinbare Lebensweisen sind, um wieviel mehr sind Bürokratie und Christentum unvereinbare (nicht zusammenpassende) Lebensformen! Deshalb ist ein Büro für religiöse Freiheit eine offensichtlich unmögliche Sache! In der Tat, in einem Büro oder in einer Bürokratie ist unmöglich wahre Freiheit zu finden, und wie ich in dem Brief schrieb, ist dies auch der Grund dafür, daß das einfache, klare Predigen des einfachen Evangeliums, wie es in der Bibel steht, als Untreue gegenüber der General-Konferenz und als Untreue gegenüber dem organisierten Werk usw. angesehen wird.  Evangelium und Bürokratie, Christentum und Bürokratie, sind unvereinbare Lebensweisen. Ich wußte dies seit der Zeit der Oakland-Konferenz im Jahre 1903. Zu der Zeit erkannte ich, was zumindest einige der Folgen der dort unternommenen  Schritte sein würden, und darüber sprach ich zu der Zeit. Und als die Konferenz letztendlich jene Schritte unternahm, wußte ich, daß dadurch mein Predigen unter der Schirmherrschaft der General-Konferenz  beendet sein würde, die Wahrheit, die ich all die Jahre hindurch verkündigt habe.

 

Bevor derartige Schritte in jener Konferenz unternommen wurden,  sogar drei Monate, bevor die Versammlung stattfand, hatte ich mich entschlossen, zum Sanatorium zu gehen und zu unterrichten. Und als jene Schritte in und von der Konferenz unternommen wurden, war ich froh, daß es auf diese Weise einen Platz gab, wo ich in relativer Zurückgezogenheit unterrichten und die gleichen Wahrheiten predigen konnte, die ich all diese Jahre hindurch gepredigt und gelehrt habe, ohne  mich auf irgendeine Weise bei einer Konferenz oder General-Konferenz-Geschäftsführung oder Leitung einzumischen  oder lästig zu sein. Ich neige nicht dazu, mich bei irgendeiner Konferenz oder General-Konferenz-Geschäftsführung und  Verwaltung einzumischen oder sie zu behindern. Ich habe nichts gegen die General-Konferenz, oder irgendeine Konferenz, oder irgendwelche  Personen einzuwenden, wenn sie eine Bürokratie  haben oder was sonst auch immer sie wählen mögen.  Ich lehne es nur für mich selber ab. Ich lehne es ebenso ab, wenn man  von mir verlangt, so etwas zu haben. Ich plane nicht, irgend jemandem das wegzunehmen, was er gerne  haben möchte; auch habe ich keinerlei Neigung, etwas niederzureißen. Meine Aufgabe besteht darin, Christentum und Christen, und Christentum in den Christen in der Welt aufzubauen, und was auch immer nicht christlich ist, wird von selber zusammenbrechen.

 

Es gibt eine andere Sache, welche die Wahrheit veranschaulicht, wovon ich sprach in bezug auf das, was ich immer gelehrt habe, die nun nicht mehr annehmbar ist für die General-Konfe-renz-Leitung, und die gleichzeitig eine Frage beantwortet, die vielen Leuten durch den Kopf geht. Ich habe aus vielen Teilen des Landes Briefe erhalten von Menschen, die mich fragen, warum sie nicht mehr irgendwelche Sachen von mir im Review and Herald  lesen können. Ich will dir und allen anderen jetzt sagen, warum dies so ist: Es kommt nur daher, weil der Review and Herald  nichts mehr von mir drucken will. Und das ist für mich Grund genug, warum die Leute in dem Blatt nichts mehr von mir lesen können.

 

Als ich vor einem Jahr nach Washington ging, ging ich mit gutem Herzen, um dort in dem Werk für religiöse Freiheit behilflich zu sein. Und ich half tatsächlich mit gutem Herzen. Und    trotzdem, die Leute wissen alle, daß nicht ein Buchstabe von dem, was ich dort gepredigt habe, jemals in irgendeiner von Washington herausgegebenen Veröffentlichung der Siebenten-Tags-Adventisten, gedruckt worden ist. Und die Wahrheit über die religiöse Freiheit, die ich dort verkündigt habe, war die gleiche, die ich all diese Jahre hindurch  gepredigt habe; nur intensiviert durch Studium und durch die Erfüllung der Prophetie in der Entwicklung der Sache, die wir all diese Jahre erwartet haben.

 

Danach sandte ich einiges von dem, was ich in Washington zu jener Zeit gepredigt hatte, an den Southern Watchman (Südlicher Wächter). Der Watchman veröffentlichte es; und sowohl die Herausgeber als auch die Leser sagten, daß es das Beste gewesen sei, das ich überhaupt zu dem Thema  vorgebracht hätte. Eine Predigt, die ich zu jener Zeit in Washington hielt, war so deutlich, so geradeheraus und so klar zu dem Thema, daß Bruder Colcord, Bruder George B. Thompson und Bruder Kit Russell, die es alle drei hörten, darum baten, daß ich es voll ausschreiben sollte für den Review and Herald, so daß alle unsere Leute es besitzen könnten. Ich hatte ja zuvor einige Erfahrungen gehabt, so sagte ich zu ihnen: Ich kann es aufschreiben, Brüder; jedoch es in den Review hinein zu bekommen, das ist eine andere Sache! Natürlich konnten sie es nicht wissen, und baten mich trotzdem, daß ich es niederschreiben sollte, so daß es im Review veröffentlicht werden könnte. In Übereinstimmung damit schrieb ich es auf. Bruder Colcord, glaube ich, legte es vor. Es kam so weit, daß es gesetzt wurde, und danach, Mitte des letzten Sommers, wurde es an mich zurückgeschickt, ohne daß irgendwelche der Leute jemals eine Chance hatten, es zu bekommen. Als es an mich zurückgeschickt wurde, gaben sie als Grund, es nicht gedruckt zu haben, an, daß sie so viel zu tun gehabt hätten mit Sondersachen der General-Konferenz, und die spezielle Angelegenheit, die es in Gang setzte, läge doch  nun so weit zurück in der Vergangenheit. Doch die Tatsache ist, daß die Sache etwa einen Monat vor Beginn der General-Konferenz eingereicht wurde; und die Wahrheit ist, daß das Thema, das durch jene Predigt zum Ausdruck kam, niemals und zu keinem Ausmaß oder in keinem Sinne, der Vergangenheit angehören wird, nicht einmal, bis die Gnadenzeit selber der Vergangenheit angehört.

 

Heutzutage ist die Angelegenheit, die durch jene Predigt in Gang gesetzt wurde, sogar dringender, als an dem Tag, wo die Predigt gehalten wurde. Auf die eine oder andere Weise ist die Sache überall im ganzen Land vor Augen geführt worden. Doch auf eine ganz besondere Weise ist sie so vorwärts getrieben worden, und mit solchen Worten, daß, wäre diese Predigt im Review and Herald vor einem Jahr – als sie vorgelegt wurde –  veröffentlicht worden, unsere Leute überall viel besser vorbereitet sein würden, als sie es sind, um dem entgegenzutreten, was dem Volk gerade in unserem Beisein mehr und mehr aufgedrängt wird. Ich habe noch das Manuskript. Es sollte wirklich veröffentlicht werden, so daß all unsere Leute es besitzen könnten. Ich muß es wahrscheinlich selber veröffentlichen! Doch in dem Fall  könnte ich beschuldigt werden, „ein neues Werk zu beginnen“, oder „Spaltungen zu verursachen“ usw. Aber wie lange soll es noch als richtig angesehen werden, die Leute ohne Material gehen zu lassen, das sie doch dringend brauchen und das sie gerade jetzt  haben sollten, Material, worin die Angelegenheit der dreifachen Engelsbotschaft gerade jetzt zum Ausdruck gebracht wird. Wie lange soll es so gehen, daß die Gemeinde es nicht in ihrem Blatt  drucken will? Wieviel länger sollen diese Sachen so weitergehen, bevor es für richtig angesehen wird, den  Leuten zu geben, was sie so dringend benötigen, und was die Angelegenheit der dreifachen Engelsbotschaft selber so notwendig braucht, selbst wenn ich es selber drucken muß?

 

Ich sagte, daß es eine beachtliche Erfahrung war, die mich veranlaßte, zu erwidern, daß ich es aufschreiben könnte – als die Brüder mich baten, jene Predigt für den Review aufzuschreiben, –  es jedoch im Review zu veröffentlichen, das sei eine andere Sache. Jene Erfahrung war folgende: Im Sommer 1903 war ich regulär ein Mitglied der Unterrichtsversammlung, die im Juni im College View abgehalten wurde. Nach dem Programm sollte ich über christliche Erziehung sprechen. Am Sabbat hielt ich die Predigt. Der Herausgeber des Review sagte, daß er sie drucken würde. So stellte  ich die Abhandlung fertig und schickte sie etwa am 1. Juli 1903 dorthin. Jetzt befindet sie sich dort, falls sie nicht vernichtet worden ist. Mir wurde erzählt, daß jene Angelegenheit auch so weit gelangte, daß der Schriftsatz fertiggestellt wurde. Aber ich weiß, daß es niemals gedruckt worden ist. Diese Tatsachen zeigen, warum es so ist, daß während der vergangenen drei Jahre nichts von mir im Review and Herald zu lesen war. Denjenigen, die eine Gelegenheit  hatten,  die „Zeichen der Zeit “ oder den „Southern Watchman“ zu  lesen, war es möglich, ziemlich viel von mir darin vorzufinden.

 

Wie auch immer, bitte denkt daran, daß ich in keinerlei Weise irgendwelche Vorwürfe gegen den Review and Herald oder seinen Herausgeber richte. Jeder Herausgeber hat stets das unbestreitbare Recht, irgend etwas wegzulassen.  Ich lege diese  Sachen dar als eine Veran-schaulichung der Wahrheit,  denn eben diese Wahrheiten, die ich all die Jahre hindurch gelehrt habe, (und die für die Leute und für unsere Botschaft lebensnotwendige Wahrheiten sind, hinsichtlich der jetzigen Themen dieser Botschaft), werden von der General-Konferenz-Leitung nicht angenommen. Und zweitens berichte ich  diese Sachen, damit die vielen, nach Antwort suchenden Leute wahrhaftig und genau erfahren können, warum sie nichts mehr in dem Review and Herald  von mir finden.

 

C.L. Taylor: „Bruder Jones, kann ich kurz etwas sagen:  Ich erhielt einen Brief von einem unserer leitenden Redakteure, in dem er erklärt, daß er die Anordnung erhalten hatte, nichts von dir und einigen anderen, deren Namen aufgeführt waren, zu veröffentlichen.“

 

Stimme: „Lauter! Wir haben das nicht verstanden!“

 

C.L. Taylor: „Ich sage, daß ich einen Brief erhielt von einem unserer leitenden Redakteure, in dem er erklärt, daß er Anweisungen erhalten hatte, keine Artikel zu veröffentlichen, die von    Dr. Paulson, Dr. Kellogg oder A.T. Jones kommen.“

 

A.T. Jones: „Möglicherweise gelten diese Anordnungen jetzt für alle Gemeinde-Blätter.“

 

Jetzt genauso wie im Jahre 1901. „Die Konferenzen gehen alle nach dem gleichen Muster vor“. Hier ist ein Beispiel, das eigentlich erst kürzlich passierte: Ein gewisses Individuum in jeder Hinsicht. Er besitzt sein privates besonderes Geschäft, vollkommen rechtmäßig und ehrenhaft, das er vollkommen durch seine eigenen Anstrengungen aufgebaut hat. Und trotzdem hat der Präsident der Konferenz, in welcher er Mitglied ist, dem Bruder zu verstehen gegeben, daß, wenn er nicht sofort aufhört mit dem Geschäft, dort, wo es sich befindet, und es aufgibt, die Gemeinde ihn nicht länger unterstützen wird. Jedoch in absolut keinerlei Weise unterstützt die Gemeinde ihn! Einige vereinzelte Siebenten-Tags-Adventisten waren Kunden in seinem  Geschäft. Es mag noch manche geben, die immer noch Kunden sind. Das ist jedoch nahezu alles, was die sogenannte Unterstützung seitens der Gemeinde anbetrifft. Deshalb, der Kernpunkt  dieser Verhaltensweise ist, daß der Konferenz-Präsident beabsichtigt, jene Privatperson in seinem privaten Geschäft zu beherrschen oder ihn sonstwie durch die Gemeinde zu boykottieren. Und wenn die Führung der Gemeinde jenen Punkt erreicht hat, dann ist es höchste Zeit, daß sich jemand zugunsten der allgemeinen Freiheit, wie auch zugunsten der religiösen Freiheit des Einzelnen äußert. Und das ist der Grund dafür, daß ich heute abend öffentlich spreche. Ich bin es diesem Bruder und jedem anderen Siebenten-Tags-Adventisten in der Welt schuldig, mich für sein Recht einzusetzen, sein Recht auf persönliche Freiheit, und daß er sein eigenes privates und ehrenwertes Geschäft auf seine eigene Weise betreiben kann, wie immer es ihm gefällt, ohne irgendeine Empfehlung seitens der Konferenz oder der General-Konferenz oder irgend etwas anderem unter dem Himmel.

 

Die Sabbat-Schul-Lektion für den 17. März 1906, zeigt D‘Aubigne’s  hervorragende Erklärung des lebenswichtigen Grundsatzes von dem Protest der Stadt  Speyer wie folgt auf:

 

„Dieser Protest  bekämpft zwei Übelstände der Menschen in Glaubensangelegenheiten: der erste ist das Einmischen durch den zivilen Richter; und der zweite ist die eigenmächtige Befehlsgewalt der Kirche. Statt dieser Übelstände setzt der Protestantismus die Macht des Gewissens über den Richter, und die Autorität des Wortes Gottes über die sichtbare Kirche.“

 

Diese Gemeinde hat während der letzten fünfzehn oder mehr Jahre äußerst korrekt und vortrefflich eine Menge Zeit damit verbracht, die Einmischung durch den zivilen Richter auf dem Gebiet der Religion zu bekämpfen. Es ist höchste Zeit, daß wenigstens von dieser Gemeinde irgend jemand Protestant genug sein sollte, Einspruch gegen die eigenmächtige Amtsgewalt der Gemeinde zu erheben. Denn bitte denkt daran, daß die eigenmächtige Befehlsgewalt der Kirche stets nur die eigenmächtige Befehlsgewalt einiger weniger Leute gewesen ist, an Stelle der Machtbefugnis der gesamten Kirche. Und wenn einige der Dinge, die heutzutage im Namen dieser Gemeinde getan werden, nicht die Ausübung eigenmächtiger Befehlsgewalt ist, dann sollte beides, das Lexikon und die Geschichte mit Recht überprüft werden!

 

Mehr als zwanzig Jahre lang habe ich die gleichen Wahrheiten gepredigt, wie ich sie auch heute predige. Überall in den Vereinigten Staaten und Europa und Kanada habe ich sie verkündigt. Und überall wurden sie von der Gemeinde als die Wahrheit angenommen und veröffentlicht. Und wenn ich  doch in keinem einzigen Punkt der Prinzipien oder der Wahrheit etwas verändert habe, und  jetzt doch nicht diese selben Sachen verkündigen kann, ohne als „untreu gegenüber der General-Konferenz“ und als „untreu gegenüber dem organisierten Werk“ bezeichnet zu werden, ist es dann nicht vollkommen klar, daß die Veränderung irgendwo anders als in mir oder meiner Predigt stattgefunden hat?

 

Aber ich bin nicht der einzige. Es gibt andere Männer, die genauso gute Christen und genauso aufrichtige Siebenten-Tags-Adventisten sind, wie sie ihres Wissens nach sein müssen, Männer, die Gott ganz einfach in die Arbeit berufen hat, welche sie verrichten, die jedoch ausgestoßen wurden, und sie können heute innerhalb des organisierten Werkes oder unter der Leitung der General-Konferenz, nicht das Werk tun, zu dem Gott sie beauftragt hat. Als einige dieser ganz bestimmten Männer gezwungen waren, zu gehen, was in meiner Gegenwart geschah, protestierte ich öffentlich und stellte diese Frage: „Wenn Männer gerade solche aufrichtigen Siebenten-Tags-Adventisten sind, wie man nur sein kann, und doch können sie in der Gemeinde nicht  das Werk tun, das Gott ihnen zu tun gegeben hat, und müssen es außerhalb des organisierten Werkes tun, ist es dann nicht deutlich genug, daß da mit der Leitung und dem sogenannten organisierten Werk etwas nicht in Ordnung ist? Und gibt es nicht genug, was falsch ist, um etwas Studium und Untersuchung zu rechtfertigen, wenn es darum geht, daß Männer, die von Gott zu dem Werk berufen wurden, es nicht innerhalb der Gemeinde tun können, sondern gezwungen sind, es außerhalb der Reihen dessen zu tun, welches als das „Werk Gottes“ in der Welt dasteht?“  Ich stelle jetzt diese Frage. Und wenn die Dinge auf diese Weise weitergehen müssen, solange, bis alle, die von Gott zu dem Werk, das sie tun, gezwungen sein werden, es außerhalb des organisierten Werkes zu tun, wieviel von dem wirklich lebenswichtigen Werk Gottes wird dann noch innerhalb des organisierten Werkes zu finden sein?

 

Ist es möglich, daß irgend jemand von mir erwartet, daß ich all diese Prinzipien aufgebe und all mein Lehren und Unterrichten verändere oder abschwäche, nur um der General-Konferenz und dem organisierten Werk gegenüber treu zu sein? Wenn das so ist, dann könnten all solche Erwartungen genauso gut  auf der Stelle und für alle Zeiten aufgegeben werden. Denn ich werde es ganz einfach niemals tun! Jene Prinzipien und Wahrheiten werde ich für immer und ewig glauben und festhalten, und ich werde sie bis in alle Ewigkeit verkündigen; denn es sind die Prinzipien und die Wahrheiten der Heiligen Schrift. Und ich werde mich niemals irgend einer Person oder irgend einer Sache verschreiben, ausgenommen Gott, in Christus, durch den Heiligen Geist anhand der Bibel.

 

Ich werde niemals glauben, daß die Gemeinde ein sichtbares Haupt haben muß. Ich werde mich niemals irgend einem System von Dingen anpassen, das der Gemeinde die Möglichkeit gibt, irgend etwas zu haben, das mit einem sichtbaren Haupt in Einklang steht.

 

Ausgenommen sind nur jene bekenntlichen  protestantischen Kirchen, die eigentlich mit dem Staat verbunden sind, und auf diese Weise das Haupt des Staates als das sichtbare Haupt ihrer Kirche haben; nur mit Ausnahme dieser, ist es  heute die reine, jedoch erschreckende  Wahrheit, daß die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventen  die einzige protestantische Kirche in der Welt ist, die einen Mann als Haupt und Mittelpunkt ihrer Organisation hat. Und in dieser einen Sache gleicht die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten mehr der Katholischen Kirche, als es irgendwelche anderen protestantischen Kirchen in der Welt tun.

 

Und auch dies geschieht trotz des Zeugnisses, das seit März 1897 immer wieder veröffentlicht und von neuem zitiert worden  ist,  worin es heißt: „Es ist nicht weise, einen Mann als Präsidenten der General-Konferenz zu haben......“ Aber wie oft auch immer es zitiert worden ist, man hat es ausgelegt, anstatt es zu befolgen. Und so wird es ohne jeden Zweifel bis zum Ende sein! Christus ließ jedoch nicht einen Mann als Haupt und Mittelpunkt seines organisierten Werkes zurück, als er in den Himmel auffuhr.  Er selbst besetzte jenen Platz, und IHM wurde erlaubt, jenen Platz selbst zu besetzen, als Haupt seiner Gemeinde und als Haupt über alle Dinge in bezug auf die Gemeinde.

 

Christus, und nur Christus allein, ist das einzige Haupt der Gemeinde; und er ist das Haupt jedes einzelnen Menschen in der Gemeinde, so wie geschrieben steht: „ Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt.“ 1.Korinther 11,3. Und anstatt zurückzugehen zum Jahre 1844, und an Stelle eines Glaubensbekenntnisses,  „laßt uns zur Vollkommenheit voranschreiten“ in Christus Jesus durch die herrliche Wahrheit, die er uns im Jahre 1844 und seitdem gegeben hat, damit wir vorbereitet sein möchten, ihm bei seiner baldigen Wiederkunft in Herrlichkeit zu begegnen! Anstatt den Glauben der Menschen entweder  genau festzulegen oder zu verteidigen, laßt uns lieber den Glauben Christi verkündigen!

 

Etwas anderes: In Verbindung mit der Kampagne gegen Dr. Kellogg gibt es eine Sache, die im Jahre 1901 geschah, was für mich zu der Zeit und seitdem von großer Bedeutung gewesen ist. Diese Sache sollte jetzt erklärt werden:

 

Von Schwester White’s Ansprache in der College Bücherei, gerade vor der General-Konfe-renz 1901,  habe ich in dem Brief ausführlich zitiert, was gesagt worden ist in bezug auf die falschen Prinzipien der Tätigkeit der General-Konferenz, und der Notwendigkeit „einer Veränderung“ und „einer völlig neuen Organisation“. Doch die gleiche Ansprache war ebenso bemerkenswert, und für die zu der Zeit bestehende General-Konferenz-Leitung war es ebenso revolutionär, was die Einstellung der General-Konferenz gegenüber Dr. Kellogg anbetrifft, wie es in bezug auf die Angelegenheiten der General-Konferenz selbst war. Denn es darf nicht vergessen werden, daß im Jahre 1901 gerade solch eine Handlung gegen Dr. Kellogg von der General-Konferenz-Leitung erwartet, wenn nicht gar geplant wurde, wie es seither der Fall war, und es wurde ferner erwartet, daß das Zeugnis genauso einen großen Anteil an den Bestrebungen  haben sollte,  wie es zuvor von ihnen zugelassen wurde; und ich glaube, daß es da einen triftigen Grund  für die Erwartung gab.

 

Aber diese Erwartung und alles, was damit verbunden war, wurde einfach vernichtet durch das, was von Schwester White in ihrer Ansprache an jenem Tag in der Bücherei des College über das Thema gesagt worden war. Zu diesem Thema sagte sie an jenem Tag:

 

„Gott hat mir gesagt, daß mein Zeugnis direkt an diese Konferenz gegeben werden muß,

und daß ich nicht zu versuchen brauche, irgend einer Person verständlich zu machen, daß es meine Aufgabe ist, die Wahrheit menschlichen Gemütern zu überlassen. Diejenigen, die die Wahrheit im Worte Gottes gefunden haben, werden sie dankbar annehmen, und sie werden jeden Lichtstrahl schätzen, den Gott armen, schwachen Seelen gegeben hat, damit sie nicht vom rechten Wege abkommen. Und ich möchte, daß ihr ehrlich und aufrichtig vorangeht, denn sonst werden die Schwachen vom rechten Wege abkommen.“

 

„Jetzt wünschen wir, daß wir in der Konferenz die Fähigkeit hätten, die Gott Dr. Kellogg gegeben hat – ich nehme nicht an, daß er hier ist; ich weiß nichts davon, daß er hier ist – auf jeden Fall will ich sagen, daß der Herr möchte, daß ihr das beste macht aus den Möglichkeiten, die er in allen Teilen seines Werkes zur Anwendung kommen läßt. Er will nicht, daß das medizinische Missionswerk von dem Evangeliumswerk, noch daß das Evangeliumswerk von dem medizinischen Missionswerk getrennt wird. Er möchte, daß beide ineinander übergehen.  Und er möchte, daß diese erzieherische Macht des medizinischen Missionswerkes als die Pionierarbeit betrachtet werden soll, der aufbrechende Pflug, der die Vorurteile, die existiert haben, zusammenbrechen läßt, und daß nichts so zerbrechen wird wie das, und Gott möchte, daß jede Seele Schulter an Schulter mit Dr. Kellogg steht. Er (Dr. Kellogg) ist nahezu verzweifelt, und hätte fast sein Leben verloren, wegen der Einstellung, die gegen ihn gehegt wurde, und alle haben sie einen Stein direkt vor den Wagen geworfen, damit er ja nicht vorwärtskommt. Gott möchte, daß  jetzt das Gesundheits- und Missionswerk Fortschritte macht. Er möchte, daß Gottes Werk weitergetragen wird.“

 

Schwester White äußerte sich in einer Ansprache, wobei sie sagte:

 

„Was wir jetzt brauchen, ist eine Wieder-Organisation. Wir möchten mit dem Fundament beginnen und auf einem anderen Prinzip aufbauen.“

 

„Die Institution unter der Leitung von Dr. Kellogg hat ein großes Werk für die Erziehung der Jugend vollbracht. Sie hat mehr Arbeiter in der Sache des medizinisch-missionarischen Evangeliumswerkes ausgesandt als irgend eine andere Dienststelle, die ich  unter all unseren Leuten auf der ganzen Welt kenne. Und ich frage, wie habt ihr die Angelegenheit behandelt? Habt ihr empfunden, daß ihr Gott ehren solltet, indem ihr dem Werk, das in Seinem Namen zum Aufbau Seiner Sache getan worden ist, Achtung zollt und es wertschätzt? Die Grundsätze der Gesundheitsreform sind von uns als Volk dreißig Jahre lang verkündet worden. Und trotzdem sind unter uns Diener des Evangeliums und Glieder der Gemeinde, die das Licht nicht würdigen, das Gott auf die Gesundheitsreform gelegt hat.“

 

„Das Wort Gottes soll unser Führer sein. Habt ihr diesem Wort Beachtung geschenkt? Die Zeugnisse sollen überhaupt nicht den Platz des Wortes Gottes einnehmen. Sie sollen euch zu jenem vernachlässigten Wort zurückbringen, damit ihr die Worte Christi in euch aufnehmt, damit ihr dadurch gesättigt werdet, daß ihr durch lebendigen Glauben aufgebaut werdet, durch das, womit ihr euch speist.“  (General-Konferenz-Bulletin von 1901, Seite 25).

 

Auf diese Weise wird aufgezeigt, nicht nur daß ich in jeder Beziehung heute genau dort stehe, wo ich im Jahre 1897,  1899 und 1901 auch schon stand, sondern auch, daß die Prinzipien und die Einstellung, die ich damals einnahm, in jeder Hinsicht durch jene Ansprache am 1. April 1901 in der Bücherei des College bestätigt wurden, und ebenso durch die Ansprache bei der Eröffnung der General-Konferenz am 12. April 1901. Ich sage nicht, daß selbst dann Dr. Kellogg oder das medizinische Missionswerk sowie das Sanatoriums-Werk ohne Fehler oder Mängel waren. Ich sage dies auch heute nicht! Ich sage einfach, daß eine Person und ein Werk, von denen Gott so sprechen konnte, wie Er es zu jener Zeit tat, der größten Bemühungen wert sind, gerettet zu werden. Und das Wort, das Gott mir gegeben hat, war und ist: „Zerstöre es nicht, denn es liegt ein Segen darin.“

 

 

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Biographie