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Sofern nichts anderes vermerkt wurde, sind die Bibeltexte der 1995 revidierten Elberfelder-Übersetzung entnommen worden.

 

Diese Predigt wurde am 22. Oktober 1898 im Battle Creek Tabemacle gehalten und vom 24. Januar bis zum 07. Februar 1899 in Review and Herald abgedruckt.Englischer Originaltitel: Our God is a CONSUMING FIRE

 

Übersetzung und Copyright bei Reinhard Schürer, Schneeberg , Germany



Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer

A. T. Jones

 

Der Herr kommt. Er kommt mit Macht und großer Herrlichkeit. Und „unser Gott ist ein verzehrendes Feuer". Hebräer 12,29. Was aber die Zeiten und Zeitpunkte betrifft, so habt ihr es nicht nötig, dass ich darüber spreche. Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit! dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, und sie werden nicht entfliehen (siehe 1. Thessalonicher 5,1-3). Und obwohl es der Wahrheit entspricht, dass ihr es nicht nötig habt, dass ich von den Zeiten und Zeitpunkten spreche, sind diese mit seinem Kommen verbunden. Und über jenes Kommen zu sprechen, ist absolut lebensnotwendig. Das bedeutet, dass wir während der ganzen Zeit über die Wirkung seines Kommens nachdenken müssen, denn er kommt „in flammendem Feuer. Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen, und an denen, die dem Evangelium unseres Herrn Jesus nicht gehorchen; sie werden Strafe leiden, ewiges Verderben vom Angesicht des Herrn und von der Herrlichkeit seiner Stärke." 2. Thessalonicher 1,8.9.

Wiederum steht geschrieben: „Und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft." 2. Thessalonicher 2,8. Wenn er in seiner Herrlichkeit kommt, dann handelt es sich um eine verzehrende Herrlichkeit, die alles Böse und alle, die mit Gottlosigkeit verbunden sind, verbrennt.

An einer anderen Stelle steht geschrieben: „Siehe, der Tag des HERRN kommt, grausam mit Grimm und Zornglut, um die Erde zur Wüste zu machen; und ihre Sünder wird er von ihr austilgen." „Und ich werde am Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre Schuld." Jesaja 13.9.11. „Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen?" Maleachi 3,2. Das ist die Frage. Und zwar deshalb, weil ER ein verzehrendes Feuer ist und wir, wenn er kommt, ihn sehen werden, wie er ist, und ihm als einem verzehrenden Feuer, das er ist, begegnen müssen, wobei es kein Entfliehen gibt.

Wenn er kommt, sieht er genauso wenig die Person an, wie es vor seiner Ankunft der Fall ist. „Denn es ist kein Ansehen der Person bei Gott." Römer 2,11. Genauso gewiss er ist, wie er ist, so gewiss, wie er kommt, nämlich so, wie es geschehen wird, so gewiss werden wir alle — ein jeder von uns - behandelt werden, wie wir sind. An jenem Tag gibt es keine Charakterveränderung mehr, da gibt es keine Möglichkeit, in uns noch etwas zu ändern.

Dennoch geschieht es an jenem Tag, wie an allen anderen Tagen auch, nicht, dass der Zorn Gottes die Menschen heimsucht, sondern der Zorn Gottes ist gegen die Sünde der Menschen gerichtet und nur gegen die Menschen, die mit ihren Sünden identifiziert sind. „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her", nicht über alle gottlosen Menschen und über alle ungerechten Menschen, sondern „über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen". Römer 1,18. Und nur in der Weise, wie der Mensch an seiner Gottlosigkeit hängt, nur in der Weise, wie er die Wahrheit in Ungerechtigkeit niederhält, wird es geschehen, dass der Zorn Gottes vom Himmel gegen ihn offenbart wird, dabei aber nicht in erster Linie gegen ihn, sondern gegen die Sünde, an welche er sich klammert und sie nicht lassen will. Und genauso wie er seine Wahl getroffen hat und sich fest an seine Wahl klammert, so muss er die Konsequenzen seiner Wahl dann hinnehmen, wenn seine Wahl ihre Endgültigkeit erreicht haben wird. So steht geschrieben, und ich lese noch einmal diesen Text: „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten [welche die Wahrheit zurückdrängen]." Römer 1,18.

Wir wollen dort weiter lesen, wo wir vor wenigen Augenblicken gelesen haben: „Dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus beseitigen wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft; ihn, dessen Ankunft gemäß der Wirksamkeit des Satans erfolgt mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit." 2. Thessalonicher 2,8-12. „Der Wahrheit nicht geglaubt." Sie wussten von ihr, sie wurde ihnen dargelegt, ihre Herzen und der Geist Gottes sagten ihnen, was die Wahrheit war. Ihr eigenes Gewissen bestätigte die ganze Wahrheit. Aber sie wollten der Wahrheit nicht glauben. Sie haben Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit gefunden und hielten die Wahrheit in Ungerechtigkeit nieder und drängten sie zurück. Und „deshalb" geschieht es, dass der Zorn Gottes vom Himmel offenbart wird und sie trifft.

Dennoch ist der Zorn Gottes, wie bereits erklärt, nicht in erster Linie gegen sie gerichtet, sondern gegen die Sache, welche sie lieben, gegen die Sache, an die sie sich klammem und von der sie nicht getrennt sein wollen. Und schließlich, an jenem großen Gerichtstag, wenn alle Menschen, die jemals lebten, auf der linken oder rechten Seite stehen werden, dann werden diejenigen auf der linken Seite weggehen, und zwar „in das ewige Feuer, das

bereitet ist" — nicht für sie, sondern „dem Teufel und seinen Engeln". Matthäus 25,41. Der Herr hat seinerseits alles getan, dass sie es niemals sehen mögen. Er gab seinen Sohn, um sie zu erlösen, damit sie es niemals kennen mögen. Es wurde nicht für sie bereitet. Er wünscht nicht, dass sie verloren gehen. Aber sie müssen dorthin gehen, weil sich dort ihre Gesellschaft befindet, die sie erwählt haben. Das ist der Ort, mit welchem sie sich selbst verbunden haben und von dem sie nicht getrennt sein wollten. Deshalb sagt er: „Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!"

Nicht für euch bereitet. Gott wird an jenem Tag — der Herr Jesus Christus wird in der Stunde —, wenn jenes Wort gesprochen werden wird, genauso traurig sein wie in der Stunde am Kreuz. Er wird genauso betrübt sein, dass sie zu diesem Ort gehen müssen, der nicht für sie bereitet wurde, wie er es in der Kreuzesstunde war. Es entspricht nicht seinem Wohlgefallen, dass jemand dort sein sollte. Sie sind wegen der Sünde dort, mit der sie sich untrennbar vereinigt haben. Und da dies ihre endgültige Wahl ist, haben sie nun tatsächlich nur die Gelegenheit, das zur Fülle zu empfangen, was sie sich gewählt haben. Sie hatten immer ihre Wahl gehabt. Sie trafen ihre Wahl. Sie klebten an ihrer Wahl. Und wenn sie die Konsequenzen ihrer Wahl empfangen, dann gibt es in der Tat keinen Grund, sich darüber zu beklagen. Gott hat alles getan, was er tun konnte, aber sie wollten es nicht haben.

Obwohl es eine Tatsache ist, dass der Herr nicht wünscht, dass etwas von diesen Dingen auf irgendjemanden kommen soll, muss Gott, da er ein „verzehrendes Feuer" ist, auf diese Weise kommen. Und weil er ein verzehrendes Feuer ist und so kommt, wie er ist, kommt er in Feuerflammen, um die Bosheit angemessen heimzusuchen. Und wer auch immer mit der Bosheit vereint ist, muss den Weg der Bosheit gehen.

„Dabei übt er Vergeltung an denen, die Gott nicht kennen." 2. Thessalonieher 1,8. Sie hatten die Gelegenheit, Gott zu kennen. Viele Menschen bekannten, dass sie Gott kannten, aber in ihren Werken verleugneten sie ihn. Sie hatten die Form der Gottseligkeit — das Bekenntnis —, aber sie verleugneten die Macht der Gottseligkeit. Ihr kennt die Worte: „Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden, denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg! Denn von diesen sind die, die sich in die Häuser schleichen und lose Frauen verführen — die mit Sünden beladen sind, von mancherlei Begierden getrieben werden ... im Blick auf den Glauben unbewährt." 2. Timotheus 3,1-8. Die Vernichtung kommt zu ihnen, aber nicht deshalb, weil sie keine Möglichkeit hatten, ihr zu entkommen, sondern weil sie alle Möglichkeiten, die sie hatten, verachteten — nicht weil sie keine Gelegenheit hatten, Gott zu kennen, sondern weil sie jede Gelegenheit verwarfen, die Gott ihnen jemals gab, um ihn zu finden und ihn zu kennen, wenn er sich offenbarte.

Gott wird vollkommen entlastet, denn Jesus sagte: „Wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt (nicht glaubt [King James]), so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt errette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet." Johannes 12,47.48.

Lasst uns nun „den" herausfmden. Es ist nicht Jesus Christus. Er sagt, dass er es nicht ist. Es ist nicht Gott, denn der Herr Jesus sagte: „Wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht." Das ist nicht „der`, welcher richtet. Aber es gibt „den", der den Menschen richtet, und ich denke, wir können ihn herausfinden. Schaut noch einmal: „Wenn jemand meine Worte hört." Jenes Wort ist das Wort Gottes. Es ist das Wort des Lebens Gottes, weil es das Wort Gottes ist. Das Wort des Lebens Gottes ist ewiges Leben, weil das Leben Gottes ewig ist. Demzufolge gibt es das Wort des ewigen Lebens. Jenes Wort ist gesprochen. Alle Menschen hören es. „Wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt" und „mich verwirft und meine Worte nicht annimmt" — jenes Wort, welches das Wort des Lebens ist, wenn es zu dir oder zu mir oder zu einem anderen Menschen kommt, dann kommt ewiges Leben zu dir oder zu mir oder zu einem anderen Menschen. In den Worten „ewigen Lebens" (Johannes 6,68) kommt ewiges Leben zu dem, zu dem das Wort kommt. Und wenn er das Wort verwirft, dann verwirft er ewiges Leben. Und indem er wählt, ewiges Leben zu verwerfen, wählt er den ewigen Tod. Es ist seine eigene Wahl, ewiges Leben zu verwerfen, und mit diesem Verwerfen wählt er den Tod. Wenn dann der Tod zu ihm kommt, den er gewählt hat, — wer brachte dann den Tod zu ihm? Wer erachtete ihn des Todes für würdig? Wer richtete ihn? Wer sprach über ihn das Todesurteil? — Nur er selbst. Niemand anderes ist dabei überhaupt einbezogen. Gott tat alles, was er tun konnte. Er hat ihm ewiges Leben vorgelegt; er hat jede Möglichkeit genutzt, ihn zu überzeugen und zu überreden, das ewige Leben zu empfangen; er machte es für ihn anziehend; es wurde geschmückt, verziert, so schön gemacht, wie die Wahrheit Gottes es schön machen konnte; und sein Herz hat es anerkannt. Der Geist Gottes sagte zu ihm: „Das ist die richtige Sache, das ist die Wahrheit." Er hatte aber „Wohlgefallen gefunden ... an der Ungerechtigkeit". 2. Thessalonicher 2,12. Er verwarf das Wort, und indem er das Wort des ewigen Lebens verwarf, lehn-

te er das ewige Leben ab, und damit wählte er den ewigen Tod. Und wenn er den ewigen Tod empfängt, dann ist dieser nur das, was er wählte. Er selbst ist der eine, der sich für den ewigen Tod für würdig hält.

Als Paulus und Barnabas in Antiochien waren und die Juden dem, was Paulus und Barnabas zu den Heiden sagten, widersprachen und es verlästerten, wurden die Männer Gottes kühner und sprachen: „Zu euch musste notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selber des ewigen Lebens nicht für würdig haltet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen." Apostelgeschichte 13,46. Beachte: Es wurde nicht gesagt: „Wir halten euch des ewigen Lebens nicht für würdig." Nein: „Ihr haltet euch selbst nicht des ewigen Lebens für würdig." Jeder Mensch, welcher der Vernichtung begegnet, bringt das Gerichtsurteil jener Vernichtung selbst auf sich.

Wenn aber jemand Christus erwählt hat und an ihn glaubt, dann gibt es überhaupt kein „vielleicht" mehr. Es wird dann geschehen. Dann gilt der Vers, in welchem das „hat" steht, und er lautet: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht [es heißt nicht: nicht verloren gehen möge oder verloren gehe], sondern ewiges Leben hat." Johannes 3,16. Wenn man an Jesus Christus glaubt, dann ist alles „vielleicht", was jemals darin enthalten war, weggenommen und wird dadurch zu einem ewigen „es wird sein" gemacht. Demzufolge sagt Gott zu jeder Seele, die an Jesus glaubt: „Ich verpfände mich selbst, damit du nicht verloren gehst." Für jede Seele in dieser Welt, wie gottlos sie auch sein mag, gilt die Botschaft Gottes, dass ER die Vorkehrung getroffen hat, dass ER die Sache fest gemacht hat, und zwar absolut fest, damit so gewiss, wie eine Seele an Jesus Christus glaubt, sie so gewiss „nicht verloren" gehen wird. Das ist ein gutes Angebot. Es ist unendlich fair und unendlich großzügig. Es ist so fair und großzügig wie Gott selbst.

Vernichtung der Sünde ist der einzige Weg der Erlösung. Sein Name wird Jesus sein, „denn er wird sein Volk erretten von seinen Sünden". Matthäus 1,21. Wenn ich sein Angebot annehme, dann werde ich so gewiss, wie ich an Jesus glaube, nicht verloren gehen. Und damit akzeptiere ich die Vorkehrung, dass ich die Sünde gehen lassen will. Ich stimme damit überein, dass ich willig bin, von der Sünde getrennt zu sein und dass ich mich von der Sünde trennen werde. Hört Folgendes: „Da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei." Römer 6,6. Demzufolge ist das Ziel des Kreuzes Christi die Vernichtung der Sünde. Niemals darf dieser Gedanke fallengelassen werden. Halte ihn für immer fest: Das Kreuz Jesu Christi — die Kreuzigung Jesu Christi, das Ziel der Kreuzigung — ist die Vernichtung der Sünde. Dank sei dem Herrn, dass jenes Ziel erreicht werden wird. Lasst uns nun den gesamten Vers lesen: „Da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen." Römer 6,6. Es gibt nicht nur Vernichtung der Sünde, sondern Freiheit von dem Dienst der Sünde. „Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen, denn ihr seid nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade." Vers 14. Lasst uns kurz diesem Gedanken durch das gesamte Kapitel folgen. Darin gibt es eine Unmenge von christlichem Sieg und der Freude eines Christen. „Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde." Römer 6,7. Wer gekreuzigt ist, wer den Tod Jesu Christi annimmt und mit ihm gekreuzigt ist, der ist von der Sünde befreit.

„Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden." Vers B. Wo aber lebt er? Lebt er in Sünde? — Das

hat er niemals getan. Das heißt also, so gewiss wir mit ihm leben, so gewiss leben wir mit ihm frei von der Sünde.

„Da wir wissen, dass Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn." Vers 9. Der Tod konnte nicht die Herrschaft aufrechterhalten, die er hatte. Er hatte die Herrschaft, weil ER sich selbst der Herrschaft des Todes auslieferte. Der Tod konnte ihn aber nicht halten, weil er von der Sünde getrennt war. Der Tod kann auch einen anderen nicht halten, obwohl er die Herrschaft hat, er kann den Menschen nicht halten, der von der Sünde frei ist.

„So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus! So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Begierden gehorche; stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung als Lebende aus den Toten und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit! Denn die Sünde wird nicht über euch herrschen."
Verse 11-14.

Hier sagt der Apostel, dass die Sünde keine Herrschaft über euch haben wird. Lasst deshalb nicht die Sünde in eurem Fleisch, in euren Gliedern regieren. Wir gehen noch etwas weiter: „Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder Sklaven der Sünde zum Tod oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit?" Vers 16. Der nächste Vers lautet: „Gott aber sei Dank, dass ihr Sklaven der Sünde wart, aber von Herzen gehorsam geworden seid dem Bild der Lehre, dem ihr übergeben worden seid! Frei gemacht aber von der Sünde, seid ihr Sklaven der Gerechtigkeit geworden." Verse 17.18.

Das Kreuz Christi gibt nicht nur Freiheit von der Sünde, sondern macht die Menschen zu Dienern der Gerechtigkeit. Der nächste Vers teilt uns mit, dass der Dienst der Gerechtigkeit „zur Heiligkeit" führt. Das Ende der Heiligkeit ist ewiges Leben, und ohne Heiligung wird „niemand den Herrn schauen". Hebr. 12,14.

Dann ist vollkommen klar, nämlich so klar wie das ABC, dass die einzige Vorbereitung für die Ankunft des Herrn die Trennung von der Sünde ist. Es spielt keine Rolle, wie viel wir über die Ankunft des Herrn sprechen, auch nicht, wie viel wir über die Zeichen der Zeit predigen und auch nicht, wie viel wir uns auf andere Weise darauf vorbereiten, sogar wenn wir alles, was wir haben, verkaufen und den Armen geben, — wenn wir nicht von der Sünde getrennt werden, indem wir ständig darüber nachdenken, absolut von der Sünde getrennt und Diener der Gerechtigkeit zur Heiligung zu sein, dann bereiten wir uns überhaupt nicht auf die Ankunft des Herrn vor. Unser Bekenntnis ist damit eine arglistige Täuschung. Dabei ist nicht nötig, dass wir direkt als Betrüger auftreten, sondern wir fügen uns die Täuschung selbst zu. Dadurch ist es nämlich möglich, dass wir uns selbst täuschen. Das aber macht keinen Unterschied, denn wenn unser ganzes Trachten nicht der Trennung von der Sünde gilt, ist unser Bekenntnis ein Betrug.

Das Bekenntnis, ein Adventist zu sein, nämlich ein Siebenten-TagsAdventist zu sein, bezieht sich auf die Ankunft des Herrn und teilt den Menschen mit, dass die Wiederkunft des Herrn nahe bevorsteht und die Zeichen der Zeit beachtet werden müssen — all das ist richtig, absolut und für immer richtig. Aber, auch wenn ich all dies habe, dennoch nicht die eine Sache - das einzige Bestreben, vollkommen von der Sünde und vom Dienst der Sünde getrennt zu sein —, dann ist mein Bekenntnis des Adventglaubens ein Betrug. Denn wenn ich nicht von der Sünde getrennt bin, kann ich überhaupt nicht dem Herrn in Frieden begegnen. Wenn also mein einziges Bestreben nicht der Trennung von der Sünde und vom Dienst der Sünde gilt, bereite ich mich demzufolge überhaupt nicht vor, dem Herrn zu begegnen.

So lautet also die Frage für einen jeden von uns heute hier und für die Siebenten-Tags-Adventisten im Allgemeinen: Bereitet ihr euch vor, dem Herrn zu begegnen, den ohne Heiligung niemand sehen wird? Ich werde noch eine andere Frage stellen: Seid ihr bereit, dem Herrn zu begegnen? Von den Zeiten und Zeitpunkten habt ihr es nicht nötig, dass ich zu euch spreche. Es ist nicht notwendig für mich, hier zu stehen und darüber zu sprechen, wie nahe die Wiederkunft des Herrn ist. Die Zeichen sind vielfältig auf der Erde. Ihr seid Adventisten. Ihr wisst das alles. Aber es ist richtig, und das gilt für jetzt und für immer, hier zu stehen und zu fragen: Seid ihr von der Sünde getrennt? Und wenn ihr von der Sünde getrennt seid, dann kann man fragen: Seid ihr bereit, dem Herrn zu begegnen? Weil unser Gott ein verzehrendes Feuer ist und der Versuch zwecklos ist, dem zu entrinnen. Er ist nichts anderes. Du brauchst dich nicht mit dem Gedanken zu verhätscheln, dass Gott etwas anderes ist als ein verzehrendes Feuer. Gewöhne dich daran. Er sagt, dass er genau das ist, was er ist. Und je früher wir uns darüber im Klaren sind, dass Gott ein verzehrendes Feuer ist, desto besser ist es.

Christus kommt wieder. Wir sprechen darüber. Die Wiederkunft geschieht unsertwegen. Er kommt in Feuerflammen, er kommt als ein verzehrendes Feuer. Ich möchte aber wissen, welchen Sinn es macht, über sein Kommen zu sprechen, wenn wir nicht bereit sind, ihm in diesem verzehrenden Feuer zu begegnen? Wenn das die ewige Wahrheit ist, dann ist jegliche Sorglosigkeit in dieser Angelegenheit eine große Täuschung.

Erinnert ihr euch nicht daran, dass das Wort nicht nur sagt, dass wir ihn sehen werden, sondern dass wir ihn sehen werden, wie er ist? Das heißt, wir werden ihn als ein verzehrendes Feuer sehen, — und ich bin froh darüber.

Dank sei dem Herrn! Hier ist die Beschreibung über ihn, als Johannes ihn sah, wie er ist, — ihn sah, wie wir ihn sehen werden. — Und wie wird er beschrieben? Nur einige wenige Aufzählungen: „Seine Augen wie eine Feuerflamme." „Seine Füße gleich glänzendem Erz, als glühten sie im Ofen. " „Und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft." Seine Kleider waren „sehr weiß, so wie kein Walker auf der Erde weiß machen kann", „weiß wie das Licht" — eine Helligkeit von durchdringendem, verzehrendem Glanz. Offenbarung 1,14-16; Markus 9,3; Matthäus 17,2. Das ist ER. Und das ist ER, wie ER ist, wenn ER kommt. Und ohne Heiligkeit kann niemand ihn sehen. Ohne Trennung von der Sünde wird niemand stehen.

Dann stellt sich die Frage bei dir und bei mir heute und zu jeder Zeit, wie werden wir so von der Sünde getrennt, dass wir ihm im flammenden Feuer begegnen können! Wie, wie, wie!

Schau auf dich und auf deinen Bericht, und ich will auf mich selbst und auf meinen Bericht schauen. Wir erblicken böse Züge, die in uns sind. Wir schauen auf die Kämpfe, die wir hatten, und wir erkennen die Sehnsüchte, um diese Massen von Schwierigkeiten zu überwinden und uns selbst von all dem Bösen zu trennen, so dass wir tatsächlich bereit sein mögen. Wo gibt es da eine Zeit, uns selbst bereit zu machen? In der kurzen Zeit, die zwischen jetzt und jenem Tag liegt, — gibt es da Zeit? Und wenn, wann wird jene Zeit kommen, in der du und ich diese Sache so abgeschlossen und uns selbst so von der Sünde getrennt haben werden, so dass wir bereit sind, ihm im flammenden Feuer zu begegnen? Die Antwort heißt, niemals. Jene Zeit wird nie und nimmer kommen.

Was sollen wir da tun? Das darf aber nicht missverstanden werden. Ich sagte nicht, dass die Zeit niemals kommen würde, in der wir von der Sünde getrennt sein können. Ich sagte, schaut auf euch, und ich will auf mich selbst schauen, und wir werden sehen, was wir sind, wie erfüllt von bösen Charaktermerkmalen und welch kleinen Fortschritt wir in diesem Werk des Überwindens gemacht haben. Und dann wird die Frage gestellt, wann die Zeit einmal kommen wird, in der du und ich uns selbst so von der Sünde getrennt haben werden, dass wir ihm im flammenden Feuer begegnen können. Hier geht es um jene Zeit, von welcher ich sage, dass sie nie und nimmer kommen wird.

Aber, preist den Herrn! Es gibt die Zeit, in der wir von der Sünde getrennt sein dürfen. Es wird nie eine Zeit kommen, in der wir dieses Werk selbst tun können. Aber die Zeit ist jetzt, GERADE JETZT, von der Sünde getrennt zu sein. Die Zeit, von der Sünde getrennt zu sein, ist wirklich jetzt, und dieses JETZT ist die ganze Zeit, denn „jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils". 2. Korinther 6,2. Nur Gott kann uns von der Sünde

trennen. Er will es tun, und er will es gerade jetzt tun. Gepriesen sei sein Name!

Was jedoch jeder verstehen muss, ist Folgendes: Der einzige Weg, dass Gott jeden von der Sünde trennt oder trennen kann, ist, dass es durch dieses besagte verzehrende Feuer seiner Gegenwart geschieht. Demzufolge ist der einzige Weg, auf dem du und ich jemals so von der Sünde getrennt sein können, um Gott zu begegnen, wie er ist — in dem flammenden Feuer, das er an jenem großen Tag ist —, ihm HEUTE zu begegnen, wie er ist, in dem verzehrendem Feuer, das er ist. Der einzige Weg, auf dem wir vorbereitet werden können, ihm bei seinem Kommen an jenem großen Tag zu begegnen, ist, ihm in seinem Kommen heute zu begegnen. Denn es gibt jetzt ein Kommen zu den Menschen, und zwar genauso tatsächlich, wie es dann zur Welt an jenem großen Tag geschieht. „Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich KOMME ZU EUCH." Johannes 14,18. Aber wir dürfen nicht vergessen, egal ob er zu dir oder zu mir oder zu den anderen Menschen jetzt kommt, oder ob er an jenem großen Tag kommt: — er kommt immer nur als ein verzehrendes Feuer.

Hören wir: „Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet", — was sagt er? — „zu dem werde ich hineingehen". Offenbarung 3,20. Gut. Dank sei dem Herrn! Und „er ist ein verzehrendes Feuer". Wenn er also zu dir hineingeht, dann wird dieses Kommen alle Sünde in dir verzehren, so dass, wenn er in den Wolken des Himmels im flammenden Feuer kommt, du ihm in dem verzehrenden Feuer, das er ist, begegnen kannst.

Hörst du seine Stimme? „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, ZU DEM WERDE ICH HINEINGEHEN." Hörst du seine Stimme? Dann stoße die Tür weit auf und halte sie ewig offen. Heiße ihn in dem verzehrenden Feuer, das er ist, willkommen, und jenes flammende Feuer seiner Gegenwart wird in deinem ganzen Wesen die Sünde verzehren, und so wirst du gründlich gereinigt und vorbereitet, ihm im flammenden Feuer an jenem großen Tag zu begegnen.

Wenn ich ihm heute „in einem flammenden Feuer" begegne, wenn ich ihn heute im „verzehrenden Feuer" in mir willkommen heiße, werde ich dann mich fürchten, ihm im flammenden Feuer an jenem Tag zu begegnen? - NEIN. Ich werde daran gewöhnt sein und wissen, welch ein Segen es ist, damit bekannt zu werden, ihm als „einem verzehrenden Feuer" zu begegnen. Wenn ich den Segen kenne, den ich heute dadurch erfahre, werde ich mich darüber freuen, ihm an jenem anderen Tag zu begegnen, wenn er vom Himmel im flammenden Feuer offenbar werden wird. „Unser Gott ist ein verzehrendes Feuer." Lobt den Herrn!

„Wer aber kann den Tag seines Kommens ertragen, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er wird wie das Feuer eines Schmelzers ...

sein." Maleachi 3,2. Gut. Wenn wir ihm also jetzt in dem verzehrenden Feuer, das er ist, begegnen, so begegnen wir ihm in einem Feuer, das läutert, das reinigt. „Und er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, so dass sie Männer werden, die dem HERRN Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen." Maleachi 3,3. Das ist Trennung von der Sünde, das ist Reinigung von der Sünde. Und das befähigt uns, dem Herrn Opfergaben der Gerechtigkeit darzubringen. Wir werden Diener der Gerechtigkeit zur Heiligkeit, damit wir dem Herrn begegnen können. Deshalb preist den Herrn, dass er ein verzehrendes Feuer ist — dass er wie das Feuer eines Schmelzers ist.

Schauen wir noch einmal auf jene Aussage in der Offenbarung: „Seine Augen" waren „wie eine Feuerflamme." Offenbarung 1,14. An jenem Tag werden seine Augen auf einem jeden von uns ruhen, und er wird durch uns hindurchschauen. Wenn seine Augen wie eine Feuerflamme sind und jene Augen an jenem großen Tag auf einem jeden von uns ruhen und absolut in uns hineinschauen, was wird jener Blick für einen jeden bedeuten, dessen Leib und Seele von Sünde umhüllt ist? — Er wird die Sünde verzehren und den Sünder mit der Sünde, weil der Sünder nicht von der Sünde getrennt sein wollte. Und heute, gerade jetzt sind diese Augen dieselben, die dann an jenem Tag schauen werden. Heute sind seine Augen wie eine Feuerflamme, „und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben". Hebr. 4,13. Sehr gut. Wenn also alles vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben, bloß und offen ist, egal ob wir mit ihm zu tun haben wollen oder nicht, warum akzeptieren wir nicht einfach die Tatsache so, wie sie einmal ist, und öffnen unsererseits alles vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben? Und wenn wir das Leben ihm in der Weise geöffnet haben, nämlich dem flammenden Feuer der Herrlichkeit seiner leuchtenden Augen, was wird dann geschehen? — Jene Augen der lebendigen Flamme werden absolut uns durchdringen und werden alle Sünde und jede Schlacke verzehren und werden uns läutern, so dass ER in uns das Bild von sich selbst sehen wird.

Es steht geschrieben, dass wir dem Herrn „wie aus Lauterkeit" dienen sollen. 2. Korinther 2,17. Lauterkeit ist aufrichtig und ungekünstelt, sie ist wahrhaftig, sie ist wie geschleuderter Honig. Echter Honig wird geschleudert und immer wieder geschleudert, und zwar solange, bis der Honig, wenn man ihn gegen das Licht hält, als rein befunden wird — „ohne Wachs" - keine Spur davon kann man im Honig schwimmen sehen. Genauso sollen, so sagt er, du und ich sein, wenn wir Christen sind. Gott reinigt uns in dem Blut Christi und er hält uns in das Licht des Herrn, und die Welt kann nur das Licht sehen. Und so ist die Aussage zu verstehen: „Ihr seid das Licht der Welt." Matthäus 5,14.

Hier haben wir ein weiteres Wort des Herrn: „Erforsche mich, Gott, und. erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre, wie ich's meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege." Psalm 139,23.24 [Lutherbibel 1912]. Dieses Wort ist uns für heute und für alle Zeit gegeben. Ein anderes Wort stimmt damit völlig überein: „HERR, du hast mich erforscht und erkannt. Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen

allen meinen Wegen bist du vertraut. Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge — siehe, HERR, du weißt es genau. Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, du hast deine Hand auf mich gelegt." In einer anderen Übersetzung heißt es: „Du hast mich völlig umschlossen und hältst deine Hand über mich." Verse 1-5. Das ist eine Tatsache. Er hat uns alle umschlossen, und seine Hand ist auf uns. Ob wir dies akzeptieren oder nicht, ist ein anderes Thema. Dennoch ist dies eine Tatsache bei jedem Menschen auf dieser ganzen weiten Welt. Das ist der Grund dafür, weshalb vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben, alles bloß und aufgedeckt ist.

Wenn es eine Tatsache ist, dass er uns erforscht und gekannt hat und dass er uns die ganze Zeit erforscht und kennt, weshalb nehmen wir dies dann nicht als eine Tatsache an und ziehen den Nutzen daraus? Warum äußern wir nicht die Bitte: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken!" Zu welchem Zweck? — „Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist (ob ein gottloser Weg in mir ist [King James])." 0, das stellt mich vor sein Angesicht, denn seine herrlichen Augen des Lichts schauen auf mich, um durch mich zu leuchten wie Feuer, wobei sie erforschen, ob es irgendeinen gottlosen Weg in mir gibt! Und wenn er etwas gefunden hat, verzehrt er es, da er ein verzehrendes Feuer ist, und führt mich auf dem ewigen Weg.

Demzufolge ist der sichere Weg, um dem flammenden Feuer jenes großen Tages zu entfliehen, heute jenes flammende Feuer willkommen zu heißen. Deshalb sage ich wieder: Lasst es niemals euren Gedanken entweichen, dass „unser Gott ein verzehrendes Feuer" ist und dass der sichere Weg ist, dem verzehrenden Feuer an jenem großen Tag zu entkommen — wenn es keine Möglichkeit der Veränderung mehr geben wird und es keine Zeit mehr gibt, um zu wählen —, heute die gesegnete Veränderung zu wählen, die dadurch bewirkt wird, uneingeschränkt und fröhlich das Leben, nämlich unseren Gott, willkommen zu heißen, der ein verzehrendes Feuer ist.

Ich erinnere mich an das Wort, welches Mose erhielt. Als Mose Gott immer näher gekommen war, sagte er schließlich: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!" 2. Mose 33,18. Das ist genau das, was an dem kommenden großen Tag erscheint, der vor der Tür steht: „Und sie werden den Sohn des

Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit." Matthäus 24,30. An jenem Tag bedeckt seine Herrlichkeit die Himmel, und die Erde ist mit seinem Lobpreis erfüllt. An jenem Tag ist er eingehüllt in einer lodernden Flamme grenzenloser Herrlichkeit, „und jedes Auge wird ihn sehen". Offenbarung 1,7. Aber wer wird die Herrlichkeit ertragen? Das ist die Frage, und die Antwort lautet: Nur jene, die das christliche Gebet gebetet haben und jetzt beten: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!"

Als Mose jenes gesegnete christliche Gebet betete, sagte der Herr: „Hier ist ein Platz bei mir ... wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, dann werde ich dich in die Felsenhöhle stellen und meine Hand schützend über dich halten, bis ich vorübergegangen bin. Dann werde ich meine Hand wegnehmen, und du wirst mich von hinten sehen." 2. Mose 33,21-23. Obwohl sich jeder Mensch vor dem Schrecken der verzehrenden Herrlichkeit des Herrn an jenem großen Tag fürchten sollte, gibt es heute einen Platz bei ihm. So sollen wir unseren Seelen gebieten, und durch IHN bitte ich euch heute, kommt und steht an diesem Platz bei ihm in der Gegenwart der flammenden Herrlichkeit. Fürchtet euch nicht. Mose war nicht fähig, die Fülle jener verzehrenden Herrlichkeit an diesem Tag zu ertragen, aber der Herr bedeckte ihn in seiner Liebe mit seiner Hand und schützte ihn vor der Wirkung jener Herrlichkeit, die er nicht ertragen konnte.

Das große Problem an jenem großen Tag ist, dass die Menschen nicht fähig sind, die Herrlichkeit zu ertragen. Die Könige der Erde und die großen Männer und die Reichen, die Obersten und Hauptleute und alle Knechte und alle Freien fliehen zu den Felsen und Bergen, um sich dort zu verbergen und sagen zu den Felsen und Bergen: „Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns. Und wer vermag zu bestehen?" Offenbarung 6,16.17. Die lodernde Herrlichkeit Gottes wird die Erde erleuchten, und diese Menschen können sie nicht ertragen.

Fürchte dich aber heute nicht. Er sagt: „Hier ist ein Platz bei mir!" Es gibt einen Ort in der „Felsenhöhle", und ich werde „dich in die Felsenhöhle" stellen und „meine Hand schützend über dich halten", so dass du die lodernde Flamme und die reinigende Macht meiner Herrlichkeit ertragen kannst. Und das verzehrende Feuer meiner Gegenwart wird alle Sünde verzehren. Ich werde „meine Hand schützend über dich halten" — ich werde dich vor jener Schwäche in dir schützen, welche dich unfähig macht, die Fülle meiner Herrlichkeit zu ertragen. Und wenn er seine Hand an jenem großen Tag wegnimmt, können diejenigen, die an seiner Seite gewohnt haben und in diesem verzehrenden Feuer zu ihren Lebzeiten gereinigt worden sind, bis sie weiß und erprobt waren, in sein unverhülltes Angesicht schauen. In der Fülle des Glanzes seiner Herrlichkeit werden wir ihn anschauen und sehen, wie er ist.

Und genau dorthin sollen wir jetzt schauen. Mit offenem Angesicht können wir sogar jetzt in sein Angesicht schauen, denn in dem Fleisch Jesu Christi hat Gott die vernichtende Macht der Herrlichkeit seines Angesichts verhüllt. Wenn er in unsere Herzen leuchtet, dann gibt er das Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wenn wir in das Angesicht Jesu Christi blicken, sehen wir das Angesicht Gottes, und „wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht". 2. Korinther 3,18.

Jede Seele heiße deshalb die herrliche Botschaft willkommen, die Gott in die Welt sendet: „Nehmet hin den Heiligen Geist!" Johannes 20,22 [Lutherbibel 1912]. Heißt jenen gesegneten Geist willkommen, der diese Veränderung bewirkt, durch welche wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit verändert und bereit gemacht werden, ihm an jenem großen Tag der Herrlichkeit zu begegnen. Dabei sollen wir nicht nur den Heiligen Geist willkommen heißen, sondern ernsthaft nach den besten Gaben trachten, welche der Heilige Geist bringt, wenn er kommt. Sehnt euch nach den geistlichen Gaben, denn diese sollen in uns die Vollkommenheit in Christus Jesus hervorbringen. Nur auf diesem Weg werden wir in Christus Jesus vollkommen gemacht, und in Christus werden wir bereit gemacht, ihm, wie er ist, zu begegnen.

Gott ist ein verzehrendes Feuer, und ich bin froh darüber. Unser Gott kommt, und ich bin froh darüber. Er kommt im flammenden Feuer, und ich bin froh darüber. Er kommt in all seiner Herrlichkeit, und ich bin froh darüber. Ich bin betrübt darüber, dass es dann Menschen geben wird, an denen er Rache nehmen muss, jedoch bin ich froh darüber, dass der Tag kommen wird, an dem unser Gott, der ein verzehrendes Feuer ist, mit aller Sünde aufgeräumt haben wird.

Kommt Geschwister. Seid ihr bereit? Seid ihr bereit, ihm an jenem Tag zu begegnen? Wenn nicht, dann sagt er zu dir heute: „Hier ist ein Platz bei mir!" Komm heute und stehe an diesem Platz bei mir. Ich will dir all meine Herrlichkeit offenbaren. „Ich werde all meine Güte an deinem Angesicht vorübergehen lassen." 2. Mose 33,19. Und wo es in dir irgendeine Schwäche gibt, wodurch du gerade jetzt nicht die Heftigkeit des verzehrenden Feuers dieser Herrlichkeit ertragen kannst, so werde ich „meine Hand schützend über dich halten", bis alles vorüber ist, so dass ich dich von aller Sünde trennen und dich an jenem Tag der Herrlichkeit retten kann.

Heißt demzufolge IHN, der ein verzehrendes Feuer ist, willkommen! Wohnt in seiner Gegenwart. Offenbart das Leben. Erkennt die Tatsache an, dass er ein verzehrendes Feuer ist — dass er niemals etwas anderes ist. Dann freut

ihr euch an jenem Tag. Wohnt schon heute in jenem verzehrenden Feuer. Und wenn jener große Tag auf Erden in all SEINER Herrlichkeit anbricht, dann werden wir uns auch an jenem Tag freuen. Dann werden wir stehen und sagen: „Siehe da, unser Gott!" Jesaja 25,9. Was aber wird dann um uns herum geschehen? Die Berge werden durch die Luft geschleudert, jede Insel flieht von ihrem Ort, die Erde erhebt sich von unten, die Himmel entweichen mit einem betäubenden Geräusch wie eine Buchrolle, überall ist flammendes Feuer, SEIN Angesicht ist wie die Sonne, SEINE Augen sind wie eine Feuerflamme — und bei allem sollen wir uns freuen? — Ja, preist den Herrn! Wir werden uns freuen, weil „dies unser Gott ist". Wir haben ihn vorher gesehen, wir haben mit ihm gelebt, wir haben seine verzehrende Gegenwart willkommen geheißen, wir haben die lebendige Flamme seiner Augen, die wie flammendes Feuer sind, erwünscht, damit sie uns durchdringen und jeden gottlosen Weg in uns erforschen. Wir kennen den Segen und die Freude, die in unser Leben gebracht wurden, als seine verzehrende Herrlichkeit uns von Sünde und vom Sündigen reinigte und uns zu Dienern der Gerechtigkeit zur Heiligkeit machte. Und indem wir diesen Segen kennen, rufen wir in der Fülle vollkommener Freude tatsächlich aus: „Siehe da, unser Gott!" Nun sehen wir ihn in Fülle, mehr als je zuvor. Das bedeutet noch mehr Segen. „Siehe da, unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns rette! Da ist der HERR, auf den wir hofften! Wir wollen jauchzen und uns freuen in seiner Rettung!" Jesaja 25,9.

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